Slowakei Sehenswürdigkeiten: 28 Highlights von Bratislava bis zur Hohen Tatra
Aktualizováno 23.9.2026
Viele Deutsche kennen die Slowakei nur als Strecke: ein Stück Autobahn zwischen Wien und Budapest oder der Umweg auf dem Weg zum Plattensee. Dabei steckt in diesem kleinen Land zwischen Donau und Karpaten mehr, als man in einem Urlaub schafft. Wer nach Slowakei Sehenswürdigkeiten sucht, findet auf gut 400 Kilometern von Bratislava bis Košice ein Hochgebirge mit Gletscherseen, Eishöhlen, in denen der Boden auch im August gefroren ist, Burgen auf Kalkfelsen, bemalte Holzdörfer, eine alte Silberstadt im Krater eines erloschenen Vulkans und im Süden eine flache, warme Weinlandschaft an der Donau. Bezahlt wird in Euro, und bis Bratislava sind es aus Dresden oder München nur rund fünf Stunden mit dem Auto.Damit du nicht planlos kreuz und quer fährst, haben wir 28 Tipps nach Regionen sortiert: was wo liegt und was sich zu einer Tour verbinden lässt. Dazu kommt das Praktische, also Reisezeit, Anreise aus Deutschland, Kosten und was mit Kindern funktioniert. Burgen, Seen und Thermen sind hier bewusst nur mit den wichtigsten Adressen vertreten, jedes dieser Themen verdient einen eigenen Artikel.Die Zipser Burg (Spišský hrad), die größte Burganlage der Slowakei. Foto: Pexels
Slowakei Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
Die Top drei: die Hohe Tatra, das Slowakische Paradies und die Zipser Burg mit der Altstadt von Levoča. Wer nur eine Woche hat, fährt dorthin.
Der Westen steht für Städte, Burgen und Wein (Bratislava, Devín, Trnava, Kleine Karpaten), die Mitte für Berge und Bergbaugeschichte (Banská Štiavnica, Kleine Fatra, Orava), der Osten für Freilichtmuseen, Schluchten und die günstigsten Unterkünfte (Zips, Scharosch, Semplin).
Reisezeit: Berge von Mitte Juni bis Oktober, Städte und der warme Süden ab Mai, Höhlen fast das ganze Jahr. Die Hochgebirgswege der Tatra sind im Winter und Frühjahr gesperrt.
Unterwegs: mit dem Auto am schnellsten, aber die Hauptachse Bratislava, Žilina, Poprad und Košice ist auch mit der Bahn bestens erschlossen.
Budget: grob 45 bis 70 € pro Person und Tag inklusive Unterkunft, Essen und Eintritt. Der Osten ist spürbar günstiger als Bratislava und die Region Liptov.
Eintritt: Große Burgen und Höhlen kosten heute 10 bis 16 €, das solltest du von Anfang an mit einplanen.
Achtung: In den Tatra-Bergseen ist Baden verboten, und durch die Schluchten des Slowakischen Paradieses geht es nur in eine Richtung, bergauf.
Wann sich eine Reise in die Slowakei lohnt
Die richtige Reisezeit hängt davon ab, was du sehen willst, denn eigentlich hat die Slowakei drei verschiedene Saisons. Im Hochgebirge läuft die Hauptsaison von Mitte Juni bis Ende September. Der Tatra-Nationalpark (TANAP) sperrt jedes Jahr ab dem 1. November die Wege im Hochgebirge, üblicherweise bis Mitte Juni, also rund sieben Monate lang. 2026 hat die Parkverwaltung die Wege schon am 1. Juni wieder freigegeben, verlassen solltest du dich darauf aber nicht. Grattouren planst du am besten für Juli, August und September. Einzelne Abschnitte bleiben auch im Sommer zu, 2026 etwa ein Teil des Weges vom Hrebienok zur Rainerova útulňa wegen eines Hangrutsches und der Aufstieg von Tri Studničky auf den Kriváň. Den aktuellen Stand veröffentlicht der Nationalpark auf tanap.sk.Städte, Burgen und der Süden funktionieren von April bis Oktober. Am angenehmsten sind Mai, Juni und September: Fast alles hat geöffnet, der Andrang hält sich aber in Grenzen. Im Juli und August sind die Parkplätze unter der Tatra und im Slowakischen Paradies voll, und die slowakischen Sommerferien fallen genau in diese Zeit. Im Winter bleiben Höhlen, Städte und die Thermalbäder, von denen es in der Slowakei erstaunlich viele gibt.
💡 Tipp: Viele Burgen und Museen haben ihre Hauptsaison von Mai bis September und schließen von November bis März oder öffnen nur eingeschränkt. Die Zipser Burg ist das beste Beispiel: Von Mai bis September hat sie täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, im Winter ist sie zu oder schließt bei schlechtem Wetter.
Anreise aus Deutschland und unterwegs in der Slowakei
Für Reisende aus Deutschland ist die Slowakei näher, als viele denken. Mit dem Auto sind es von München nach Bratislava rund 490 Kilometer über Passau und Wien, von Dresden etwa 475 Kilometer über Prag und Brünn, jeweils gut fünf Stunden reine Fahrzeit. Aus Berlin kommst du auf knapp 675 Kilometer und etwa sieben Stunden. Wer direkt in die Tatra will, fährt von Dresden über Žilina bis Poprad rund 670 Kilometer, von Berlin gut 745. Die Slowakei hat eine elektronische Vignette, die du online auf eznamka.sk kaufst, einen Aufkleber gibt es nicht. Denk daran, dass du auf dem Weg auch durch Tschechien oder Österreich fährst und dort ebenfalls eine Vignette brauchst.Mit der Bahn geht es überraschend gut, weil die slowakische Hauptstrecke genau die spannendste Achse des Landes abfährt. Aus Berlin und Dresden fahren EuroCity-Züge über Prag und Brünn nach Bratislava, aus München kommst du über Wien, von dort ist es noch rund eine Stunde. Richtung Žilina, Poprad und Košice steigst du in Bratislava oder schon in Prag um, von dort gibt es auch Nachtzüge mit Liegewagen. Unter der Tatra übernimmt dann die Tatra-Elektrobahn (Tatranská elektrická železnica) und die Zahnradbahn hinauf zum Štrbské Pleso, sodass du eine Woche in den Bergen komplett ohne Auto verbringen kannst. Fahrpläne und Umstiege prüfst du am besten bei der Deutschen Bahn oder der slowakischen ZSSK.Fliegen lohnt sich für den Westen kaum, der nächste große Flughafen ist oft Wien-Schwechat, von dort sind es gut 60 Kilometer bis Bratislava. In den Bergen solltest du wissen, dass viele Täler Sackgassen sind und du mit dem Auto nur bis zu einem gebührenpflichtigen Parkplatz kommst. In der Hohen Tatra und im Slowakischen Paradies kostet Parken fast überall Geld, und in der Saison ist es vor neun Uhr morgens voll.
Slowakei Sehenswürdigkeiten im Westen: Bratislava, Kleine Karpaten und Donauland
Der Westen ist der am dichtesten besiedelte und wohlhabendste Teil des Landes. Hierher fährt man für Städte, Burgen und Wein, richtige Berge gibt es kaum. Für ein verlängertes Wochenende ist er ideal, und wer aus Bayern oder Sachsen kommt, ist in wenigen Stunden da. Mit Wien lässt sich Bratislava außerdem problemlos kombinieren, die beiden Hauptstädte liegen nur eine knappe Stunde auseinander.
1. Burg Bratislava und Altstadt
Der weiße, viereckige Bau mit seinen vier Ecktürmen über der Donau ist das Fotomotiv der Hauptstadt, die im deutschen Sprachraum lange Pressburg hieß. Das Burgareal mit dem Barockgarten kannst du ohne Ticket betreten, es ist täglich von 8 bis 22 Uhr offen. Drinnen zeigt das Historische Museum des Slowakischen Nationalmuseums (SNM) seine Ausstellungen, der reguläre Eintritt liegt bei 14 €, Schüler und Studenten zahlen 7 €. Die Ausstellungen haben täglich außer dienstags geöffnet. Die Altstadt unter der Burg hast du in zwei Stunden gesehen, aber du kannst auch gut einen ganzen Tag zwischen den Cafés am Hauptplatz und der Uferpromenade verbringen.
2. Burg Devín
Die Ruine steht auf einem Felsen direkt über dem Zusammenfluss von Donau und March, rund zehn Kilometer vom Zentrum Bratislavas entfernt. Auf der anderen Seite der March liegt schon Österreich. Der Eintritt liegt grob bei 4 bis 8 € je nach Saison und Ticket, ermäßigt günstiger. Am schönsten kommst du in der Saison mit dem Schiff vom Hafen in Bratislava hierher und fährst mit dem Bus zurück. Prüf vorher, welche Teile der Anlage gerade zugänglich sind, die obere Burg war wegen des Zustands der Mauern jahrelang gesperrt.
3. Burg Červený Kameň und die Kleinen Karpaten
Die am besten erhaltene Burg der Westslowakei bei der Gemeinde Častá hat riesige Renaissancekeller und bemalte Decken. Von Juni bis September ist sie täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet, Führungen starten jede volle Stunde, zur Wahl stehen ein großer (12 €) und ein kleiner Rundgang (10 €). Im Mai gilt dieser Takt nur am Wochenende, von Oktober bis April gibt es dienstags bis sonntags nur vier Führungen am Tag. Rundherum zieht sich die Kleinkarpatische Weinstraße über Svätý Jur, Pezinok und Modra, wo du auch ohne Reservierung verkosten kannst.
4. Trnava
Die Stadt trägt den Spitznamen „slowakisches Rom“, weil in ihren von Backsteinmauern umgebenen historischen Kern erstaunlich viele Kirchen passen. Trnava ist ruhig, günstig und schön restauriert, ein guter Zwischenstopp auf dem Weg von der Grenze weiter nach Osten. Ein halber Tag reicht, solange du nicht in einer der Brauereien hängen bleibst.
5. Donauland: Komárno und Štúrovo
Der südliche Streifen an der ungarischen Grenze ist eine ganz andere Slowakei: flach, Maisfelder, zweisprachige Ortsschilder und die wärmsten Temperaturen im Land. In Komárno steht eine weitläufige Festung und der skurrile Europaplatz (Nádvorie Európy), ein Hof voller Häuser im Stil verschiedener europäischer Länder. Von Štúrovo blickst du über die Donau auf die Basilika im ungarischen Esztergom, und die Mária-Valéria-Brücke kannst du zu Fuß überqueren.
Waagtal und Neutra-Region: Burgen über der Waag
6. Burg Trenčín
Eine der größten Burgen des Landes thront auf einem Felsen direkt über dem Zentrum von Trenčín und ist schon von der Autobahn aus zu sehen. Geöffnet ist täglich von 9 bis 18:30 Uhr, der kleine Rundgang ohne Führung kostet 10 €, der große mit Führer 12 €. Im Felsen unter der Burg ist eine römische Inschrift aus dem Jahr 179 eingemeißelt, das nördlichste Zeugnis römischer Legionen in Mitteleuropa.
7. Súľover Felsen und die Manín-Klamm
Die Felsenstadt aus Konglomerat zwischen Bytča und Žilina wirkt wie ein Stück Sächsische Schweiz in den Karpaten. Die Runde über das Gotische Tor und die Ruine der Burg Súľov misst etwa sechs Kilometer, der Eintritt ist frei, nur das Parken kostet. Gleich nebenan liegt die Manínska tiesňava, die engste Klamm der Slowakei, durch die sogar eine Straße führt.
8. Schloss Bojnice
Das meistbesuchte Schloss des Landes mit seinen Märchentürmen und einer Höhle unter dem Burghof. Die Besichtigung von Schloss und Höhle kostet 16 €, Kinder von 6 bis 15 Jahren zahlen 8 €. In der Saison kaufst du die Tickets besser online, sonst stehst du auch mal eine Stunde an.
Mittelslowakei: Bergbaugeschichte und bemalte Holzhäuser
9. Banská Štiavnica und die Tajchy
Die einstige Silberstadt Schemnitz liegt in der Caldera eines erloschenen Vulkans, steht auf der UNESCO-Welterbeliste und gehört zu den schönsten Kleinstädten Mitteleuropas. Über der Stadt thronen das Alte und das Neue Schloss, auf einem Hügel der barocke Kalvarienberg, und in der Umgebung liegt ein System von Tajchy, künstlichen Bergbauteichen aus dem 18. Jahrhundert, in denen man heute badet. Im Bergbaumuseum unter freiem Himmel kannst du in einen Stollen einfahren. Nicht weit entfernt liegt Kremnica (Kremnitz), dessen Münzstätte seit fast 700 Jahren ununterbrochen arbeitet und zu den ältesten der Welt gehört.
10. Čičmany
Ein Dorf im Rajecká-Tal, in dem die Blockhäuser mit weißen geometrischen Mustern bemalt sind. Das geschützte Denkmalreservat umfasst über hundert Holzbauten, zwei der am besten erhaltenen, das Radenov-Haus und das Gregorov-Haus, sind als Museum eingerichtet. Der Eintritt liegt bei rund 5 €, ermäßigt etwa die Hälfte. Der Besuch dauert eine Stunde und lässt sich gut mit einem Ausflug in die Kleine Fatra verbinden.
Turiec, Orava und die Kleine Fatra
11. Kleine Fatra und Jánošíkove diery
Das beliebteste Gebirge der Slowakei für die erste Bergtour. Von Štefanová aus führt das Schluchtensystem Jánošíkove diery mit Leitern, Stegen und Dutzenden kleiner Wasserfälle bergauf, darüber ragen der Veľký Rozsutec und der Kammweg zum Veľký Kriváň auf. Terchová ist die Basis, von der aus du eine Woche lang jeden Tag woanders wandern kannst. Benannt sind die Schluchten nach Juraj Jánošík, dem slowakischen Robin Hood, der aus Terchová stammte.
12. Vlkolínec
Die Bergsiedlung oberhalb von Ružomberok steht seit 1993 auf der UNESCO-Liste. Hier stehen 45 Holzgehöfte, und einige davon sind bis heute bewohnt. Der Eintritt beginnt bei rund 2 €, die Öffnungszeiten der Ausstellungen ändern sich mit der Saison. Vlkolínec ist ein lebendiges Dorf und kein Freilichtmuseum, benimm dich also entsprechend und schau nicht einfach in fremde Fenster.
13. Arwaburg (Oravský hrad)
Die Burg auf einem 112 Meter hohen Felsen über dem Fluss Orava sieht aus wie eine Filmkulisse, und genau das war sie auch: Friedrich Wilhelm Murnau hat hier 1922 Teile seines Stummfilms „Nosferatu“ gedreht. Drinnen warten über 150 Räume, 754 Stufen und drei Besichtigungsrunden, der Eintritt liegt je nach Runde bei bis zu 13 €. Rechne damit, dass der Aufstieg anstrengend ist, mit dem Kinderwagen hat er keinen Sinn.
14. Orava-Stausee und die Insel Slanický ostrov
Die größte Wasserfläche der Slowakei entstand durch die Flutung von fünf Dörfern. Übrig blieb nur die Kirche auf der Kunstinsel Slanický ostrov umenia. In der Saison fahren Ausflugsschiffe vom Anleger Slanická Osada hinüber, auf der Insel gibt es eine Ausstellung volkstümlicher Holzskulpturen. Das Wasser ist selbst im August kalt, zum Baden kommt hier kaum jemand.
Liptov und Niedere Tatra
15. Die Höhlen im Demänová-Tal
Die Demänovská jaskyňa slobody (Freiheitshöhle) ist die meistbesuchte Höhle des Landes. Die klassische Runde misst 1.150 Meter, dauert etwa eine Stunde und hat 913 Stufen, der Eintritt kostet 15 €, Kinder von 4 bis 15 Jahren zahlen 8 €. Wer mehr will, nimmt die lange Runde: 2.150 Meter, 100 Minuten, 1.118 Stufen und 24 €. Nimm eine Jacke mit, drinnen hat es das ganze Jahr über 6 bis 7 °C. Gleich nebenan liegt die Demänovská ľadová jaskyňa, die trotz ihres Namens nach mehreren warmen Wintern laut Höhlenverwaltung inzwischen kein Eis mehr hat.
16. Chopok und die Kämme der Niederen Tatra
Auf den Chopok (2.024 m) bringen dich Seilbahnen von beiden Seiten des Kamms, im Norden von Jasná, im Süden von Srdiečko. Oben erwartet dich ein breiter Grasrücken mit Blick auf die Hohe Tatra und ein einfacher Weg zur Hütte Chata M. R. Štefánika. Das Wetter schlägt hier innerhalb einer halben Stunde um, und selbst im August ist es oben rund zehn Grad kälter als im Tal.
17. Liptovská Mara und Havránok
Der wasserreichste Stausee der Slowakei ist das Zentrum des Tourismus in der Region Liptov. An seinem Ufer steht das archäologische Freilichtmuseum Havránok mit einem rekonstruierten keltischen Burgwall. Im Sommer ist das Wasser erträglich, doch der See eignet sich eher zum Segeln und Stand-up-Paddeln als zum Baden mit der Familie. Wer warmes Wasser sucht, fährt in die Thermalbäder in der Umgebung.
Hohe Tatra und Belaer Tatra
Die Tatra gilt als kleinstes Hochgebirge der Welt: Der Hauptkamm der Hohen Tatra ist nur rund 26 Kilometer lang, und trotzdem ist alles da, was du von Bergen erwartest, einschließlich eines Wetters, das keine Fehler verzeiht. Die Hochgebirgswege sind üblicherweise von November bis Mitte Juni gesperrt. Die Nordseite gehört zu Polen, dort liegen Zakopane und das berühmte Meerauge, mehr dazu in unserem Artikel über die polnische Tatra.Bergseen in der Hohen Tatra. Foto: Pexels
18. Štrbské Pleso
Der am leichtesten erreichbare Tatra-See liegt direkt an der Endstation der Zahnradbahn, du kommst also von der Autobahn aus mit dem Zug hin, ohne einen Schritt bergauf zu gehen. Die Runde um den See schafft auch der Kinderwagen, und von hier starten die meisten markierten Wege der Tatra, etwa zum Wasserfall Skok oder zum Popradské pleso. Nachmittags ist hier allerdings mehr los als irgendwo sonst in der Tatra.
19. Skalnaté pleso und Lomnický štít
Von Tatranská Lomnica bringt dich eine Kabinenbahn zum Skalnaté pleso auf 1.751 Meter, von dort geht es mit einer kleinen Kabine weiter auf den Lomnický štít (2.634 m), den zweithöchsten Gipfel der Slowakei. Die Fahrt auf den Gipfel wird für eine bestimmte Uhrzeit reserviert, und der Aufenthalt oben ist zeitlich begrenzt, kauf die Tickets also vorher online. Es ist der teuerste Posten eines Tatra-Urlaubs, aber die Aussicht ist es wert.
20. Zelené pleso
Die klassische Tagestour von Tatranská Lomnica oder von Biela voda aus führt zur Hütte am Grünen See (Chata pri Zelenom plese), wo sich unter der Wand des Malý Kežmarský štít das grüne Wasser spiegelt. Die Strecke ist lang, aber technisch einfach und auch für ältere Schulkinder machbar. Baden ist in den Bergseen verboten, es sind geschützte Gletscherseen, und Verstöße kosten Strafe.
21. Belianska jaskyňa und Ždiar
Die einzige für Besucher geöffnete Höhle der Hohen Tatra liegt oberhalb von Tatranská Kotlina am Rand der Belaer Tatra. Die Führung dauert 70 Minuten, ist 1.370 Meter lang und hat 874 Stufen, der Eintritt kostet 15 €, drinnen hat es 5 bis 6 °C. Vom Parkplatz musst du noch rund einen Kilometer bergauf laufen. Das nahe Goralendorf Ždiar mit seinen bemalten Holzhäusern ist die günstigste Basis unter der Tatra.
Slowakisches Paradies und Gemer
22. Slowakisches Paradies (Slovenský raj)
Ein Nationalpark voller Schluchten, durch die du über Leitern, Stege und Trittbügel direkt im Bachbett nach oben steigst. Die bekanntesten sind Suchá Belá, Piecky, Veľký Sokol und Sokolia dolina, dazu kommt die anspruchsvolle Schlucht Kyseľ. Es gilt eine einzige, aber eiserne Regel: Durch die Schluchten geht es nur in eine Richtung, gegen die Fließrichtung des Wassers bergauf. Die schönste Aussicht ganz ohne Klettern hast du vom Tomášovský výhľad, einer Felskanzel hoch über dem Hornád-Tal.
💡 Tipp: Geh gleich am Morgen in die Schluchten. Auf den Leitern kann niemand überholen, und wenn sich eine Schulklasse vor dich schiebt, stehst du schnell zwanzig Minuten still. Du brauchst feste Schuhe und solltest damit rechnen, dass du nasse Füße bekommst.
23. Dobšinská ľadová jaskyňa
Die Eishöhle von Dobšiná gehört seit 2000 zum UNESCO-Welterbe, und das Eis hält sich hier das ganze Jahr in einer Höhe von nur rund 920 Metern. Die Führung dauert 30 Minuten und führt über 515 der insgesamt 1.483 Meter, der Eintritt kostet 14 €, Kinder zahlen 7 €. In den vereisten Teilen liegt die Temperatur unter null, Jacke und Mütze sind also keine übertriebene Vorsicht. Vom Parkplatz geht es noch etwa 25 Minuten bergauf.
24. Betliar und Krásna Hôrka
Das Schloss Betliar ist einer der wenigen slowakischen Adelssitze, die das 20. Jahrhundert mit Originaleinrichtung und Bibliothek überstanden haben, und liegt in einem weitläufigen Landschaftspark im englischen Stil. Der Eintritt für die gräflichen Apartments kostet 12 €. Die nahe Burg Krásna Hôrka brannte 2012 aus, und die Wiederherstellung dauert bis heute. Laut Slowakischem Nationalmuseum ist die Burg wegen der Sanierung für Besucher geschlossen, du siehst sie also nur von außen. Offen ist dagegen das Jugendstil-Mausoleum der Familie Andrássy in Krásnohorské Podhradie.
Slowakei Sehenswürdigkeiten im Osten: Zips, Scharosch und Semplin
Der Osten ist der ärmste und zugleich touristisch dankbarste Teil des Landes. Unterkunft und Essen kosten hier deutlich weniger als im Westen, und nirgends liegen so viele UNESCO-Stätten so dicht beieinander. Für deutsche Besucher kommt eine besondere Note dazu: Die Zips wurde im Mittelalter von deutschen Siedlern geprägt, und viele Städte hatten deutsche Namen, Levoča war Leutschau, Kežmarok hieß Käsmark.
25. Zipser Burg, Zipser Kapitel und Levoča
Die Zipser Burg ist die größte Burganlage der Slowakei und eine der größten Mitteleuropas. Zusammen mit dem Zipser Kapitel (Spišská Kapitula), Žehra und Levoča bildet sie eine gemeinsame UNESCO-Welterbestätte. Der Eintritt liegt nach unseren Informationen derzeit bei rund 12 €, weil die Oberburg wegen Sanierungsarbeiten nicht zugänglich ist, prüf den aktuellen Stand vor der Fahrt. In Levoča, das 2009 in die Welterbeliste aufgenommen wurde, steht in der Jakobskirche der höchste gotische Holzaltar der Welt, ein Werk von Meister Paul von Leutschau, 18,6 Meter hoch.
26. Košice
Die zweitgrößte Stadt des Landes, früher Kaschau, hat eine der größten Denkmalzonen der Slowakei und mit dem Elisabethdom die größte Kirche des Landes, zugleich die östlichste gotische Kathedrale westlichen Typs in Europa. Die Hauptstraße ist komplett Fußgängerzone, mit einer singenden Fontäne und jeder Menge Cafés. Im Ostslowakischen Museum liegt der Kaschauer Goldschatz, fast 3.000 Goldmünzen aus rund 80 europäischen Münzstätten, entdeckt 1935 bei Bauarbeiten.
27. Bardejov und die Holzkirchen der Region Šariš
Bardejov, das alte Bartfeld, steht seit 2000 auf der UNESCO-Liste, und sein Rathausplatz mit den Bürgerhäusern gehört zu den am besten erhaltenen gotischen Ensembles Mitteleuropas. In der Basilika St. Ägidius stehen elf spätgotische Flügelaltäre aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Im nahen Kurort Bardejovské Kúpele gibt es ein Freilichtmuseum mit Volksarchitektur, und in den Dörfern der Umgebung findest du die Holzkirchen, die ebenfalls zum Welterbe der Slowakei gehören.
28. Zemplínska šírava und Morské oko
Den Stausee bei Michalovce nennen die Einheimischen das „ostslowakische Meer“. Er ist rund 33 km² groß, aber im Schnitt nur 3,5 Meter tief, deshalb wird das Wasser im Sommer schnell warm. In den Ferienorten Hôrka, Kaluža und Kamenec gibt es Boots- und Surfverleih, der östliche Teil ist ein Vogelschutzgebiet. Über dem See erhebt sich das Vihorlat-Gebirge mit dem Bergsee Morské oko, zu dem du zu Fuß durch den Wald gehst. Baden ist dort nicht erlaubt.
Slowakei Sehenswürdigkeiten für Kinder
Mit Schul- und Vorschulkindern reist es sich in der Slowakei gut, du musst nur richtig auswählen. Diese Ziele funktionieren ohne Tränen und ohne dass du das Kind den halben Tag auf dem Rücken trägst:
Schloss Bojnice mit dem Zoo gleich nebenan. Märchentürme, eine Höhle und Tiere für einen ganzen Nachmittag.
Jánošíkove diery in der Kleinen Fatra. Leitern und Stege über dem Wasser machen Kindern Spaß, den unteren Teil schaffen schon Fünfjährige.
Štrbské Pleso. Die Runde um den See ist flach, kinderwagentauglich, und du kommst mit dem Zug hin.
Demänovská jaskyňa slobody. Die klassische Runde ist für Kinder ab etwa sechs Jahren kein Problem, die lange Runde lässt du besser weg.
Tomášovský výhľad im Slowakischen Paradies statt einer Schlucht, wenn die Kinder noch klein sind oder du Leitern nicht traust.
Thermalbäder in der Region Liptov und in Podhájska als Rettung für einen Regentag. Welche sich lohnen, schauen wir uns in einem eigenen Artikel über die Thermen in der Slowakei an.
Campingplätze am Wasser sind mit Kindern günstiger als Hotels und haben oft einen Pool, mehr dazu in unserem Überblick Camping in der Slowakei.
💡 Tipp: Mit Kindern unter etwa acht Jahren solltest du Schluchten und Hochgebirgstouren nicht überschätzen. Die Slowakei hat ein dichtes Netz aus Lehrpfaden und Seilbahnen, mit denen du ohne ganztägigen Aufstieg in die Berge kommst. Mit der Seilbahn hinauf und zu Fuß hinunter ist mit kleinen Kindern der beste Kompromiss.
Was kostet ein Urlaub in der Slowakei?
Als billiges Reiseland gilt die Slowakei nur noch bedingt: Die Preise haben in den letzten Jahren kräftig angezogen, und beim Eintritt zahlst du teils so viel wie in Österreich. Unterkunft und Essen sind im Osten aber weiterhin günstig. Die folgenden Zahlen sind Richtwerte, praktisch ist, dass du nichts umrechnen musst, bezahlt wird in Euro.
Posten
Richtpreis
Anmerkung
Übernachtung in einer Pension, 2 Personen
50 bis 90 €
Im Osten günstiger, Liptov und Tatra am teuersten
Übernachtung auf dem Campingplatz, 2 Personen mit Zelt
15 bis 30 €
Die meisten Plätze haben nur in der Saison offen
Mittagessen in einer Koliba oder einem Restaurant
10 bis 16 €
Das Tagesmenü kostet oft rund 8 €
Eintritt in eine große Burg
10 bis 16 €
Trenčín 10 €, Zipser Burg rund 12 €, Burg Bratislava 14 €, Bojnice 16 €
Eintritt in eine Höhle
10 bis 15 €
Dobšinská ľadová 14 €, Demänovská slobody 15 €
Seilbahn in den Bergen, hin und zurück
20 bis 45 €
Lomnický štít am teuersten, vorher reservieren
Parken in den Bergen
3 bis 8 € pro Tag
In der Tatra und im Slowakischen Paradies fast überall
Gesamt pro Person und Tag
45 bis 70 €
Inklusive Unterkunft, Essen und einem Eintritt
Wo übernachten: die beste Basis je nach Region
Die Wahl der Basis entscheidet darüber, wie viel Zeit du im Auto verbringst. Für den Westen und die Burgen ist eine Unterkunft in Bratislava → am praktischsten, für die Berge und das Slowakische Paradies dagegen eine Unterkunft in Poprad →, von wo du in einer halben Stunde in der Tatra und an der Zipser Burg bist. Poprad hat zudem einen eigenen Bahnhof an der Hauptstrecke und ist Ausgangspunkt der Tatra-Elektrobahn. Wer lieber etwas Besonderes als ein Hotel möchte, sollte sich Berghütten, Holzhäuser und Weingüter anschauen, die günstigere Variante sind Campingplätze. Kostenpflichtige Führungen und Tickets kannst du über GetYourGuide → buchen.
Die häufigsten Fehler, die du vermeiden solltest
Gratwanderungen im Mai planen. Die Hochgebirgswege der Tatra sind meist bis Mitte Juni gesperrt, und in den Rinnen liegt lange Schnee.
Das Ticket für den Lomnický štít erst vor Ort kaufen. Die Kapazität ist begrenzt, in der Saison ist oft zwei Tage im Voraus ausverkauft.
Eine Schlucht im Slowakischen Paradies bergab gehen. Es geht nur hinauf, gegen die Strömung. Wer sich nicht daran hält, blockiert andere und riskiert einen Sturz von der Leiter.
In den Bergseen baden. In allen Tatra-Seen ist das verboten, und es wird kontrolliert.
Die Entfernungen im Osten unterschätzen. Von Bratislava nach Košice sind es rund 440 Kilometer und fast fünf Stunden mit dem Auto, als Tagesausflug taugt das nicht.
Die Vignette vergessen. Sie wird elektronisch gekauft und per Kamera kontrolliert, das Bußgeld kann dir später noch zugestellt werden. Das gilt auch für Tschechien und Österreich auf dem Weg dorthin.
Was muss man in der Slowakei gesehen haben?
Die Hohe Tatra, das Slowakische Paradies mit seinen Leiterschluchten und die Zipser Burg mit Levoča gehören auf jede Liste, dazu Banská Štiavnica und Bratislava. Hast du nur ein verlängertes Wochenende, nimm dir eine Region vor, nicht das ganze Land: etwa Bratislava mit Devín und den Kleinen Karpaten oder die Kleine Fatra mit Terchová und den Súľover Felsen. Für Tatra und Zips brauchst du mindestens fünf Tage, weil schon die Anreise aus Deutschland jeweils einen Tag kostet.Was gibt es in der Ostslowakei zu sehen?
Die Basis sind die Zipser Burg mit dem Zipser Kapitel und Levoča, das Slowakische Paradies mit seinen Schluchten, die Eishöhle von Dobšiná, Košice mit dem Elisabethdom und Bardejov mit seinem UNESCO-Platz. Mit mehr Zeit fährst du an den Stausee Zemplínska šírava und zum Bergsee Morské oko im Vihorlat. Der Osten ist zugleich der günstigste Teil des Landes.Was gibt es in der Westslowakei zu sehen?
Die Burg Bratislava und die Altstadt, die Ruine Devín über dem Zusammenfluss von Donau und March, die Burg Červený Kameň mit der Weinstraße über Modra und Pezinok, Trnava mit seiner Stadtmauer und die Burg Trenčín mit der römischen Inschrift aus dem Jahr 179. Im Süden lohnen sich Komárno mit seiner Festung und Štúrovo mit dem Blick auf Esztergom.Was kann man in der Slowakei mit Kindern unternehmen?
Am besten funktionieren Schloss Bojnice mit dem Zoo, der untere Teil der Jánošíkove diery in der Kleinen Fatra, die Runde um das Štrbské Pleso, die Demänovská jaskyňa slobody und der Aussichtspunkt Tomášovský výhľad im Slowakischen Paradies. Mit Kindern unter acht Jahren lässt du die schwierigen Schluchten besser weg und nutzt Seilbahnen, die dich ohne ganztägigen Aufstieg in die Berge bringen.Was kostet ein Urlaub in der Slowakei?
Rechne grob mit 45 bis 70 € pro Person und Tag inklusive Unterkunft, Essen und einem Eintritt. Eine Woche zu zweit kostet damit vor Ort etwa 630 bis 980 €, dazu kommen Anreise und Vignette. Die Ostslowakei ist spürbar günstiger als Bratislava, die Region Liptov und die Hohe Tatra.Wann ist die beste Reisezeit für die Slowakei?
Für die Berge von Mitte Juni bis Ende September, für Städte und den Süden von April bis Oktober. Am angenehmsten sind meist Mai, Juni und September, wenn fast alles geöffnet hat und der Andrang geringer ist. Im Winter kannst du Höhlen, Städte und Thermalbäder besuchen, die Hochgebirgswege der Tatra sind dann aber gesperrt.Kann man die Slowakei ohne Auto bereisen?
Ja, die Hauptbahnstrecke Bratislava, Žilina, Poprad und Košice führt genau dorthin, wohin die meisten wollen, und aus Deutschland kommst du mit Umstieg in Prag oder Wien hin. Unter der Tatra bringen dich die Tatra-Elektrobahn und die Zahnradbahn zum Štrbské Pleso. Schwieriger wird es mit abgelegenen Tälern, dem Slowakischen Paradies und kleineren Burgen, dort musst du auf den Bus umsteigen.Darf man in den Bergseen der Hohen Tatra baden?
Nein, in allen Seen des Tatra-Nationalparks ist Baden verboten, und es drohen Bußgelder. Es handelt sich um geschützte Gletscherseen mit einem sehr empfindlichen Ökosystem. Zum Baden eignen sich Stauseen wie die Liptovská Mara oder die Zemplínska šírava, Seen wie die Senecké jazerá bei Bratislava und die Thermalbäder.
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