Reisen · 3.7.2026

Die 20 schönsten Orte in Polen: von der Tatra bis zu den Wanderdünen an der Ostsee

Co vidět v Polsku - Moszna

Aktualizováno 23.9.2026

Wer von Dresden oder Berlin aus nach Osten fährt, landet schneller in Polen als an der Nordsee, und trotzdem kennen viele von uns das Nachbarland nur vom Tanken, vom Einkaufen hinter der Grenze oder von der Durchreise. Dabei gehören die schönsten Orte in Polen zu dem Besten, was Mitteleuropa zu bieten hat: türkisfarbene Bergseen unter den Gipfeln der Hohen Tatra, baumlose Grashänge in den Bieszczady, auf denen dir den ganzen Tag niemand begegnet, Altstädte wie Krakau und Danzig, eine unterirdische Kathedrale aus reinem Salz und an der Ostsee sogar ein Stück echte Wüste mit wandernden Dünen. Wir haben 20 Orte zusammengestellt, für die sich die Reise über die Oder und Neiße wirklich lohnt.

Die schönsten Orte in Polen auf einen Blick

  • Am schnellsten aus Deutschland: Riesengebirge, Tafelgebirge und Breslau von Sachsen aus (Dresden–Breslau rund 3 Stunden), die Ostsee um Łeba und Danzig von Berlin aus.
  • Für Natur: Morskie Oko und die Tatra, die Schneekoppe, das Tafelgebirge, die Bieszczady, die Floßfahrt auf dem Dunajec, die Bunten Seen im Landeshuter Kamm, die Wanderdünen bei Łeba, die Masurischen Seen.
  • Für Städte und Baudenkmäler: Krakau, Breslau, Danzig, Warschau, Toruń, Kazimierz Dolny, die Marienburg, das Salzbergwerk Wieliczka und das bemalte Dorf Zalipie.
  • Für Tiere: der Urwald von Białowieża (Wisente) und die Bieszczady (Bären und Wölfe in freier Wildbahn).
  • Beste Reisezeit: Mai bis September; die Berge am schönsten im September, Städte und Salzbergwerk das ganze Jahr.
  • Eintritt in die Nationalparks: meist 11–16 PLN (etwa 2,50–3,70 €), in den Pieninen sind die Wanderwege frei; Marienburg 80 PLN, Wieliczka ab 93 PLN.
  • Zum Umrechnen: 1 € ≈ 4,35 PLN (Kurs der polnischen Nationalbank, September 2026).

Wann die schönsten Orte in Polen am besten sind

Bei der Natur gilt eine einfache Faustregel: Je höher es in die Berge geht, desto eher wartest du auf den Sommer und den frühen Herbst. Tatra, Bieszczady und Riesengebirge zeigen sich von Juni bis Oktober am schönsten, und unser Geheimtipp ist ganz klar der September: klare Fernsicht, angenehme Temperaturen und spürbar weniger Menschen als im August. Die Saisonangebote, also etwa die Flöße auf dem Dunajec oder die Elektrowägelchen zu den Dünen, laufen ungefähr von April oder Mai bis Oktober.Krakau, Breslau, Danzig und das Salzbergwerk Wieliczka funktionieren dagegen das ganze Jahr. Im Sommer sind die Altstädte lebendig und warm, aber auch die Weihnachtsmärkte und verschneite Marktplätze haben ihren Reiz. Wer Gedränge hasst, meidet in den großen Städten die polnischen Brückentage und die Hochsaison im Juli und August.Die Anreise aus Deutschland ist kürzer, als viele denken. Von Dresden bist du in gut drei Stunden in Breslau und in knapp drei Stunden in Karpacz am Fuß der Schneekoppe, von Görlitz aus sind es bis dorthin nur rund 85 Kilometer. Von Berlin fährst du etwa vier Stunden nach Breslau und gut fünfeinhalb nach Danzig. Krakau liegt von Berlin rund 610 Kilometer entfernt, aus München sind es schon gut 850, da lohnen sich eher der Zug oder ein Flug. Eine Vignette gibt es in Polen nicht: Für Pkw sind nur drei privat betriebene Autobahnabschnitte mautpflichtig, darunter die A2 von der Grenze bei Frankfurt (Oder) bis Konin. Ohne Auto nimmst du den Zug: Von Berlin fahren täglich direkte EuroCity-Züge über Breslau und Kattowitz nach Krakau und ein direkter EC über Posen nach Danzig und Gdynia.
Felsgipfel der polnischen Tatra unter blauem Himmel

Die 20 schönsten Orte in Polen

Wir fangen mit den Landschaften an und hören mit den Städten und Baudenkmälern auf. Zu jedem Ort erfährst du, wo er liegt, was ihn besonders macht, was der Eintritt kostet oder wie du hinkommst, dazu jeweils ein Tipp aus unserer eigenen Erfahrung.

1. Morskie Oko und die polnische Tatra

Wenn du nur ein Naturfoto aus Polen mitnehmen willst, dann von hier. Das Morskie Oko, zu Deutsch „Meerauge“, ist ein Bergsee mit türkisem Wasser, eingerahmt von einer Wand aus Gipfeln: den Mięguszowieckie-Spitzen und dem Rysy (2.499 m), dem höchsten Punkt Polens. Bei ruhigem Wetter spiegeln sich die Berge so sauber in der Oberfläche, dass das Bild fast unecht wirkt. Wo: im Süden Polens, im Tatra-Nationalpark oberhalb von Zakopane. Vom Parkplatz Palenica Białczańska führt eine bequeme asphaltierte Straße von rund 8 Kilometern hinauf zum See, zu Fuß brauchst du etwa zwei Stunden. Der Eintritt in den Park kostet 11 PLN (etwa 2,50 €), den Parkplatz reservierst du in der Saison am besten vorher online.
💡 Tipp: Lauf gleich nach sieben Uhr morgens los. Der Parkplatz füllt sich in der Saison früh, und nach zehn Uhr gehst du in einer ununterbrochenen Menschenschlange. Übernachten kannst du direkt in Zakopane →, von dort sind es mit dem Auto nur ein paar Minuten zum Parkplatz.

2. Die Schneekoppe und das polnische Riesengebirge

Das Riesengebirge ist für viele Sachsen das nächste Gebirge mit echtem Hochgebirgsgefühl, und die polnische Seite ist die bequemere. Auf die Schneekoppe (Śnieżka, 1.603 m) steigst du vom Kurort Karpacz (Krummhübel) aus, und wenn du den Weg über die Samotnia-Baude wählst, kommst du am eiszeitlichen Kar mit dem Kleinen Teich (Mały Staw) vorbei, einem Bergsee direkt unter der Felswand. Wo: im Südwesten Polens, im Nationalpark Riesengebirge (Karkonoski Park Narodowy), von Dresden knapp drei Autostunden. Der Eintritt in den Park kostet 11 PLN. Wer es eilig hat, fährt mit dem Sessellift auf die Kopa und läuft von dort in etwa einer Stunde zum Gipfel. Der höchste Wasserfall im polnischen Riesengebirge, der Kamieńczyk (rund 27 m) in seiner engen Schlucht, liegt übrigens nicht an diesem Weg, sondern gut 20 Kilometer weiter westlich bei Szklarska Poręba (Schreiberhau); der Zugang kostet dort extra 16 PLN.

3. Das Tafelgebirge: Heuscheuer und Wilde Löcher

Direkt hinter der tschechischen Grenze beim Kurort Kudowa-Zdrój (Bad Kudowa) liegen die Góry Stołowe, das Tafelgebirge oder Heuscheuergebirge: flache Sandsteinberge, oben wie abgeschnitten und voller Felslabyrinthe. Die Große Heuscheuer (Szczeliniec Wielki, 919 m) ist ein Gewirr aus Türmen, Spalten und Steintreppen; in den Wilden Löchern (Błędne Skały) zwängst du dich durch schmale Klüfte zwischen riesigen Blöcken wie durch Gassen. Wo: im Südwesten Polens, im Nationalpark Tafelgebirge, von Dresden über Tschechien gut drei Autostunden. Der Eintritt kostet für jede der beiden Attraktionen 16 PLN (etwa 3,70 €), ermäßigt die Hälfte.
💡 Tipp: Für die Heuscheuer und die Wilden Löcher gibt es stündliche Besucherlimits, die Tickets kaufst du online beim Nationalpark. Am Wochenende also rechtzeitig buchen, und zu den Wilden Löchern früh am Morgen fahren: Die schmale Zufahrtsstraße ist mittags verstopft und wird zeitweise nur in eine Richtung freigegeben.

4. Die Bieszczady und ihre wilden Grashänge

Ganz im Südosten Polens liegt eine der wildesten Ecken Mitteleuropas. Die Połoniny, baumlose Grasrücken der Bieszczady, bieten Rundumsicht und das Gefühl, allein auf der Welt zu sein. Der höchste Gipfel, die Tarnica (1.346 m), und die benachbarte Połonina Caryńska gehören zu den schönsten Wanderungen des Landes. Wo: im äußersten Südosten, an der Grenze zur Slowakei und zur Ukraine, im Bieszczady-Nationalpark. Der Eintritt kostet in der Saison 11 PLN. Hier leben Bären, Wölfe und Luchse, und der Nachthimmel ist so dunkel, dass die Region zu einem grenzüberschreitenden Sternenpark gehört.Von Berlin sind es rund 950 Straßenkilometer, von Krakau immer noch etwa 350, also plane die Bieszczady als Ziel für einen längeren Aufenthalt ein. Dafür bekommst du Ruhe und Wildnis, wie du sie anderswo in Europa kaum noch findest.

5. Die Pieninen und die Floßfahrt auf dem Dunajec

Der Dunajec schneidet sich durch das Kalksteinmassiv der Pieninen und bildet dabei eine der malerischsten Schluchten Mitteleuropas. Du fährst auf traditionellen Holzflößen hindurch, die von den örtlichen Flößern (flisacy) in Tracht gesteuert werden, und über dem Wasser ragen die Drei Kronen (Trzy Korony) auf. Wo: im Süden Polens an der slowakischen Grenze, im Pieninen-Nationalpark; die Fahrt beginnt am Anleger Sromowce Wyżne-Kąty. Die klassische Strecke nach Szczawnica ist rund 18 Kilometer lang und dauert gut zwei Stunden. Preis: 2026 kostet die Fahrt 111 PLN in der Nebensaison und 117 PLN im Juli und August (etwa 26–27 €), Kinder unter zehn zahlen weniger. Die Saison läuft vom 1. April bis 31. Oktober. Die Wanderwege im Park selbst sind übrigens kostenlos. Das lässt sich gut mit einem Abstecher in die Tatra und zum Morskie Oko verbinden, Zakopane liegt nur eine gute Autostunde entfernt.
💡 Tipp: Den Rückweg kannst du dir leichter machen. Gegen Aufpreis gibt es Tickets mit Bustransfer zurück nach Sromowce, oder du fährst mit dem Rad auf dem Radweg, der durch die Schlucht am Fluss entlangführt und die Aussicht von der anderen Seite bietet.

6. Der Ojców-Nationalpark und Pieskowa Skała

Ein Stück nördlich von Krakau liegt der kleinste Nationalpark Polens, eingezwängt in das schmale Kalksteintal des Flüsschens Prądnik. Unterwegs kommst du an der Łokietek-Höhle vorbei, an bizarren Felstürmen und vor allem an der Herkuleskeule (Maczuga Herkulesa), einer freistehenden, gut 25 Meter hohen Felsnadel, die aussieht, als würde sie gleich umkippen. Darüber thront das märchenhafte Renaissanceschloss Pieskowa Skała. Wo: Kleinpolen, gut 20 Kilometer Luftlinie nördlich von Krakau. Die Wanderungen durch das Tal kosten nichts, für das Schlossmuseum zahlst du Eintritt, der Innenhof ist meist frei zugänglich.

7. Die Bunten Seen im Landeshuter Kamm

Kaum jemand erwartet in Niederschlesien Seen in Türkis, Kupfer und Ocker. Die Kolorowe Jeziorka beim Dorf Wieściszowice sind vier kleine Seen in gefluteten Pyritgruben: ein gelber, ein purpurner, ein blauer und ein grüner. Die Farben kommen von Eisen- und Kupferverbindungen im Gestein, und die Töne ändern sich mit dem Licht und der Jahreszeit. Wo: Niederschlesien, im Landeshuter Kamm (Rudawy Janowickie), zwischen Riesengebirge und Breslau, von Dresden rund drei Autostunden. Der Zugang ist frei, der Parkplatz kostet eine kleine Gebühr, und für die Runde um alle Seen brauchst du etwa anderthalb bis zwei Stunden. Lässt sich leicht mit dem Riesengebirge oder dem Tafelgebirge verbinden.

8. Die Wanderdünen bei Łeba (Słowiński-Nationalpark)

Ein Stück Wüste an der Ostsee? Im Słowiński-Nationalpark beim Städtchen Łeba findest du einige der größten Wanderdünen Europas. Der Wind schiebt sie jedes Jahr um mehrere Meter weiter, und vom Kamm der höchsten Düne, der Łącka (rund 42 m), hast du auf der einen Seite das Meer und auf der anderen den See Łebsko. Wo: an der Ostseeküste nördlich von Łeba, von Berlin rund 445 Kilometer. Der Eintritt in den Park kostet 10 PLN. Vom Parkplatz Rąbka sind es gut fünf Kilometer bis zur Düne, zu Fuß, mit dem Rad oder mit einem der Elektrowägelchen; die Bootsfahrt über den See war zuletzt ausgesetzt.Wanderdünen bei Łeba an der polnischen Ostsee
💡 Tipp: Geh erst am späten Nachmittag auf die Dünen: Das Licht ist weicher, die Hitze lässt nach und der Sand brennt nicht mehr unter den Füßen. Feste Schuhe brauchst du nicht, Sandalen reichen, aber Wasser solltest du unbedingt dabeihaben.

9. Die Masurischen Seen

Mehr als zwanzig Seen, verbunden zu einem über hundert Kilometer langen Wasserweg, Segelboote bis zum Horizont und Sonnenuntergänge ohne Ende: Das sind die Masuren. Der größte See, der Śniardwy (Spirdingsee, über 110 km²), ist so weit, dass man ihn das „Masurische Meer“ nennt. Wo: im Nordosten Polens, von Berlin gut 700 Kilometer. Im Mittelpunkt stehen die Orte Mikołajki (Nikolaiken) und Giżycko (Lötzen), wo du Segelboote und Hausboote mieten kannst. Ein Paradies für Wassersportler, aber auch ein ruhiges Ziel für Radtouren und Spaziergänge am Ufer. Wer nicht segeln kann, nimmt das Boot mit Skipper oder steigt einfach auf ein Ausflugsschiff. Zu Masuren gehören gegrillter Fisch am Hafen und eine Stille, die abends nur von den Wellen an den Bootsrümpfen unterbrochen wird.
💡 Tipp: Hausboote (pływające domki), die du ohne Bootsführerschein fahren darfst, sind die beste Art, Masuren von innen zu erleben: Du schläfst auf dem Wasser und trinkst morgens den ersten Kaffee mit Seeblick. Reserviere sie aber ruhig ein halbes Jahr im Voraus, im Sommer sind sie schnell weg.

10. Krakau, königliche Eleganz

Krakau ist für uns die schönste Stadt Polens. Die mittelalterliche Altstadt steht auf der UNESCO-Liste, der Rynek Główny gehört zu den größten Marktplätzen Europas, in der Mitte die Renaissance-Tuchhallen Sukiennice, daneben die Marienkirche, von deren Turm zu jeder vollen Stunde das Trompetensignal Hejnał erklingt, und über der Weichsel das Königsschloss Wawel. Dazu kommt das alte jüdische Viertel Kazimierz mit seinen Cafés und Bars. Wo: im Süden Polens, von Berlin gut sechs Autostunden oder sieben bis acht Stunden mit dem direkten EuroCity. Der Marktplatz und die Gassen kosten nichts, bezahlt werden nur einzelne Sehenswürdigkeiten und Türme.
💡 Tipp: Steig auf den Turm der Marienkirche, wegen des Blicks über den Marktplatz, und pass die volle Stunde ab, wenn der Trompeter den Hejnał spielt. Eine Unterkunft suchst du am besten direkt in der Krakauer Altstadt →, dann erreichst du alles zu Fuß.

11. Breslau, die Stadt auf den Inseln und ihre Zwerge

Breslau (Wrocław) liegt auf einem Dutzend Inseln, die mehr als hundert Brücken verbinden, und hat einen der größten Marktplätze Europas mit einem prachtvollen gotischen Rathaus. Der älteste Teil, die Dominsel Ostrów Tumski mit dem Dom und den alten Gaslaternen, ist in der Dämmerung am romantischsten, wenn ein Laternenanzünder die Lampen noch von Hand entzündet. Und dann die Zwerge: über tausend kleine Bronzefiguren, verteilt über die ganze Stadt, auf die vor allem Kinder regelrecht Jagd machen. Wo: im Südwesten Polens, von Dresden rund 270 Kilometer, von Berlin knapp 350. Spaziergang und Zwergensuche kosten nichts. Lass dir auch das Panorama von Racławice nicht entgehen, ein riesiges Rundgemälde einer Schlacht, und setz dich abends mit einem Bier auf den Marktplatz: Breslau ist eine Studentenstadt und lebt bis spät in die Nacht. Auf der Rückfahrt passen das Tafelgebirge oder das Riesengebirge gut ins selbe Wochenende.

12. Danzig und die Dreistadt

Bunte Bürgerhäuser am Langen Markt (Długi Targ), das gotische Hafentor Krantor (Żuraw) über der Mottlau und die stimmungsvolle Frauengasse (Mariacka) mit ihren Vorbauten und steinernen Wasserspeiern: Danzig ist die schönste Stadt Polens am Meer. Zusammen mit dem Seebad Sopot (mit der längsten Holzseebrücke Europas) und der Hafenstadt Gdynia bildet es die Dreistadt (Trójmiasto), die du bequem mit der S-Bahn SKM abfährst. Wo: an der Ostseeküste, von Berlin gut fünfeinhalb Stunden mit dem Auto oder mit dem direkten EuroCity. Morgens, bevor die Reisegruppen kommen, ist das Ufer der Mottlau eine einzige Postkarte.Bunte Bürgerhäuser an der Mottlau in Danzig

13. Warschau, die Hauptstadt aus der Asche

Nach dem Zweiten Weltkrieg lag Warschau zu großen Teilen in Trümmern, umso eindrucksvoller ist die heutige Altstadt (Starówka), bis ins letzte Detail wiederaufgebaut und gerade als außergewöhnliche Rekonstruktion in die UNESCO-Liste aufgenommen. Bunte Plätze, das Königsschloss und das Weichselufer stehen im Kontrast zu modernen Hochhäusern und dem sozialistischen Kulturpalast. Wo: in der Mitte Polens, von Berlin rund 570 Kilometer. Ruhe findest du im Park Łazienki mit Pfauen und einem Sommerpalast auf dem Wasser. Der Bummel durch die Altstadt ist gratis, zahlen musst du nur für einzelne Museen und Aussichtspunkte.

14. Toruń, die gotische Stadt des Kopernikus

Eine der wenigen polnischen Städte, die die Kriege fast unbeschadet überstanden haben, und deshalb ist ihre gotische Altstadt an der Weichsel echt und nicht rekonstruiert (UNESCO). Hier wurde der Astronom Nikolaus Kopernikus geboren, und bis heute backt man die berühmten Thorner Lebkuchen (pierniki), deren Tradition Jahrhunderte zurückreicht. Wo: im Norden Polens, ungefähr auf halber Strecke zwischen Warschau und Danzig, von Berlin rund 450 Kilometer. Backsteinkirchen, der schiefe Turm und das Weichselufer mit Blick auf die Stadtsilhouette gehören zu den schönsten Bildern des Landes. Der Rundgang durch die Altstadt kostet nichts.

15. Kazimierz Dolny, das Städtchen der Maler

Ein malerisches Renaissancestädtchen an der Weichsel, in das sich seit über hundert Jahren Maler, Fotografen und Ausflügler verlieben. Rund um den dreieckigen Marktplatz stehen verzierte Bürgerhäuser, über dem Ort ragen eine Burgruine und ein steiler Aussichtsturm auf. Wo: im Osten Polens, in der Woiwodschaft Lublin, gut zwei Autostunden von Warschau. Die Lösshohlwege der Umgebung (wąwozy) mit ihren Pfaden laden zu Spaziergängen ein, und in der Saison legen hier auch Ausflugsschiffe auf der Weichsel an. Der Ort selbst ist frei zugänglich, bezahlt werden nur die Ruine und manche Galerien.

16. Die Marienburg, die größte Backsteinburg der Welt

Die monumentale Marienburg (Malbork) an der Nogat ist die größte gotische Backsteinburg der Welt und war einst Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens (UNESCO). Für deutsche Besucher ist sie damit auch ein Stück eigene Geschichte. Wo: im Norden Polens, gut 60 Kilometer von Danzig, lässt sich also bestens als Tagesausflug verbinden.Der Eintritt für die historische Route kostet 80 PLN (etwa 18 €), ermäßigt 60 PLN, der Audioguide in zwölf Sprachen ist im Preis enthalten. Montags ist nur das Gelände zugänglich, dafür kostenlos, das Ticket holst du dir an der Kasse. Die Anlage ist so weitläufig, dass du leicht zwei bis drei Stunden brauchst, du gehst durch Remter, Kapitelsaal und Wehrgänge. Die abendliche Beleuchtung, die sich im Fluss spiegelt, gehört zu den schönsten Anblicken des ganzen Landes; den besten Blick hast du vom gegenüberliegenden Ufer der Nogat oder von der Brücke.Die Backsteinburg Marienburg am Wasser in Polen

17. Das Salzbergwerk Wieliczka, eine Kathedrale unter Tage

Kurz hinter Krakau steigst du in eines der ältesten Salzbergwerke der Welt hinab (UNESCO). Neun Sohlen mit Stollen, Salzseen, aus Steinsalz gehauene Skulpturen und die gewaltige Kapelle der heiligen Kinga, eine ganze unterirdische Kirche aus Salz, in der bis heute Messen gefeiert werden. Wo: in Wieliczka, rund 15 Kilometer von Krakau. Die Touristenroute kostet laut offizieller Seite ab 93 PLN (etwa 21 €), fremdsprachige Führungen sind teurer, und hinein geht es immer nur mit Führer. Die Route ist etwa 3,5 Kilometer lang, gleich zu Beginn steigst du Hunderte Stufen hinab. Es lohnt sich, nur solltest du wissen, dass es unten auch im Hochsommer nur 17 bis 18 Grad hat: Eine Jacke gehört in den Rucksack.
💡 Tipp: Tickets für Wieliczka, für die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und andere Ausflüge ab Krakau sind in der Saison oft schon Tage vorher weg. Reserviere sie am besten vorab über GetYourGuide →, dann stehst du nicht in der Schlange und hast deinen Termin sicher.

18. Zalipie, das bemalte Dorf

Einer der ungewöhnlichsten Orte Polens. Im kleinen Dorf Zalipie bemalen die Frauen seit mehr als hundert Jahren Hauswände, Zäune, Hundehütten, Brunnen und sogar Innenwände und Geschirr mit bunten Blumenmustern. Angefangen hat alles damit, dass man Rußflecken auf dem Putz überdecken wollte, daraus ist eine lebendige Volkskunst geworden. Wo: östlich von Krakau bei Dąbrowa Tarnowska, rund 110 Straßenkilometer oder anderthalb Autostunden. Das Dorf ist frei zugänglich, sei aber rücksichtsvoll, es sind bewohnte Privathäuser. Ein Abstecher ins „Haus der Malerinnen“ (Dom Malarek) lohnt sich.

19. Der Urwald von Białowieża und seine Wisente

Der Urwald von Białowieża ist der letzte Rest des Tieflandurwalds, der einst weite Teile Europas bedeckte, und die Heimat der größten frei lebenden Population des Wisents (UNESCO). Wo: im Osten Polens an der Grenze zu Belarus, von Berlin rund 840 Kilometer. In die am strengsten geschützte Zone darfst du nur mit einem lizenzierten Führer; Wisente siehst du mit etwas Glück im Schaugehege oder in der Morgendämmerung auf den Wiesen rund um den Wald. Ein Ziel für Naturliebhaber, die Ruhe suchen, nicht für Eilige.

20. Die Beskiden auf der polnischen Seite

Die sanftesten Berge in dieser Liste. Die Schlesischen und die Saybuscher Beskiden (Beskid Śląski und Beskid Żywiecki) bieten bewaldete Kämme, Holzkirchen, Almhütten mit Schafskäse und entspannte Wanderungen ohne Gedränge. Wo: im Süden Polens an der tschechischen und slowakischen Grenze, rund um den Ferienort Szczyrk und den Gipfel Skrzyczne (1.257 m). Ideal für ein ruhiges Wanderwochenende, wenn du ohnehin in Krakau oder Kattowitz bist, im Winter auch zum Skifahren. Konkrete Routen stellen wir in einem eigenen Beitrag über die polnischen Beskiden vor.Bewaldete Kämme der polnischen Beskiden

Routenvorschläge: die schönsten Orte in Polen kombinieren

Die meisten schönsten Orte lassen sich zu logischen Runden verbinden, je nachdem, wie viel Zeit du hast und ob du aus Sachsen, aus Berlin oder aus dem Süden Deutschlands startest.
  • Langes Wochenende aus Sachsen oder Berlin (Südwesten): Riesengebirge → Bunte Seen → Tafelgebirge → Breslau. Von Dresden oder Görlitz ist alles in zwei bis drei Stunden erreichbar, ideal für drei bis vier Tage.
  • Krakau als Basis (Süden): Krakau → Salzbergwerk Wieliczka → Ojców mit Pieskowa Skała → Ausflug nach Zalipie oder nach Süden in die Tatra, zum Morskie Oko und auf den Dunajec. Anreise mit dem Direktzug ab Berlin oder mit dem Flugzeug, vor Ort reicht ein Mietwagen für die Ausflüge.
  • Eine Woche im Norden: Danzig und die Dreistadt → Marienburg → Dünen bei Łeba → wer mag, weiter zu den Masurischen Seen. Von Berlin ist das der am schnellsten erreichbare Teil Polens für einen längeren Urlaub; hier lohnen sich das Auto und ein ruhiges Tempo.
  • Große Naturrunde (7–10 Tage): Tatra und Morskie Oko → Bieszczady → Urwald von Białowieża → Masuren. Viele Kilometer, aber dafür das wildeste Polen.
💡 Tipp: Pack Norden und Süden nicht in einen kurzen Trip: Polen ist groß, und allein die Fahrt von Krakau nach Danzig dauert rund sechs Stunden. Entscheide dich lieber für eine Region und lern sie richtig kennen.

Praktische Infos: Anreise aus Deutschland, Geld, Reisezeit

Mit dem Auto: Der Südwesten (Riesengebirge, Tafelgebirge, Breslau) ist von Dresden, Görlitz und Berlin ein ganz normales Wochenendziel, Breslau erreichst du von Dresden in gut drei Stunden. Nach Danzig und Łeba fährst du von Berlin fünf bis sechs Stunden, nach Krakau gut sechs, in die Tatra rund siebeneinhalb und nach Masuren gut acht, das ist eher etwas für einen längeren Urlaub. Eine Vignette brauchst du nicht, Maut zahlen Pkw nur auf drei privat betriebenen Abschnitten: der A1 zwischen Danzig und Toruń, der A2 von der Grenze bei Świecko (Frankfurt/Oder) bis Konin und der A4 zwischen Kattowitz und Krakau. Die A4 von Görlitz Richtung Breslau ist für Pkw mautfrei. Bezahlt wird an den Mautstellen bar (auch in Euro, Wechselgeld in Złoty) oder mit Karte, auf der A1 und A4 geht es auch elektronisch.Ohne Auto: Von Berlin fahren täglich direkte EuroCity-Züge über Breslau und Kattowitz nach Krakau (sieben bis acht Stunden) und ein direkter EC über Posen nach Danzig, Sopot und Gdynia (rund fünfeinhalb Stunden bis Danzig). Von Dresden kommst du über Görlitz mit dem Regionalzug nach Breslau. In den Städten ist der Nahverkehr günstig und gut ausgebaut.Geld und Preise: Bezahlt wird in Złoty (PLN), 1 € ≈ 4,35 PLN, Karten werden fast überall akzeptiert. Polen ist für deutsche Verhältnisse immer noch günstig: Die Nationalparks kosten meist 11–16 PLN Eintritt, und ein Essen in einer einfachen Gaststätte (bar mleczny, Pizzeria) ist preiswert. Teurer sind nur die großen Attraktionen wie die Marienburg und Wieliczka sowie Unterkünfte in der Hochsaison.
PostenRichtwert
Eintritt Nationalpark11–16 PLN (≈ 2,50–3,70 €)
Marienburg (historische Route)80 PLN (≈ 18 €)
Salzbergwerk Wieliczka (Touristenroute)ab 93 PLN (≈ 21 €), fremdsprachig mehr
Unterkunft (Pension / Apartment, 2 Pers.)ab ca. 250 PLN/Nacht (≈ 57 €)
Mittagessen im Bistro / Milchbar30–60 PLN (≈ 7–14 €)
Reisezeit: Berge und Natur von Juni bis Oktober (am besten im September), Städte und das Salzbergwerk das ganze Jahr. Badesaison an der Ostsee ist von Juli bis Mitte September.

Wo übernachten in Polen

Polen ist groß, und die Preise unterscheiden sich stark nach Region. Krakau und Breslau sind am teuersten, Masuren und der Osten am günstigsten, und Zakopane und die Ostsee haben eine kurze, aber sehr teure Hochsaison.

  • Am günstigsten: ein Bett im Hostel oder ein Privatzimmer für ungefähr 80 bis 150 PLN (18 bis 35 €) pro Person und Nacht.
  • Mittelklasse: ein Doppelzimmer im Hotel in einer großen Stadt für 300 bis 450 PLN (70 bis 105 €) mit Frühstück.
  • In den Bergen und am Meer: In Zakopane und an der Ostsee verdoppeln sich die Preise in der Hochsaison, gebucht wird Monate im Voraus.
  • Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: kleinere Städte wie Toruń, Lublin oder Przemyśl, wo die Unterkünfte günstig und die Altstädte genauso schön sind.

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Wohin als Nächstes

  • Die polnische Tatra: Wanderungen, Seen und Zakopane
  • Das polnische Riesengebirge: Schneekoppe, Karpacz und Szklarska Poręba
  • Die polnischen Beskiden: die schönsten Ziele für einen Ausflug
  • Die polnische Ostsee: Seebäder, Dünen und Strände
  • Freizeitparks in Polen

Häufige Fragen

Erlebnisse und Tickets in Polen

von Reisenden bewertet · GetYourGuide

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Preise und Bewertungen sind Richtwerte (Quelle GetYourGuide), die aktuellen siehst du nach dem Klick.

Was ist der schönste Ort in Polen? Das ist Geschmackssache, aber am häufigsten wird der Tatra-See Morskie Oko als fotogenster Naturort genannt und bei den Städten Krakau. Zu den schönsten Orten in Polen zählen außerdem die Bieszczady, das Tafelgebirge, das Salzbergwerk Wieliczka und die Altstädte von Danzig und Breslau.Welche schönen Orte in Polen erreicht man von Deutschland aus am schnellsten? Von Sachsen aus sind das Riesengebirge mit der Schneekoppe, die Bunten Seen, das Tafelgebirge und Breslau am nächsten, alles in zwei bis drei Autostunden ab Dresden oder Görlitz. Von Berlin aus erreichst du Breslau in etwa vier Stunden und Danzig oder die Dünen bei Łeba in fünf bis sechs. Dafür reicht ein langes Wochenende.Was ist die schönste Stadt in Polen? Für viele ist es Krakau mit dem riesigen Marktplatz, dem Wawel und dem Viertel Kazimierz. Aus Deutschland am schnellsten erreichbar ist aber Breslau, von Dresden rund 270 Kilometer, von Berlin knapp 350, jeweils gut drei bis vier Autostunden. Ideal für ein langes Wochenende mit Marktplatz, Dominsel und Zwergensuche. Am Meer ist Danzig die Nummer eins.Was kostet der Eintritt ins Salzbergwerk Wieliczka? Die Touristenroute mit Führung kostet laut offizieller Seite ab 93 PLN (etwa 21 €), Führungen in einer Fremdsprache sind teurer, Ermäßigungen gibt es für Kinder und Studierende. Die Route ist etwa 3,5 Kilometer lang, du steigst Hunderte Stufen hinab, und unten hat es das ganze Jahr 17 bis 18 Grad, also eine Jacke mitnehmen. Tickets reservierst du am besten vorab.Wo gibt es in Polen Wanderdünen? Im Słowiński-Nationalpark bei Łeba an der Ostseeküste. Sie gehören zu den größten Wanderdünen Europas, die höchste, die Łącka, ist rund 42 Meter hoch. Der Eintritt in den Park kostet 10 PLN, vom Parkplatz Rąbka sind es gut fünf Kilometer bis zur Düne, zu Fuß, mit dem Rad oder mit einem Elektrowägelchen.Wo sieht man in Polen Wisente? Im Urwald von Białowieża an der Grenze zu Belarus, wo die größte frei lebende Wisentpopulation lebt. In die streng geschützte Zone darfst du nur mit lizenziertem Führer; Wisente siehst du auch im Schaugehege oder auf den Wiesen rund um den Wald, am besten in der Morgendämmerung.Wann ist die beste Reisezeit für die polnischen Berge? Am besten von Juni bis Oktober. Unser Favorit ist der September: klare Sicht, noch angenehmes Wetter und deutlich weniger Wanderer als im August. Die Saisonangebote wie die Floßfahrt auf dem Dunajec laufen etwa von April oder Mai bis Oktober.Was ist Zalipie und lohnt sich ein Besuch? Zalipie ist ein Dorf östlich von Krakau, in dem die Bewohnerinnen seit über hundert Jahren bunte Blumenmuster auf Hauswände, Zäune und Brunnen malen. Das ist gelebte Volkskunst und einer der ungewöhnlichsten Orte Polens. Das Dorf ist frei zugänglich, sei nur rücksichtsvoll, es sind bewohnte Privathäuser.Braucht man in Polen eine Vignette? Nein, eine Vignette gibt es in Polen nicht. Pkw zahlen Maut nur auf drei privat betriebenen Autobahnabschnitten: A1 Danzig–Toruń, A2 Świecko (Grenze bei Frankfurt/Oder)–Konin und A4 Kattowitz–Krakau. Bezahlt wird an der Mautstelle bar oder mit Karte, auf der A1 und A4 auch elektronisch. Alle anderen Autobahnen, etwa die A4 von Görlitz nach Breslau, sind für Pkw frei.Lohnt sich ein Urlaub in Polen? Auf jeden Fall. Polen bietet wilde Natur (Tatra, Bieszczady, Dünen am Meer), wunderschöne historische Städte (Krakau, Danzig, Breslau), einzigartige Bauwerke wie Wieliczka und die Marienburg und Preise, die für deutsche Verhältnisse immer noch niedrig sind. Viele der schönsten Orte liegen außerdem nur wenige Autostunden hinter der Grenze.

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