Reisen · 3.7.2026

Portugal Sehenswürdigkeiten: 28 Orte abseits der Massen

28 neokoukaných míst, co vidět v Portugalsku

Aktualizováno 17.9.2026

Drei Stunden Flug – und du stehst am äußersten Westzipfel Europas, wo das Festland aufhört und nur noch Atlantik kommt. Portugal ist so ein Land, über das man vorher erstaunlich wenig weiß und in das man nach zwei Tagen verliebt ist: endlose Strände, ein Ozean, der dich umhaut, Städtchen aus Azulejos und Kopfsteinpflaster – und vor allem eine Ruhe, die man in Südeuropa sonst lange suchen muss. Du kannst hier surfen lernen, Yoga machen, wochenlang wandern oder einfach gar nichts tun. Wir haben alle Portugal Sehenswürdigkeiten zusammengetragen, die sich wirklich lohnen, von den großen Ikonen bis zu den Ecken, in die kein Reisebus fährt.

Portugal Sehenswürdigkeiten in Kürze

  • Die großen Vier: Lissabon, Sintra, Porto und die Algarve, das Gerüst jeder ersten Reise.
  • Anreise: nonstop ab Frankfurt, München, Düsseldorf oder Berlin nach Lissabon, Porto oder Faro, rund drei Stunden.
  • Beste Reisezeit: Mai, Juni und September (warm, weniger Andrang, günstiger). Der Hochsommer ist heiß und voll.
  • Wie lange: fürs Festland am besten 10 bis 14 Tage; Madeira oder die Azoren brauchen eine eigene Woche.
  • Unterwegs: zwischen den Städten Zug und Fernbus, an der Algarve und im Douro-Tal besser Mietwagen.
  • Budget: als Backpacker ab etwa 50 € pro Tag, bequem 80 bis 100 € pro Tag.
  • Unbedingt probieren: Pastéis de nata, Bacalhau und ein Glas Portwein in Vila Nova de Gaia.

Beste Reisezeit und wie du Portugal bereist (Anreise und Transport)

Von Deutschland aus ist Portugal ein Kurzstreckenziel: nach Lissabon fliegst du ab Frankfurt in gut drei Stunden nonstop, nach Porto ab Düsseldorf oder Frankfurt in rund zweieinhalb bis drei Stunden, und wer nur an die Algarve will, landet gleich in Faro. Neben TAP fliegen Lufthansa, Eurowings, Condor, TUI fly, Ryanair und easyJet, im Sommer deutlich öfter als im Winter – prüfe die Verbindungen für deinen Reisetermin. Und die Saison ist lang: Die Sonne scheint hier praktisch von April bis Oktober. Der beste Kompromiss sind Mai, Juni und September. Dann ist es warm genug zum Baden (an der Algarve über 25 °C), die Massen sind noch nicht oder nicht mehr da und die Unterkünfte kosten spürbar weniger als im Juli und August. Der Hochsommer ist heiß und vor allem im Süden rappelvoll; für Städte und Wanderungen sind Frühling und Herbst ohnehin angenehmer, denn bei 35 °C die Hügel von Lissabon hochzulaufen macht wenig Freude.

Zwischen den Städten: Zug und Fernbus

Das Rückgrat des Landes schaffst du problemlos ohne Auto. Die Züge der staatlichen CP verbinden Lissabon und Porto mit dem Schnellzug Alfa Pendular in etwa 2 Stunden 50 Minuten (ab rund 25 bis 30 €, bei früher Buchung günstiger) – mit dem Auto sind es für dieselbe Strecke 313 Kilometer und etwa dreieinhalb Stunden. Die Fernbusse von Rede Expressos und FlixBus sind billiger und bringen dich auch dorthin, wo kein Zug fährt. In Lissabon und Porto bewegst du dich mit Metro, Straßenbahn und Vorortzügen.

Algarve, Douro und Hinterland: Mietwagen

Sobald du die Strände der Algarve, die Weinberge über dem Douro oder die Bergdörfer willst, ist ein Mietwagen ein enormer Vorteil – an manche Buchten und Aussichtspunkte kommst du anders praktisch nicht. Außerhalb der Saison beginnen die Mietpreise bei etwa 20 bis 30 € pro Tag. Zwei Dinge, an denen deutsche Reisende regelmäßig hängen bleiben: Erstens die Maut. Ein Teil der Autobahnen hat klassische Mautstationen, ein anderer Teil rechnet rein elektronisch über Kameras ab – Mietwagen sind deshalb inzwischen mit einem Transponder ausgestattet, lass dir bei der Übernahme genau erklären, wie er abgerechnet wird. Mehrere ehemalige SCUT-Strecken, darunter die A22 quer durch die Algarve, sind seit 2025 mautfrei. Zweitens das Parken: In den historischen Kernen von Lissabon und Porto stellst du den Wagen besser auf einem Park-and-ride-Parkplatz ab.Weiter Strand an der portugiesischen Atlantikküste
💡 Tipp: Wenn du nach Lissabon fliegst und nur die großen Städte sehen willst, lass das Auto weg, das spart Parkgebühren und Nerven. Miete lieber gezielt für drei bis vier Tage an der Algarve oder für die Runde durchs Douro-Tal. Flüge und Verbindungen nach Lissabon →

28 Portugal Sehenswürdigkeiten, die sich wirklich lohnen

Wir haben sie grob nach Regionen sortiert, von Lissabon über die Mitte und den Norden bis zu den Inseln im Atlantik. Bau dir daraus ruhig deine eigene Route: Die ersten vier (Lissabon, Sintra, Porto, Algarve) sind das Gerüst, der Rest ist die Kür.

1. Lissabon: Alfama, Belém und die Tram 28

Die Hauptstadt liegt auf sieben Hügeln über dem Tejo und ist der ideale Start. Fang in Alfama an, dem ältesten und malerischsten Viertel: enge Gassen aus Kopfsteinpflaster, Wäsche vor den Fenstern, abends Fado aus den Kneipen. Von dort läufst du hoch zur Burg São Jorge und zum Aussichtspunkt Miradouro de Santa Luzia. Pflichtprogramm Nummer zwei ist Belém mit dem Hieronymuskloster und dem Torre de Belém (beides UNESCO) sowie dem Denkmal der Entdeckungen. Und dazwischen setzt du dich in die legendäre gelbe Tram 28, die sich durch die steilsten Gässchen der Stadt rumpelt.Der Eintritt ins Hieronymuskloster und in den Torre de Belém liegt jeweils bei etwa 8 bis 10 €, eine Fahrt in der Tram 28 kostet an Bord rund 3 € – mit der 24-Stunden-Karte fährst du deutlich günstiger. Für Lissabon allein solltest du zwei bis drei Tage einplanen.
💡 Tipp: Steig in die Tram 28 gleich früh morgens an der Endhaltestelle Martim Moniz ein, tagsüber kommst du sonst gar nicht mehr rein. Und pass auf deine Taschen auf, die Linie ist bei Taschendieben beliebt. Unterkünfte in Lissabon →

2. Sintra: Pena, Quinta da Regaleira und die Maurenburg

Eine halbe Stunde mit dem Zug von Lissabon entfernt liegt Sintra, bewaldete Hügel voller Märchenpaläste (mit dem Auto sind es nur 33 Kilometer). Der Star ist der Palácio da Pena, ein gelb-roter Romantikbau wie aus dem Bilderbuch, dazu die geheimnisvolle Quinta da Regaleira mit Gärten, Grotten und dem Initiationsbrunnen, über dessen Wendeltreppe du in den Untergrund absteigst. Nimm die Ruine der Maurenburg mit, von dort siehst du über die ganze Gegend. Sintra ist der meistbesuchte Tagesausflug ab Lissabon, und das zu Recht.Der Eintritt in den Pena-Palast kostet je nach Ticket etwa 14 bis 20 €, die Quinta da Regaleira rund 12 €. Kauf beides vorab online.
💡 Tipp: Nimm den allerersten Zug nach Sintra und fang mit der Pena an, bevor die Busse eintreffen. Zwischen den Sehenswürdigkeiten pendelt der Minibus 434 – zu Fuß bergauf ist es bei Hitze richtig zäh.

3. Cabo da Roca, der westlichste Punkt Europas

Nicht weit von Sintra schieben sich die Klippen dort in den Atlantik, wo „das Land endet und das Meer beginnt“, wie es der Dichter Camões formuliert hat. Cabo da Roca ist der westlichste Zipfel des europäischen Festlands: schroffer Fels, ein Leuchtturm und ein Wind, der dich fast umbläst. Der Zutritt ist frei, und bei klarem Wetter ist es ein grandioser Stopp auf dem Weg zwischen Sintra und der Küste.

4. Cascais, elegantes Städtchen am Meer

Früher ein Fischerdorf, heute das Lieblingsbad der wohlhabenden Lissabonner. Cascais hat eine angenehme Fußgängerzone, kleine Strände mitten im Ort und gleich dahinter das Naturschauspiel Boca do Inferno („Höllenschlund“), wo das Meer in einer Felsschlucht tost. Du kommst mit dem Vorortzug ab Lissabon direkt an der Küste entlang – eine der schönsten Bahnstrecken des Landes.

5. Porto: Ribeira, Douro und die Portweinkeller

Die zweitgrößte Stadt des Landes und unser persönlicher Favorit. Das historische Viertel Ribeira mit seinen bunten Häusern stürzt förmlich hinunter zum Douro, darüber spannt sich die zweistöckige Ponte Dom Luís I. Geh über den oberen Steg ans andere Ufer nach Vila Nova de Gaia, wo die berühmten Portweinkeller liegen: Sandeman, Graham’s, Taylor’s und viele mehr bieten Führungen mit Verkostung an. Lass auch die märchenhafte Buchhandlung Livraria Lello und den Azulejo-Bahnhof São Bento nicht aus.Eine Verkostung im Portweinkeller kostet je nach Anzahl der Proben etwa ab 15 bis 25 €. Für Porto solltest du zwei Tage einplanen.
💡 Tipp: Den schönsten Blick auf die Ribeira hast du bei Sonnenuntergang vom oberen Steg der Ponte Dom Luís I – und der ist gratis. Für die Livraria Lello kaufst du das Ticket (rund 8 €) besser vorab, sonst stehst du lange an. Führungen und Verkostungen über GetYourGuide →

6. Das Douro-Tal, Weinberge und Aussichtspunkte

Ab Porto windet sich der Douro ins Landesinnere, zwischen terrassierte Weinberge, in denen der Portwein wächst. Das Douro-Tal steht auf der UNESCO-Liste und gehört zu den schönsten Ecken des Landes. Du kannst es mit dem Auto über kurvige Straßen zu Aussichtspunkten wie dem Miradouro de Casal de Loivos erkunden, mit dem historischen Zug am Fluss entlangfahren oder eine Bootstour machen. Basis ist das Städtchen Pinhão (von Porto rund 125 Kilometer, gut anderthalb Stunden Fahrt) oder das Wallfahrtsstädtchen Lamego mit seiner monumentalen Treppe zur Basilika.
💡 Tipp: Die günstigste und faulste Art, das Tal zu erleben, ist der Regionalzug von Porto nach Pinhão. Das letzte Stück führt direkt über dem Fluss entlang und kostet ein paar Euro.

7. Guimarães, die Wiege Portugals

„Aqui nasceu Portugal“ – hier wurde Portugal geboren, verkündet die Inschrift an der Stadtmauer. Guimarães ist eine mittelalterliche Stadt im Norden mit wunderbar erhaltenem Zentrum (UNESCO), einer wuchtigen Burg und dem Palast der Herzöge von Bragança. Gepflasterte Plätze, Arkaden und Ruhe: der ideale Halbtagesausflug ab Porto.

8. Braga, Barockstadt und Bom Jesus do Monte

Das religiöse Herz des Landes mit unzähligen Kirchen. Der Hauptmagnet ist Bom Jesus do Monte oberhalb der Stadt, eine barocke Wallfahrtstreppe mit symmetrischen Brunnen, zu der dich auch die älteste wasserbetriebene Standseilbahn der Welt hinaufbringt. Von oben siehst du über ganz Braga. Lässt sich hervorragend mit Guimarães zu einem Tag im Norden verbinden.

9. Coimbra, Universitätsstadt über dem Mondego

Zwischen Lissabon und Porto liegt Coimbra mit einer der ältesten Universitäten Europas (UNESCO). Lass dir die barocke Bibliothek Biblioteca Joanina nicht entgehen, einen goldverzierten Saal, in dem eine Fledermauskolonie die Bücher vor Insekten schützt. Coimbra hat seine eigene, schwermütigere Fado-Variante, und die Gassen der Altstadt lohnen sich besonders am frühen Abend.

10. Aveiro und Costa Nova, das „portugiesische Venedig“

Durch Aveiro ziehen sich Kanäle, auf denen bunt bemalte Moliceiro-Boote fahren, und das Zentrum ist voller Jugendstilhäuser. Ein paar Kilometer weiter an der Küste steht Costa Nova, eine Reihe von Fischerhäuschen mit knallig gestreiften Fassaden – eine der fotogensten Ecken Portugals. Perfekter Zwischenstopp auf der Strecke Lissabon–Porto.

11. Nazaré, das Städtchen der Riesenwellen

Das Fischerstädtchen Nazaré ist durch die Monsterwellen berühmt geworden, die sich im Winter am Leuchtturm von Praia do Norte aufbauen – schuld ist ein unterseeischer Canyon direkt vor der Küste. Den Guinness-Weltrekord hält hier ein Deutscher: Sebastian Steudtner surfte im Oktober 2020 eine Welle von 26,21 Metern, offiziell anerkannt wurde sie 2022. Fahr mit der Standseilbahn hinauf in den Oberort Sítio zum Fort São Miguel Arcanjo, von dort schaut man den Wellen zu. Im Sommer liegt unten ein klassischer breiter Sandstrand, und es riecht nach getrocknetem Fisch.
💡 Tipp: Die Riesenwellen rollen vor allem von Oktober bis März. Wenn du sie sehen willst, verfolge die Vorhersage – am besten sind große Atlantikstürme. Viele kommen aber auch einfach nur wegen der Stimmung.

12. Óbidos, Märchenstädtchen hinter Mauern

Eines der hübschesten Städtchen des Landes. Óbidos steckt komplett hinter einer vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer, die du einmal ringsum ablaufen kannst. Drinnen weiße Häuschen mit blauen und gelben Rändern, Blumen in den Fenstern und Gassen voller Cafés. Probier die lokale Spezialität Ginjinha, einen Sauerkirschlikör, den man dir im essbaren Schokoladenbecher serviert.

13. Évora, Knochenkapelle und Römertempel im Alentejo

Die Hauptstadt der ländlichen Region Alentejo, deren historisches Zentrum komplett zum UNESCO-Welterbe gehört (von Lissabon rund 134 Kilometer, etwa anderthalb Stunden Fahrt). In Évora stehen ein erhaltener Römertempel, eine gotische Kathedrale und vor allem die reichlich makabre Capela dos Ossos, die Knochenkapelle, deren Wände mit den Schädeln und Knochen Tausender Menschen ausgekleidet sind – über dem Eingang steht: „Wir Gebeine, die hier liegen, warten auf die euren.“ Ein Stück außerhalb steht der prähistorische Steinkreis von Almendres, so etwas wie das portugiesische Stonehenge.

14. Monsaraz, Festungsstädtchen über dem Alentejo

Mitten im Alentejo, hoch über dem weiten Alqueva-Stausee, liegt Monsaraz, ein weißes Festungsstädtchen mit gepflasterten Gassen und einer Burg, von der aus du weit ins Land schaust. Der Alqueva ist der größte Stausee Europas, und die ganze Gegend ist zertifiziertes Sternenlichtreservat – nach Einbruch der Dunkelheit ist das einer der besten Orte Portugals zum Sternegucken. Tagsüber Stille, Wein und glühende Ebenen, abends ein Himmel voller Sterne.

15. Tomar, das Kloster der Templer

In Tomar steht das Convento de Cristo (UNESCO), der frühere Sitz des Templerordens. Seine runde Charola und das berühmte Fenster im manuelinischen Stil gehören zum Besten, was die portugiesische Architektur zu bieten hat. Für alle, die Geschichte und Templerrätsel mögen, ein Pflichtstopp zwischen Lissabon und der Landesmitte.

16. Die Klöster Batalha und Alcobaça, gotische Meisterwerke

Zwei monumentale Klöster auf der UNESCO-Liste, beide nur einen Katzensprung voneinander entfernt in der Mitte des Landes. Das Kloster Batalha ist die Spitze der portugiesischen Gotik, samt der nie vollendeten Kapellen unter freiem Himmel. Das Kloster Alcobaça ist die größte Kirche des Landes und birgt auf zwei verzierten Sarkophagen die tragische Liebesgeschichte von Pedro und Inês. Mit dem Auto lassen sich beide zusammen mit Tomar und dem Wallfahrtsort Fátima an einem Tag verbinden.

17. Fátima, der berühmte Wallfahrtsort

Fátima ist einer der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte der Welt – hier soll 1917 die Jungfrau Maria erschienen sein. Heute strömen Millionen Pilger zur riesigen Basilika und auf den weiten Vorplatz. Auch wenn du nicht gläubig bist: Die schiere Dimension des Ortes ist einen Halt auf der Route durch Zentralportugal wert.

18. Lagos, das Tor zur Algarve

Im Süden fangen wir in Lagos an, einem lebendigen Städtchen mit Stadtmauer und der besten Basis für die schönsten Strände der Algarve. Vom Flughafen Faro sind es 86 Kilometer, gut eine Stunde Fahrt. Direkt hinter der Stadt liegen die Felsformationen von Ponta da Piedade mit goldenen Klippen, Grotten und türkisem Wasser – dorthin lohnt sich eine Bootstour oder eine Kajaktour. Die Strände Praia Dona Ana und Praia do Camilo gehören zu den fotogensten des Landes.Sandstrand unter Klippen an der Algarve in Portugal
💡 Tipp: Die Boote zur Benagil-Höhle und zur Ponta da Piedade legen im Hafen von Lagos ab. Nimm die Morgenfahrt, nachmittags ist das Meer oft unruhiger und die Einfahrt in die Grotten wird abgesagt. Unterkünfte in Lagos →

19. Die Benagil-Höhle, Ikone der Algarve

Wahrscheinlich der meistfotografierte Ort des ganzen Südens. Die Benagil-Höhle ist eine riesige Meeresgrotte mit goldener Kuppel und einem Loch in der Decke, durch das die Sonne auf den kleinen Strand im Inneren fällt. Du kommst mit dem Boot, dem Kajak oder dem SUP von der Praia de Benagil hin. Aussteigen und drinnen herumlaufen ist inzwischen verboten, aber allein die Durchfahrt auf dem Wasser ist ein Erlebnis.
Benagil-Höhle an der Algarve mit goldener Kuppel und Loch in der Decke
Foto: Mo Eid / Pexels

20. Carvoeiro und der Küstenweg Sete Vales Suspensos

Nicht weit von Benagil liegt Carvoeiro, ein gemütlicher Küstenort mit einem kleinen, zwischen Klippen eingeklemmten Strand und Holzstegen über der Felsformation Algar Seco. Von hier startet eine der schönsten Küstenwanderungen des Landes, der Percurso dos Sete Vales Suspensos (Weg der sieben hängenden Täler), etwa 5,7 Kilometer an den Klippen entlang bis zur Praia da Marinha. Unterwegs kommst du an versteckten Buchten, Dolinen und Aussichtspunkten vorbei, die du vom Boot aus nie zu sehen bekommst.
💡 Tipp: Lauf die Tour früh am Morgen oder gegen Abend: Auf den Klippen gibt es tagsüber keinen Schatten und im Sommer ist es glühend heiß. Stell das Auto in Carvoeiro ab und geh zu Fuß bis zur Marinha, der Parkplatz am Strand ist tagsüber voll.

21. Silves, die maurische Hauptstadt der Algarve

Im Hinterland der Algarve, nur ein Stück von den Stränden entfernt, versteckt sich Silves, einst die Hauptstadt des maurischen Südens. Über dem Ort thront eine Burg aus rotem Sandstein, die besterhaltene maurische Festung der Region, von der du über die umliegenden Orangenhaine blickst. Unterhalb der Burg stehen eine gotische Kathedrale und die verwinkelten Gassen der Altstadt. Ein ruhiges Gegengewicht zur überfüllten Küste und ein angenehmer Halbtagesausflug vom Meer weg.

22. Sagres und Cabo de São Vicente, das Ende der Welt im Süden

Der südwestlichste Zipfel Europas, den die Portugiesen früher für das Ende der Welt hielten. In Sagres steht eine mächtige Festung auf den Klippen, und ein Stück weiter liegt das Cabo de São Vicente mit seinem Leuchtturm, wo sich in der Dämmerung alle versammeln und in den endlosen Ozean schauen (von Lagos sind es rund 33 Kilometer). Raue, windige, ungeschminkte Schönheit – das Gegenteil der gebügelten Strände der Ostalgarve.

23. Faro und die Ria Formosa, Lagunen und Inseln

Die Hauptstadt der Algarve, wo die meisten Urlauber landen und die die meisten sofort wieder links liegen lassen. Faro hat eine hübsche Altstadt hinter Mauern und liegt vor allem am Naturpark Ria Formosa, einer Lagune mit den Inseln Ilha Deserta, Ilha da Culatra und Ilha do Farol. Dorthin kommst du mit dem Boot, und du findest ruhigere, wildere Strände als in den Touristenzentren.

24. Tavira, das schönste Städtchen der Ostalgarve

Im ruhigeren Osten der Algarve liegt Tavira, ein Städtchen zu beiden Seiten des Flusses Gilão, über den eine alte Steinbrücke führt (von Faro rund 37 Kilometer). Du findest hier Dutzende Kirchen, Reste einer Burg mit Garten und vor allem das Tor zur Ilha de Tavira, einer langen Sandinsel mit einem der wärmsten und ruhigsten Strände des Landes, erreichbar per Boot oder Steg. Ideal, wenn du die Algarve ohne Betonresorts willst.
💡 Tipp: Die Boote zur Ilha de Tavira legen im Zentrum und im nahen Quatro Águas ab. Im Sommer fahren sie häufig, außerhalb der Saison prüfst du die Abfahrten besser vorher.

25. Costa Vicentina, wilde Strände für Surfer

Die Westküste der Algarve und des Alentejo ist die geschützte Costa Vicentina: Kilometer um Kilometer wilde, von Klippen gesäumte Strände ohne große Resorts. Praia do Amado, Praia da Bordeira bei Carrapateira oder Praia de Odeceixe ziehen Surfer und Naturliebhaber an. Das Wasser ist kühler und die Wellen sind größer als an der Südküste, dafür hast du den Strand fast für dich allein.Holzsteg über eine Düne zum Strand in Portugal

26. Nationalpark Peneda-Gerês, Wildnis im Norden

Der einzige Nationalpark des Landes liegt ganz im Norden an der spanischen Grenze (von Porto rund 120 Kilometer). Peneda-Gerês ist ein Land aus Granitgipfeln, Wasserfällen, Bergdörfern und Wildpferden. Du findest Wanderungen in allen Längen, Steindörfer, in denen die Zeit stehen geblieben ist, und kristallklare Naturbecken zum Baden. Für alle, die Natur und Ruhe suchen, das genaue Gegenteil der überfüllten Algarve.

27. Madeira, die Insel des ewigen Frühlings

Die Vulkaninsel im Atlantik verdient eine eigene Woche – und für viele Deutsche ist sie längst ein Klassiker, Deutschland ist nach Portugal selbst der zweitgrößte Quellmarkt der Insel, und Condor, Discover und TUI fly fliegen das ganze Jahr nonstop nach Funchal (ab Frankfurt oder München rund vier bis viereinhalb Stunden). Madeira ist ein Paradies für Wanderer: berühmt sind die Touren entlang der Levadas (alter Bewässerungskanäle), der Aufstieg auf die höchsten Gipfel Pico Ruivo und Pico do Arieiro über den Wolken, der Aussichtspunkt Cabo Girão mit Glasplattform über dem Meer und der bunte Markt in der Hauptstadt Funchal. Das Klima ist ganzjährig mild, daher der Beiname „Insel des ewigen Frühlings“.Stufen auf einem Felsenpfad auf Madeira über den Wolken
💡 Tipp: Starte die Tour vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo im Dunkeln und steh zum Sonnenaufgang über dem Wolkenmeer auf dem Gipfel. Das gehört zum Stärksten, was Portugal zu bieten hat.

28. Die Azoren, grünes Archipel mitten im Atlantik

Neun Vulkaninseln mitten im Ozean, bis heute vergleichsweise unentdeckt. Der Star der Azoren ist die Insel São Miguel mit den Kraterseen Sete Cidades (einer blau, einer grün), den Thermalquellen von Furnas und dem warmen Flüsschen Caldeira Velha, in dem du mitten im Wald badest. Von den Inseln aus fährst du zum Wal- und Delfinbeobachten hinaus. Grüne, nebelverhangene, ungezähmte Natur wie aus einer anderen Welt – im Sommer geht es sogar nonstop ab Frankfurt nach Ponta Delgada.

Strände und Algarve: Portugal Sehenswürdigkeiten am Meer

Wenn von portugiesischen Stränden die Rede ist, denken die meisten an die Algarve, die Südküste mit goldenen Klippen, versteckten Buchten und türkisem Wasser. Zu Recht, sie gehört zu den schönsten Küsten Europas. Aber Strände hast du entlang der ganzen Küste.
  • Praia da Marinha, regelmäßig unter den schönsten Stränden der Welt: goldener Fels, kristallklares Wasser.
  • Praia Dona Ana und Praia do Camilo (Lagos), Postkartenbuchten zwischen Klippen, zur Camilo führen 200 Stufen hinunter.
  • Praia da Rocha (Portimão), langer, lebhafter Strand mit Promenade, ideal für Familien.
  • Costa Vicentina (Amado, Bordeira, Odeceixe), wilde Surferstrände im Westen.
  • Comporta, endlose, menschenleere Strände südlich von Lissabon, die beliebte Alternative zur Algarve.
Aber Achtung: Der Atlantik ist kalt, auch im Sommer (etwa 18 bis 22 °C), und an der Westküste gibt es kräftige Wellen und Strömungen – bade an bewachten Abschnitten. Am wärmsten ist das Wasser an der Ostalgarve bei Tavira und Faro.Felsklippen und Strand an der Algarve
💡 Tipp: An die schönsten Strände der Algarve (Marinha, Benagil) kommst du am besten vor zehn oder nach sechzehn Uhr. Über Mittag füllen sich die Parkplätze und ein Foto ohne Menschenmenge ist unmöglich.

Essen: Pastéis de nata, Bacalhau und Portwein

Die portugiesische Küche ist ehrlich, günstig und dreht sich um Fisch und Meer. Ein paar Dinge musst du einfach probieren:
  • Pastéis de nata, die berühmten Puddingtörtchen aus Blätterteig, am besten lauwarm mit Zimt. Das Original bekommst du bei Pastéis de Belém in Lissabon (Stück etwa 1,30 €).
  • Bacalhau, getrockneter und gesalzener Kabeljau, angeblich auf 365 Arten zubereitet. Klassiker sind Bacalhau à Brás (mit Ei und Kartoffeln) oder überbacken.
  • Gegrillte Sardinen, das Symbol des Sommers, vor allem während der Johannisfeste im Juni.
  • Francesinha, die Kalorienbombe aus Porto: ein Sandwich mit Fleisch, überbacken mit Käse und scharfer Soße, oft mit Ei und Pommes.
  • Caldo verde, grüne Suppe aus Grünkohl und Kartoffeln mit Chouriço-Wurst.
  • Wein, Portwein aus Vila Nova de Gaia, der leichte, spritzige Vinho Verde aus dem Norden und kräftige Rote aus dem Alentejo und dem Douro.
💡 Tipp: Bestell dir zwischen zwölf und zwei Uhr das Prato do dia (Tagesmenü) in einer einfachen Tasca, meist Suppe, Hauptgericht und Getränk für 8 bis 12 €. Und Vorsicht beim „Couvert“ (Brot, Oliven, Pasteten, die ungefragt auf den Tisch kommen): Das ist nicht gratis, du darfst es ruhig zurückgehen lassen.

Was kostet Portugal? (Budget)

Portugal gehört zu den günstigsten Ländern Westeuropas. Ein Richtwert für das Tagesbudget pro Person (außerhalb der Sommerspitze):
PostenBackpacker / TagBequem / Tag
Unterkunft (Hostelbett vs. Pension/Doppelzimmer)15–25 €40–60 €
Essen (Tagesmenü, Café, Frühstück selbst gemacht)15–20 €30–45 €
Transport (Zug/Bus, Nahverkehr)5–12 €15–30 € (Mietwagen + Sprit)
Eintritte und Aktivitäten5–15 €15–30 €
Gesamtetwa 40–70 €etwa 100–165 €
Am meisten sparst du außerhalb von Juli und August, in Hostels und Apartments mit Küche und indem du mit dem Fernbus fährst. Die großen Städte (Lissabon, Porto) sind bei den Unterkünften teurer als das Land, und die Algarve wird außerhalb der Saison fast um die Hälfte günstiger. Der Flug ist dabei nicht eingerechnet – zwischen einem Ryanair-Ticket im Februar und einem Direktflug im August liegen Welten.
💡 Tipp: Unterkünfte in Lissabon und Porto buchst du für den Sommer ruhig zwei bis drei Monate im Voraus, die guten Hostels und Apartments im Zentrum sind als Erstes weg. Unterkünfte in Porto →

Wo du in Portugal am besten wohnst

Portugal ist lang gezogen, eine einzige Basis reicht deshalb nicht. Drei Knotenpunkte decken den größten Teil des Landes ab: Lissabon für die Mitte und Sintra, Porto für den Norden und das Douro-Tal und Lagos oder Faro für die Algarve.

  • Am günstigsten: ein Bett im Hostel in Lissabon oder Porto für etwa 25 bis 45 € pro Person und Nacht.
  • Mittelklasse: ein Doppelzimmer in einer Pension oder ein Apartment ab 80 bis 130 €.
  • An der Algarve: Im Sommer verdoppeln sich die Preise, im Juni und September ist es deutlich billiger.
  • Mit Auto: In den historischen Kernen von Lissabon und Porto parkst du teuer und schlecht, such dir eine Unterkunft mit eigenem Stellplatz.

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Häufige Fragen zu Portugal Sehenswürdigkeiten

Erlebnisse und Tickets in Portugal

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Was muss man in Portugal unbedingt gesehen haben? Das klassische Gerüst einer ersten Reise sind Lissabon, ein Ausflug nach Sintra, Porto und ein paar Tage an den Stränden der Algarve. Wenn du 10 bis 14 Tage hast, nimm Aveiro, Coimbra, Nazaré und das Douro-Tal dazu. Madeira und die Azoren sind eigenständige Ziele für eine eigene Woche.Wann ist die beste Reisezeit für Portugal? Am besten sind Mai, Juni und September: warm genug zum Baden, aber ohne die großen Massen und mit deutlich niedrigeren Preisen als im Hochsommer. Juli und August sind am wärmsten, aber am teuersten und vollsten. Für Städte und Wanderungen eignen sich auch April und Oktober.Wie viele Tage braucht man für Portugal? Für die wichtigsten Orte auf dem Festland (Lissabon, Sintra, Porto, ein Stück Algarve) rechne mit mindestens 7 Tagen, ideal sind 10 bis 14. Willst du auch das Douro-Tal, den Norden oder mehr Strände, nimm dir ruhig zwei Wochen. Madeira oder die Azoren verlangen eine eigene Woche.Lohnt sich ein Mietwagen in Portugal und wie funktioniert die Maut? Zwischen den großen Städten nicht, Zug und Fernbus sind günstig und bequem. Der Mietwagen lohnt sich an der Algarve, im Douro-Tal und auf dem Land, wohin du sonst kaum kommst. Ein Teil der Autobahnen rechnet rein elektronisch über Kennzeichen ab, deshalb haben Mietwagen einen Transponder an der Scheibe – lass dir bei der Übernahme erklären, wie er abgerechnet wird, und frag nach der Tagesgebühr.Ist Portugal teuer? Es gehört zu den günstigsten Ländern Westeuropas. Als Backpacker kommst du mit etwa 40 bis 70 € pro Tag aus, bequem rechne mit 100 bis 165 €. Am meisten kosten die Unterkünfte in Lissabon und Porto sowie die Algarve im Sommer.Wie ist das Meer in Portugal, kann man darin baden? An der Küste liegt der Atlantik, das Wasser ist also auch im Sommer kühl (etwa 18 bis 22 °C), und im Westen gibt es kräftige Wellen und Strömungen. Am wärmsten und ruhigsten ist es an der Ostalgarve bei Tavira und Faro. Bade an bewachten Abschnitten.Was sollte man in Portugal unbedingt probieren? Pflicht sind Pastéis de nata (Puddingtörtchen), Bacalhau (getrockneter Kabeljau auf viele Arten), gegrillte Sardinen, Portwein aus Vila Nova de Gaia und in Porto die deftige Francesinha. Dazu der leichte Vinho Verde und das Tagesmenü in einer einfachen Tasca für ein paar Euro.Lohnt sich Sintra als Tagesausflug ab Lissabon? Auf jeden Fall, es ist der beliebteste Tagesausflug ab Lissabon. Mit dem Zug bist du in einer halben Stunde dort und siehst den Pena-Palast, die Quinta da Regaleira und die Maurenburg. Nimm den Morgenzug, nachmittags ist es dort rappelvoll.Lissabon oder Porto, was ist besser? Beides lohnt sich. Lissabon ist größer, sonniger und hat mehr Sehenswürdigkeiten und Ausflüge in der Umgebung (Sintra, Strände). Porto ist kleiner, gemütlicher, günstiger und bietet die Portweinkeller und das Douro-Tal. Wenn du Zeit hast, verbindest du beide mit dem Zug in knapp drei Stunden.Lohnen sich Madeira und die Azoren? Ja, wenn du Natur und Wandern liebst – aber plane sie als eigene Reise ein, nicht als Ausflug vom Festland. Madeira lockt mit Levadas und Bergen, die Azoren mit Kraterseen, Thermalquellen und Walbeobachtung. Rechne pro Insel mit mindestens einer Woche und einem Flug.Wie kommt man von Deutschland nach Portugal? Nonstop: nach Lissabon ab Frankfurt in gut drei Stunden, nach Porto ab Düsseldorf oder Frankfurt in rund zweieinhalb bis drei Stunden, an die Algarve direkt nach Faro. Es fliegen unter anderem TAP, Lufthansa, Eurowings, Condor, TUI fly, Ryanair und easyJet, im Sommer deutlich häufiger als im Winter. Innerhalb des Landes verbindet der Schnellzug Alfa Pendular Lissabon und Porto in etwa 2 Stunden 50 Minuten.Ist Portugal sicher? Es gehört zu den sichersten Ländern Europas. Das Hauptrisiko sind Taschendiebe in den touristischen Zentren von Lissabon (besonders in der Tram 28) und Porto sowie Einbrüche in geparkte Autos an abgelegenen Strandparkplätzen – lass nie Wertsachen sichtbar liegen.

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