Aktualizováno 22.9.2026
Es gibt auf Ibiza kaum eine Postkarte, kaum ein Reel und kaum ein Hochzeitsfoto ohne diesen Felsen: Es Vedrà, eine unbewohnte Kalksteininsel vor der Südwestküste, die senkrecht aus dem Meer ragt und bei Abendlicht wie eine Theaterkulisse aussieht. Wer Es Vedra Ibiza sucht, landet schnell bei den gleichen Versprechen: der schönste Sonnenuntergang der Insel, ein Ort, an dem Kompasse verrücktspielen, Sirenen gesungen haben und Flugzeuge verschwinden. Die eine Hälfte davon stimmt, die andere nicht, und dazu kommt eine Nachricht, die viele Reiseführer noch nicht mitbekommen haben: Der berühmte Aussichtspunkt am Torre des Savinar ist seit 2025 eingezäunt und gesperrt. Früher stand man dort oben zwischen Mojito-Verkäufern und Musikboxen und wartete auf den Sonnenuntergang, heute kommst du da nicht mehr hin. Wir zeigen dir, wo du Es Vedrà jetzt am besten siehst, wann die Sonne wirklich hinter dem Felsen verschwindet und was an den Legenden dran ist. Wir waren oft nur für ein paar Tage auf Ibiza, aber hier haben wir jedes Mal angehalten. Es ist ein magischer Ort, in den du dich verlieben wirst.
Es Vedra Ibiza auf einen Blick
- Lage: im Südwesten Ibizas, rund 2,5 Kilometer vor der Küste bei Cala d’Hort.
- Höhe: 413 Meter über dem Meer und damit höher als der Berliner Fernsehturm. Auf Fotos wirkt der Felsen kleiner, als er ist.
- Unbewohnt und geschützt, Teil des Naturparks Cala d’Hort. Betreten ist verboten.
- Bester Aussichtspunkt heute: der Strand von Cala d’Hort und die Straße darüber. Der bekannte Aussichtspunkt am Torre des Savinar ist seit 2025 eingezäunt, der Zugang ist verboten.
- So nah kommst du ran: Mit dem Boot oder Jetski kannst du den Felsen umrunden, anlegen darfst du nicht.
- Magnetische Anomalie: eine beliebte Legende, die keine Messung bestätigt hat.
Was ist Es Vedra auf Ibiza?
Es Vedrà ist ein Kalksteinfelsen, der 413 Meter hoch aus dem Mittelmeer aufsteigt. Zum Vergleich: Den Kölner Dom müsstest du gut zweieinhalbmal übereinanderstellen, um auf dieselbe Höhe zu kommen. Das Gestein ist Kalk aus dem Erdmittelalter, der Felsen gehört geologisch zur Betischen Kordillere, also zum selben Gebirgssystem, das auf dem Festland Andalusien prägt und unter dem Meer bis zu den Balearen weiterläuft.
Die Insel ist unbewohnt. Zusammen mit dem kleineren Nachbarfelsen Es Vedranell und den Inselchen im Westen bildet sie ein Naturreservat innerhalb des Naturparks Cala d’Hort, Cap Llentrisca und Sa Talaia, der 2002 ausgewiesen wurde. Hier brütet der Eleonorenfalke, ein Greifvogel, der im Sommer zum Nisten kommt, und es lebt eine eigene Unterart der Pityusen-Eidechse, die es nur hier gibt. Die verwilderten Ziegen, die früher die Vegetation abgefressen haben, wurden 2016 entfernt, um die ursprünglichen Pflanzen zu schützen. Falls du schon von den „Ziegen von Es Vedrà“ gehört hast: Das ist die Geschichte dahinter.
Für dich als Besucher heißt der Schutz vor allem eins: Es Vedrà darf nicht betreten werden. Es gibt dort ohnehin keinen Anleger, die Wände fallen fast überall senkrecht ins Wasser. Aus der Nähe erleben kannst du den Felsen vom Boot aus, zu Fuß erkunden nicht.

Es Vedra Aussichtspunkt: wo du den Felsen heute am besten siehst
Die meisten Fotos, die du von Es Vedrà kennst, sind von einem einzigen Punkt aus entstanden, und genau der ist inzwischen zu. Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen, und von einer davon siehst du den Felsen sogar mit den Füßen im Wasser.
1. Torre des Savinar: der berühmteste Aussichtspunkt, der heute gesperrt ist
Der steinerne Wachturm, 1763 fertiggestellt und auch als Torre del Pirata (Piratenturm) bekannt, steht auf der Klippe gegenüber von Es Vedrà. Von hier sieht man den Felsen und Es Vedranell nebeneinander. Jahrelang war das der meistfotografierte Aussichtspunkt der Insel, und wenn du „Es Vedra Aussichtspunkt“ googelst, stammen die meisten Bilder genau von hier.
Seit 2025 ist er geschlossen. Der Weg zum Turm und die Aussichtsfläche liegen auf Privatgrund, und die Eigentümer haben im Winter 2025 nach Jahren der Überlastung dichtgemacht: Menschenmassen vor Sonnenuntergang, Müll, Musikboxen und fliegende Händler mit Mojitos, deren Becher oft einfach liegen blieben. Zugänge wurden mit Zäunen und großen Steinen versperrt, der provisorische Parkplatz ist verschwunden, und die Polizei hat angekündigt, das Parken am Straßenrand streng zu kontrollieren. Trotzdem versuchen Leute weiterhin, mit Anleitungen aus Social Media irgendwie durchzukommen.
Geführte Wanderungen zum Turm bieten nur wenige Veranstalter mit offizieller Genehmigung an. Auf eigene Faust ist es schlicht Betreten von Privatgrund in einem Schutzgebiet. Lass es: Du wirst weggeschickt, und das Foto ist es nicht wert. Es Vedrà sieht man von weiter unten genauso schön, und dort sagt dir niemand etwas.
2. Strand von Cala d’Hort
Heute der beste frei zugängliche Aussichtspunkt. Die kleine Bucht aus Sand und Kieseln liegt dem Felsen direkt gegenüber, und Es Vedrà steht hier den ganzen Tag vor dir. Es gibt ein paar Fischrestaurants und Liegen, und es ist der einzige Ort, an dem du den Felsen mit den Füßen im Wasser anschauen kannst. Für Familien mit kleinen Kindern ist das die einfachste Variante, weil du mit dem Auto bis runter fährst und nirgends klettern musst. Die Parkplätze sind knapp, und in der Saison ist es schon am Vormittag voll.
3. Cala Carbó und Cala Molí
Zwei kleinere Buchten nördlich von Cala d’Hort. Von Cala Carbó, der Nachbarbucht, siehst du Es Vedrà etwas von der Seite, und es ist meist ruhiger; dort gibt es auch ein gutes Restaurant. Cala Molí liegt weiter oben an der Küste, knapp acht Kilometer Luftlinie vom Felsen entfernt, und ist vor allem bei Einheimischen beliebt. Wer Es Vedrà groß im Bild haben will, bleibt eher in Cala Carbó.
4. Die Straße oberhalb von Cala d’Hort
An der Straße zwischen Sant Josep und Cala d’Hort gibt es einige Haltebuchten, von denen du Es Vedrà von oben mit der ganzen Küste siehst. Ausgeschildert sind sie nicht, du erkennst sie an den Autos, die am Rand stehen. Für einen kurzen Fotostopp reicht das, aber halte nur dort, wo es eine befestigte Fläche neben der Fahrbahn gibt. Auf dem letzten Stück Richtung gesperrter Aussichtspunkt wird das Parken am Straßenrand geahndet.
5. Vom Meer aus
Der stärkste Eindruck. Erst wenn das Boot direkt unter der Wand stoppt, begreifst du, wie groß dieser Felsen ist. Es gibt Bootsausflüge ab Ibiza-Stadt und ab Sant Antoni, meist halbtags mit Badestopp, und du kannst auch mit geführten Jetski-Touren hinfahren.
Wann fotografieren – und wann die Sonne wirklich hinter Es Vedrà untergeht. Von Cala d’Hort aus liegt der Felsen im Südwesten. Am Nachmittag und abends hast du ihn deshalb im Gegenlicht und bekommst die Silhouette, die du von Postkarten kennst. Aber: Im Sommer geht die Sonne weit im Nordwesten unter, also deutlich rechts vom Felsen. Direkt hinter Es Vedrà verschwindet sie von der Küste aus nur im Winterhalbjahr, grob von Mitte Oktober bis Ende Februar, und auch dann eher von der Klippe beim Turm als vom Strand aus. Wenn du den Felsen von vorn angestrahlt willst, mit Details und Farbe, komm vormittags. Das macht fast niemand.

Es Vedra Mythen und Legenden: was davon stimmt
Um diesen Felsen ranken sich mehr Geschichten als um den Rest der Balearen zusammen. Du solltest sie kennen, weil du sie von jedem Guide und auf jedem Boot hören wirst. Genauso lohnt es sich aber zu wissen, wo die Erzählung endet und die Messung beginnt.
Magnetische Anomalie und der „drittmagnetischste Ort der Welt“
Die bekannteste Behauptung lautet, Es Vedrà sei nach dem Bermudadreieck und dem Nordpol der drittmagnetischste Punkt der Erde, der Kompasse und Bordinstrumente durcheinanderbringt. Klingt gut und steht überall.
Geologisch hält das nicht. Der Felsen besteht aus Kalkstein, einem Gestein ohne nennenswerte Anreicherung magnetischer Metalle, und keine Messung hat eine Anomalie bestätigt. Eine Rangliste der „magnetischsten Orte der Welt“ gibt es auch gar nicht, sie ist eine Internetlegende. Dein Kompass zeigt an Es Vedrà genauso nach Norden wie überall sonst.
Die Sirenen aus der Odyssee
Einer lokalen Überlieferung nach ist Es Vedrà die Insel der Sirenen, die Odysseus verführen wollten. Homer nennt aber keinen konkreten Ort, und dieselbe Legende beanspruchen noch mehrere andere Stellen im Mittelmeer, vor allem an der italienischen Küste. Manche verbinden den Felsen außerdem mit Tanit, der Göttin der Phönizier, die Ibiza einst besiedelten. Schöne Geschichten, ohne Beleg.
Ein Rest von Atlantis
Eine andere beliebte Version sagt, Es Vedrà sei die Spitze des versunkenen Atlantis. Das hängt damit zusammen, dass ein alter Steinbruch an der Küste in der Nähe Atlantis genannt wird, mit richtigem Namen Sa Pedrera. Von hier stammt Sandstein, der ab dem 16. Jahrhundert für die Bastionen der Stadtmauer von Dalt Vila in Ibiza-Stadt gebrochen wurde. Heute ist es eine terrassenförmige Felslandschaft voller Figuren und Symbole, die vor allem Hippies ab den 1960er-Jahren in den Stein gemeißelt haben. Einen offiziell markierten Weg dorthin gibt es nicht, es geht auf einem steilen Pfad den Hang hinunter, und für Ab- und Wiederaufstieg solltest du zusammen gut eine Stunde rechnen, eher mehr. Bei Hitze ist das unangenehm, in Flipflops oder mit kleinen Kindern geht man hier nicht, und Wasser gehört unbedingt in den Rucksack.
Der Einsiedler, der wirklich da war
Der einzige belegte Teil der Geschichte. Mitte der 1850er-Jahre kam der Karmelitermönch Francisco Palau nach Ibiza, verbannt aus Barcelona, und ruderte immer wieder hinüber nach Es Vedrà. Dort betete und meditierte er in einer Höhle, manchmal wochenlang am Stück. Trinkwasser bekam er vom Regenwasser, das im Fels heruntertropfte. Er beschrieb Visionen und Lichterscheinungen, die später ein Eigenleben entwickelten, und nach und nach wurde daraus die ganze mystische Tradition der Insel, einschließlich der UFO-Geschichten. 1988 wurde Palau seliggesprochen.
Warum der Ort trotzdem wirkt. Es Vedrà braucht weder Magnetismus noch Atlantis. Es ist ein über 400 Meter hoher Felsen, der ein paar Kilometer vor der Küste aus dem leeren Meer wächst und im Abendlicht wie eine Kulisse aussieht. Das allein erklärt, warum Menschen so stark darauf reagieren und warum sie sich seit rund 170 Jahren Geschichten dazu ausdenken.
Es Vedra Bootstour und Jetski
Die meisten Touren zum Felsen starten in Sant Antoni an der Westküste:
- Halbtagestour zu Es Vedrà und Atlantis: meist rund drei Stunden, in der Regel mit ein bis zwei Stopps zum Baden und Schnorcheln und Getränken an Bord.
- Varianten nach Tageszeit: Vormittags ist das Meer ruhiger und das Licht auf dem Felsen besser, die Abendfahrten zum Sonnenuntergang sind teurer.
- Geführte Jetski-Touren starten ebenfalls in Sant Antoni. Sie kommen nah an den Felsen heran, dürfen aber nicht in die Schutzzone, das letzte Stück siehst du also mit Abstand.
- Privates Boot chartern lohnt sich für eine Gruppe: Du planst die Route selbst und kannst die Stunden meiden, in denen am Felsen die meisten Boote liegen.
Regeln im Schutzgebiet: Es Vedrà darf weder betreten noch beklettert werden, laute Musik und Müll sind tabu, und auch mit der Drohne solltest du dich vorher über die Einschränkungen im Naturpark informieren. Gebadet wird nur an den erlaubten Stellen außerhalb der empfindlichsten Zone. Die Bootsanbieter achten meist selbst darauf, weil es um ihre Lizenz geht.
Anfahrt: wie du zu Es Vedrà kommst
Nach Ibiza gibt es in der Saison Direktflüge unter anderem ab Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt und München; welche Airline wann fliegt, ändert sich von Jahr zu Jahr, schau also in den aktuellen Flugplan. Vom Flughafen bis Cala d’Hort sind es gut 18 Straßenkilometer, mit dem Mietwagen rund eine halbe Stunde.
- Mit dem Auto. Die einfachste Variante. Von Ibiza-Stadt sind es knapp 30 Kilometer bis Cala d’Hort, rechne mit etwa 40 Minuten; von Sant Antoni rund 20 Kilometer und gut eine halbe Stunde. Die letzten Kilometer führen über eine schmale Serpentinenstraße hinunter zum Strand, und der Parkplatz ist in der Saison schon vormittags voll. Die Abzweigung zum gesperrten Aussichtspunkt am Torre des Savinar lässt du links liegen, Parken am Straßenrand wird dort geahndet.
- Mit dem Roller. Beliebt und praktisch, weil das Parken in Cala d’Hort im Sommer das eigentliche Problem ist. Die Straßen sind eng und kurvig.
- Mit dem Bus. Direkt aus Ibiza-Stadt oder Sant Antoni fährt kein Bus nach Cala d’Hort. Laut dem Fahrplan 2026 des Betreibers Alsa fährt vom 1. Mai bis 30. September die Linie A15 ab Sant Josep eine Schleife über Es Cubells, Cala d’Hort und Cala Vedella, aber nur ein Teil der Fahrten hält in Cala d’Hort, rund sechsmal am Tag, der letzte Bus dort gegen 21:45 Uhr. Nach Sant Josep kommst du mit den Überlandlinien, den Anschluss zurück musst du aber genau prüfen. Für den Sonnenuntergang geht das, bequem ist es nicht.
- Mit dem Boot. Ausflüge starten in Ibiza-Stadt, in Sant Antoni und direkt in Cala d’Hort. Eine Halbtagesrunde um Es Vedrà mit Badestopp ist die beste Art, den Felsen aus der Nähe zu sehen.
- Zu Fuß. Auf dem Küstenpfad von Cala d’Hort nach Cala Carbó und weiter oberhalb der Buchten. Je nach Variante ein bis zwei Stunden, ohne Schatten und mit Höhenmetern. Der Weg zum Torre des Savinar ist gesperrt.
Wann du nach Es Vedrà fahren solltest
- Mai, Juni und September: die beste Mischung aus Wetter und Ruhe. Die Aussichtspunkte sind nicht überfüllt, und das Meer ist schon oder noch angenehm.
- Juli und August: Ibiza in der Hochsaison. In Cala d’Hort versammeln sich vor Sonnenuntergang Hunderte Menschen, der Parkplatz ist Stunden vorher voll, und mittags ist es heiß und schattenlos. Die Sonne geht Ende Juni gegen 21:20 Uhr unter, Mitte August gegen 20:50 Uhr.
- Oktober und April: angenehm zum Wandern und leer, aber ein Teil der Strandrestaurants hat schon oder noch geschlossen. Im Oktober geht die Sonne auch schon deutlich näher am Felsen unter.
- Winter: Ibiza außerhalb der Saison ist eine andere Insel, still und günstig. Es Vedrà siehst du genauso gut und hast ihn fast für dich allein. Bootsausflüge fahren dann allerdings nicht.
Wie das Wetter Monat für Monat aussieht, mit Wassertemperatur und Regentagen, haben wir im Beitrag Ibiza Wetter zusammengestellt.
Unterkunft in der Nähe von Es Vedrà
Die logischste Basis ist Sant Josep de sa Talaia, ein Städtchen im Inland, von dem aus du in knapp 20 Minuten an den Buchten der Südwestküste bist. Von hier ist es nah zu Es Vedrà und zu den Stränden Cala Vadella und Cala Tarida, und trotzdem bist du weg vom Trubel der großen Urlaubsorte. Wer direkt am Meer wohnen will, sucht in Cala Vadella oder Cala Carbó. Welche Ecke der Insel insgesamt zu dir passt, klären wir in unserem Beitrag zum Ibiza Urlaub.
- Backpacker: ein Bett im Hostel in Sant Antoni oder Ibiza-Stadt ab etwa 35 bis 60 Euro pro Nacht in der Saison. Günstige Unterkünfte direkt an den Buchten im Südwesten gibt es praktisch nicht.
- Mittelklasse: Apartment oder Drei-Sterne-Hotel in Sant Josep oder Cala Vadella ab etwa 110 bis 180 Euro fürs Doppelzimmer.
- Gehobener: Hotel oder Villa mit Blick auf Es Vedrà ab etwa 250 bis 450 Euro pro Nacht. Der Blick auf diesen Felsen steht auf Ibiza mit auf der Preisliste.
Die Preise sind grobe Richtwerte für die Hauptsaison, im Mai und Oktober liegen sie oft deutlich darunter. Aktuelle Preise und Verfügbarkeit vergleichst du über unsere Unterkünfte auf Ibiza.
Häufige Fragen zu Es Vedra auf Ibiza
Was ist Es Vedrà und wo liegt es?Eine unbewohnte Kalksteininsel im Südwesten Ibizas, 413 Meter hoch und rund 2,5 Kilometer vor der Küste bei Cala d’Hort. Sie gehört zu einem Naturreservat im Naturpark Cala d’Hort, Cap Llentrisca und Sa Talaia.
Kann man Es Vedrà betreten?Nein. Die Insel steht unter Schutz, Betreten ist verboten. Einen Anleger gibt es nicht, die Wände fallen direkt ins Meer. Mit dem Boot kannst du den Felsen umrunden und nah heranfahren, anlegen nicht.
Wo ist der beste Aussichtspunkt auf Es Vedrà?Frei zugänglich sind vor allem der Strand von Cala d’Hort direkt gegenüber und die Haltebuchten an der Straße darüber. Der bekannte Aussichtspunkt am Wachturm Torre des Savinar ist seit 2025 eingezäunt, liegt auf Privatgrund und ist gesperrt. Den stärksten Eindruck hast du ohnehin vom Boot aus.
Ist Es Vedrà wirklich magnetisch?Nein. Die Behauptung, es sei der drittmagnetischste Ort der Welt, ist eine Internetlegende. Der Felsen besteht aus Kalkstein ohne nennenswerte magnetische Metalle, und keine Messung hat eine Anomalie bestätigt.
Wann geht die Sonne hinter Es Vedrà unter?Im Sommer geht sie von Cala d’Hort aus gesehen deutlich rechts vom Felsen unter, weit im Nordwesten. Direkt hinter Es Vedrà verschwindet sie grob von Mitte Oktober bis Ende Februar, und am ehesten von der Klippe beim Torre des Savinar aus. Plane in der Saison mindestens anderthalb Stunden vor Sonnenuntergang ein, sonst findest du keinen Parkplatz.
Wie komme ich ohne Auto zu Es Vedrà?Von Mai bis September hält die Buslinie A15 ab Sant Josep einige Male am Tag in Cala d’Hort, der letzte Bus fährt dort gegen 21:45 Uhr. Aus Ibiza-Stadt oder Sant Antoni musst du in Sant Josep umsteigen. Praktischer sind Roller, Taxi oder ein Bootsausflug.
Was ist Atlantis bei Es Vedrà?Der alte Steinbruch Sa Pedrera an der Küste in der Nähe, aus dem ab dem 16. Jahrhundert Sandstein für die Stadtmauer von Dalt Vila gebrochen wurde. Heute ist er eine terrassenförmige Felslandschaft mit Figuren und Symbolen, die vor allem Hippies in den Stein gemeißelt haben. Hin führt ein unmarkierter, steiler Pfad, für Ab- und Aufstieg brauchst du gut eine Stunde. Nicht in Flipflops und nicht ohne Wasser.
Was lebt auf Es Vedrà?Menschen nicht, aber hier brütet der Eleonorenfalke, und es lebt eine eigene Unterart der Pityusen-Eidechse. Die verwilderten Ziegen, die die Vegetation abgefressen haben, wurden 2016 zum Schutz der ursprünglichen Pflanzen entfernt.
Hat auf Es Vedrà jemals jemand gelebt?Dauerhaft nicht, aber ab Mitte der 1850er-Jahre ruderte der aus Barcelona verbannte Karmelitermönch Francisco Palau immer wieder hinüber, meditierte dort in einer Höhle und lebte vom Regenwasser. Seine Berichte über Visionen stehen am Anfang der ganzen mystischen Legende der Insel.
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