Aktualizováno 22.9.2026
Irgendwann hört auf der Halbinsel Jandía der Asphalt auf, und dann rumpelst du eine gute halbe Stunde über Schotter, bis sich hinter einem Pass die ganze Westküste auf einmal öffnet. Unten liegt der Cofete Strand: rund zwölf Kilometer goldener Sand, davor der offene Atlantik, dahinter die fast senkrechten Wände des Jandía-Massivs. Keine Hotels, keine Strandbar, kein Liegestuhlverleih. Nur Brandung, Wind und Dünen, mit denen der Wind spielt. Bleib kurz stehen, atme tief durch, und du hast das Gefühl, am Ende der Welt angekommen zu sein. Wie du ohne Geländewagen hinkommst, wann der Bus fährt und warum du hier besser nicht einfach losschwimmst, steht unten.
Cofete Strand: einer der schönsten Strände Europas
Wer auf Fuerteventura nur Corralejo, Costa Calma und die Hotelstrände rund um Morro Jable kennt, erlebt in Cofete eine andere Insel. Hierher kommst du nicht wegen Infrastruktur, sondern wegen der Leere. Wir hatten tatsächlich das Gefühl, hinter sieben Bergen und sieben Vulkanen gelandet zu sein. Und obwohl wir mitten in der Saison dort waren, ist die Playa de Cofete so lang und so breit, dass jeder sein eigenes ruhiges Stück Sand findet. Für uns gehört der Cofete Strand zu den schönsten Stränden Europas, und wir kommen ganz sicher noch einmal zurück.

Cofete Strand Anfahrt: so kommst du hin
Aus Deutschland ist Fuerteventura bequem erreichbar: Direktflüge auf die Insel gibt es unter anderem ab Berlin, München, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg, je nach Saison auch ab kleineren Flughäfen. Gelandet wird in Puerto del Rosario im Osten der Insel, und von dort sind es bis Morro Jable ganz im Süden rund 87 Straßenkilometer, mit dem Auto also gut eine Stunde und zwanzig Minuten. Morro Jable ist der Ausgangspunkt für jeden Ausflug nach Cofete.
Ab dem Hafen von Morro Jable sind es noch knapp 20 Kilometer über eine unbefestigte, stellenweise steinige Piste. Rechne mit 40 bis 50 Minuten Fahrt, denn schnell fährt hier niemand. Die Piste führt zuerst an der Südküste entlang nach Westen, nach gut zehn Kilometern biegt der Weg nach Cofete rechts ab und klettert über einen Pass auf die andere Seite der Halbinsel.
Oben am Pass liegt der Mirador de Cofete. Halt dort unbedingt an, der Blick auf den Strand und die Berge ist einer der besten auf der ganzen Insel. Danach geht es in einer schmalen, kurvigen Abfahrt hinunter zur Küste. Fahr langsam und rechne in jeder Kurve mit Gegenverkehr, ausweichen kannst du nur an wenigen Stellen.
TIPP: Tank in Morro Jable voll und nimm genug Wasser und etwas zu essen mit. Hinter dem Ortsende gibt es bis Cofete weder Tankstelle noch Supermarkt.
Nach Cofete mit dem Mietwagen
Am flexibelsten bist du mit dem Auto, ob eigenes oder gemietet. Lies vorher aber die Mietbedingungen: Viele Autovermietungen schließen Fahrten auf unbefestigten Straßen vom Versicherungsschutz aus, und ein Schaden auf der Piste geht dann auf deine Rechnung. Ein Geländewagen mit hoher Bodenfreiheit ist die sichere Wahl, aber auch ein kleines Auto schafft die Strecke, wenn du vorsichtig fährst. Wir hatten ehrlich gesagt ziemlich Bammel, weil wir nur einen winzigen Mietwagen hatten. Er hat es völlig problemlos geschafft, die Piste war eben und in gutem Zustand, und das sogar nach Regen, als sie stellenweise schlammig war. Auf dem Parkplatz am Cofete Strand standen dann ohnehin fast nur Mietwagen, auch die kleinen Fiats.

Cofete ohne Auto: mit dem Bus 111
Nicht jeder mietet sich im Urlaub ein Auto, und das musst du auch nicht. Der Inselbetreiber Tiadhe schickt die Linie 111 von Morro Jable nach Cofete und weiter bis zum Leuchtturm an der Punta de Jandía, ein geländegängiger Bus für genau diese Piste. Laut aktuellem Fahrplan fährt er täglich zweimal: um 10:00 und um 14:15 Uhr ab Morro Jable. Zurück Richtung Morro Jable geht es ab Cofete ungefähr um 13:00 und um 17:00 Uhr, die Zwischenhalte haben keine festen Zeiten. Ein Einzelticket kostet 8,70 €. Plätze reservieren kannst du nicht, und wenn der Bus voll ist, nimmt er unterwegs niemanden mehr mit. Sei also früh an der Haltestelle am Hafen und plane die Rückfahrt so, dass dir im Notfall noch der zweite Bus bleibt. Den aktuellen Fahrplan findest du auf der Website von Tiadhe.
Wenn du lieber läufst, kannst du von Gran Valle an der Südseite der Halbinsel auf einem alten Weg über den Bergsattel nach Cofete hinuntersteigen, der Bus 111 hält dort auch. Die Route ist komplett schattenlos, Wasser, Hut und Sonnencreme sind also Pflicht, und für den Rückweg brauchst du entweder die Kraft für den Aufstieg oder einen Platz im Bus.
Cofete Strand: wo du in der Nähe übernachtest
Am Strand selbst gibt es keine Hotels, keine Bars und keine Duschen. Einfache Unterkünfte in der Nähe findest du im Städtchen Morro Jable. Wenn du es etwas komfortabler magst, kannst du im Iberostar Selection Fuerteventura Palace mit Blick aufs Meer wohnen. Beides ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge auf der Halbinsel, und morgens bist du so vor den Tagesausflüglern aus dem Norden auf der Piste.
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Cofete Strand: worauf du achten solltest
Cofete liegt an der Nordwestküste der Halbinsel Jandía, also auf der Seite, die dem Passatwind und dem offenen Atlantik zugewandt ist. Das bedeutet höhere Wellen, kräftigen Wind und oft Wolken oder Dunst an den Berghängen, während an der Südküste bei Morro Jable die Sonne scheint. Im Winter erwarten dich hier ein dramatischer Himmel und angenehmere Temperaturen, Frühling und Herbst sind ideal zum Wandern und Fotografieren, und im Sommer ist es meist stabil sonnig, nur der Wind macht, was er will. Die Sonnenuntergänge sind hier einmalig: Die Sonne zieht eine goldene Linie über den Horizont, während die Berge hinter dir zu dunklen Silhouetten werden. Denk nur daran, dass du danach im Dunkeln über die Piste zurückfährst, und der letzte Bus ist dann längst weg.
Kann man am Cofete Strand baden?
Beim Baden gilt: Das Meer ist hier wild. Hohe Wellen und Rückströmungen sind gefährlich, und sie ziehen schon im knietiefen Wasser kräftig. Rettungsschwimmer gibt es keine, der Strand ist offiziell unbewacht. Wenn du dich abkühlen willst, bleib ganz nah am Ufer und hab Respekt vor jeder Welle. Handyempfang ist schwach bis gar nicht vorhanden, im Ernstfall bist du also auf dich allein gestellt.
TIPP: Zum Schwimmen fährst du besser auf die windabgewandte Seite der Halbinsel, etwa an die Strände von Morro Jable oder an die Playa de Sotavento. Cofete ist ein Ort zum Spazieren, Schauen und Durchatmen.

Villa Winter (Cofete, Fuerteventura)
Du magst Rätsel und Orte mit Geheimnis? Dann schau hoch zum Hang über dem Cofete Strand. Dort, mitten in der Einöde, steht die Villa Winter, um die sich seit Jahrzehnten Legenden ranken. Gebaut hat sie der deutsche Ingenieur Gustav Winter, der die Halbinsel Jandía lange bewirtschaftete. Wann genau, ist bis heute umstritten: Nach der Dokumentation, die Winters Nachkommen veröffentlicht haben, begannen erste Arbeiten Ende 1941, der eigentliche Bau lief von 1946 bis etwa 1954 und wurde nie ganz fertig. Andere Quellen nennen deutlich frühere Jahre. Offiziell war es ein Landhaus. Der Bau wirkt aber eher wie eine kleine Festung: dicke Mauern, Kellerräume, ein Turm mit Rundumblick und Räume, die mehr an ein Lager als an ein Ferienhaus erinnern.
Genau daraus sind die Geschichten entstanden. Die bekannteste Legende behauptet, die Villa sei im Zweiten Weltkrieg ein Versorgungsstützpunkt für deutsche U-Boote gewesen, eine andere, dass sich hier nach dem Krieg geflohene Nationalsozialisten versteckt hätten, bevor sie nach Südamerika weiterreisten. Erzählt wird auch von geheimen Tunneln bis zum Meer und von einem gefliesten Raum, der angeblich als Operationssaal diente. Belegt ist davon nichts. Deutsche und spanische Journalisten haben mehrfach recherchiert und keine Beweise gefunden, und für U-Boote ist das Wasser vor Cofete schlicht zu flach.
Gustav Winter starb 1971, und was er mit dem Haus wirklich vorhatte, weiß bis heute niemand genau. Gerade das macht den kurzen Abstecher hinauf so reizvoll. Ob du hineinkommst, ist nicht verlässlich geregelt, das Haus ist kein Museum mit festen Öffnungszeiten. Viele Jeep-Touren ab Morro Jable halten aber dort.
TIPP: Pack für Cofete wie für eine kleine Expedition: Wasser für den ganzen Tag, Sonnenschutz, eine Windjacke und festes Schuhwerk, falls du auf die Villa oder in die Berge willst.
Cofete Fuerteventura: was du in der Umgebung sehen kannst
Die Umgebung von Cofete ist für sich schon wunderschön. Weil es hier keine Souvenirstände gibt und ohne Auto nur der Bus zweimal am Tag fährt, ist es angenehm leer. Das Dörfchen Cofete versetzt dich in eine andere Zeit: ein paar Häuser aus Stein, ein einfaches Restaurant und viel Ruhe. Direkt am Strand liegt der kleine Friedhof von Cofete, dessen Kreuze zwischen Sand und Steinen stehen. Angelegt haben ihn die Bewohner im 19. Jahrhundert, weil der Weg zur nächsten Kirche damals rund 40 Kilometer weit war. Über der Halbinsel erhebt sich der Pico de la Zarza, mit gut 800 Metern der höchste Berg Fuerteventuras. Von oben siehst du bei klarer Luft über den Ozean bis zur Nachbarinsel Gran Canaria. Der markierte Weg hinauf beginnt allerdings nicht in Cofete, sondern an der Strandpromenade von Jandía bei Morro Jable, und er ist rund siebeneinhalb Kilometer lang. Mit Kondition und älteren Kindern ist er gut machbar, rechne aber mit einem vollen Tag in der Sonne.
Am Ende der Halbinsel findest du den Leuchtturm an der Punta de Jandía, ein Symbol für das Ende der Welt, bis dorthin fährt auch der Bus 111. Wenn du Zeit hast, fahr auch auf die andere Seite zur Playa de Sotavento, dem kompletten Gegenteil von Cofete: Lagunen, flaches Wasser und ein Paradies für Kitesurfer. Tierfreunde freuen sich über den Oasis Park Fuerteventura bei La Lajita mit botanischem Garten und Safarizone, der liegt auf dem Rückweg in den Norden.
TIPP: Wenn du die Wahl hast, fahr morgens nach Cofete. Die ersten Stunden am Strand sind die ruhigsten, und die Wolken hängen an den Bergen oft erst am Nachmittag.

Häufige Fragen zum Cofete Strand (FAQ)
Wie kommt man zum Cofete Strand?
Zum Cofete Strand führt nur eine einzige Strecke: eine unbefestigte, kurvige Piste über das Jandía-Massiv. Sie beginnt am Hafen von Morro Jable im Süden der Insel. Du folgst der Piste an der Küste nach Westen und biegst nach gut zehn Kilometern rechts nach Cofete ab, dann geht es über den Pass mit dem Mirador de Cofete hinunter zur Westküste. Für die knapp 20 Kilometer brauchst du rund 40 bis 50 Minuten. Ein Auto mit höherer Bodenfreiheit oder ein Geländewagen ist angenehmer, nötig ist er bei trockener Piste aber nicht.
Kann man mit dem Mietwagen nach Cofete fahren?
Fahren kannst du, auch mit einem Kleinwagen, wenn du langsam und vorsichtig unterwegs bist. Das Problem ist die Versicherung: Viele Vermieter auf Fuerteventura schließen Schäden auf unbefestigten Straßen aus, dann zahlst du Reifen, Unterboden oder Steinschlag selbst. Lies deshalb vor der Buchung die Bedingungen oder frag direkt am Schalter nach, ob Pisten wie die nach Cofete erlaubt sind.
Wie fährt der Bus 111 nach Cofete?
Die Linie 111 des Inselbetreibers Tiadhe fährt täglich zweimal ab dem Hafen von Morro Jable, um 10:00 und um 14:15 Uhr, über Gran Valle und Cofete bis zum Leuchtturm an der Punta de Jandía. Zurück ab Cofete geht es ungefähr um 13:00 und um 17:00 Uhr. Ein Einzelticket kostet 8,70 €. Plätze lassen sich nicht reservieren, und ein voller Bus hält unterwegs nicht mehr. Sei also früh an der Haltestelle und prüf den aktuellen Fahrplan auf der Website von Tiadhe.
Kann man am Cofete Strand baden?
Theoretisch ja, praktisch nur mit großer Vorsicht. Der Cofete Strand ist für hohe Wellen und gefährliche Rückströmungen bekannt, die schon im knietiefen Wasser kräftig ziehen, und Rettungsschwimmer gibt es keine. Er ist eher ein Ort zum Spazierengehen und Staunen als zum Schwimmen. Wenn du ins Wasser gehst, bleib ganz nah am Ufer und geh nie allein.
Wie lang ist der Cofete Strand?
Die Angaben schwanken, weil Cofete und die anschließende Playa de Barlovento praktisch ein durchgehender Sandstreifen sind. Meist ist von rund zwölf Kilometern die Rede, manche Quellen kommen mit Barlovento auf knapp 14 Kilometer. So oder so gehört er zu den längsten Naturstränden der Kanaren, und du findest auch in der Hochsaison ein leeres Stück.
Welche Filme wurden in Cofete gedreht?
Die wilde Kulisse von Cofete war unter anderem Drehort für Ridley Scotts „Exodus: Götter und Könige“ (2014) und für „Solo: A Star Wars Story“ (2018). Andere bekannte Produktionen, die oft mit Fuerteventura in Verbindung gebracht werden, etwa „Wonder Woman“, entstanden dagegen in den Dünen von Corralejo im Norden der Insel.
Kann man die Villa Winter besichtigen?
Die Villa Winter steht am Hang über dem Dorf Cofete und ist über einen kurzen Abzweig der Piste erreichbar. Ein Museum mit festen Öffnungszeiten ist sie nicht. Ob du hineinkommst, hängt davon ab, wer gerade vor Ort ist, viele Jeep-Touren ab Morro Jable halten aber dort. Von außen und vom Hang davor hast du in jedem Fall einen schönen Blick über den ganzen Strand.
Gibt es am Cofete Strand ein Restaurant oder Toiletten?
Am Strand selbst gibt es keine Bars, keine Liegen und keine Rettungsschwimmer. Im kleinen Dorf Cofete kurz vor dem Strand findest du ein einfaches Restaurant mit kanarischer Küche, das mittags oft voll ist. Parken kannst du kostenlos am Ende der Piste. Nimm trotzdem genug Wasser und Proviant mit, denn einen Supermarkt gibt es erst wieder in Morro Jable.
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