Riesengebirge Polen: 15 Tipps zwischen Krummhübel und Schreiberhau
Aktualizováno 23.9.2026
Wer an das Riesengebirge denkt, hat meist Spindlermühle und die tschechische Seite vor Augen. Dabei liegt fast die halbe Kammlinie in Polen, und genau dort zeigt sich das Gebirge von seiner wildesten Seite: steile Gletscherkare, die an die Alpen erinnern, Wasserfälle in engen Schluchten, eine norwegische Stabkirche und Bergbauden, in denen du für wenig Geld Pierogi bekommst. Das Riesengebirge in Polen (polnisch Karkonosze) ist für viele Deutsche außerdem ein Stück Familiengeschichte. Bis 1945 hießen die Orte Krummhübel, Schreiberhau und Hirschberg, und die alten Namen stehen bis heute in jedem zweiten Wanderführer.Das polnische Riesengebirge hat zwei Tore in die Berge. Im Osten liegt Karpacz (Krummhübel), von hier aus steigst du auf die Schneekoppe. Im Westen liegt Szklarska Poręba (Schreiberhau), der Ausgangspunkt zu den Wasserfällen und zu den Schneegruben, dem alpinsten Teil des Kamms. Wir zeigen dir, wann sich die Reise lohnt, wie du aus Deutschland hinkommst, wo du übernachtest und vor allem, was du vor Ort sehen und erleben solltest: von der Stabkirche Wang bis zur Kammwanderung direkt auf der Grenze. Dazu kommen die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden, also Skifahren, Ausflüge mit Kindern und Ziele in der Umgebung wie Jelenia Góra (Hirschberg), Bad Warmbrunn und die Burg Kynast.Foto: Mateusz Mierzejewski / Pexels
Riesengebirge Polen auf einen Blick
Zwei Standorte: Karpacz/Krummhübel (Tor zur Schneekoppe) und Szklarska Poręba/Schreiberhau (Wasserfälle, Reifträger, Schneegruben).
Anfahrt: ab Dresden rund 180 km, ab Berlin gut 300 km, ab Görlitz nur etwa 70 km; per Bahn über Görlitz nach Jelenia Góra (Hirschberg).
Wann: zum Wandern Mai bis Oktober, am schönsten im Frühjahr und Herbst (weniger Andrang); auf dem Kamm ist es auch im Sommer kühl und windig.
Eintritt Nationalpark (KPN): 11 PLN (≈ 2,60 €) pro Tag, Kinder unter 7 Jahren frei.
Skifahren: größtes Gebiet ist die Szrenica Ski Arena in Schreiberhau, kleiner ist die Karpacz Ski Arena; Tagespässe kosten einen Bruchteil der Alpenpreise.
Mit Kindern: Dinopark, Kletterparks, Aquapark in Karpacz und die Thermen in Bad Warmbrunn ganz in der Nähe.
Währung: Złoty (PLN); Euro nimmt kaum jemand an. Etwas Bargeld und den Personalausweis immer dabeihaben.
Budget: ab etwa 150 PLN (≈ 35 €) pro Person und Tag inklusive Unterkunft, wenn du nicht ständig Seilbahn fährst.
Riesengebirge Polen: die beste Reisezeit
Die Wandersaison läuft von Mai bis Oktober. Wir mögen Frühjahr und Herbst am liebsten. Ende Mai blühen die Bergwiesen, im September und Oktober färbt sich der Kamm rotbraun, und vor allem ist deutlich weniger los als in den Sommerferien. Der Sommer ist natürlich auch schön, nur ist der Aufstieg von Karpacz zur Schneekoppe an Wochenenden dann eine ziemlich belebte Angelegenheit. Beachte, dass die polnischen und die deutschen Ferien sich im Juli und August überschneiden.Egal, wann du fährst, eines gilt immer: Oben auf dem Kamm herrscht ein anderes Wetter als im Tal. Auch im Hochsommer weht dort ein kalter Wind, Nebel zieht innerhalb von Minuten auf, und die Temperatur kann um zehn Grad und mehr fallen. Windjacke, Mütze und Schichten gehören in jeden Rucksack. Das Riesengebirge ist kein Hügel für Flip-Flops.
💡 Tipp: Schau dir vor dem Aufstieg zur Schneekoppe die Morgenprognose und die Webcams auf dem Gipfel an. Wenn oben alles in der Suppe steckt, lohnt sich die Aussicht nicht, und im Nebel läuft es sich auf dem Kamm schlecht. Am klarsten ist es meist früh am Morgen, also lieber zeitig los.
Anreise aus Deutschland
Von Sachsen aus ist das polnische Riesengebirge fast ein Tagesausflug. Ab Dresden sind es nach Szklarska Poręba rund 180 Kilometer und etwa zweieinhalb Stunden, nach Karpacz knapp 200 Kilometer und knapp drei Stunden. Aus Berlin und Leipzig musst du jeweils mit rund 300 Kilometern und gut vier Stunden rechnen, aus München mit 530 bis 560 Kilometern und sechs bis sechseinhalb Stunden. Aus Görlitz bist du in gut einer Stunde in Schreiberhau. Wer über Tschechien anreist, fährt bei Harrachov über die Grenze und ist nach etwa 14 Kilometern in Szklarska Poręba.Mit dem Auto bist du am flexibelsten, weil du so bequem zwischen beiden Orten pendelst (Szklarska Poręba und Karpacz trennen knapp 30 Kilometer). Parken kostet allerdings fast überall Geld: in den Orten etwa 8 bis 40 PLN pro Tag (≈ 2 bis 9,50 €), je nach Lage und Saison, am Zackelfall (Kamieńczyk) rund 20 PLN pro Tag. Nimm Kleingeld mit, nicht jeder Parkautomat nimmt Karten.Ohne Auto geht es auch. Die Koleje Dolnośląskie fahren mehrmals täglich direkt von Görlitz nach Jelenia Góra (Hirschberg), von dort geht es mit dem Regionalzug weiter nach Szklarska Poręba oder mit dem Bus nach Karpacz. Der nächste größere Flughafen ist Wrocław (Breslau), von dort sind es nach Karpacz rund 125 Kilometer. Den Personalausweis solltest du immer dabeihaben, denn der Kammweg verläuft direkt auf der Grenze, und du wechselst ständig zwischen Polen und Tschechien.
💡 Tipp: Złoty tauschst du am günstigsten erst in Polen in einer Wechselstube (kantor), nicht an der Grenze und schon gar nicht am Geldautomaten mit „Umrechnung in Euro“. Die lehnst du am Automaten immer ab. An den Kassen des Nationalparks, auf Parkplätzen und in den Bergbauden ist Bargeld praktisch.
Wo übernachten im polnischen Riesengebirge
Du entscheidest dich im Grunde zwischen zwei Orten, je nachdem, was du sehen willst. Karpacz ist der Standort für die Schneekoppe und die Stabkirche Wang, Szklarska Poręba für die Wasserfälle, den Reifträger und die Schneegruben. Beide haben alles vom günstigen Hostel über Pensionen bis zum Wellnesshotel.
Karpacz (Krummhübel) ist ideal, wenn die Schneekoppe dein Hauptziel ist. Hostels und Pensionen beginnen bei etwa 50 PLN pro Bett (≈ 12 €). Unterkünfte findest du im Angebot in Karpacz →
Szklarska Poręba (Schreiberhau) liegt am nächsten an Sachsen und an der tschechischen Grenze und ist die beste Wahl für den Westteil des Gebirges. Preise und Lage vergleichst du bei den Unterkünften in Szklarska Poręba →
Bergbauden (schroniska) sind das eigentliche Erlebnis. Eine Nacht in der Samotnia (Kleine Teichbaude) am Kleinen Teich kostet grob 130 bis 150 PLN (≈ 30 bis 35 €), im Dom Śląski (Schlesierhaus) unterhalb der Schneekoppe etwa 90 bis 100 PLN. In der Saison musst du früh reservieren, die Plätze sind knapp.
💡 Tipp: Nach einer langen Kammtour lohnt sich ein Ruhetag. Auf der polnischen Seite gibt es gleich mehrere Thermalbäder, am nächsten liegen die Termy Cieplickie in Bad Warmbrunn, die wir weiter unten beschreiben.
Riesengebirge Polen: 15 Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse
Du hast Lust auf das polnische Riesengebirge bekommen? Dann los, hier sind unsere Tipps in der Reihenfolge, in der wir sie selbst empfehlen würden.
1. Schneekoppe ab Karpacz: über die Kleine Teichbaude
Die Schneekoppe (Śnieżka, 1.603 m) ist der höchste Berg des Riesengebirges und von polnischer Seite ein wunderschönes Ziel. Die schönste Route ab Karpacz führt an der Samotnia (Kleine Teichbaude) am Gletschersee Mały Staw (Kleiner Teich) vorbei, weiter über die Strzecha Akademicka (Hampelbaude) und das Schlesierhaus bis auf den Gipfel. Für den Aufstieg brauchst du zu Fuß drei bis vier Stunden. Oben stehst du direkt auf der Grenze, mit einem Bein in Polen und dem anderen in Tschechien.Wer nicht alles laufen will, nimmt ab Karpacz den Sessellift auf die Kopa (Bergfahrt je nach Tag 75 bis 85 PLN, ≈ 18 bis 20 €, der Nationalparkeintritt ist schon enthalten). Von der Kopa sind es noch etwa 40 bis 60 Minuten zu Fuß bis zum Gipfel. Der Lift fährt also nicht ganz hinauf, das letzte Stück läufst du in jedem Fall selbst.
💡 Tipp: Die Samotnia ist nicht „nur“ ein Fotostopp. Kehr ein und trink etwas Warmes, das macht den Aufstieg deutlich angenehmer. Der Kleine Teich in seinem Gletscherkessel gehört zu den schönsten Stellen der ganzen Tour.
Die Schneekoppe von der polnischen Seite, von Karpacz führen mehrere markierte Wege hinauf. Foto: Pudelek / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
2. Zackelfall (Kamieńczyk): der höchste Wasserfall im polnischen Riesengebirge
Mit 27 Metern in drei Kaskaden ist der Zackelfall (Wodospad Kamieńczyka) der höchste Wasserfall der polnischen Sudeten. Er stürzt oberhalb von Szklarska Poręba in eine enge Klamm, durch die Stege direkt über dem Wasser führen. Vom Parkplatz läufst du etwa 30 Minuten bis zum Fall.Achtung beim Eintritt: Die Klamm kostet extra, das normale Nationalparkticket gilt dort nicht. Für Erwachsene sind es 16 PLN (≈ 3,80 €), Kinder unter 7 Jahren zahlen nichts. Geöffnet ist saisonabhängig, und Bargeld schadet nicht.Der Zackelfall (Kamieńczyk), der höchste Wasserfall im polnischen Riesengebirge. Foto: Andrzej19 / Wikimedia Commons, CC BY 3.0
3. Kochelfall (Szklarka): der kurze Ausflug direkt an der Straße
Kleiner, aber ebenfalls sehr hübsch ist der Kochelfall (Wodospad Szklarki). Mit gut 13 Metern ist er der zweithöchste Wasserfall auf der polnischen Seite und liegt an der Straße zwischen Szklarska Poręba und Jelenia Góra, schon auf dem Gebiet von Piechowice (Petersdorf). Er ist der ideale kurze Abstecher, wenn dir die Kraft für eine Tagestour fehlt oder du erst am Nachmittag ankommst. Ein breiter Weg führt vom Parkplatz bis zur Aussichtsplattform, und die kleine Schlucht ist sehr malerisch.
4. Hainfall (Podgórna): der dritthöchste Wasserfall
Der Wodospad Podgórnej im Dorf Przesieka (Hain) ist mit zehn Metern der dritthöchste Wasserfall im polnischen Teil des Riesengebirges, nach dem Zackelfall und dem Kochelfall. Das Wasser fällt in zwei Stufen in einen Felskessel, eingerahmt von Granitwänden. Vom Parkplatz in Przesieka bist du in etwa 15 Minuten bequem dort. Ein guter Zwischenstopp auf dem Weg von Karpacz nach Szklarska Poręba.
5. Wilder Wasserfall (Dziki Wodospad) in Karpacz
Mitten in Karpacz, unweit der Talstation des Sessellifts auf die Kopa, findest du den Dziki Wodospad („Wilder Wasserfall“) an der Łomnica (Lomnitz). Ein hoher Naturwasserfall ist das nicht, sondern ein malerisch angelegtes, etwa vier Meter hohes Wehr aus dem frühen 20. Jahrhundert. Aus dem Zentrum bist du in ein paar Minuten zu Fuß dort, also genau richtig, wenn du auf den Lift wartest oder nur einen kurzen Spaziergang mit Kindern suchst.
6. Schneegruben (Śnieżne Kotły): die alpinste Kulisse
Wenn du Hochgebirgsstimmung magst, ist das dein Tipp. Die Schneegruben (Śnieżne Kotły) sind zwei Gletscherkare mit fast senkrechten Felswänden, der wildeste und alpinste Winkel des ganzen Riesengebirges. Oben an der Kante steht die ehemalige Schneegrubenbaude, in der heute eine Sendestation untergebracht ist. Von der Bergstation der Seilbahn auf den Reifträger (Szrenica) sind es etwa 5 km und 1 bis 1,5 Stunden über den Kamm, mit der Bahn schaffen das also auch ältere Schulkinder. Zu Fuß ab Szklarska Poręba über den Reifträger rechnest du eher mit drei Stunden pro Richtung (rund 9,7 km), für die ganze Runde mit bis zu 18 km und sieben bis acht Stunden.
💡 Tipp: Für die Schneegruben solltest du dir einen ganzen Tag und gutes Wetter reservieren. Im Nebel verpasst du das Beste, nämlich den Blick in die Kare und hinunter ins Tal. Nimm genug Wasser und Proviant mit, unterwegs gibt es kaum etwas zu kaufen.
Die Schneegruben, die alpinste Kulisse des polnischen Riesengebirges. Foto: Jacek Halicki / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
7. Stabkirche Wang in Karpacz: ein Stück Norwegen
Eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten im ganzen Gebirge. Die Stabkirche Wang (Świątynia Wang) ist eine hölzerne Kirche aus dem 12. bis 13. Jahrhundert, ursprünglich errichtet im norwegischen Dorf Vang und ohne einen einzigen Nagel. Im 19. Jahrhundert kaufte sie der preußische König Friedrich Wilhelm IV., ließ sie abbauen und im damaligen Brückenberg, dem heutigen oberen Karpacz, wieder aufstellen. Der Eintritt kostet für Erwachsene 16 PLN (≈ 3,80 €), Kinder ab 6 Jahren zahlen 9 PLN. Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr. Sonntags und an Feiertagen findet um 10 Uhr ein Gottesdienst statt, besichtigen kannst du die Kirche dann erst ab 11:30 Uhr, und samstags können Hochzeiten dazwischenkommen.Die Stabkirche Wang in Karpacz, einst aus Norwegen hierher gebracht. Foto: Jar.ciurus / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 pl
8. Kammwanderung auf dem Weg der Polnisch-Tschechischen Freundschaft
Der Droga Przyjaźni Polsko-Czeskiej (Weg der Polnisch-Tschechischen Freundschaft) verläuft direkt auf der Grenze über den Kamm zwischen Reifträger und Schneekoppe. Das ist der Klassiker im Riesengebirge: einen ganzen Tag über das Dach des Gebirges, mit Blick nach Polen auf der einen und nach Tschechien auf der anderen Seite. Die Strecke ist lang und dem Wind ausgesetzt, heb sie dir also für einen Tag mit guter Prognose auf und pack Schichten ein.
9. Aussichtspunkte ohne Anstrengung: Złoty Widok und die Todeskurve
Nicht jede Aussicht musst du dir stundenlang erarbeiten. Rund um Szklarska Poręba gibt es ein paar Aussichtspunkte, die du vom Auto aus in wenigen Minuten erreichst. Der Złoty Widok („Goldene Aussicht“) liegt etwa fünf Minuten vom Parkplatz an der Straße entfernt und öffnet den Blick auf den ganzen Kamm bis zur Schneekoppe. Der Zakręt Śmierci („Todeskurve“) ist eine scharfe Kehre oberhalb des Orts, streng genommen schon im Isergebirge. Du parkst kostenlos und bist nach fünf Minuten durch den Wald am Aussichtspunkt, weitere 20 Minuten später am Diamentowy Widok („Diamantaussicht“), perfekt für den Sonnenaufgang.
💡 Tipp: Heb dir die Aussichtspunkte für den frühen Morgen oder den späten Nachmittag auf. Tagsüber kommen am Wochenende viele Autos, und die kleinen Parkplätze an der Straße sind schnell voll.
10. Burg Kynast (Chojnik): die Ruine über Hirschberg
Der Kynast (Chojnik, 627 m) trägt eine gotische Burgruine auf einem bewaldeten Berg über Sobieszów (Hermsdorf), einem Stadtteil von Jelenia Góra. Hinauf führt der bequemere rote Weg (etwa 45 Minuten, auch für Familien geeignet) oder der steilere schwarze (rund 30 Minuten). Vom Turm überblickst du das ganze Riesengebirgsvorland und das Hirschberger Tal. Der Eintritt in die Burg wird zusätzlich zum Parken fällig, rechne mit einem niedrigen zweistelligen Betrag in Złoty.Der Hof der Burgruine Kynast (Chojnik) über Jelenia Góra. Foto: Jacek Halicki / Wikimedia Commons, CC BY 3.0
11. Japanischer Garten Siruwia: Ruhe zwischen den Bergen
Etwas abseits der Berge, im Dorf Przesieka (Hain) zwischen Karpacz und Jelenia Góra, versteckt sich der Japanische Garten Siruwia (Mała Japonia). Auf rund anderthalb Hektar findest du Teiche, Bäche, kleine Wasserfälle und japanische Pflanzen, dazu einen Spielplatz und kleine Ausstellungen. Er gehört zu den größten japanischen Gärten Polens. Geöffnet ist täglich von 10 bis 19 Uhr, der Eintritt kostet etwas. Ein schöner Kontrast zum rauen Kamm und ein guter Plan B für einen heißen oder verregneten Tag.
12. Reifträger und Kopa: Bahnen, die den Aufstieg verkürzen
Wer nicht alles zu Fuß gehen will, freut sich über zwei Bahnen. Auf den Reifträger (Szrenica, 1.362 m) fährt ab Szklarska Poręba eine Seilbahn in zwei Sektionen. Im Sommer 2026 kostet die Bergfahrt über beide Sektionen je nach Saison 66 bis 74 PLN (≈ 16 bis 17,50 €), hin und zurück 74 bis 79 PLN, im Winter 80 bzw. 95 PLN; Kinder zahlen weniger, und der Nationalparkeintritt ist hier nicht enthalten. Oben beginnt der Weg zu den Schneegruben und auf den Kamm. Auf die Kopa fährt ab Karpacz ein Sessellift (Bergfahrt 75 bis 85 PLN), der den Aufstieg zur Schneekoppe verkürzt. Auch hier gilt: Das letzte Stück zum Gipfel läufst du selbst.
13. Übernachten in der Baude: Pierogi und eine Nacht am Kamm
Die polnischen schroniska sind nicht nur Zuflucht vor dem Regen, sondern ein eigener Grund für die Reise. In der Samotnia am Kleinen Teich, in der Strzecha Akademicka (Hampelbaude) oder im Dom Śląski (Schlesierhaus) unter dem Gipfel bekommst du warmes Essen und kannst auch übernachten. Probier Pierogi oder Kartoffelpuffer (placki ziemniaczane). Das Essen in den Bauden ist deftig und günstig, preislich kaum anders als unten im Ort.
💡 Tipp: Eine Nacht in der Baude ist ein Erlebnis, aber die Betten sind knapp, und in der Saison wird lange im Voraus gebucht. Wenn du in der Samotnia oder im Schlesierhaus schlafen willst, plane ein paar Monate vorher.
14. Termy Cieplickie in Bad Warmbrunn: ein Tag zum Erholen
Nach einer anstrengenden Tour tut warmes Wasser gut. Die Termy Cieplickie liegen in Cieplice, dem früheren Bad Warmbrunn und heute ein Stadtteil von Jelenia Góra. Von Karpacz und von Szklarska Poręba sind es jeweils rund 30 Minuten mit dem Auto. Cieplice gilt als einer der ältesten Kurorte Polens, die Quellen wurden schon im Mittelalter genutzt. Es gibt Innen- und Außenbecken mit Thermalwasser, Rutschen, ein Kinderbecken und einen Saunabereich. Der ideale Plan B, wenn oben Nebel hängt oder es regnet, und Kinder halten es hier locker einen ganzen Nachmittag aus.
15. Ein Extra gegen Bezahlung: Ausflug oder Führung
Wenn du mehr willst als nur deine eigene Tour, etwa eine geführte Wanderung, ein Leihrad oder eine Besichtigung in der Umgebung, lohnt sich ein Blick ins Angebot an Erlebnissen. Konkrete Möglichkeiten für das Riesengebirge findest du bei GetYourGuide für das Riesengebirge →. Dort kannst du vorab buchen und hast deinen Termin sicher.Foto: Jan Kopriva / Pexels
Skifahren im polnischen Riesengebirge
Im Winter wird die polnische Seite zum Skigebiet, das auch viele Sachsen und Berliner fürs Wochenende nutzen. Der Hauptgrund: Ein Tagespass kostet nur einen Bruchteil dessen, was du in den Alpen zahlst, und die Pisten sind in der Regel gut präpariert und beschneit. Die Saison läuft je nach Schnee etwa von Dezember bis Anfang April.Das größte Gebiet ist die Szrenica Ski Arena in Szklarska Poręba mit rund 12 km Pisten, darunter die fast vier Kilometer lange Abfahrt Lolobrygida und eine schwarze FIS-Strecke für Könner. Der Tagespass für Erwachsene kostete in der Saison 2025/2026 185 PLN (≈ 43 €), für Kinder von 7 bis 14 Jahren 105 PLN, Kinder bis 6 Jahre fahren gratis. Kleiner und familiärer ist die Karpacz Ski Arena an der Kopa, dort lag der Tagespass in der Hauptsaison bei 140 bis 150 PLN (≈ 33 bis 35 €), gegen Saisonende noch darunter.
💡 Tipp: Skipass und Parken kaufst du am besten vorab online, am Wochenende stehen an den Kassen und am Parkplatz unter dem Lift lange Schlangen. Und auch im Winter gilt: Oben auf dem Kamm ist es rau, rechne mit Frost und Wind.
Schneekoppe und Schlesierhaus im Winter, wenn sich der Kamm in eine andere Welt verwandelt. Foto: Pudelek / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Riesengebirge Polen mit Kindern
Für Familien ist die polnische Seite erstaunlich gut aufgestellt. Wenn es oben stürmt oder regnet, hast du unten jede Menge Alternativen. Diese haben sich am meisten bewährt:
Dinopark in Szklarska Poręba mit lebensgroßen Dinosauriermodellen, Seilgarten, Spielplatz, Bähnchen und 6D-Kino. Parken ist kostenlos, ideal etwa bis zwölf Jahre.
Kletterparks Trollandia (Szklarska Poręba) und Tarzan (Karpacz) mit Parcours in verschiedenen Schwierigkeitsgraden für Klein und Groß, saisonal etwa von April bis November.
Western City in Ściegny bei Karpacz, ein Westernpark mit Cowboyshow und einer der größten seiner Art in Polen.
Aquapark Tropicana im Hotel Gołębiewski (Karpacz), ein großes Hallenbad mit Rutschen und ein verlässlicher Plan für Regentage.
Miniaturenpark in Kowary (Schmiedeberg) mit über 60 Bauwerken aus Niederschlesien im Maßstab 1:25, ganzjährig geöffnet.
Museen in Karpacz, darunter die Karkonoskie Tajemnice (Riesengebirgsgeheimnisse) über Sagen und den Berggeist Rübezahl sowie ein Museum aus LEGO-Steinen, beide mitten im Ort.
💡 Tipp: Mit dem Kinderwagen kommst du gut durch das Zentrum von Karpacz, über die Promenade (deptak) in Szklarska Poręba und auf dem kurzen Weg zum Kochelfall, der sogar rollstuhlgerecht ausgebaut ist. Auf den Kamm und in die Klamm am Zackelfall nimmst du den Kinderwagen besser nicht mit, dort gibt es Treppen und Stege.
Ausflüge in die Umgebung (Hirschberg, Kowary)
Wenn du genug vom Kamm hast, lohnt sich ein Tag im Vorland. Jelenia Góra (Hirschberg) hat einen schönen Marktplatz mit Laubenhäusern und ist der Verkehrsknoten der ganzen Region, von hier ist es nicht weit zur Burg Kynast und nach Bad Warmbrunn. Rund um die Stadt liegt das Hirschberger Tal mit seinen zahlreichen Schlössern und Herrenhäusern, die früher dem schlesischen Adel gehörten. In Agnetendorf (Jagniątków) kannst du das Haus Wiesenstein besuchen, in dem Gerhart Hauptmann bis zu seinem Tod lebte. In Kowary lohnt neben dem Miniaturenpark ein Besuch der Sztolnie Kowary, früherer Uranstollen, die heute auf einer rund 1.200 Meter langen Untertagetour mit Radon-Inhalatorium zugänglich sind. Naturfans gefallen die Kolorowe Jeziorka (Bunte Teiche) im Landeshuter Kamm (Rudawy Janowickie), in denen das Wasser ehemaliger Gruben grün, blau oder gelb schimmert.
Essen im polnischen Riesengebirge
Gut und günstig essen kannst du hier problemlos, und die polnische Küche ist genau so deftig, wie man es nach einer Tour braucht. Sichere Wahl sind Pierogi (gefüllte Teigtaschen, oft mit Quark und Kartoffeln oder mit Fleisch), placki ziemniaczane (Kartoffelpuffer), Żurek (saure Mehlsuppe, gern im Brotlaib serviert) und im Winter Glühwein. Eine Portion Pierogi kostet im Restaurant meist 30 bis 40 PLN (≈ 7 bis 9,50 €), ein Glühwein 15 bis 20 PLN.Die meisten Lokale findest du an der Promenade in Karpacz, die wegen ihrer Leuchtreklamen und des Rummels bis spät in die Nacht auch „Vegas unter der Schneekoppe“ genannt wird, und im Zentrum von Szklarska Poręba. Das beste Verhältnis von Preis und Erlebnis haben unserer Meinung nach aber die Bergbauden. In der Samotnia am Teich oder im Schlesierhaus isst du warm, mit einer Aussicht, die dir im Ort keiner bietet.
Was kostet das Riesengebirge in Polen? (Budget)
Das polnische Riesengebirge gehört zu den günstigeren Gebirgen in der Region, solange du es mit den Bahnen nicht übertreibst. Einen Großteil der Ausflüge schaffst du zu Fuß und zahlst dann eigentlich nur Nationalparkeintritt und Parken. Orientierungswerte pro Person und Tag (≈ 4,25 PLN pro Euro):
Posten
Ungefähr pro Tag (1 Person)
Eintritt Nationalpark KPN (1 Tag)
11 PLN (≈ 2,60 €), 2 Tage 20 PLN, 3 Tage 26 PLN
Unterkunft (Hostel / Pension)
ab 50 PLN pro Bett (≈ 12 €); Baude 90 bis 150 PLN
Essen (Pierogi, Kartoffelpuffer, Baude)
40 bis 70 PLN (≈ 9,50 bis 16,50 €)
Parken
8 bis 40 PLN im Ort; ca. 20 PLN am Zackelfall
Seilbahn (optional)
Kopa bergauf 75 bis 85 PLN; Reifträger hin und zurück 74 bis 95 PLN
Skipass im Winter (optional)
Szrenica 185 PLN/Tag; Karpacz 140 bis 150 PLN/Tag
Gesamt ohne Seilbahn
ca. 150 bis 250 PLN (≈ 35 bis 60 €) / Tag
Die Regel ist einfach: Wer läuft, spart am meisten. Die Bahnen bringen Komfort, treiben das Budget aber spürbar nach oben. Und wenn du die Hauptmahlzeit in der Baude statt im Restaurant im Ort isst, isst du gut und günstig zugleich.
Was ist das Riesengebirge in Polen und wie komme ich aus Deutschland hin?
Das polnische Riesengebirge (Karkonosze) ist die Nordseite desselben Gebirges, dessen Südseite in Tschechien liegt. Die beiden Hauptorte sind Karpacz, früher Krummhübel, im Osten (Ausgangspunkt zur Schneekoppe) und Szklarska Poręba, früher Schreiberhau, im Westen (Wasserfälle und Reifträger). Mit dem Auto sind es ab Dresden rund 180 km, ab Berlin gut 300 km. Mit der Bahn fährst du über Görlitz nach Jelenia Góra (Hirschberg) und von dort weiter mit Zug oder Bus.Wie komme ich von Polen aus auf die Schneekoppe?
Die schönste Route ab Karpacz führt an der Samotnia (Kleine Teichbaude) am Kleinen Teich vorbei, über die Hampelbaude zum Schlesierhaus und auf den Gipfel, zu Fuß drei bis vier Stunden bergauf. Kürzer wird es mit dem Sessellift auf die Kopa (75 bis 85 PLN bergauf), von dort sind es noch etwa 40 bis 60 Minuten zu Fuß bis ganz nach oben.Was kostet der Eintritt in den Nationalpark Riesengebirge in Polen?
Der Eintritt in den Karkonoski Park Narodowy (KPN) kostet 11 PLN (≈ 2,60 €) für einen Tag, 20 PLN für zwei und 26 PLN für drei Tage, ermäßigt die Hälfte. Kinder unter 7 Jahren zahlen nichts. Die Klamm am Zackelfall (Kamieńczyk) kostet mit 16 PLN extra, das normale Nationalparkticket gilt dort nicht.Wann ist die beste Reisezeit für das polnische Riesengebirge?
Zum Wandern ist Saison von Mai bis Oktober. Am schönsten sind Frühjahr und Herbst, wenn weniger Menschen unterwegs sind und sich die Berge färben. Auf dem Kamm ist es auch im Sommer kühl, windig und wechselhaft, also immer Schichten und eine Windjacke einpacken. Zum Skifahren eignen sich Dezember bis Anfang April.Welche Wasserfälle im polnischen Riesengebirge lohnen sich?
Der höchste ist der Zackelfall (Kamieńczyk) mit 27 Metern in drei Kaskaden, in einer Klamm oberhalb von Szklarska Poręba und etwa 30 Minuten vom Parkplatz. Kleiner, aber sehr hübsch ist der Kochelfall (Szklarka, gut 13 m) direkt an der Straße nach Jelenia Góra, ideal für einen kurzen Abstecher. Der dritthöchste ist der Hainfall (Podgórna, 10 m) in Przesieka, und mitten in Karpacz liegt der malerische Wilde Wasserfall (Dziki Wodospad) an der Łomnica.Kann ich im polnischen Riesengebirge mit Euro bezahlen?
Kaum. Gezahlt wird in Złoty (PLN), und wo doch jemand Euro annimmt, ist der Kurs meist schlecht. Am günstigsten tauschst du in einer Wechselstube (kantor) in Polen, Karten gehen in den Orten fast überall. An den Kassen des Nationalparks, auf Parkplätzen und in den Bergbauden ist Bargeld aber praktisch. Nimm auch den Personalausweis mit, du bewegst dich direkt an der Grenze.Karpacz oder Szklarska Poręba: welcher Ort ist besser als Standort?
Das hängt vom Ziel ab. Karpacz (Krummhübel) passt für die Schneekoppe und die Stabkirche Wang, Szklarska Poręba (Schreiberhau) für die Wasserfälle, den Reifträger und die Schneegruben. Hostels und Pensionen beginnen bei etwa 50 PLN pro Bett. Ein Erlebnis ist eine Nacht in der Baude, grob 130 bis 150 PLN in der Samotnia und 90 bis 100 PLN im Schlesierhaus. In der Saison solltest du früh reservieren.Welche Skigebiete gibt es im polnischen Riesengebirge und was kostet der Skipass?
Das größte ist die Szrenica Ski Arena in Szklarska Poręba mit rund 12 km Pisten, kleiner ist die Karpacz Ski Arena an der Kopa. Der Tagespass für Erwachsene kostete 2025/2026 in der Szrenica Ski Arena 185 PLN (≈ 43 €) und in Karpacz in der Hauptsaison 140 bis 150 PLN, Kinder zahlen weniger. Das ist ein Bruchteil der Alpenpreise. Die Saison läuft etwa von Dezember bis Anfang April.Eignet sich das polnische Riesengebirge für einen Urlaub mit Kindern?
Ja, es gibt viele Schlechtwetter-Attraktionen, auch für kleine Kinder: Dinopark und Kletterparks in Szklarska Poręba, Western City bei Karpacz, den Aquapark im Hotel Gołębiewski und Museen (Riesengebirgsgeheimnisse mit Rübezahl, LEGO) in Karpacz, den Miniaturenpark in Kowary und die Thermen in Bad Warmbrunn. Mit dem Kinderwagen schaffst du die Zentren beider Orte und den kurzen Weg zum Kochelfall.Was kann man in der Umgebung des polnischen Riesengebirges sehen?
Lohnenswert sind Jelenia Góra (Hirschberg) mit seinem Marktplatz, die Burgruine Kynast (Chojnik) über Sobieszów, die Thermen in Bad Warmbrunn (Cieplice), die Schlösser im Hirschberger Tal, das Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf, die früheren Uranstollen Sztolnie Kowary und der Miniaturenpark in Kowary. Naturfans empfehlen wir die Bunten Teiche (Kolorowe Jeziorka) im Landeshuter Kamm.Was sollte man im polnischen Riesengebirge essen?
Klassiker sind Pierogi (gefüllte Teigtaschen), placki ziemniaczane (Kartoffelpuffer), Żurek (saure Mehlsuppe) und im Winter Glühwein. Eine Portion Pierogi kostet meist 30 bis 40 PLN. Das beste Verhältnis von Preis und Erlebnis bieten die Bergbauden wie die Samotnia oder das Schlesierhaus, wo du direkt am Kamm warm isst.
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