Aktualizováno 23.9.2026
Ich bin ein paar Kilometer von der polnischen Grenze entfernt aufgewachsen, auf der tschechischen Seite, und lange war Polen für mich nur der Ort, an dem man schnell einkaufen fährt. Heute ärgere ich mich darüber, wie viel Zeit ich damit verschenkt habe. Polen hat feine Sandstrände an der Ostsee, eine Hochgebirgskette mit Gletscherseen, Altstädte voller Geschichte und Nationalparks, in denen noch Wisente frei herumlaufen. Für dich als Nachbarn aus Deutschland kommt dazu: Stettin, Breslau oder Swinemünde erreichst du oft schneller als die Nordsee, und nebenbei kannst du Krówki-Karamellen und frische Pierogi probieren. Hier sind die Polen Sehenswürdigkeiten, die uns wirklich überzeugt haben, 45 Orte von der Ostsee bis zur Tatra.
Polen Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
- Die schönsten historischen Städte: Krakau mit dem Wawel, Warschau mit seiner wiederaufgebauten Altstadt, Danzig mit den bunten Bürgerhäusern am Langen Markt und Breslau, wo in den Gassen Hunderte kleine Bronzezwerge stehen.
- Natur: die Hohe Tatra auf polnischer Seite mit dem Meerauge, der Urwald von Białowieża mit frei lebenden Wisenten, die Masurischen Seen für alle, die gern auf dem Wasser sind, und der Slowinzische Nationalpark mit seinen Wanderdünen.
- Ans Meer: Swinemünde mit seinen breiten Stränden direkt hinter der deutschen Grenze, Zoppot mit der längsten Holzseebrücke Europas, Gdingen für den Familienurlaub und die Halbinsel Hel für Surfer.
- Bauwerke und Gedenkorte: die Marienburg als größte Backsteinburg der Welt, das Salzbergwerk Wieliczka, die Gedenkstätte Auschwitz und die riesige Christkönig-Statue in Świebodzin.
- Praktisch: Am schönsten ist es zwischen Mai und September, bezahlt wird in Złoty, die Karte geht fast überall. Unterkünfte buchen wir in Polen immer über Booking, weil dort vom Apartment bis zum Wellnesshotel alles zu finden ist.
45 Polen Sehenswürdigkeiten, die sich wirklich lohnen
Polen ist groß, gut sechshundert Kilometer von der Ostsee bis in die Karpaten, und in einen einzigen Urlaub passt davon nur ein Bruchteil. Deshalb haben wir die Orte bewusst gemischt: Städte, Berge, Strände, Burgen und ein paar Plätze, an denen die Geschichte des 20. Jahrhunderts sehr nah ist. Such dir einfach heraus, was zu deiner Reise passt, und verbinde es mit dem, was auf dem Weg liegt.
Danzig (Gdańsk) und die Ostseeküste
In Danzig verliebt man sich meistens schon auf dem ersten Spaziergang. Die schmalen, bunt bemalten Bürgerhäuser am Langen Markt, der Neptunbrunnen als Wahrzeichen der Stadt und die Marienkirche, eine der größten Backsteinkirchen der Welt, liegen nur ein paar Minuten auseinander. Von Berlin sind es gut 500 Straßenkilometer, du kannst also gut eine Woche einplanen und Stadt und Strand verbinden: In der Umgebung gibt es breite Sandstrände und viele Campingplätze.
TIPP: Wir fahren an die polnische Ostsee am liebsten mit Zelt oder Camper. Die Campingplätze liegen oft direkt hinter den Dünen im Kiefernwald, und in der Nebensaison hast du dort viel Platz.

Krakau (Kraków)
Krakau ist für viele die schönste Stadt Polens, und wir verstehen, warum. Der Hauptmarkt Rynek Główny gehört zu den größten mittelalterlichen Plätzen Europas, und in seiner Mitte stehen die Tuchhallen (Sukiennice), in denen heute Kunsthandwerk verkauft wird. Die Burg Wawel mit der Legende vom Krakauer Drachen gehört zum Pflichtprogramm, in den Innenhof kommst du kostenlos. Mit dem Auto sind es von Dresden gut 520, von Berlin knapp 600 Kilometer, viele fliegen deshalb lieber direkt nach Krakau.
TIPP: Buch deine Unterkunft in Krakau rechtzeitig. Die Stadt ist ein beliebtes Ziel für lange Wochenenden, und zentrale Zimmer sind dann schnell weg.
Nationalpark Białowieża und der letzte Urwald Europas
Ganz im Osten, an der Grenze zu Belarus, steht ein Stück Tieflandurwald, wie er früher große Teile Mitteleuropas bedeckt hat. Im streng geschützten Kern des Nationalparks wird seit Generationen kaum eingegriffen, umgestürzte Bäume bleiben einfach liegen. Hier lebt die größte frei lebende Wisentherde der Welt, mehrere Hundert Tiere. Wisente sind die größten Landsäugetiere Europas, und mit etwas Glück siehst du außerdem Elche, manchmal auch Spuren von Wölfen oder Luchsen. Wenn du noch überlegst, was man in Polen gesehen haben muss: das hier auf jeden Fall.
TIPP: Rund um den Park gibt es viele ungewöhnliche Unterkünfte. Gönn dir hier ruhig ein paar Nächte mitten in der Natur.
Łeba und der Łebsko-See
Łeba ist ein kleines Hafenstädtchen direkt am Slowinzischen Nationalpark. Weil hier fast immer Wind weht, treffen sich an der Küste Kite- und Windsurfer. Gleich hinter dem Ort liegt der Łebsko-See, der größte Küstensee Polens und nach Śniardwy und Mamry der drittgrößte See des Landes überhaupt. Wer die schönsten Seen Polens sucht, sollte hier einen Abstecher einplanen.

Jelenia Góra (Hirschberg), das Tor zum Riesengebirge
Das Riesengebirge kennen viele von der tschechischen Seite, die polnische ist dagegen noch erstaunlich ruhig. Jelenia Góra am Fuß der Berge ist der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen auf dieser Seite. Von Görlitz sind es nur rund 70 Kilometer. In der Stadt selbst erwarten dich ein Marktplatz mit barockem Rathaus und Laubenhäusern sowie die gotische Basilika St. Erasmus und Pankratius aus dem 14. und 15. Jahrhundert. So kannst du morgens durch die Altstadt bummeln und nachmittags schon in den Bergen sein.
Die Masurischen Seen
Masuren ist ein Land aus Wasser: Allein im Masurischen Seengebiet gibt es rund 2.700 Seen, die größer als ein Hektar sind, und viele davon sind durch Flüsse und Kanäle verbunden. Ideal zum Segeln, Kanufahren und Angeln. Die größten Seen Śniardwy (Spirdingsee) und Mamry (Mauersee) sind ein Revier für Segler, die kleineren Seen eignen sich gut für Familien mit Kindern. Von Berlin musst du mit gut acht Stunden Fahrt rechnen, Masuren ist eher etwas für einen längeren Urlaub als für ein Wochenende.
Die polnischen Malediven und der Park Gródek
Vielleicht hast du schon von den „polnischen Malediven“ gehört. Gemeint ist meist der Park Gródek in Jaworzno, ein ehemaliger Kalksteinbruch, der sich in einen türkisblauen See zwischen Felsen und Grün verwandelt hat. Um das Wasser führt ein schöner Spazierweg, zum Teil auf Holzstegen direkt über dem gefluteten Bruch. Ein toller Ausflug mit Kindern.
Pass aber auf, denn den Spitznamen tragen zwei Orte. Der zweite ist der ehemalige Steinbruch Zakrzówek in Krakau, in dem heute ein wunderschönes Freibad angelegt ist.

Swinemünde (Świnoujście) und die schönsten Strände Polens
Wohin ans Meer in Polen, wenn es schnell gehen soll? Nach Swinemünde auf Usedom, direkt hinter Ahlbeck. Von Berlin bist du in rund drei Stunden hier, und die breiten Strände mit feinem, hellem Sand gehören zu den schönsten der ganzen Küste. Der Leuchtturm Swinemünde ist der höchste an der polnischen Ostseeküste und einer der höchsten der Welt, oben erwarten dich gut 300 Stufen und ein weiter Blick. Dazu kommen das Fort Gerhard aus preußischer Zeit und der Aquapark Baltic Park Molo, wenn das Wetter mal nicht mitspielt.
Zoppot (Sopot)
Die längste Holzseebrücke Europas steht in Zoppot, ihr Spazierteil ist gut 500 Meter lang und das Wahrzeichen der Stadt. Zoppot ist der mondäne Badeort der Dreistadt: schicke Hotels, Spa und ein lebhaftes Nachtleben, dazu alte Villen und das schiefe Krumme Häuschen (Krzywy Domek) an der Flaniermeile. Allein bist du hier im Sommer allerdings nie, Zoppot ist eines der beliebtesten Ziele an der ganzen Küste.
Die Halbinsel Hel und ihre Strände
Der Name klingt nach Unterwelt, dabei ist die Halbinsel Hel einer der schönsten Flecken der polnischen Küste. Die schmale Nehrung hat auf beiden Seiten Strand: auf der einen die ruhige Bucht von Puck, auf der anderen die offene Ostsee mit Wellen, ideal zum Wind- und Kitesurfen. In Hel selbst gibt es eine Station für Kegelrobben (Fokarium), ein Fischereimuseum und Befestigungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Und auch hier kannst du günstig direkt am Meer zelten.

Die Hauptstadt Warschau (Warszawa)
Im Zweiten Weltkrieg wurde Warschau fast vollständig zerstört. Die Altstadt wurde danach so sorgfältig wiederaufgebaut, dass sie heute auf der UNESCO-Welterbeliste steht. Das Königsschloss, der Kulturpalast mit seiner Aussichtsterrasse hoch über der Stadt und der Łazienki-Park mit dem Palast auf der Insel gehören auf jede Liste der Polen Sehenswürdigkeiten. Von Berlin sind es knapp 580 Kilometer, und die Stadt ist auch mit dem Zug direkt erreichbar.
Breslau (Wrocław), die Stadt der Zwerge
Lust auf eine Städtereise, die nur gut drei Stunden von Dresden entfernt ist? Das Alte Rathaus von Breslau zählt zu den schönsten in Mitteleuropa, aber das eigentliche Markenzeichen der Stadt sind die kleinen Bronzezwerge. Seit 2005 werden es ständig mehr, inzwischen stehen Hunderte in den Gassen, an Hauseingängen und auf Laternenmasten. Ein bisschen verrückt, oder? Über den Zwergen solltest du aber die Dominsel (Ostrów Tumski) mit ihrer gotischen Kathedrale nicht vergessen, sie ist der älteste Teil der Stadt.
Die polnische Tatra und das Meerauge (Morskie Oko)
Dir ist die slowakische Hohe Tatra zu voll? Die polnische Seite ist genauso schön. Das Morskie Oko ist der meistbesuchte Ort der polnischen Tatra, zum Gletschersee führt eine bequeme asphaltierte Straße, die du sogar mit dem Kinderwagen schaffst. Beliebt ist auch der Gipfel des Giewont, dessen Silhouette über der Stadt an einen schlafenden Ritter erinnert. Ausgangspunkt ist natürlich Zakopane, die höchstgelegene Stadt Polens, rund 110 Kilometer südlich von Krakau. Es gibt aber viele weitere Täler, in denen deutlich weniger los ist.
TIPP: In der polnischen Tatra gibt es viele sehr schöne Wellnesshotels, nach der Wanderung geht es also direkt in den Pool oder in die Sauna.

Das Salzbergwerk Wieliczka
Dich faszinieren Bergwerke? Das Salzbergwerk Wieliczka ist eines der berühmtesten der Welt, steht auf der UNESCO-Liste und liegt nur etwa eine halbe Stunde von Krakau entfernt. Unter Tage erwartet dich die Kapelle der heiligen Kinga, bis hin zu den Kronleuchtern vollständig aus Salz geschnitzt. Die Besucherrouten führen tief hinab und erzählen von über 700 Jahren Salzabbau. Und wenn es im Sommer draußen heiß ist, ist es da unten angenehm kühl.
Der Slowinzische Nationalpark, Polens Sahara
Welche Polen Sehenswürdigkeiten würdest du in einer Wüste suchen? Eigentlich keine, und trotzdem gibt es an der Ostsee Wanderdünen, die man hier die Łebaer Sahara nennt. Die höchste, die Łącka Góra, reicht je nach Jahreszeit bis auf etwa 42 Meter über dem Meer und wandert jedes Jahr mehrere Meter landeinwärts. Rundherum wechseln sich Kiefernwälder, Seen und Moore ab. Der Park liegt direkt hinter Łeba am Meer, wenn du also Strandurlaub in Polen machst, halte hier auf jeden Fall an.
Tschenstochau (Częstochowa) und das Kloster Jasna Góra
Der wichtigste Wallfahrtsort Polens mit einem Kloster aus dem Jahr 1382 ist die Stadt Tschenstochau. Die Ikone der Schwarzen Madonna zieht jedes Jahr Millionen Pilger an, und auch wer nicht gläubig ist, spürt hier, wie viel dieser Ort für die Menschen in Polen bedeutet. Zum Komplex gehören mächtige Befestigungsmauern und ein reiches Museum.
Die Marienburg (Malbork), die größte Backsteinburg der Welt
Wusstest du, dass die flächenmäßig größte Burg der Welt in Polen steht? Die Marienburg ist die größte Burg aus gebranntem Ziegel und zugleich eines der größten Backsteinbauwerke überhaupt. Sie war der Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens und wirkt entsprechend monumental. Plane für die Besichtigung mindestens zwei Stunden ein. Von Danzig ist es nur eine knappe Stunde, die Burg passt also gut in einen Ostseeurlaub.

Auschwitz (Oświęcim)
Die Geschichte von Auschwitz kennt fast jeder, und viele waren schon mit der Schule hier. Ich auch. Das ehemalige Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ist heute eine große Gedenkstätte und ein Museum, hier wurden mehr als eine Million Menschen ermordet. Wenn du dich für Geschichte interessierst und diesen Ort mit eigenen Augen sehen willst, gehört er zu den wichtigsten des ganzen Landes. Stell dich aber darauf ein, dass der Besuch sehr traurig ist und manche an ihre Grenzen bringt. Trotzdem ist es ein Ort, den eigentlich jeder einmal gesehen haben sollte. Von Krakau sind es knapp 70 Kilometer.
TIPP: Am meisten nimmst du mit, wenn du die Gedenkstätte im Rahmen einer Führung mit Guide besuchst, denn ohne Erklärungen bleibt vieles unverständlich. Über GetYourGuide kannst du eine Führung vor Ort oder einen Tagesausflug ab Krakau buchen.
Kolberg (Kołobrzeg) an der Ostsee
Kolberg ist ein Kurort mit langer Tradition, die erste Solebadeanstalt wurde hier schon 1830 eröffnet. Solequellen, Moorheilschlamm und Seeklima machen die Stadt bis heute zu einem Ziel für Kuraufenthalte. Dazu kommen breite Sandstrände, ein historischer Leuchtturm an der Hafeneinfahrt und Wellnessangebote, die meist deutlich günstiger sind als in Westeuropa. Von Berlin fährst du gut drei Stunden.
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Thorn (Toruń), die Stadt des Kopernikus
Du magst schöne Altstädte? In Thorn wurde Nikolaus Kopernikus geboren, und die mittelalterliche Altstadt steht dank ihres fast unveränderten Netzes aus alten Gassen auf der UNESCO-Welterbeliste. Am Altstädter Markt steht das gotische Rathaus, und weil große Teile der Innenstadt autofrei sind, geht es hier angenehm ruhig zu. Probier unbedingt die Thorner Lebkuchen, die gibt es hier seit Jahrhunderten.

Energylandia, der größte Freizeitpark Polens
Du willst im Polenurlaub auch mal richtig Adrenalin? In Zator steht der größte Freizeitpark des Landes, er erstreckt sich über gut 70 Hektar und liegt rund 55 Kilometer westlich von Krakau. Energylandia hat inzwischen fast zwanzig Achterbahnen, darunter Hyperion, eine der höchsten und schnellsten Achterbahnen Europas. Ideal für einen Tagesausflug und für Familien, im Sommer hat außerdem ein Wasserpark geöffnet.
Die Hafenstadt Gdingen (Gdynia)
Die Strände sind kleiner als anderswo, dafür sauber und flach abfallend, deshalb ist Gdingen vor allem bei Familien mit Kindern beliebt. Anschauen kannst du hier zum Beispiel die Museumsschiffe, das moderne Aquarium und den Kościuszko-Platz mit seiner Mole und dem Blick aufs Meer. Gdingen ist die jüngste der drei Städte der Dreistadt, sie wurde erst in der Zwischenkriegszeit zur Hafenstadt ausgebaut, und ihre Architektur der Moderne unterscheidet sie deutlich von Danzig.
Die alte Stadt Lublin
Eine Altstadt auf einem Hügel über dem Flusstal, mit dem Kronentribunal auf dem Marktplatz und dem Krakauer Tor als Wahrzeichen: Das ist Lublin, die größte Stadt im Osten Polens. Hier gibt es viele historische Bauten und schöne Gassen, durch die du dich einfach treiben lassen kannst. Die Dominikanerkirche, deren Geschichte bis 1342 zurückreicht, gilt als schönstes Gotteshaus der Stadt und prägt die Silhouette der Altstadt.
Zamość
Die Renaissance-Perle auf der UNESCO-Welterbeliste ist Zamość, eine Idealstadt, die Ende des 16. Jahrhunderts nach italienischem Vorbild geplant wurde. Der Große Markt mit seinen Laubenhäusern gehört zu den am besten erhaltenen historischen Stadtanlagen Europas. Mich erinnert er ein bisschen an Budweis in Südböhmen, und das ist ein großes Kompliment. Wenn du in der Gegend bist, schau unbedingt vorbei.
Der Biebrza-Nationalpark und seine riesigen Feuchtgebiete
Der größte Nationalpark Polens schützt die größten Niedermoore des Landes. Im Biebrza-Nationalpark wurden über 270 Vogelarten nachgewiesen, und hier lebt eine der größten Elchpopulationen Mitteleuropas. Wer ein Fernglas mitbringt, sieht im Frühjahr Kraniche, Seggenrohrsänger und, mit Glück, Elche im Morgennebel. Wenn du also etwas Ruhe suchst und raus aus der Stadt willst, könnte es dir hier gefallen.
Der Nationalpark Ojców
Der kleinste Nationalpark Polens liegt keine halbe Autostunde nördlich von Krakau und bietet Kalkfelsen und rund 500 Höhlen, zwei davon, die Łokietek-Höhle und die Dunkle Höhle, kannst du besichtigen. Dazu kommen das Renaissanceschloss Pieskowa Skała und die Burgruine Ojców, die die Felslandschaft um ein Stück Geschichte ergänzen. Das bekannteste Fotomotiv ist die Herkuleskeule, eine einzelne Kalksteinsäule direkt neben dem Schloss.
Misdroy (Międzyzdroje)
Die Promenade der Stars ist das polnische Pendant zum Walk of Fame in Hollywood, mit Handabdrücken bekannter Schauspieler. Dazu kommen ein jährliches Filmfestival, eine schöne Seebrücke und gleich hinter dem Ort der Nationalpark Wolin mit bis zu 95 Meter hohen Steilküsten und einem Schaugehege für Wisente. Von Berlin sind es knapp 240 Kilometer, von Swinemünde nur ein kurzes Stück über die Insel Wolin.
Der Badeort Ustka (Stolpmünde)
Du suchst einen angenehmen Badeort für den Familienurlaub? Ustka hat zwei Hauptstrände, die durch die Mündung der Słupia getrennt sind. Der Oststrand ist lebhafter und hat viele Restaurants, der Weststrand ist ruhiger und weniger überlaufen. Den historischen Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert kannst du besichtigen und bis nach oben steigen.
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Das Märchenschloss Moszna
99 Türme und Türmchen machen das Schloss Moszna bei Oppeln zu einer echten Bühne. Eine Verteidigungsfunktion hatte es nie, deshalb hat es die Kriege ohne größere Schäden überstanden. Innen gibt es 365 Räume, außen einen bunten Mix aus Baustilen: Barock, Neugotik und Neorenaissance in einem einzigen Bau. Besonders schön ist es im Mai, wenn im Schlosspark die Azaleen blühen.

Die Fischerstadt Władysławowo
Władysławowo liegt am Beginn der rund 35 Kilometer langen Halbinsel Hel, und auf beiden Seiten findest du schöne Strände. Und wo ist die Ostsee in Polen am wärmsten? Die flache Bucht von Puck auf der Innenseite der Halbinsel erwärmt sich im Sommer meist schneller als das offene Meer. Surfen, Kiten, der Ocean Park mit lebensgroßen Modellen von Walen und Robben oder das Haus, das auf dem Kopf steht: Hier finden Aktive genauso etwas wie Familien mit Kindern.
Der Wallfahrtsort Kalwaria Zebrzydowska
Das UNESCO-Welterbe aus dem 17. Jahrhundert besteht aus einem Kloster, einer Basilika und über 40 Kapellen und Kirchen, die über die Hügel verteilt sind. Zusammen bilden sie den Weg nach Golgota nach, angelegt nach dem Vorbild Jerusalems. Die Prozessionen in der Karwoche ziehen Zehntausende Pilger an, und genau deshalb ist Kalwaria Zebrzydowska einer der bedeutendsten Orte seiner Art. Von Krakau sind es nur gut 35 Kilometer.
Bad Flinsberg (Świeradów-Zdrój) im Isergebirge
Der Kurort im Isergebirge mit seinen Mineralquellen ist ein schöner Ort zum Durchatmen, und von Görlitz bist du in einer knappen Stunde da. Das Herzstück ist die hölzerne Wandelhalle vom Ende des 19. Jahrhunderts mit dem historischen Brunnenpavillon, in dem du das Heilwasser probieren kannst. Im Winter locken moderne Skipisten, im Sommer Wanderwege durch die Wälder des Isergebirges.
Der Badeort Pobierowo
Was kann man in Polen in einem ruhigeren Badeort erleben? Pobierowo hat breite Sandstrände, gleich dahinter Kiefernwald, dazu Radwege, Wanderrouten und Sportplätze. Es gibt eine Reihe Cafés, in denen du auch mit dem Laptop sitzen kannst, und Restaurants mit traditioneller polnischer Küche. Der Ort liegt an der westpommerschen Küste zwischen Misdroy und Kolberg und ist deutlich ruhiger als die beiden.
Der Nationalpark Riesengebirge und seine Granitfelsen
Du willst das polnische Riesengebirge näher kennenlernen? Dann schau dir die Granitfelsen an, die der Wind in seltsame Formen geschliffen hat, etwa die Pilger (Pielgrzymy) oder den Mittagstein (Słonecznik). Dazu kommen das Hochmoor unter der Schneekoppe mit seltenen Pflanzen und der Wasserfall Kamieńczyk, mit 27 Metern der höchste auf der polnischen Seite des Gebirges, gleich bei Szklarska Poręba (Schreiberhau).
Trzęsacz und die Kirchenruine an der Steilküste
Das Dorf Trzęsacz ist bekannt für die Ruine der gotischen Nikolauskirche. Als sie gebaut wurde, stand sie knapp zwei Kilometer vom Meer entfernt, heute steht die letzte Mauer direkt an der Abbruchkante. Die Ostsee hat sich das Land Stück für Stück geholt. Rund um das Dorf gibt es Radwege und einen schönen Strand, den viele zu den schönsten der Küste zählen.

Die Christkönig-Statue in Świebodzin
36 Meter hoch ist die Statue in Świebodzin (Schwiebus), 33 Meter entfallen auf die Figur, drei auf die vergoldete Krone. Bei ihrer Einweihung 2010 war sie die höchste Christusstatue der Welt und überragte sogar den Cristo Redentor in Rio. Inzwischen ist sie auf Platz zwei gerutscht, denn im brasilianischen Encantado steht mittlerweile eine noch höhere. Świebodzin liegt nur rund 180 Kilometer östlich von Berlin, und die Figur ist von der Schnellstraße gut zu sehen. Wenn dich solche Kuriositäten reizen, ist das ein guter Zwischenstopp auf dem Weg nach Posen oder Breslau.
Posen (Poznań), die Wiege des polnischen Staates
Du suchst eine polnische Stadt, die noch nicht von Touristen überrannt ist? Posen empfängt dich mit dem Alten Markt aus dem 13. Jahrhundert, bunten Bürgerhäusern und einem Renaissancerathaus. Jeden Tag um zwölf Uhr mittags kommen über der Rathausuhr zwei mechanische Ziegenböcke heraus und stoßen die Hörner gegeneinander, dazu erklingt ein Trompetensignal, seit einigen Jahren auch um 15 Uhr. Besuch auch die Dominsel mit der Kathedrale, hier entstand vor über tausend Jahren der polnische Staat. Von Berlin sind es nur rund 270 Kilometer, Posen passt also sogar in ein langes Wochenende.
Kazimierz Dolny an der Weichsel
Du träumst von einem ruhigen Städtchen mit romantischer Atmosphäre? Kazimierz Dolny liegt am Ufer der Weichsel, etwa eine Autostunde westlich von Lublin, und gehört zu den malerischsten Orten im Osten Polens. Den Renaissancemarkt säumen Bürgerhäuser und Galerien, denn schon seit über hundert Jahren kommen Maler und Künstler hierher. Über der Stadt thront die Ruine einer gotischen Burg aus dem 14. Jahrhundert, von der du einen schönen Blick auf den Fluss hast.
Floßfahrt auf dem Dunajec in den Pieninen
Was kann man in Polen unternehmen, wenn man Wasser und Berge gleichzeitig mag? Mach eine Floßfahrt auf dem Dunajec, der sich durch einen spektakulären Durchbruch im Pieninen-Nationalpark an der Grenze zur Slowakei windet. Auf traditionellen Holzflößen steuern dich erfahrene Flößer durch die enge Schlucht zwischen steilen Kalkfelsen. Die Fahrt ist gemütlich und auch für Familien mit Kindern geeignet.
Die wilden Bieszczady
Dich reizt echte Wildnis? Die Bieszczady im äußersten Südosten Polens sind das wildeste Gebirge des Landes, hier leben noch Wölfe, Luchse und Bären. Am schönsten sind die sogenannten Poloninen, weite Bergwiesen oberhalb der Waldgrenze mit Blick bis in die Ukraine und die Slowakei. Du kannst auf den höchsten Gipfel, die Tarnica (1.346 m), steigen oder dich am Solina-Stausee erholen. Rechne aus Deutschland mit einer langen Anreise, das ist eher ein Ziel für eine ganze Woche.
TIPP: Die besten Ausgangspunkte für Touren in den Bieszczady sind die Dörfer Wetlina und Ustrzyki Górne. Unterkünfte in der Umgebung findest du auf Booking.
Schloss Fürstenstein (Zamek Książ)
Wusstest du, dass das drittgrößte Schloss Polens nur rund zwei Autostunden von Görlitz entfernt steht? Schloss Książ bei Wałbrzych (Waldenburg) ist nach der Marienburg und dem Wawel die größte Burganlage des Landes und das größte Schloss Schlesiens. Es thront auf einem Felssporn über bewaldeten Schluchten, sein Turm ist 47 Meter hoch. Im Zweiten Weltkrieg ließen die Nationalsozialisten unter dem Schloss ein Stollensystem in den Fels treiben, dessen genauer Zweck bis heute nicht vollständig geklärt ist.
Die norwegische Stabkirche Wang in Karpacz
Ein Stück Norwegen im polnischen Riesengebirge? Die hölzerne Kirche Wang in Karpacz (Krummhübel) stammt aus dem norwegischen Vang, wo sie um 1200 errichtet wurde. Im 19. Jahrhundert kaufte sie der preußische König Friedrich Wilhelm IV., ließ sie zerlegen und ins Riesengebirge bringen, 1844 wurde sie neu geweiht. Es ist eine sogenannte Stabkirche, deren Dach nicht auf Mauern, sondern auf mächtigen Holzpfosten ruht, und zum Schutz vor den Bergstürmen bekam sie einen steinernen Turm dazu. Von Görlitz sind es rund 85 Kilometer.
Die Wolfsschanze (Wilczy Szaniec)
Dich interessiert die Geschichte des Zweiten Weltkriegs? In der Wolfsschanze beim Dorf Gierłoż in Masuren hatte Adolf Hitler von 1941 bis 1944 sein wichtigstes Führerhauptquartier. In dem weitläufigen Waldgelände stehen bis heute die Reste massiver Betonbunker, viele davon gesprengt und halb eingestürzt. Genau hier scheiterte am 20. Juli 1944 das Attentat auf Hitler, das Claus Schenk Graf von Stauffenberg verübte. Für deutsche Besucher ist das ein besonders eindringlicher Ort.
Der Adlerhorst-Pfad und die Burg Ogrodzieniec
Was lohnt sich in Polen zwischen Krakau und Tschenstochau? Der Adlerhorst-Pfad (Szlak Orlich Gniazd), der auf rund 164 Kilometern etwa 25 Burgen und Wachtürme auf Kalkfelsen verbindet. Viele von ihnen ließ König Kasimir der Große im 14. Jahrhundert ausbauen, um die Handelswege zu schützen. Die bekannteste und größte ist die Burg Ogrodzieniec, deren romantische Ruine auf einem Felsgipfel steht, gut eine Stunde von Krakau entfernt.
Das Krakauer Viertel Kazimierz
Du magst Orte mit Geschichte? Kazimierz war jahrhundertelang das jüdische Viertel Krakaus und hat bis heute eine ganz eigene Atmosphäre. Hier findest du alte Synagogen, gemütliche Cafés und Bars und lebhafte Flohmärkte. Gleich auf der anderen Seite der Weichsel liegt die ehemalige Fabrik von Oskar Schindler, heute ein bewegendes Museum über die Zeit der deutschen Besatzung.
Warum sich eine Reise nach Polen lohnt
Aus Deutschland fahren viele nach Polen vor allem zum Tanken, Einkaufen oder auf den Polenmarkt hinter der Grenze, und das ist eigentlich schade. Polen ist ein unglaublich vielseitiges Land. Es gibt ursprüngliche Urwälder und Nationalparks, eine Ostseeküste mit langen Sandstränden und alte Städte, durch deren Gassen du stundenlang schlendern kannst. Dazu kommt, dass es von Berlin, Dresden oder Görlitz aus wirklich nah ist und du für Essen, Unterkunft und Eintritt meist weniger zahlst als zu Hause. In den touristischen Regionen und entlang der Grenze sprechen viele Menschen außerdem Deutsch oder Englisch.
Wann und wohin nach Polen: Reisezeit und Anreise aus Deutschland
Wann ist die beste Reisezeit für Polen? Ähnlich wie bei uns in Mitteleuropa hängt das davon ab, was du vorhast. Im Winter geht es in die Berge zum Skifahren, im Sommer ans Meer. Frühling und Herbst sind ideal für Wanderungen und Städtereisen. In den Sommerferien ist an den bekanntesten Orten genauso viel los wie an der deutschen Ostsee. Wenn du Menschenmassen aus dem Weg gehen willst, fahr im Mai oder in der zweiten Septemberhälfte.
Auch im Winter lohnt sich Polen, denn dann locken Skipisten und Weihnachtsmärkte, etwa in Breslau, Krakau oder Danzig. Den Tag beendest du am besten mit einem Bad in heißen Thermalbecken, davon gibt es rund um Zakopane gleich mehrere. Mit dem Auto bist du von Berlin in rund zwei Stunden in Stettin, in drei in Posen und in knapp vier in Breslau, von Dresden sind es gut drei Stunden bis Breslau. Eine Vignette brauchst du in Polen nicht, einige Autobahnabschnitte sind aber mautpflichtig, etwa auf der A2 bei Posen oder auf der A4 zwischen Katowice und Krakau. Mit dem Zug geht es von Berlin direkt nach Posen und Warschau, nach Danzig, Krakau und Warschau gibt es außerdem Direktflüge ab mehreren deutschen Flughäfen.
TIPP: Such dir auf Booking eine schöne Unterkunft und entdecke mal wieder etwas Neues, direkt vor der Haustür.
Urlaub an der polnischen Ostsee: warum sich die Küste lohnt
Die polnische Ostseeküste hat rund 500 Kilometer Sandstrand mit feinem Sand und flach abfallendem Wasser. Anders als an vielen anderen Zielen in Europa findest du hier auch in der Saison meist noch ein freies Stück Strand, ohne dich zwischen Liegestuhlreihen zu quetschen.
Das Meer ist weniger kalt, als man denkt, im Sommer erreicht es angenehme 18 bis 22 °C. Klare Seeluft mit dem Duft der Kiefernwälder, breite Strände für lange Spaziergänge und deutlich niedrigere Preise als in Spanien oder der Türkei machen die Küste zu einer guten Alternative, wenn du nicht fliegen willst. Im Grunde ist es die Fortsetzung der deutschen Ostsee, nur ruhiger und günstiger.
Wann an die polnische Ostsee?
Wenn du in Polen ans Meer willst: Die Hauptsaison dauert von Juni bis August, dann sind Luft (20 bis 25 °C) und Wasser (18 bis 22 °C) am wärmsten. Juli und August sind die vollsten Monate, mit den meisten Sonnentagen und dem wenigsten Regen. Vor oder nach der Hauptsaison ist das Meer kühler, dafür sind deutlich weniger Menschen unterwegs.

Wo übernachten in Polen?
Unterkünfte in Polen bieten meist ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für das Geld einer einfachen Pension in Deutschland bekommst du oft schon ein gutes Wellnesshotel mit Blick auf die Berge oder aufs Meer. Neue Hotels mit modernen Spa-Bereichen findest du vor allem in den Kurorten an der Küste und in den Bergregionen.
In historischen Städten wie Krakau oder Danzig nimm am besten eine Unterkunft im Zentrum, dann erreichst du die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß.
An der polnischen Ostsee sind Hotels mit direktem Strandzugang in Swinemünde, Zoppot oder Kolberg beliebt. Familiäre Pensionen und Ferienwohnungen findest du eher in kleineren Badeorten wie Ustka oder Pobierowo.
In den Bergen lohnen sich Wellnesshotels mit Tatrablick in Zakopane oder Kurhotels im Riesengebirge. Buch früh, vor allem in der Hauptsaison, denn gute Unterkünfte zu fairen Preisen sind schnell vergeben.
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Polen Sehenswürdigkeiten: häufige Fragen (FAQ)
Was muss man in Polen gesehen haben?
Krakau – historische Königsstadt mit der Burg Wawel, der Kathedrale und dem riesigen Hauptmarkt Rynek Główny.
Warschau – Hauptstadt mit der originalgetreu wiederaufgebauten Altstadt (UNESCO), dem Königsschloss und dem Łazienki-Park.
Danzig – Hansestadt an der Ostsee mit bunten Bürgerhäusern, dem Neptunbrunnen und Stränden gleich um die Ecke.
Breslau – Stadt der Zwerge, mit der gotischen Kathedrale auf der Dominsel und einem prächtigen Rathaus am Markt.
Nationalpark Białowieża – Europas letzter Tieflandurwald mit frei lebenden Wisenten.
Polnische Tatra und Morskie Oko – Hochgebirge mit Gletschersee, das beliebteste Ausflugsziel rund um Zakopane.
Masurische Seen – ein Paradies für Segler, Kanuten und Angler.
Slowinzischer Nationalpark – Wanderdünen an der Ostsee, die polnische Sahara.
Salzbergwerk Wieliczka – unterirdische Welt mit der aus Salz gehauenen Kinga-Kapelle.
Marienburg – die größte Backsteinburg der Welt und einstiger Sitz des Deutschen Ordens.
Halbinsel Hel – Strände für Familien und Surfer, Robbenstation und Fischertradition.
Zoppot – Badeort mit der längsten Holzseebrücke Europas und lebhaftem Nachtleben.
Swinemünde – breite Strände, Leuchtturm und Kurortflair direkt an der deutschen Grenze.
Auschwitz – Gedenkstätte und Museum, die an die Opfer des Holocaust erinnern.
Zamość – Renaissancestadt auf der UNESCO-Liste, oft „Perle der Renaissance“ genannt.
Thorn – Geburtsort von Nikolaus Kopernikus mit gut erhaltener mittelalterlicher Altstadt (UNESCO).
Energylandia – der größte Freizeitpark Polens mit fast zwanzig Achterbahnen.
Moszna – Märchenschloss mit 99 Türmen und einem Mix verschiedener Baustile.
Tschenstochau – Jasna Góra – der wichtigste Wallfahrtsort Polens mit der Ikone der Schwarzen Madonna.
Christkönig-Statue in Świebodzin – eine der höchsten Christusstatuen der Welt.
Was isst man in Polen typischerweise?
Die polnische Küche ist herzhaft und richtig gut. Am bekanntesten sind Pierogi, Teigtaschen mit Fleisch, Kartoffeln und Quark, Sauerkraut und Pilzen oder, als süße Variante, mit Obst. Dazu gehören Pyzy (gefüllte Kartoffelklöße), die kräftige Kuttelsuppe Flaki, die säuerliche Mehlsuppe Żurek und Bigos, ein Eintopf aus Sauerkraut, Fleisch und Gewürzen, der stundenlang schmort. In den Bergen solltest du unbedingt Oscypek probieren, einen geräucherten Schafskäse aus der Tatra. Und für die Heimfahrt: Krówki, weiche Milchkaramellen, gibt es in jedem Supermarkt.
Bezahlt man in Polen mit Euro oder Złoty?
Die Währung in Polen ist der Złoty (PLN). Stand September 2026 bekommst du für einen Euro rund 4,35 Złoty. Am einfachsten zahlst du mit Karte: Visa, Mastercard und Maestro werden fast überall akzeptiert, auch an Tankstellen, in kleinen Läden, in Restaurants und oft direkt im Bus oder in der Straßenbahn. Fragt das Kartenterminal, ob du in Euro oder Złoty zahlen willst, wähl immer Złoty, sonst rechnet der Händler zu seinem meist schlechteren Kurs um. Euro nehmen manche Geschäfte in Grenznähe an, günstig ist das aber selten. Bargeld brauchst du vor allem auf Märkten, in kleinen Dörfern und für kleine Beträge.
Was sollte man in Polen unbedingt gesehen haben, wenn man wenig Zeit hat?
Wenn du nur ein paar Tage hast, konzentrier dich auf eine Region. Rund um Krakau liegen das Salzbergwerk Wieliczka mit der Kinga-Kapelle, die Gedenkstätte Auschwitz und das jüdische Viertel Kazimierz, und nach Zakopane unter der Tatra ist es auch nicht weit. Im Norden verbindest du Danzig und Zoppot mit der Marienburg und dem Slowinzischen Nationalpark bei Łeba mit seinen Wanderdünen. In Warschau lohnen sich die Altstadt, der Łazienki-Park und das barocke Schloss Wilanów, in Breslau die gotische Kathedrale St. Johannes der Täufer auf der Dominsel. Wer Natur sucht, fährt in den Urwald von Białowieża, wer Architektur liebt, nach Zamość mit seiner Renaissance-Altstadt auf der UNESCO-Liste.
Welche Sehenswürdigkeiten in Polen liegen nahe der deutschen Grenze?
Mehr, als viele denken. Auf Usedom beginnt Swinemünde direkt hinter Ahlbeck, gleich daneben liegen Misdroy und der Nationalpark Wolin. Stettin erreichst du von Berlin in rund zwei Stunden. Im Süden sind von Görlitz aus Jelenia Góra (rund 70 km), Bad Flinsberg im Isergebirge (knapp 50 km) und Karpacz mit der Stabkirche Wang (rund 85 km) schnell erreichbar, Schloss Książ liegt etwa zwei Stunden entfernt. Und auf dem Weg von Berlin nach Posen kommst du an der Christkönig-Statue in Świebodzin vorbei.
Wann ist die beste Reisezeit für Polen?
Für Städtereisen und Wanderungen sind Mai, Juni und September ideal: angenehme Temperaturen und weniger Menschen als im Hochsommer. An der Ostsee ist von Juni bis August Badesaison, das Wasser erreicht dann meist 18 bis 22 °C, Juli und August sind aber auch die vollsten Monate. Die Tatra ist im Sommer und Frühherbst am schönsten zum Wandern, im Winter kommst du zum Skifahren, für die Weihnachtsmärkte in Breslau, Krakau oder Danzig und für die Thermalbäder rund um Zakopane.
Braucht man in Polen eine Vignette?
Nein, eine Vignette wie in Österreich oder Tschechien gibt es in Polen nicht. Einige Autobahnabschnitte sind aber mautpflichtig, zum Beispiel Teile der A2 zwischen der deutschen Grenze und Posen oder die A4 zwischen Katowice und Krakau. Bezahlt wird je nach Abschnitt an der Mautstelle oder elektronisch per App. Welche Strecken gerade betroffen sind und wie viel sie kosten, prüfst du am besten kurz vor der Reise, denn die Regeln haben sich in den letzten Jahren mehrfach geändert.
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