Venedig Sehenswürdigkeiten: 30 Orte, die du sehen musst
Aktualizováno 17.9.2026
Venedig ist eine der wenigen Weltstädte, die du von Deutschland aus an einem Vormittag erreichst und trotzdem das Gefühl hast, auf einem anderen Kontinent gelandet zu sein. Ab München sitzt du fünfeinhalb Stunden im Auto, ab Berlin eine knappe Flugstunde und vierzig Minuten – und dann steigst du in eine Stadt ohne ein einziges Auto. Verlaufen wirst du dich am ersten Tag garantiert, und genau das solltest du auch tun: Hinter jeder engen Gasse wartet etwas, das in keinem Reiseführer steht. Welche Venedig Sehenswürdigkeiten du dabei nicht verpassen solltest und wie du die Stadt auf dem Wasser wirklich genießt, haben wir hier zusammengetragen.
Venedig Sehenswürdigkeiten kurz gefasst
Das musst du sehen: Markusplatz und Markusdom, Dogenpalast, Seufzerbrücke, Canal Grande, Rialtobrücke.
Für einen Ausflug aus dem Zentrum: Murano (Glas), Burano (bunte Häuser), Torcello, die Friedhofsinsel San Michele.
Anreise ab Deutschland: ab München rund 525 km mit dem Auto über den Brenner, Nachtzug ab München oder Stuttgart, Direktflüge nach Venedig Marco Polo (VCE) und Treviso (TSF).
Wie viele Tage: ideal 2 bis 3 – einer für den Kern, einer für die Inseln der Lagune, einer für die ruhigen Viertel.
Unterwegs: in der Stadt zu Fuß, zu den Inseln mit dem Vaporetto (Einzelfahrt 9,50 €, Tagesticket 25 €).
Eintritt in die Stadt: An ausgewählten Tagen zahlen Tagesbesucher den contributo di accesso – Kalender und Tarife beschließt die Stadt jedes Jahr neu, prüf sie vor der Reise.
Budget: als Backpacker etwa 60 bis 100 € pro Tag, bequem 155 bis 255 € pro Person.
Anreise nach Venedig ab Deutschland und unterwegs in der Stadt
Venedig ist für uns Mitteleuropäer die am einfachsten erreichbare Lagunenstadt der Welt – du hast drei völlig gleichwertige Möglichkeiten, und keine davon ist die offensichtlich beste.Mit dem Auto. Ab München sind es rund 525 km über den Brenner bis zum Piazzale Roma, je nach Verkehr und Pause etwa fünfeinhalb bis sechs Stunden. Ab Frankfurt rechne mit rund 965 km, ab Berlin mit gut 1.150 km. Denk an die Brennermaut, die österreichische Vignette und daran, dass die italienische Autobahn A4 an Ferienwochenenden zäh wird. Vor allem aber: Ins historische Zentrum kommst du mit dem Auto nicht hinein. Du stellst den Wagen am Rand ab und gehst zu Fuß weiter. Das Parkhaus am Tronchetto ist die günstigere Variante (grob 25 bis 30 € pro Tag), die Parkhäuser direkt am Piazzale Roma liegen näher am Zentrum und kosten entsprechend mehr (rund 35 bis 45 € pro 24 Stunden). Deutlich billiger stellst du das Auto in Mestre auf dem Festland ab und fährst die letzten zehn Minuten mit dem Zug.Mit dem Zug. Die eleganteste Anreise, weil der Bahnhof Venezia Santa Lucia direkt am Canal Grande endet – du trittst aus der Halle und stehst am Wasser. Über Nacht bringt dich der ÖBB Nightjet ab München, Stuttgart, Ulm, Augsburg oder Salzburg bis Santa Lucia; du steigst abends ein und frühstückst in Venedig. Es gibt Sitz-, Liege- und Schlafwagen, die Fahrzeit liegt bei ungefähr neun Stunden. Fahrplan und Preise ändern sich saisonal, schau vor der Buchung auf die aktuellen Verbindungen.Mit dem Flugzeug. Venedig hat zwei Flughäfen. Nach Marco Polo (VCE) fliegen unter anderem Lufthansa, easyJet und Wizz Air ab München (gut eine Stunde), Frankfurt (rund 1:20 h), Berlin und Düsseldorf. Nach Treviso (TSF), rund 40 km nördlich, fliegt vor allem Ryanair, etwa ab Frankfurt, Berlin, Köln und Hamburg. Vom Marco Polo fährt der Bus in etwa 20 bis 25 Minuten zum Piazzale Roma (rund 10 €), romantischer und teurer ist das Boot der Linie Alilaguna direkt ins Zentrum. Vom Flughafen Treviso brauchst du mit dem ATVO-Bus etwa eine Stunde und zahlst rund 14 €.In der Stadt selbst gehst du zu Fuß, das ist die beste und oft auch die schnellste Art, Venedig kennenzulernen. Für längere Strecken und vor allem für die Inseln der Lagune gibt es das Vaporetto, den Wasserbus der ACTV:
Einzelfahrt: 9,50 €, gilt 75 Minuten inklusive Umstiegen.
Tagesticket (24 h): 25 €, lohnt sich schon ab drei Fahrten.
Mehrtagestickets: 48 h für 35 €, 72 h für 45 €, 7 Tage für 65 €.
💡 Tipp: Die Linien 1 und 2 fahren den kompletten Canal Grande entlang der schönsten Paläste – für den Preis eines Tickets hast du also eine Stadtrundfahrt. Setz dich hinten aufs offene Deck und du hast die „Gondel für Sparsame“ zum Bruchteil des Preises.
Der Eintritt in die Stadt (contributo di accesso). Seit 2024 verlangt Venedig an ausgewählten Tagen eine Gebühr von Tagesbesuchern, also von allen, die nicht in der Stadt übernachten. In der Saison 2026 galt sie an 60 Tagen zwischen dem 3. April und dem 26. Juli, jeweils von 8:30 bis 16:00 Uhr, und kostete 5 € bei rechtzeitiger Buchung beziehungsweise 10 € kurzfristig. Diese Saison ist inzwischen vorbei. Über Kalender und Tarife der kommenden Jahre entscheidet die Stadt jedes Mal neu, und beschlossen ist bislang nichts – in der Diskussion stehen sowohl mehr Termine als auch deutlich höhere Beträge. Verlass dich deshalb auf keine Zahl aus einem Reiseblog, sondern schau kurz vor der Reise auf das offizielle Portal cda.ve.it, wo du auch registrierst und bezahlst und deinen QR-Code für die Kontrolle bekommst.
💡 Tipp: Wer in Venedig übernachtet, zahlt den Eintritt nicht – dafür fällt die Kurtaxe über die Unterkunft an. Registrieren musst du dich für die Befreiung trotzdem. Auch Kinder waren bisher bis 14 Jahre frei. Weil sich die Regeln jährlich ändern, gilt: erst prüfen, dann planen.
30 Venedig Sehenswürdigkeiten, die du nicht verpassen solltest
Wir haben sie grob sortiert – von den berühmtesten Orten bis zu den versteckten Ecken. Wenn du nur einen Tag hast, arbeite die Punkte 1 bis 9 ab; hast du mehr Zeit, schau dir auch den Rest an.
1. Markusplatz (Piazza San Marco)
Der einzige echte „Platz“ (piazza) Venedigs und das Herz der Stadt – Napoleon soll ihn den schönsten Salon Europas genannt haben. Ringsum Arkaden, Cafés mit Livemusik und die wichtigsten Bauwerke der Stadt. Komm früh am Morgen, wenn er halb leer ist und das Licht auf dem Markusdom am schönsten steht. Im Herbst und Winter aufpassen: Bei Hochwasser (acqua alta) gehört der Markusplatz zu den ersten Orten, die unter Wasser stehen.
2. Markusdom (Basilica di San Marco)
Das schönste Beispiel byzantinischer Architektur in Europa: Fassade und Innenraum leuchten von goldenen Mosaiken, daher der Beiname „Goldene Kirche“. Der reine Eintritt in die Basilika ist günstig (rund 3 €), für die Pala d’Oro (etwa 5 €), das Museum und die Loggia mit Blick über den Platz zahlst du extra. Die Schlangen sind lang.
💡 Tipp: Reservier dein Ticket online mit Zeitfenster, das spart dir locker eine Stunde Anstehen. Große Rucksäcke dürfen nicht mit hinein (gleich nebenan gibt es eine Gepäckaufbewahrung), und es gilt eine Kleiderordnung: Schultern und Knie bedeckt.
3. Markusturm (Campanile di San Marco)
Der fast 99 Meter hohe Backsteinturm gibt dir von seiner Aussichtsplattform den besten Blick über ganz Venedig und die Lagune – und nach oben fährst du mit dem Aufzug, keine einzige Stufe. Der Eintritt liegt bei etwa 10 €. Direkt nach der Öffnung am Morgen sind am wenigsten Leute oben und die Luft ist am klarsten.
4. Dogenpalast (Palazzo Ducale)
Der einstige Sitz der venezianischen Dogen und das Machtzentrum der Republik: ein gotisches Meisterwerk mit riesigen Sälen, Gemälden von Tintoretto und dem Gefängnis. Der Eintritt kostet rund 30 €, meist im Kombiticket mit dem Museo Correr. Wirklich lohnend ist die Tour Secret Itineraries durch die geheimen Gänge und Zellen.
5. Seufzerbrücke (Ponte dei Sospiri)
Die überdachte Steinbrücke von 1614 verbindet den Verhörsaal des Dogenpalasts mit dem Gefängnis. Ihren Namen verdankt sie den Seufzern der Gefangenen, die durch ihre Fenster ein letztes Mal die Freiheit sahen. Von außen fotografierst du sie am besten von der Ponte della Paglia – mit Menschenmenge musst du rechnen.
6. Canal Grande
Die knapp 4 km lange Hauptader Venedigs zieht sich als umgekehrtes S vom Bahnhof bis zum Markusplatz durch die Stadt, gesäumt von Hunderten Palästen. Am günstigsten fährst du ihn komplett mit dem Vaporetto der Linie 1 ab – diese Fahrt für 9,50 € ist für sich genommen schon ein Erlebnis.
7. Rialtobrücke (Ponte di Rialto)
Die älteste und berühmteste Brücke über den Canal Grande, fertiggestellt 1591. Sie steht im geografischen Zentrum der Stadt und bietet neben dem Ausblick auch kleine Läden direkt auf der Brücke. Fotografier sie im Morgengrauen, bevor die Menschenmassen kommen – tagsüber laufen hier Tausende Menschen entlang.
8. Rialtomarkt (Mercato di Rialto)
Gleich neben der Brücke gibt es seit Jahrhunderten den Fisch- und Gemüsemarkt, auf dem die Einheimischen frischen Fisch und Gemüse der Saison kaufen. Geöffnet ist vormittags (der Fischmarkt bleibt montags meist geschlossen). Ein großartiger Ort zum Fotografieren und für den Picknickeinkauf. Rund um den Markt liegen außerdem jede Menge bacari für Cicchetti (dazu unten mehr).
9. Santa Maria della Salute
Die wuchtige Barockkirche mit der weißen Kuppel an der Spitze von Dorsoduro wurde als Dank für das Ende der Pest im 17. Jahrhundert gebaut. Das Hauptschiff kannst du kostenlos betreten, für die Sakristei mit Werken von Tizian und Tintoretto zahlst du ein paar Euro. Von ihren Stufen hast du einen wunderbaren Blick über den Kanal zum Markusplatz.
10. Santa Maria Gloriosa dei Frari
Eine riesige gotische Backsteinkirche, im Grunde eine Galerie venezianischer Kunst: Hier hängt Tizians Mariä Himmelfahrt, und hier liegt auch sein Grab. Der Eintritt liegt bei etwa 5 €. Viel ruhiger als der Markusdom und trotzdem bis unter die Decke voller Kunst.
11. Scuola Grande di San Rocco
Man nennt sie die „Sixtinische Kapelle Venedigs“: Wände und Decken sind mit über 60 Gemälden von Tintoretto bedeckt, an denen er mehr als 20 Jahre gearbeitet hat. Der Eintritt kostet rund 10 €. Nimm dir am Eingang einen der bereitliegenden Spiegel, sonst hast du nach einer halben Stunde Deckenschau einen steifen Nacken.
12. Gallerie dell’Accademia
Die wichtigste Gemäldesammlung Venedigs zeigt venezianische Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert: Tizian, Tintoretto, Veronese, Bellini, Carpaccio. Für Kunstfans Pflicht. Der Eintritt liegt bei etwa 12 €, an bestimmten Tagen gibt es Ermäßigungen oder freien Eintritt.
13. Sammlung Peggy Guggenheim
Der komplette Gegenentwurf zu den alten Meistern: moderne Kunst (Picasso, Pollock, Dalí, Ernst) in einem nie fertiggebauten Palast direkt am Canal Grande, in dem die Sammlerin Peggy Guggenheim gelebt hat. Eintritt rund 16 €. Der Skulpturengarten und die Terrasse über dem Wasser sind der Bonus.
14. Ca’ d’Oro (Goldenes Haus)
Einer der schönsten gotischen Paläste am Canal Grande, dessen Fassade einst vergoldet war. Heute beherbergt er die Galleria Franchetti. Selbst wenn du nicht hineingehst, lohnt sich das Foto vom Wasser aus – am besten vom gegenüberliegenden Markt oder vom Vaporetto.
15. Ca’ Rezzonico
Ein prächtiger Barockpalast am Canal Grande, heute Museum des venezianischen 18. Jahrhunderts (Museo del Settecento Veneziano) mit historischen Interieurs, Mobiliar und Fresken von Tiepolo. Eintritt etwa 10 €. Eine ruhige, unterschätzte Station in Dorsoduro.
16. Palazzo Contarini del Bovolo
Ein verstecktes Kleinod in den Gassen unweit von Rialto: ein Palast mit einer wunderschönen äußeren Wendeltreppe (bovolo heißt im venezianischen Dialekt „Schnecke“). Von oben hast du einen hübschen Blick über die Dächer. Eintritt rund 9 €. Hierher findet kaum jemand, und genau das macht den Reiz aus.
17. Teatro La Fenice
Eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt, das nach mehreren Bränden buchstäblich aus der Asche auferstanden ist (fenice = Phönix). Die Besichtigung mit Audioguide kostet etwa 12 €, mit Live-Führung mehr. Noch stärker ist natürlich, hier eine Vorstellung zu erleben.
18. San Giorgio Maggiore
Palladios weiße Kirche auf einer eigenen kleinen Insel gegenüber dem Markusplatz. Der Eintritt in die Kirche ist frei, der Aufzug auf den Campanile (rund 8 €) bringt dich zu einem der schönsten Ausblicke auf Venedig – und das ohne Schlange, anders als beim Markusturm. Du kommst mit dem Vaporetto der Linie 2 her.
19. Jüdisches Ghetto (Ghetto Ebraico)
Das allererste Ghetto der Welt – das Wort stammt genau von hier – liegt im Viertel Cannaregio: ein stiller Platz, mehrere Synagogen und das Jüdische Museum. Weil der Platz knapp war, baute man hier in die Höhe, die Häuser sind die höchsten Venedigs. Ein ruhiges Viertel abseits der Touristenströme, voller guter bacari.
20. Libreria Acqua Alta
Die fotogenste Buchhandlung der Welt: Die Bücher stapeln sich hier in Gondeln, Badewannen und Booten, damit das Hochwasser sie nicht zerstört. Hinten steht eine „Treppe aus Büchern“ mit Blick auf den Kanal, dazu die hauseigenen Katzen. Der Eintritt ist frei, nur erwarte nicht zu viel – der Ort ist inzwischen sehr touristisch.
21. Squero San Trovaso (Gondelwerft)
Eine der letzten aktiven Werkstätten, in denen Gondeln von Hand gebaut und repariert werden. Hinein kommst du normalerweise nicht, aber vom gegenüberliegenden Ufer in Dorsoduro siehst du alles bestens und begreifst, wie viel Arbeit in einer einzigen Gondel steckt. Übrigens: Eine berühmte Eisdiele und ein paar gute Weinbars liegen gleich nebenan.
22. Eine Fahrt mit der Gondel
Klischee? Vielleicht. Aber eine Gondelfahrt gehört zu Venedig einfach dazu. Der offizielle Tarif der Stadt liegt bei 90 € für 30 Minuten zwischen 9:00 und 19:00 Uhr und bei 110 € ab 19:00 Uhr – und zwar für das ganze Boot, nicht pro Person. Mitfahren dürfen bis zu fünf Personen, zu fünft wird es also deutlich erträglicher. Jede weitere Viertelstunde kostet extra. Kläre Strecke und Preis vorher ab, nicht jeder Gondoliere hält sich an den Tarif.
💡 Tipp: Die günstige Alternative heißt traghetto: eine öffentliche Gondel, die an den Stellen ohne Brücke für ein paar Euro Leute über den Canal Grande bringt. Du fährst stehend und nur ein paar Minuten, sitzt aber in einer echten Gondel zum Bruchteil des Preises.
23. Das Viertel Dorsoduro
Das Studentenviertel und die ruhigere Seite der Stadt: voller Galerien (Accademia, Guggenheim), Kirchen und mit der Uferpromenade Zattere, wo man abends am Wasser einen Spritz trinkt. Hier spürst du, wie Venedig lebt, wenn die Tagesbesucher abgereist sind.
24. Lido di Venezia
Die lange Sandinsel zwischen Lagune und Meer ist der Strand Venedigs und Schauplatz der Filmfestspiele. Im Sommer fahren die Venezianer zum Baden her, es gibt freie und kostenpflichtige Abschnitte, und Radfahren macht hier richtig Spaß. Mit dem Vaporetto bist du vom Zentrum in etwa 15 bis 20 Minuten da.
25. Uhrturm (Torre dell’Orologio)
Der Renaissanceturm vom Ende des 15. Jahrhunderts steht direkt am Markusplatz, und auf seiner Spitze schlagen zwei bronzene Mohren die Stunde an die große Glocke. Darunter leuchtet die blaugoldene astronomische Uhr mit Mondphasen und Tierkreiszeichen. Hinein kommst du nur mit Führung und Voranmeldung (grob 15 €, ermäßigt 11 €), im Preis ist meist auch das benachbarte Museo Correr enthalten.
26. Museo Correr
Das Stadtmuseum im Napoleonischen Flügel des Markusplatzes erzählt die Geschichte und Kunst der venezianischen Republik, von Canovas Skulpturen bis zur Gemäldegalerie der alten Meister. Es ist meist Teil des Kombitickets mit dem Dogenpalast (zusammen rund 30 €) – wenn du in den Palast gehst, nimmst du den Correr also praktisch im Vorbeigehen mit. Die Ruhe und der Blick aus den Fenstern auf den Platz sind ein angenehmer Bonus.
27. Santi Giovanni e Paolo (San Zanipolo)
Die gewaltige gotische Dominikanerkirche in Castello, von den Einheimischen San Zanipolo genannt, ist die Grabstätte von mehr als zwanzig venezianischen Dogen – daher der Beiname „Pantheon Venedigs“. Davor steht das berühmte Reiterstandbild des Condottiere Colleoni von Verrocchio. Der Eintritt ist günstig (grob 3,50 €), und es ist hier nur ein Bruchteil der Menschenmenge vom Markusdom unterwegs.
28. Arsenal von Venedig (Arsenale)
Die weitläufige historische Werft, einst der größte Industriekomplex des vorindustriellen Europa, von dem aus die mächtige Flotte der Republik in See stach. Das Eingangstor Porta Magna bewachen antike Steinlöwen. Heute dient das Areal zum Teil als Schauplatz der Biennale, direkt daneben liegt das Schifffahrtsmuseum. Allein der Spaziergang an den Mauern entlang durch das ruhige Castello lohnt sich.
29. Il Redentore und die Insel Giudecca
Palladios weiße Erlöserkirche (Il Redentore) auf der Insel Giudecca wurde als Dank für das Ende der Pest im 16. Jahrhundert errichtet. Nach Giudecca ist es vom Zentrum nur ein kurzer Vaporettosprung, und von dort hast du einen der schönsten Blicke über das Wasser zurück auf die Silhouette Venedigs. Am dritten Juliwochenende findet hier das Festa del Redentore mit einem großen Feuerwerk über der Lagune statt.
30. Biennale von Venedig und die Giardini
In den grünen Giardini am östlichen Stadtrand verstecken sich Dutzende nationale Pavillons – auch Deutschland hat hier einen –, in denen sich im Zweijahresrhythmus die Kunst- und die Architekturbiennale abwechseln, eine der prestigeträchtigsten Schauen der Welt. Auch außerhalb der Ausstellung ist das ein angenehmer Park zum Durchatmen, weg von Pflaster und Menschenmassen. Der Eintritt zur Biennale liegt grob bei 30 €.
Die Inseln der Lagune (Murano, Burano)
Wenn du mindestens zwei Tage in Venedig hast, widme einen davon den Inseln der Lagune. Die Atmosphäre ist eine völlig andere als im überfüllten Zentrum, und sie gehören zum Schönsten, was du an Venedig Sehenswürdigkeiten und Umgebung erleben kannst.
Murano, die Insel der berühmten Glasbläserei. Du kannst einer Glashütte bei der Arbeit zusehen (manche Vorführungen sind gratis, andere kosten Eintritt) und echtes Muranoglas kaufen. Achtung vor Fälschungen: Das Original trägt das Siegel Vetro Artistico Murano.
Burano, märchenhaft bunte Fischerhäuser und eine alte Spitzentradition. Die fotogenste Insel der Lagune; du kannst hier locker einen halben Tag mit Spazieren und Fotografieren verbringen. Probier die lokalen Kekse bussolà.
Torcello, eine der ältesten besiedelten Inseln, heute fast menschenleer. Die Hauptattraktion ist die Kathedrale Santa Maria Assunta mit byzantinischen Mosaiken des Jüngsten Gerichts, die als einige der schönsten Italiens gelten.
San Michele, die von einer Backsteinmauer umgebene Friedhofsinsel mit Zypressen; hier liegen unter anderem Igor Strawinsky und Ezra Pound. Ein stiller, ungewöhnlicher Ort auf dem Weg nach Murano.
💡 Tipp: Für die Inseln lohnt sich das Tagesticket fürs Vaporetto (25 €) – Einzelfahrten würden dich bei den Überfahrten Murano–Burano–Torcello deutlich teurer kommen. Fahr gleich morgens los, nach Burano kommen die Massen erst gegen Mittag.
Der venezianische Klassiker sind nicht die Touristenmenüs rund um den Markusplatz, sondern Cicchetti – kleine Häppchen, die man mit einem Glas Wein hinunterspült. Gegessen wird im Stehen, in einem bacaro (der venezianischen Weinschenke), oft am Nachmittag zur ombra, wie das Glas Wein hier heißt.
Cicchetti, eine Brotscheibe mit Stockfischcreme (baccalà mantecato), Sardinen, Käse oder Fleisch; meist 1,50 bis 3 € pro Stück. Drei, vier davon und du hast ein günstiges, authentisches Mittagessen.
Spritz, Aperol oder Select mit Soda, das lokale Nachmittagsritual; rund 3 bis 4 € im bacaro (am Markusplatz gern das Dreifache).
Sarde in saor, marinierte Sardinen mit Zwiebeln, Rosinen und Pinienkernen, die venezianische Spezialität schlechthin.
Risotto al nero di seppia, Risotto mit schwarzer Tintenfischsauce, oder fritto misto (frittierte Meeresfrüchte).
💡 Tipp: Iss dort, wo die Einheimischen stehen – typischerweise rund um den Rialtomarkt und in den Vierteln Cannaregio und Dorsoduro. Meide Lokale mit ausgehängten Speisekarten in vier Sprachen direkt an den Attraktionen. Und rechne mit dem coperto (Gedeckgebühr) plus Service: Wenn du dich hinsetzt, wirf vorher einen Blick auf die Preisliste.
Was kostet Venedig (Tagesbudget)
Venedig gehört zu den teureren Städten Europas, mit etwas Verstand lässt es sich aber auch als Low-Budget-Trip machen. Als Orientierung das Tagesbudget pro Person:
Posten
Backpacker
Bequem
Unterkunft (Hostelbett / Pension pro Person)
30–45 €
60–110 €
Essen (Cicchetti, Pizza, Frühstück selbst gemacht)
15–25 €
35–60 €
Verkehr (Vaporetto / Tagesticket)
0–10 € (zu Fuß)
25 € (Tagesticket)
Eintritte (1–2 Sehenswürdigkeiten)
10–20 €
30–50 €
Eintritt in die Stadt (nur an ausgewählten Tagen)
5 €
5–10 €
Gesamt pro Tag
ca. 60–100 €
ca. 155–255 €
Am meisten sparst du, wenn du zu Fuß gehst statt Vaporetto zu fahren, Cicchetti statt Restaurantmenüs isst, die kostenlosen Kirchen nutzt (Salute, San Giorgio, Frari für ein paar Euro) und auf dem Festland in Mestre übernachtest – von dort sind es ein paar Minuten mit dem Zug ins Zentrum, und die Unterkunft kostet deutlich weniger.
Wo du in Venedig übernachtest
Die Entscheidung ist einfach: auf der Insel oder auf dem Festland. Im historischen Zentrum, vor allem in Cannaregio und Dorsoduro, zahlst du mehr, hast dafür die Stadt morgens und abends fast für dich. Mestre auf dem Festland kostet ungefähr die Hälfte, und mit dem Zug bist du in zehn Minuten an der Santa Lucia.
Am günstigsten: ein Hostelbett in Mestre für etwa 30 bis 50 € pro Person und Nacht.
Mittelklasse: ein Doppelzimmer auf der Insel für 140 bis 220 € in der Saison, in Mestre etwa die Hälfte.
Wenn du nur eine Nacht bleibst: schlaf auf der Insel. Venedig bei Sonnenaufgang und nach Einbruch der Dunkelheit ist genau der Grund, warum man herkommt.
Praktischer Rat: Den Koffer schleppst du über die Stufen der Brücken, und das Wassertaxi ist teuer. Such dir eine Unterkunft in der Nähe einer Vaporetto-Haltestelle.
Preise und Bewertungen sind Richtwerte (Quelle GetYourGuide), die aktuellen siehst du nach dem Klick.
Was muss man in Venedig an einem Tag gesehen haben?
Du schaffst den Kern der Stadt: Markusplatz und Markusdom, den Dogenpalast, die Seufzerbrücke, einen Gang über die Rialtobrücke und eine Fahrt mit dem Vaporetto über den Canal Grande. Fang früh am Morgen am Markusplatz an, bevor die Massen kommen, und reservier die Tickets für Basilika und Palast vorab.Wie viele Tage sollte man für Venedig einplanen?
Ideal sind 2 bis 3 Tage. Am ersten der Kern der Stadt, am zweiten die Inseln der Lagune (Murano, Burano, eventuell Torcello), am dritten die ruhigen Viertel wie Dorsoduro und Cannaregio. Ein Tag geht auch, dann siehst du allerdings nur das Bekannteste und das mitten im Gedränge.Muss man in Venedig Eintritt zahlen?
An ausgewählten Tagen ja – den contributo di accesso für Tagesbesucher. 2026 galt er an 60 Tagen zwischen dem 3. April und dem 26. Juli von 8:30 bis 16:00 Uhr und kostete 5 € bei rechtzeitiger Buchung beziehungsweise 10 € kurzfristig. Diese Saison ist vorbei, über Kalender und Tarife der Folgejahre entscheidet die Stadt jedes Mal neu. Wer in Venedig übernachtet, zahlt ihn nicht, muss sich für die Befreiung aber registrieren. Den verbindlichen Stand findest du auf cda.ve.it.Was kostet das Vaporetto in Venedig?
Eine Einzelfahrt kostet 9,50 € und gilt 75 Minuten. Das Tagesticket (24 h) liegt bei 25 €, 48 Stunden kosten 35 €, 72 Stunden 45 € und die Wochenkarte 65 €. Wenn du zu den Inseln willst, lohnt sich das Tagesticket schon ab drei Fahrten.Was kostet eine Gondelfahrt in Venedig?
Der offizielle Tarif der Stadt beträgt 90 € für 30 Minuten zwischen 9:00 und 19:00 Uhr und 110 € ab 19:00 Uhr – jeweils für das ganze Boot, nicht pro Person, und für bis zu fünf Personen. Zu fünft zahlt also jeder rund 18 € tagsüber. Jede weitere Viertelstunde kostet Aufpreis. Die günstige Alternative ist das traghetto, die öffentliche Gondel, die für ein paar Euro über den Canal Grande übersetzt.Lohnt es sich, Tickets für den Markusdom vorab zu buchen?
Auf jeden Fall. Die Schlangen vor der Basilika sind gern eine Stunde lang. Mit einem Online-Ticket samt Zeitfenster kommst du bevorzugt hinein. Denk daran: große Rucksäcke dürfen nicht mit hinein, und es gilt eine Kleiderordnung mit bedeckten Schultern und Knien.Wann ist die beste Reisezeit für Venedig?
Am angenehmsten sind April bis Juni und September bis Oktober, wenn es weder so heiß noch so voll ist wie im Sommer. Der Sommer ist heiß und überlaufen, der Winter ruhig und günstig, im Herbst und Winter droht allerdings Hochwasser (acqua alta). Der Karneval im Februar ist ein Erlebnis, treibt aber Preise und Menschenmengen nach oben.Ist Venedig teuer?
Es gehört zu den teureren Städten Europas, vor allem bei Unterkunft und Essen rund um die großen Attraktionen. Als Backpacker kommst du aber mit etwa 60 bis 100 € pro Person und Tag hin, wenn du zu Fuß gehst, Cicchetti isst und außerhalb des touristischen Kerns schläfst. Die bequeme Variante liegt bei 155 bis 255 € pro Tag.Lohnen sich Murano und Burano als Ausflug?
Ja, eindeutig. Murano ist berühmt für seine Glasbläserei, Burano für märchenhaft bunte Häuser und Spitzenklöppelei. Die Atmosphäre ist deutlich ruhiger als im Zentrum. Nimm das Tagesticket fürs Vaporetto und fahr morgens los, bevor die Massen nach Burano kommen.Wie reist man von Deutschland nach Venedig an?
Mit dem Auto ab München rund 525 km über den Brenner (etwa fünfeinhalb bis sechs Stunden), ab Frankfurt rund 965 km, ab Berlin gut 1.150 km – geparkt wird am Tronchetto, am Piazzale Roma oder günstiger in Mestre. Mit dem Zug bringt dich der ÖBB Nightjet über Nacht von München oder Stuttgart bis Venezia Santa Lucia. Geflogen wird nach Marco Polo (VCE) oder Treviso (TSF); vom Marco Polo fährt der Bus in 20 bis 25 Minuten zum Piazzale Roma (rund 10 €), von Treviso brauchst du etwa eine Stunde und zahlst rund 14 €.Wo isst man in Venedig günstig?
In den bacari bei Cicchetti, kleinen belegten Brotscheiben für 1,50 bis 3 € das Stück, typischerweise rund um den Rialtomarkt und in den Vierteln Cannaregio und Dorsoduro. Meide Restaurants mit mehrsprachiger Speisekarte an den großen Attraktionen und achte auf die Gedeckgebühr (coperto).
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