Slowakei · 11.8.2026

Kammwanderung Malá Fatra: Route in 1 bis 3 Tagen und wo du übernachtest

Hřeben Malé Fatry v létě, v pozadí špičatý vrchol Velkého Rozsutce

Aktualizováno 23.9.2026

Wer aus Deutschland zum Wandern in die Slowakei fährt, hat meistens die Hohe Tatra im Kopf. Dabei liegt auf dem Weg dorthin, direkt über der Waag bei Žilina, ein Kamm, der für zwei, drei Tage kaum zu schlagen ist. Die Kammwanderung Malá Fatra folgt der roten Markierung über die Grasgipfel der Krivánska Malá Fatra, bleibt fast die ganze Zeit oberhalb der Waldgrenze, und zwischen Chleb und Rozsutec liegt dir halb Nordslowakei zu Füßen. Unterschätzen solltest du sie trotzdem nicht: Der ganze Kamm misst rund 35 Kilometer, und im Aufstieg kommen etwa 3.000 Höhenmeter zusammen.Hier liest du, wo die Route genau verläuft, welche drei Varianten es je nach verfügbarer Zeit gibt, wo du am Kamm schlafen darfst und wo nicht, wo du Wasser findest, wie du zum Start und vom Ziel zurück kommst und was dich im Winter oben erwartet.

Kammwanderung Malá Fatra auf einen Blick

  • Route: rote Markierung von Nezbudská Lúčka (gegenüber von Strečno) bis Zázrivá, über den Suchý, beide Kriváň-Gipfel, Chleb, Steny, Stoh, Medziholie und Veľký Rozsutec.
  • Komplette Überschreitung: rund 35 km, etwa 3.000 Höhenmeter im Aufstieg, reine Gehzeit über 15 Stunden. Realistisch in 2 bis 3 Tagen.
  • Kurzversion: mit der Kabinenbahn von Vrátna aufs Snilovské sedlo und über den Kamm nach Štefanová, grob 14 km in 6 bis 7 Stunden.
  • Übernachten: Chata pod Chlebom (1.423 m) und Chata pod Suchým (rund 1.070 m). Wildes Biwakieren ist verboten, das Zelt darf nur im Umkreis von 100 m um die Hütten stehen.
  • Höchster Punkt: Veľký Kriváň, 1.709 m.
  • Achtung: Vom 1. März bis 15. Juni ist der Abschnitt Medziholie – Veľký Rozsutec – Medzirozsutce gesperrt.
  • Anreise: aus Deutschland meist mit dem Auto (ab Dresden rund 555 km bis Žilina), vor Ort mit dem Zug von Žilina zur Haltestelle Nezbudská Lúčka-Strečno, zurück mit dem Bus von Štefanová nach Žilina.

Was die Kammwanderung Malá Fatra ist und wo sie verläuft

Die Malá Fatra, auf Deutsch Kleine Fatra, besteht aus zwei Teilen, die bei Strečno von der Waag getrennt werden: der nördlichen Krivánska und der südlichen Lúčanská Malá Fatra. Wenn Slowaken von der Kammwanderung Malá Fatra sprechen, der „hrebeňovka“, meinen sie fast immer den nördlichen Teil. Er liegt im Nationalpark und hat die schönsten offenen Graskämme. Gelaufen wird auf der roten Markierung, über die hier auch der europäische Fernwanderweg E3 führt, klassisch von Nezbudská Lúčka gegenüber von Strečno auf der anderen Seite der Waag bis nach Zázrivá. Unterwegs gehst du über diese Gipfel und Sättel, rauf und wieder runter:
  • die Burgruine Starý hrad, den Plešel (981 m) und den Anstieg zur Chata pod Suchým (rund 1.070 m)
  • Suchý (1.468 m), Stratenec (1.513 m) und den Sattel Priehyb
  • Malý Kriváň (1.671 m), den Sattel Bublen und den Pekelník
  • Veľký Kriváň (1.709 m), den höchsten Gipfel des Gebirges
  • das Snilovské sedlo (1.524 m), unter das die Seilbahn aus Vrátna fährt
  • Chleb (1.646 m), Hromové (1.636 m) und den schmalen Abschnitt Steny
  • Poludňový grúň (1.446 m), das Stohové sedlo und den Stoh (1.607 m)
  • den Sattel Medziholie (1.185 m), den Veľký Rozsutec (1.610 m) und den Abstieg über das Sedlo Medzirozsutce nach Štefanová oder Zázrivá
Das Herzstück ist der Abschnitt zwischen Chleb und Stoh. Der Kamm ist hier nur wenige Meter breit, links und rechts fallen die Hänge in die Täler ab, und auf den Steny läufst du direkt an der Kante. Ketten gibt es dort keine, aber bei Nässe und Nebel musst du genau hinschauen, wohin du trittst. Einen Überblick über alle anderen Touren im Gebirge, von den Schluchten bis zu den Aussichtsgipfeln, findest du in unserem Artikel Kleine Fatra wandern.Grüne Kämme der Kleinen Fatra mit Bergen im Hintergrund

Kammwanderung Malá Fatra: 3 Varianten je nach Zeit

Drei freie Tage am Stück hat nicht jeder. Zum Glück lässt sich der Kamm auch in kleineren Portionen gehen, und selbst die kürzeste Variante nimmt den schönsten Teil mit.

1. Tagestour mit der Seilbahn

Der schnellste Weg, das Beste vom Kamm an einem einzigen Tag zu erleben. Von Vrátna fährst du mit der Kabinenbahn unter das Snilovské sedlo (Bergstation 1.494 m) und sparst dir damit 750 Höhenmeter Aufstieg. Von dort gehst du auf Rot über Chleb, Steny, Poludňový grúň und Stoh bis zum Sattel Medziholie und steigst nach Štefanová ab.
  • Länge: laut Karte grob 14 km
  • Höhenmeter: etwa 600 m hinauf, 1.400 m hinunter
  • Zeit: 6 bis 7 Stunden reine Gehzeit
  • Anspruch: mittel, der lange Abstieg geht in die Knie
Den höchsten Gipfel nimmst du ohne großen Aufwand mit: Vom Snilovské sedlo sind es auf den Veľký Kriváň nur rund 185 Höhenmeter mehr, von der Bergstation rechnet der Betreiber mit etwa 40 Minuten.
💡 Tipp: Die Betriebszeiten der Seilbahn ändern sich mit der Saison und hängen vom Wetter ab. Im September 2026 fährt sie laut Betreiber montags bis donnerstags von 9:00 bis 16:30 Uhr zu jeder vollen Stunde, freitags bis sonntags von 8:30 bis 17:00 Uhr durchgehend; den aktuellen Stand findest du auf vratna.sk. Nimm eine der ersten Kabinen. Wenn um zwei Uhr nachmittags ein Gewitter aufzieht, gibt es auf dem offenen Kamm keinen Unterschlupf.

2. Zwei Tage mit Übernachtung auf der Hütte

Für uns das vernünftigste Verhältnis von Aufwand und Erlebnis. Am ersten Tag steigst du auf den Kamm, entweder mit der Seilbahn aus Vrátna oder zu Fuß von Šútovo, nimmst den Veľký Kriváň und den Chleb mit und schläfst in der Chata pod Chlebom. Am zweiten Tag kommt der schönste Teil über die Steny und den Stoh bis Medziholie, danach geht es hinunter nach Štefanová.
  • Länge: insgesamt etwa 23 bis 25 km
  • Höhenmeter: rund 1.500 m im Aufstieg
  • Zeit: am ersten Tag 4 bis 5 Stunden, am zweiten 6 bis 7 Stunden
  • Anspruch: mittel bis schwer, vor allem wegen des zweiten Tages
Der Aufstieg von Šútovo ist die schönere Alternative zur Seilbahn, und Šútovo hat sogar eine Bahnhaltestelle (Šútovo – Rakovo). Die blaue Markierung führt am Šútovský vodopád vorbei, mit 38 Metern dem größten Wasserfall der Kleinen Fatra, und über die Quellen Mojžišove pramene hinauf. Bis zur Chata pod Chlebom rechnet die Hütte mit rund drei Stunden. Der Veľký Kriváň liegt dann nicht direkt am Weg, du holst ihn am Abend oder am nächsten Morgen als kurzen Abstecher über das Snilovské sedlo nach.

3. Die komplette Überschreitung der Krivánska Malá Fatra

Der ganze Kamm von Anfang bis Ende: von Nezbudská Lúčka über den Suchý, beide Kriváň, Chleb, Stoh und Rozsutec bis nach Zázrivá.
  • Länge: knapp 35 km auf dem Kamm
  • Höhenmeter: rund 3.000 m im Aufstieg, je nach Quelle und Endpunkt zwischen 2.900 und 3.070 m
  • Zeit: reine Gehzeit über 15 Stunden, also 2 zügige oder 3 entspannte Tage
  • Anspruch: konditionell schwer, technisch mittel
Wer dann noch nicht genug hat, hängt die Lúčanská Malá Fatra bis zum Fačkovské sedlo an. Die Überschreitung beider Teile misst je nach Start und Ziel rund 80 Kilometer mit deutlich über 6.000 Höhenmetern und braucht vier bis fünf Tage. Wie sich die Nachbarin im Süden anfühlt, liest du übrigens in unserem Artikel Große Fatra wandern.
VarianteLängeHöhenmeterZeitAnspruch
Kurzversion mit Seilbahn (Snilovské sedlo bis Štefanová)ca. 14 km+600 / -1.400 m6 bis 7 h, 1 Tagmittel
Zwei Tage mit Hüttenübernachtung23 bis 25 kmca. +1.500 m2 Tagemittel bis schwer
Komplette Überschreitung der Krivánska Malá Fatraca. 35 kmca. +3.000 m2 bis 3 Tageschwer
Überschreitung der ganzen Malá Fatra (bis zum Fačkovské sedlo)ca. 80 kmüber +6.000 m4 bis 5 Tagesehr schwer

In welche Richtung und warum

Die meisten gehen von Strečno Richtung Terchová. Dafür gibt es drei gute Gründe. Den berüchtigt langen Anstieg von Medziholie auf den Stoh läufst du in dieser Richtung bergab. Die beiden Hütten liegen genau dort, wo die Etappen enden: am ersten Abend die Chata pod Suchým, am zweiten die Chata pod Chlebom. Und du kommst in Štefanová oder Terchová an, wo der Bus fährt und es Unterkünfte, Essen und Parkplätze gibt.Die Gegenrichtung hat Sinn, wenn du den Veľký Rozsutec gleich am ersten Tag haben willst, solange die Beine noch frisch sind. Dafür wartet dann ein harter Einstieg auf dich.
💡 Tipp: Geh unter der Woche. Der Abschnitt vom Snilovské sedlo bis zum Poludňový grúň ist wegen der Seilbahn der meistbesuchte Ort des ganzen Gebirges, und an einem Samstagnachmittag stehst du dort im Stau.
Kleine Fatra
Kleine Fatra

Übernachten am Kamm und im Tal

Direkt am Kamm stehen zwei Hütten, eine dritte liegt knapp darunter. Alle drei haben das ganze Jahr geöffnet:
  • Chata pod Chlebom (1.423 m) ist die höchstgelegene Hütte im Nationalpark, rund 30 Minuten von der Bergstation der Seilbahn. Geschlafen wird in zwei Neunbettzimmern, einem Fünfbettzimmer und im Dachgeschoss, ein Bett mit Bettwäsche kostet 29 € pro Person ohne Frühstück, dazu kommen 0,70 € Ortstaxe. Die Reservierung gilt erst, wenn die Hütte sie bestätigt hat, fürs Wochenende wird eine Vorauszahlung verlangt. Hunde sind nicht erlaubt, und auf dem Boden im eigenen Schlafsack darfst du hier nicht übernachten.
  • Chata pod Suchým (rund 1.070 m) hat 62 feste Betten in Vier-, Acht- und Zwölfbettzimmern und zwei Matratzenlager für je sieben bis acht Leute. Ein Bett kostet 25 € inklusive Ortstaxe, eine Matratze im eigenen Schlafsack 20 €, warmes Wasser in der Dusche gibt es per Marke für 2 €. Reserviert wird nur per E-Mail oder SMS, bezahlen kannst du bar oder mit Karte.
  • Chata na Grúni (973 m) liegt ein Stück unter dem Kamm, von Štefanová bist du in etwa einer Stunde oben, vom Poludňový grúň führt ein steiler gelber Weg in rund 45 Minuten hinunter. Die aktuellen Preise für Übernachtung mit Frühstück oder Halbpension erfragst du direkt bei der Hütte.
Freies Biwakieren am Kamm ist verboten. Laut Besucherordnung des Nationalparks darfst du nur im Umkreis von 100 Metern um die bestehenden Hütten zelten oder biwakieren: an der Chata pod Chlebom, der Chata pod Suchým, der Chata na Grúni und der Chata na Kľačianskej Magure. An der Chata pod Chlebom kostet das eigene Zelt 10 € pro Nacht, Dusche und Toiletten der Hütte bis 22 Uhr inklusive, reservieren musst du dafür nicht. An der Chata pod Suchým zahlst du 2 € pro Person.Vor oder nach der Tour sind Terchová und Štefanová die praktischste Basis. Unterkunft in Terchová finden →, mehr Tipps stehen in unserem Artikel über Unterkünfte in der Kleinen Fatra.

Und wo du im Tal schläfst. Vor dem Aufstieg und nach dem Abstieg wohnst du am besten in Terchová, Štefanová oder im Tal Vrátna. Campingplatz oder Touristenherberge kosten grob 15 bis 25 € pro Person und Nacht, ein Doppelzimmer mit Frühstück in einer Pension in Terchová ungefähr 60 bis 90 €. Es lohnt sich, an den beiden Enden der Überschreitung zu übernachten, damit du nicht fürs Auto zurückfahren musst. Die einzelnen Orte vergleichen wir im Artikel über Unterkünfte in der Kleinen Fatra, die Preise siehst du im Angebot an Unterkünften in Terchová und Umgebung.

Wasser und Einkehr unterwegs

Das ist die größte Schwäche der Kammwanderung. Auf dem Kamm selbst gibt es kein Wasser. Die Quellen liegen in den Sätteln ein Stück unterhalb, und du musst zu ihnen absteigen: am Príslop unter dem Suchý, am Sattel Bublen, unter Medziholie und unter dem Sedlo Medzirozsutce. In trockenen Sommerwochen fließen sie nur schwach, und bis eine Anderthalbliterflasche voll ist, vergehen schon mal fünf Minuten.Verlässlich Wasser und ein warmes Essen bekommst du auf den Hütten, ein Abendessen kostet dort grob 7 bis 10 €. Etwas zu essen gibt es außerdem am Snilovské sedlo bei der Seilbahn.
💡 Tipp: Nimm mindestens 2 Liter pro Person und Tag mit, bei Hitze 3. Füll immer auf der Hütte auf und verlass dich nicht darauf, dass es „schon bis zur nächsten Quelle reicht“.

Anreise aus Deutschland, zum Start und vom Ziel zurück

Aus Deutschland kommst du am bequemsten mit dem Auto. Bis Žilina sind es ab Dresden rund 555 Kilometer (gut sechs Stunden), ab Berlin rund 670 und ab München rund 690 Kilometer, jeweils etwa sieben Stunden reine Fahrzeit. Je nach Route brauchst du eine Vignette für Tschechien oder Österreich und eine für die Slowakei. Mit der Bahn geht es über Prag oder Wien nach Žilina. Die nächsten Flughäfen sind Krakau (rund 185 Straßenkilometer bis Štefanová), Kattowitz (rund 205 km) und Wien (rund 290 km); welche Verbindungen es gerade ab BER, MUC, FRA, DUS oder HAM gibt, prüfst du am besten bei den Airlines selbst.Vor Ort bleibt die klassische Frage: Wie kommst du nach der Überschreitung wieder zum Start?
  • Mit dem Zug: Von Žilina fährt ein Regionalzug auf der Strecke Richtung Vrútky zur Haltestelle Nezbudská Lúčka-Strečno, die Fahrt dauert nur wenige Minuten. Strečno und Nezbudská Lúčka liegen einander an der Waag gegenüber und sind durch eine Eisenbahnbrücke, einen Fußgängersteg und eine Fähre verbunden.
  • Mit dem Bus: Ab dem Busbahnhof Žilina, der direkt neben dem Bahnhof liegt, fährt die Regionallinie über Terchová ins Tal Vrátna, mit Haltestellen in Terchová, Štefanová und Vrátna.
  • Mit dem Auto: Der Haken ist, dass du woanders ankommst, als du losgegangen bist. Am einfachsten lässt du das Auto in Štefanová stehen (von Žilina rund 30 km), fährst morgens mit Bus und Zug zum Start und läufst abends zum Auto zurück. Das Parken kostet dort ein paar Euro am Tag. Zu zweit oder zu dritt lohnt sich auch ein Taxi zum Start, auf der Straße sind es von Štefanová nach Strečno nur rund 24 Kilometer.
Wenn du die Tour mit einer Rundreise verbinden willst, findest du Ideen in unserem Artikel Slowakei Sehenswürdigkeiten.

Wetter und Gewitter auf dem offenen Kamm

Der Kamm der Krivánska Malá Fatra ist mit Gras bewachsen und bietet fast keine Deckung. Zwischen Chleb und Stoh kannst du weder vor einem Gewitter noch vor der Sonne irgendwohin flüchten, und genau das ist das zentrale Sicherheitsthema der ganzen Tour.
  • Brich früh auf. Im Sommer bilden sich Gewitter typischerweise am Nachmittag, ideal ist es, bis 15 Uhr vom Kamm herunter zu sein.
  • Der Nebel hier ist berüchtigt. Er kann so dicht werden, dass du die nächste Markierung nicht mehr siehst. Hab eine Offline-Karte und ein geladenes Handy dabei.
  • Wind und Sonne. Oben weht es auch im Sommer, und ohne Schatten verbrennst du dich schneller, als du denkst. Windjacke, Mütze und Sonnencreme gehören immer in den Rucksack.

Was du einpacken solltest

Weil wir ziemlich oft in den Bergen unterwegs sind, haben wir dir eine kleine Liste zusammengestellt, was du nicht vergessen solltest.
  • Knöchelhohe Schuhe mit guter Sohle und Wanderstöcke, der Abstieg vom Stoh ist lang
  • 2 bis 3 Liter Wasser pro Person und Tag
  • Regenjacke und eine warme Schicht, auch im August
  • Stirnlampe, Erste-Hilfe-Set, Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor
  • Bargeld in Euro, denn nicht jede Hütte nimmt Karte
  • Schlafsack oder Hüttenschlafsack, je nachdem, was die jeweilige Hütte verlangt

Kammwanderung Malá Fatra im Winter

Die Winterüberschreitung ist eine andere Disziplin. Große Teile des Kamms sind mit Stangen markiert, auch der Weg vom Snilovské sedlo zur Chata pod Chlebom, sodass du dich bei schlechtem Wetter leichter zurechtfindest. Die Abschnitte oberhalb der Waldgrenze sind aber oft hart gefroren und vereist.
  • Ohne Steigeisen geht es nicht, und zwar mit echten Wandersteigeisen. Grödel und Kettenspikes reichen hier nicht. Ein Pickel und die Technik, einen Sturz damit abzufangen, sind auf den Querungen Gold wert.
  • Die Lawinengefahr ist real. Der Abschnitt vom Suchý zum Malý Kriváň und über den Bublen gilt im Winter als orientierungstechnisch anspruchsvoll und führt durch Lawinengelände. Wie er gerade markiert und begehbar ist, erfährst du bei der Bergwacht (Horská záchranná služba) in Vrátna. Bei schlechter Sicht und erhöhter Lawinenwarnstufe lass ihn aus.
  • Die Tage sind kurz, und im Winter darfst du dich im Nationalpark außerdem nur zwischen 7:00 und 18:00 Uhr auf den Wegen bewegen.
Wer zum ersten Mal im Winter auf den Kamm geht, fängt am besten mit der Kurzversion ab der Seilbahn an.

Sperrungen und Regeln im Nationalpark

Der rot markierte Hauptkamm ist das ganze Jahr offen, im Nationalpark gilt aber vom 1. März bis 15. Juni eine Frühjahrssperre auf drei Wegen, damit die Tiere ihren Nachwuchs in Ruhe aufziehen können. Einer davon ist das Finale der Kammwanderung:
  • Medziholie – Veľký Rozsutec – Medzirozsutce (rot)
  • Obšívanka – Malé nocľahy (blau)
  • Vendovka – Malý Kriváň (blau)
Bis zum 15. Juni kannst du den Rozsutec also nicht vom Kamm aus mitnehmen und musst von Medziholie nach Štefanová oder Zázrivá absteigen. Die Jánošíkove diery betrifft die Frühjahrssperre nicht, die Horné diery sind allerdings im Winter geschlossen.Außerdem gilt: Auf den markierten Wegen darfst du dich vom 16. April bis 31. Oktober zwischen 6:00 und 21:00 Uhr bewegen, vom 1. November bis 15. April zwischen 7:00 und 18:00 Uhr. Hunde nur an der Leine. Wildes Zelten und Biwakieren abseits der Hütten ist verboten.

Die häufigsten Fehler auf der Kammwanderung

  • Das Wasser unterschätzen. Auf dem Kamm gibt es keins, und die Quellen in den Sätteln tröpfeln bei Trockenheit nur.
  • Zu spät losgehen. Ein Nachmittagsgewitter auf den Steny ist das unangenehmste Szenario, das du hier erleben kannst.
  • Die Hütte nicht reservieren. Die Chata pod Chlebom hat nur wenige Zimmer und ist in der Saison an Wochenenden oft voll.
  • Den Rozsutec im Mai einplanen. Bis zum 15. Juni ist der Abschnitt über den Gipfel gesperrt.
  • Das Auto am Start stehen lassen. Die Überschreitung endet woanders, als sie beginnt. Kläre die Rückfahrt, bevor du losgehst.
  • Einen schweren Rucksack schleppen. Dank der Hütten brauchst du weder Zelt noch Kocher.
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Häufige Fragen zur Kammwanderung Malá Fatra

Wie lang ist die Kammwanderung Malá Fatra? Die klassische Überschreitung der Krivánska Malá Fatra von Nezbudská Lúčka nach Zázrivá misst knapp 35 km mit rund 3.000 Höhenmetern im Aufstieg. Die reine Gehzeit liegt bei über 15 Stunden, deshalb teilt man sie auf zwei bis drei Tage auf. Die Kurzversion mit der Seilbahn vom Snilovské sedlo nach Štefanová schaffst du in 6 bis 7 Stunden.Wo kann man am Kamm der Kleinen Fatra übernachten? Direkt am Kamm gibt es zwei Hütten: die Chata pod Chlebom auf 1.423 m (Bett mit Bettwäsche 29 € plus 0,70 € Ortstaxe) und die Chata pod Suchým auf rund 1.070 m (Bett 25 €, Matratzenlager 20 €). Knapp darunter liegt die Chata na Grúni. Alle haben ganzjährig geöffnet, in der Saison solltest du vorher reservieren.Darf man in der Kleinen Fatra wild zelten oder biwakieren? Nein. Die Besucherordnung des Nationalparks erlaubt Zelt und Biwak nur im Umkreis von 100 Metern um die bestehenden Hütten. An der Chata pod Chlebom kostet das eigene Zelt 10 € pro Nacht inklusive Dusche, an der Chata pod Suchým 2 € pro Person.Was kostet die Seilbahn in Vrátna und wann fährt sie? Laut Preisliste des Betreibers kostet die Berg- und Talfahrt 25 € für Erwachsene, 22 € für Jugendliche und Senioren und 20 € für Kinder von 7 bis 12 Jahren, online jeweils einen Euro weniger. Kinder bis 6 fahren in Begleitung gratis. Die Fahrt dauert etwa 8 Minuten, die Betriebszeiten ändern sich mit der Saison, im September 2026 etwa Montag bis Donnerstag 9:00 bis 16:30 Uhr und Freitag bis Sonntag 8:30 bis 17:00 Uhr.Ist ein Teil der Kammwanderung im Frühjahr gesperrt? Ja. Vom 1. März bis 15. Juni ist der Abschnitt Medziholie – Veľký Rozsutec – Medzirozsutce gesperrt, dazu die Wege Obšívanka – Malé nocľahy und Vendovka – Malý Kriváň. Der rot markierte Hauptkamm bleibt offen, nur den Rozsutec musst du in dieser Zeit auslassen.Kann man die Kammwanderung Malá Fatra im Winter gehen? Ja, aber als vollwertige Wintertour. Große Teile des Kamms sind mit Stangen markiert, der Weg ist jedoch oft vereist, und du brauchst echte Steigeisen statt Grödel sowie einen Pickel. Der Abschnitt vom Suchý zum Malý Kriváň und über den Bublen führt durch Lawinengelände, frag vorher bei der Bergwacht in Vrátna nach den Verhältnissen. Im Winter darfst du dich im Nationalpark nur zwischen 7:00 und 18:00 Uhr auf den Wegen bewegen.Gibt es unterwegs Wasser? Auf dem Kamm selbst nicht. Die Quellen liegen in den Sätteln darunter (Príslop, Bublen, unter Medziholie, Medzirozsutce) und fließen in trockenen Zeiten nur schwach. Verlässlich Wasser und Essen gibt es auf den Hütten. Rechne mit 2 bis 3 Litern pro Person und Tag.

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