Reisen · 24.8.2026

Klettersteig für Anfänger: Ausrüstung, Technik und 8 Routen für den ersten Steig

Ferraty pro začátečníky

Aktualizováno 23.9.2026

Ein Stahlseil, ein paar Eisenbügel im Fels und unter dir hundert Meter Luft: Auf Fotos sieht ein Klettersteig nach etwas zwischen Wandern und Klettern aus, und genau das ist er auch. Die gute Nachricht zuerst. Einen Klettersteig für Anfänger schafft fast jeder, der halbwegs fit ist und nicht in Panik gerät, wenn es neben dem Weg steil hinuntergeht. Die schlechte Nachricht: Ein paar Fehler lassen sich am Seil nicht mehr korrigieren. Deshalb erklären wir hier ohne Umwege, wie die Schwierigkeitsgrade funktionieren, welche Ausrüstung Pflicht ist, wie du dich am Seil bewegst und welche fünf Fehler Einsteiger am häufigsten machen. Zum Schluss kommen 8 leichte Klettersteige, die sich für den allerersten Versuch eignen, von der Elbe bei Děčín bis ins Salzkammergut.

Klettersteig für Anfänger auf einen Blick

  • Fang bei Grad A an, höchstens A/B. In Deutschland und Österreich gilt die Schall-Skala von A bis E (ganz vereinzelt F), und zwischen A und C liegen Welten.
  • Ein Klettersteigset mit Falldämpfer ist Pflicht, keine Empfehlung. Es muss der Norm EN 958 in der Fassung von 2017 entsprechen.
  • Set, Gurt und Helm leihst du dir für den ersten Steig. Das kostet wenig, und du merkst schnell, ob dir das Ganze liegt.
  • Steig mit den Beinen, nicht mit den Armen. Der klassische Anfängerfehler: sich mit den Armen hochziehen, nach zehn Metern ausgepumpt sein und nicht mehr weiterkommen.
  • Zwischen zwei Verankerungen hängt immer nur eine Person. Diese Regel entscheidet im Ernstfall über Leben und Tod.
  • Bei Nässe und Gewitter bleibst du unten. Nasser Stahl ist rutschig, und bei Gewitter bist du am Seil das exponierteste Ziel weit und breit.
  • Gute erste Steige in Grenznähe sind die Pastýřská stěna in Děčín (eine Stunde von Dresden), Tábor, Hluboká, Velká Dohoda im Mährischen Karst und in Österreich der Katrin-Klettersteig bei Bad Ischl. Reine A-Steige sind selten, oft ist ein kurzer B-Steig die realistische erste Wahl.

Was ist ein Klettersteig und ist er etwas für dich?

Ein Klettersteig, im Süden und international meist Via Ferrata genannt (italienisch für „eiserner Weg“), ist eine Route durch Fels, die mit einem durchgehenden Stahlseil gesichert ist. In dieses Seil hängst du dich mit zwei Karabinern ein. Dazu kommen je nach Steig Leitern, Eisenbügel, Trittstifte und Griffe. Der Sinn dahinter: Auch Leute ohne Klettererfahrung sollen sich sicher im Felsgelände bewegen können.

Ein Klettersteig passt zu dir, wenn du:

  • keine panische Höhenangst hast. Respekt vor der Tiefe ist völlig in Ordnung, Panik mitten in der Wand wird dagegen für die ganze Gruppe zum Problem.
  • eine solide Grundkondition mitbringst und dein eigenes Körpergewicht wenigstens kurz an den Armen halten kannst.
  • dich an einen festen Ablauf halten kannst. Am Klettersteig zählt nicht die Kraft, sondern dass du jedes Mal richtig umhängst, ohne Ausnahme.

Eher nichts ist ein Klettersteig für dich, wenn du ernsthafte Herzprobleme hast, unter Schwindel leidest, dir kürzlich Hand oder Schulter verletzt hast oder nur mitgehst, weil dich jemand dazu überredet hat.

Klettersteig für Anfänger: gesicherter Weg im Hochgebirge

Klettersteig Schwierigkeitsgrade: wo Anfänger einsteigen

An meinen ersten Klettersteig erinnere ich mich bis heute. Ein Klettersteig für Anfänger war das ganz sicher nicht. Ich hatte mich einfach Freunden angeschlossen, die meinten, das würde ich locker schaffen. Geschafft habe ich es, aber es war ein echter Kampf: lange Zustiege, zu wenig Proviant und Wasser, und der Rückweg zog sich so, dass wir erst mitten in der Nacht unten ankamen. Heute bin ich klüger und suche mir nicht nur Einsteigerrouten sorgfältig danach aus, was ich mir wirklich zutraue.

Damit dir das nicht passiert, lohnt ein Blick auf die Bewertung. Im deutschsprachigen Raum hat sich die Schall-Skala durchgesetzt, die du in fast jedem Führer und auf Portalen wie Bergwelten oder alpenvereinaktiv findest. Parallel gibt es die Hüsler-Skala mit den Stufen K1 bis K6, die den Buchstaben A bis F direkt entspricht (K1 ist A, K2 ist B und so weiter). Zwischenstufen wie A/B oder B/C bedeuten, dass einzelne Stellen etwas schwerer sind als der Rest.

Grad (Schall / Hüsler)CharakterFür wen
A (K1)überwiegend Gehgelände mit Sicherung, viele Tritte und Griffeder allererste Klettersteig
B (K2)steilere Abschnitte, aber noch reichlich Hilfender zweite oder dritte Steig
C (K3)senkrechte Passagen, in denen du dich an den Armen hochziehsterst nach mehreren Touren
D bis F (K4 bis K6)lange senkrechte und überhängende Stellen mit wenigen TrittenErfahrene und Kletterer

Achtung, Grade sind nicht überall gleich. Tschechische Klettersteige sind oft kurz und werden nach unserer Erfahrung eher milder bewertet als alpine Steige in Österreich. Wer in Děčín ein C hochkommt, schafft deshalb noch lange nicht jedes österreichische C. Beim ersten Steig in den Alpen nimm dir immer einen Grad weniger vor, als du zu Hause gegangen bist. Und weil Grad F so selten ist, dass es im ganzen Alpenraum nur eine Handvoll solcher Routen gibt, endet die Skala für die Praxis eigentlich bei E.

Klettersteig Ausrüstung für Anfänger: was Pflicht ist und was hilft

Ob du als Anfänger einen einfachen Steig gehst oder schon Routine hast: Ohne passende Ausrüstung geht es am Klettersteig nicht. Drei Teile sind unverzichtbar, der Rest macht den Tag angenehmer.

Die Pflicht-Kombination

  • Klettersteigset mit Falldämpfer. Zwei Äste mit Karabinern und dazwischen ein Falldämpfer, der bei einem Sturz die Energie aufnimmt. In Europa gilt dafür die Norm EN 958, die 2017 überarbeitet wurde, nachdem ältere Systeme in Tests versagt hatten. Bastle dir niemals selbst etwas aus Seil und Schlingen: Ohne Falldämpfer kann dich ein Sturz ins Stahlseil töten oder schwer verletzen.
  • Klettergurt (Hüftgurt). Bei Kindern und sehr leichten Personen zusammen mit einem Brustgurt oder gleich als Komplettgurt, damit man bei einem Sturz nicht kopfüber kippt.
  • Kletterhelm. Die häufigsten Verletzungen am Klettersteig entstehen nicht durch Stürze, sondern durch Steine, die jemand über dir lostritt.

Was sich lohnt

  • Handschuhe, am besten fingerlose. Die ewige Frage „Klettersteig Handschuhe ja oder nein“ beantworten wir klar mit Ja: Am Stahlseil stehen oft einzelne Drähte ab, die in die Haut schneiden, und ohne Handschuhe hast du schnell aufgeschürfte Hände.
  • Schuhe mit fester Sohle, idealerweise knöchelhoch. Sandalen und Laufschuhe gehören nicht auf den Klettersteig, denn du musst sicher auf einem zentimeterbreiten Trittstift stehen.
  • Ein Rucksack auf dem Rücken, keine Umhängetasche. In senkrechten Passagen brauchst du beide Hände, und eine Tasche über der Schulter zieht dich aus dem Gleichgewicht.
  • Wasser und Stirnlampe, je nach Länge der Tour.

Leihen oder kaufen?

Für den ersten Klettersteig ganz klar leihen. An größeren Steigen gibt es oft einen Verleih direkt vor Ort, in Tschechien zahlst du für das komplette Set je nach Ort etwa 200 bis 350 Kronen am Tag (rund 8 bis 15 Euro) plus Kaution. In Deutschland und Österreich fragst du am besten im Bergsportladen oder bei deiner Alpenvereinssektion nach. Kaufen lohnt sich erst, wenn du weißt, dass du dabeibleibst: Eigenes Set, Gurt und Helm kosten ein Vielfaches einer Tagesmiete, halten aber viele Jahre.

Frag beim Leihen wie beim Kauf nach dem Gewichtsbereich des Sets. Falldämpfer sind auf eine bestimmte Spanne des Körpergewichts inklusive Ausrüstung ausgelegt und funktionieren außerhalb davon nicht zuverlässig. Die Norm EN 958:2017 prüft Sets für 40 bis 120 Kilogramm, wer leichter oder schwerer ist, sollte zusätzlich mit Seil gesichert werden. Das betrifft Kinder und sehr leichte Personen genauso wie schwerere Kletterer.

Klettersteig für Anfänger: so bewegst du dich am Seil

Egal, ob dein erster Steig in der Böhmischen Schweiz, im Allgäu oder im Salzkammergut liegt: Die Technik ist überall dieselbe. Diese Punkte solltest du kennen, bevor du dich zum ersten Mal einhängst.

Umhängen

  • Beide Karabiner sind immer im Seil, außer in dem kurzen Moment, in dem du an einer Verankerung umhängst.
  • Häng einzeln um. Erst einen Karabiner hinter die Verankerung, dann den zweiten. Niemals beide gleichzeitig.
  • Kontrollier, ob der Karabiner geschlossen hat. Hören und hinschauen, jedes Mal.
  • Lass den Falldämpfer frei hängen, knote ihn nicht und kürze ihn nicht ab. Er braucht Platz, damit er bei einem Sturz arbeiten kann.

Steigen

  • Steig mit den Beinen, nicht mit den Armen. Das ist der wichtigste Satz dieses ganzen Artikels. Deine Beine sind um ein Vielfaches stärker und halten den ganzen Tag durch. Die Arme sind nach zehn Metern leer, wenn du dich ständig hochziehst.
  • Nutz das Seil nicht als Griff, wenn es sich vermeiden lässt. Das Seil ist zum Sichern da, gestiegen wird über Fels und Tritte. In schweren Passagen geht es nicht anders, auf leichten Steigen aber schon.
  • Bleib nah am Fels, aber klebe nicht daran. Wer sich weit nach hinten lehnt, verliert Kraft und sieht die Tritte unter den Füßen schlechter.
  • Schau voraus. Bevor du in einen Abschnitt einsteigst, sieh dir an, wo er entlangführt und wo die Tritte sind.

In der Gruppe

  • Zwischen zwei Verankerungen hängt nur eine Person. Sind es mehrere und der Obere stürzt, reißt er alle unter sich mit, und der Schlag auf die Verankerung wird enorm.
  • Halte Abstand, damit du dem Menschen unter dir keine Steine auf den Kopf schickst.
  • Die Schwächsten gehen in der Mitte, Erfahrene vorne und hinten.
  • Überhol nicht, solange es nicht sicher und abgesprochen ist.

5 Fehler, die Anfänger am Klettersteig am häufigsten machen

  1. Eine zu schwere Route wählen. „Sieht auf den Fotos toll aus“ ist kein Kriterium. Fang mit A an, auch wenn dir das zu leicht vorkommt.
  2. Sich mit den Armen hochziehen. Das führt schon im ersten Drittel zur Erschöpfung, und wenn dir mitten in der senkrechten Wand die Kraft ausgeht, hast du ein ernstes Problem.
  3. Beide Karabiner gleichzeitig aushängen. Ein Moment der Unaufmerksamkeit an der Verankerung, und du bist komplett ungesichert.
  4. Bei unsicherem Wetter losgehen. Einen Klettersteig kannst du nicht schnell verlassen, und ein Gewitter zieht schneller auf, als du denkst.
  5. Den Abstieg unterschätzen. Die meisten planen nur den Aufstieg und vergessen, dass danach oft noch eine Stunde Abstieg auf markiertem Weg wartet, müde und am späten Nachmittag.

8 leichte Klettersteige für Anfänger

Leichte Klettersteige gibt es natürlich auch in Bayern, im Allgäu oder in der Eifel. Wir stellen dir hier aber Routen vor, die wir selbst gut kennen und die viele Deutsche gar nicht auf dem Schirm haben: Steige in Tschechien, oft nur eine bis drei Autostunden hinter der Grenze, zwei in der Slowakei und einen Klassiker im Salzkammergut. Die Grade haben wir bei den Betreibern und in Topos nachgeschlagen. Reine A-Steige sind selten, deshalb ist ein kurzer B-Steig mit einfacher Ausstiegsmöglichkeit oft die realistische erste Wahl.

In Tschechien

1. Ferrata Hluboká. Der Steig liegt im Tal Karvanice über der Moldau, zwischen Hluboká nad Vltavou und Purkarec. Er besteht aus drei Teilen: zwei kürzeren im Grad B (150 und 170 Meter) und einem längeren, deutlich schwereren Abschnitt in C/D, den du als Anfänger auslässt. Der Steig ist ganzjährig frei zugänglich, ein Leihset gibt es im Ort. Während du kletterst, kann der Rest der Familie das Schloss Hluboká besichtigen. Von Passau sind es rund 130 Kilometer.

2. Slánská hora. Der einzige Klettersteig Tschechiens auf Basalt, auf einer markanten Kuppe über der Stadt Slaný nordwestlich von Prag, von Dresden aus gut 130 Kilometer. Sieben kurze Varianten von B bis D/E, gerade einmal rund 40 Höhenmeter und 15 bis 30 Minuten Kletterzeit. Klein, aber für die erste Erfahrung völlig ausreichend, wenn du bei den leichten Varianten bleibst.

3. Pastýřská stěna in Děčín, leichte Varianten. Das größte Klettersteiggebiet Tschechiens: sechzehn Routen nebeneinander an einer Sandsteinwand über der Elbe, mit Blick auf das Schloss Děčín. Von Dresden bist du in einer guten Stunde dort (rund 70 Kilometer), aus Berlin in etwa drei. Die leichtesten Routen haben Grad B, die schwersten E. Für Einsteiger ist das ideal, weil du vor Ort entscheiden kannst, ob du noch eine Route drauflegst oder aufhörst, statt alles vorher abschätzen zu müssen.

4. Velká Dohoda im Mährischen Karst. Ein Klettersteigpark in einem ehemaligen Steinbruch bei Brünn mit über einem Kilometer gesicherter Routen von A bis E, dazu Leitern und mehrere Seilbrücken. Einer der wenigen Orte, an dem du wirklich mit einem reinen A anfangen kannst. Eintritt und Leihset kosten jeweils rund 200 Kronen (etwa 8 Euro), am Wochenende etwas mehr. Die beste Wahl, wenn du ohnehin in Mähren unterwegs bist.

5. Ferrata Tábor. Ein kurzer B-Steig mit rund 30 Metern Kletterei am Fels über der Lužnice, direkt in der Stadt. Den machst du an einem Nachmittag, ohne einen ganzen Tag einzuplanen, und verbindest ihn gut mit einem Bummel durch die Altstadt von Tábor.

In der Slowakei

6. Ferrata HZS Martinské hole. Der älteste Klettersteig der Slowakei, oberhalb der Stadt Martin, mit Blick auf das Becken Turčianska kotlina. Mit Grad B und C und rund vier Stunden für die ganze Runde (etwa neun Kilometer inklusive Zustieg) ist er schon eine echte Tour und eher dein zweiter oder dritter Steig. Wichtig: Vom 15. September bis 31. Oktober ist er jedes Jahr wegen Wartung gesperrt.

7. Zobor bei Nitra. Mehrere Routen auf einem Hügel direkt über der Stadt. Die leichteste ist die Jelšová (A/B, 80 Meter) und damit wie gemacht für den Anfang, daneben gibt es B und B/C bis hin zu kurzen D/E-Stücken. Beide slowakischen Steige liegen von Dresden oder München aus rund 570 bis 580 Kilometer entfernt, lohnen sich also nur als Teil einer längeren Reise.

In Österreich

8. Katrin-Klettersteig bei Bad Ischl. Wenn es dein erster Steig in den Alpen sein soll, nimm einen, zu dem eine Bahn hinaufführt. Die Katrin-Seilbahn bringt dich fast tausend Höhenmeter nach oben, der Steig selbst (B/C) dauert etwa eine Stunde. Du sparst dir den langen Aufstieg und hast die Kraft dort, wo du sie brauchst. Von München sind es gut 200 Kilometer, von Salzburg rund 55, und Bad Ischl erreichst du auch mit dem Zug. Rechne hier ruhig einen Grad schwerer als bei den kurzen tschechischen Steigen.

Klettersteig für Anfänger mit Kurs: lohnt sich ein Bergführer?

Wenn du regelmäßig Klettersteige gehen oder in die Alpen willst, auf jeden Fall. Im Kurs lernst du, richtig umzuhängen und mit deiner Kraft zu haushalten, und vor allem bekommst du Rückmeldung zu Fehlern, die du selbst gar nicht bemerkst. Klettersteigkurse für Anfänger bieten Bergführer, Bergschulen und viele Alpenvereinssektionen an, meist als Tageskurs.

Für einen einzelnen kurzen Steig im Grad A brauchst du keinen Kurs. Es reicht, die Regeln zu kennen und mit jemandem zu gehen, der schon Klettersteigerfahrung hat.

Versicherung und Sicherheit am Klettersteig

Prüf, was deine Versicherung abdeckt. Viele Reise- und Unfallversicherungen zählen Klettersteige zu den Risikosportarten und schließen sie aus. Als Mitglied im Deutschen Alpenverein bist du über den Alpinen Sicherheitsservice für Such-, Bergungs- und Rettungskosten bis 50.000 Euro weltweit versichert. Besonders wichtig ist das in der Slowakei und in Österreich:

  • In der Slowakei gilt seit dem 1. Juli 2006, dass Personen im Gebirge die Kosten eines Rettungseinsatzes der Bergwacht selbst tragen. Die Notrufnummer der Horská záchranná služba ist 18 300.
  • In Österreich zahlt bei Freizeitunfällen in den Bergen ebenfalls der Gerettete, die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt das nicht. Ein Hubschraubereinsatz kostet schnell mehrere Tausend Euro. Der alpine Notruf ist 140.
  • Überall funktioniert die europäische 112.

Häufige Fragen zum Klettersteig für Anfänger

Kann ich ohne Erfahrung einen Klettersteig gehen?Einen leichten Steig im Grad A oder A/B ja, wenn du keine panische Höhenangst hast und eine solide Grundkondition mitbringst. Am Klettersteig zählt nicht die Kraft, sondern der richtige Ablauf, also dass du jedes Mal korrekt umhängst. Fang mit A an, auch wenn es dir zu leicht vorkommt.

Welche Klettersteig Ausrüstung brauche ich als Anfänger?Pflicht sind ein Klettersteigset mit Falldämpfer nach EN 958, ein Klettergurt und ein Helm. Für den ersten Steig leihst du alles aus, in Tschechien kostet ein Set je nach Ort etwa 8 bis 15 Euro am Tag. Kaufen lohnt sich erst, wenn du weißt, dass du dabeibleibst.

Was ist der häufigste Fehler am Klettersteig?Sich mit den Armen hochzuziehen, statt mit den Beinen zu steigen. Die Arme sind nach zehn Metern leer, und mitten in der senkrechten Wand ist das ein ernstes Problem. Die Beine sind um ein Vielfaches stärker und halten den ganzen Tag durch.

Kann man einen Klettersteig ohne Klettersteigset gehen?Nein. Ohne Set mit Falldämpfer bist du gegen einen Sturz nicht gesichert, und Eigenbauten aus Seil und Schlingen sind lebensgefährlich, weil sie die Sturzenergie nicht aufnehmen. Auch alte Sets, die die überarbeitete Norm EN 958 von 2017 nicht erfüllen, solltest du nicht mehr verwenden.

Wie viele Personen dürfen zwischen zwei Verankerungen sein?Nur eine. Hängen mehrere Personen im selben Abschnitt und die obere stürzt, reißt sie alle darunter mit, und der Schlag auf die Verankerung ist enorm. Diese Regel entscheidet über Leben und Tod und gilt auch dann, wenn du dafür warten musst.

Welcher Klettersteig eignet sich für den allerersten Versuch?Aus Sachsen und Berlin liegt die Pastýřská stěna in Děčín am nächsten, dort kannst du die Schwierigkeit direkt vor Ort steigern oder zurücknehmen. Weitere gute Einstiege sind Tábor, die B-Teile in Hluboká, Velká Dohoda im Mährischen Karst und in der Slowakei die Jelšová am Zobor bei Nitra. Wer in die Alpen will, beginnt am besten mit dem Katrin-Klettersteig bei Bad Ischl, zu dem eine Seilbahn hinaufführt.

Brauche ich für einen Klettersteig einen Kurs?Für einen einzelnen kurzen Steig im Grad A nicht, es reicht, die Regeln zu kennen und mit jemandem Erfahrenem zu gehen. Wenn du regelmäßig oder in den Alpen unterwegs sein willst, lohnt sich ein Tageskurs, weil du Rückmeldung zu Fehlern bekommst, die du selbst nicht bemerkst.

Zahlt die Versicherung einen Rettungseinsatz am Klettersteig?Oft nicht, weil viele Policen Klettersteige als Risikosport ausschließen. In der Slowakei trägt man die Rettungskosten seit 2006 selbst, und auch in Österreich zahlt bei Freizeitunfällen der Gerettete. DAV-Mitglieder sind über den Alpinen Sicherheitsservice bis 50.000 Euro abgesichert, sonst prüf deine Bedingungen oder schließ eine Zusatzversicherung ab.

Wohin als Nächstes

  • Klettersteige in Tschechien: Routen nach Regionen und Schwierigkeit
  • Klettersteige in der Slowakei: Routen und was du über die Bergwacht wissen musst
  • Klettersteige in Österreich: Routen und was sie von tschechischen unterscheidet

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