Tschechien · 9.9.2026

Heiliger Berg Mikulov: Aufstieg, Kreuzweg und Blick über die Pollauer Berge

Aktualizováno 23.9.2026

Wer über die Grenze bei Drasenhofen nach Mikulov hineinfährt, sieht ihn, bevor er die Stadt sieht: einen kahlen weißen Kalkbuckel mit einer Kapelle und einem schlanken Glockenturm obendrauf. Der Heilige Berg in Mikulov, auf Tschechisch Svatý kopeček, ist das Wahrzeichen des früheren Nikolsburg, und hinauf führt einer der ältesten Kreuzwege Böhmens und Mährens. Mit 363 Metern klingt das nach einem Spaziergang. Weil die Stadt aber auf rund 240 Metern liegt, steigst du vom Marktplatz aus doch ordentlich bergauf, und oben bekommst du einen Rundblick, den ein Hügel dieser Größe eigentlich gar nicht hergeben dürfte: Schloss, Altstadt, die Pollauer Berge und bei klarem Wetter das Weinviertel.

Heiliger Berg Mikulov auf einen Blick

  • Höhe: 363 m, einer der Gipfel der Pollauer Berge (Pálava). Der Lehrpfad hat laut Stadt 142 Höhenmeter.
  • Dauer: von der Straße Novokopečná bis zum Gipfel 20 bis 30 Minuten, der ganze Lehrpfad mit 3,5 km etwa zwei Stunden, wenn du dir Zeit zum Schauen lässt.
  • Eintritt: keiner. Der Berg ist ganzjährig frei zugänglich, allerdings nur zu Fuß, Fahrräder sind verboten.
  • Kreuzweg: 14 Stationen, einer der ältesten Kreuzwege in den böhmischen Ländern, die ersten sieben Stationen standen um 1630.
  • Auf dem Gipfel: die Kapelle St. Sebastian, ein frei stehender Glockenturm und die Heilig-Grab-Kapelle, dahinter die Kapellen der hl. Rosalia und der hl. Barbara.
  • Natur: Naturschutzgebiet im Landschaftsschutzgebiet Pálava, rund 36 Hektar Felssteppe auf Jurakalk. Der einzige Ort in Tschechien, an dem das Zierliche Federgras wächst.
  • Untergrund: teils lehmig, teils steinig, feste Schuhe sind sinnvoll. Den Kinderwagen lässt du besser unten.
  • Beste Zeit: April und Mai wegen der Schwertlilien, September wegen des Lichts und der Marienwallfahrt.

Heiliger Berg Mikulov: Wege nach oben und wie lange der Aufstieg dauert

Auf den Heiligen Berg führt der Lehrpfad Svatý kopeček, und der hat nicht einen Anfang, sondern vier Einstiege. An jedem steht eine Tafel mit Karte, du kannst dich also kaum verlaufen:
  • Straße Novokopečná: der klassische Weg. Hier beginnt auch der Kreuzweg, du kommst also der Reihe nach an allen Stationen vorbei. Vom Marktplatz sind es über die Straße Svobody nur ein paar Minuten bis zum Einstieg.
  • Die zweite Waldwiese (druhý palouček), etwa auf halber Höhe, falls du dir das erste Stück sparen willst.
  • Straße Habánská oberhalb der Schule.
  • Straße Bezručova, gegenüber der fünften Tafel des Lehrpfads „Auf den Spuren der Täufer“. Von hier kannst du den Berg umrunden und vom Procházka-Waldpark her einsteigen.
Der ganze Lehrpfad ist 3,5 Kilometer lang und überwindet 142 Höhenmeter. Ein echter Rundweg ist es nicht, eher ein verzweigtes Netz: Vom Gipfel geht es weiter zum Aussichtspunkt über dem Steinbruch, und ein Stück musst du denselben Weg zurück. Für den reinen Aufstieg von der Novokopečná bis zur Kapelle brauchst du 20 bis 30 Minuten, je nachdem, wie oft du an den Kapellen stehen bleibst.Die Stadt beschreibt den Weg als teils lehmig, teils steinig und empfiehlt festeres Schuhwerk. Nimm das ernst. Kalkstein ist nach Regen glatt wie Seife, und im oberen Teil läufst du über blanken Fels. In Sandalen geht es zur Not, mit Kindern würden wir bei Nässe aber nicht hinaufgehen.Rechne außerdem damit, dass der Weg gerade abschnittsweise erneuert wird. Die vielen Besucher haben ihn ausgetreten, an mehreren Stellen hat die Erosion zugeschlagen. Deshalb entstehen nach und nach gepflasterte Passagen in traditioneller Setztechnik und Stufen aus Robinienholz. Ein Teil ist schon fertig, der Rest soll in den nächsten Jahren folgen. Es kann dir also passieren, dass du ein Stück über neues Pflaster gehst und ein paar Dutzend Meter weiter wieder über festgetretenen Lehm.
💡 Tipp: Der Lehrpfad ist ganzjährig frei zugänglich, aber nur für Fußgänger. Das Fahrrad bleibt unten, mit dem Rad darfst du nicht ins Schutzgebiet. Ein Kinderwagen kommt über den unteren Teil des Kreuzwegs, das letzte Stück zum Gipfel ist aber steinig und steil. Genau dorthin, wofür du gekommen bist, schaffst du es mit ihm also nicht.
Steiniger Weg auf den Heiligen Berg in Mikulov mit Glockenturm und Kapelle St. Sebastian
Die letzten Meter zum Gipfel des Heiligen Bergs. Foto: VitVit, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Der Kreuzweg auf den Heiligen Berg: einer der ältesten in Böhmen und Mähren

Der Kreuzweg beginnt in der Straße Novokopečná an einem Barockhaus mit einer Figur des hl. Johannes Nepomuk an der Fassade und zieht sich in Serpentinen an den Kapellen vorbei bis zum Gipfel. Gestiftet hat ihn Kardinal Franz von Dietrichstein, Bischof von Olmütz und Herr über Nikolsburg. Anlass war der Dank dafür, dass die Pest von 1622 abgeklungen war. Der Grundstein der Sebastianskapelle wurde am 2. Juli 1623 gelegt, fertig war sie 1630, und zu dieser Zeit standen am Hang schon sieben Passionsstationen, wie es damals üblich war. Bis dahin hieß der Hügel Tanzberg, seinen heutigen Namen bekam er erst durch den Kreuzweg. Die übrigen sieben Kapellen kamen zwischen 1750 und 1776 hinzu, geweiht wurde der vollständige Weg am 1. September 1776. Seitdem besteht die Anlage aus 17 gemauerten Bauten: 14 Kreuzwegkapellen, die Kapelle St. Sebastian, der Glockenturm und die Heilig-Grab-Kapelle. Seit 2018 ist das Ensemble nationales Kulturdenkmal Tschechiens.Der Verlauf ist ungewöhnlich, und es lohnt sich, ihn vorher zu kennen, damit du oben nicht glaubst, etwas verpasst zu haben. Elf Stationen bringen dich bis unter die Sebastianskapelle, dort ist der Weg aber noch nicht zu Ende. Er führt an zwei weiteren Kapellen vorbei zur Heilig-Grab-Kapelle, und die letzte, vierzehnte Station steht erst dahinter. Wer an der Kirche umdreht und absteigt, verpasst den Schluss.Sechs Kapellen, nämlich die Nummern 2 bis 7, sind sogenannte Felsenkapellen: Sie stehen nicht frei am Weg, sondern sind direkt in den Kalkfelsen gehauen. Die Figuren darin sind übrigens älter als die Kapellen selbst, sie entstanden um 1700.Die Geschichte der Anlage ist ein ständiges Auf und Ab. Der Glockenturm brannte schon 1663 zum ersten Mal, 1767 schlug der Blitz so heftig ein, dass beide Glocken schmolzen. Die Glocke, die seit 1768 dort hängt, wiegt 4.360 Kilogramm, und laut Stadt hört man sie bei gutem Wetter im Umkreis von 20 Kilometern. 1786 kam dann der härteste Schlag: Im Zuge der Reformen Josephs II. wurde die Sebastianskapelle entweiht, ihre Ausstattung versteigert, und mit ihr verlor auch der Kreuzweg seine Funktion. Dass die Bauten nicht abgerissen wurden, lag nur daran, dass sie den Dietrichsteins privat gehörten. Die Kapelle diente später als Pulverlager, auf dem Bergrücken weideten Schafe. Erst Propst Augustin Bartenstein ließ ab 1862 alles instand setzen, und am 8. September 1865 wurde die Kapelle vor über 15.000 Gläubigen neu geweiht. Seitdem wird bei der Wallfahrt zur Nikolsburger Schwarzen Madonna von Loreto der Kreuzweg hinaufgezogen, deren Statuette ursprünglich in der Loretokapelle der St.-Anna-Kirche stand, der heutigen Dietrichstein-Gruft am Marktplatz.Der Glockenturm neben der Kapelle ist ein Campanile nach italienischem Vorbild, entstanden 1632. Das ist der schmale Turm, den du von der Stadt aus in der Silhouette des Berges links neben der Kapelle siehst.

Was du vom Gipfel des Heiligen Bergs siehst

Der Gipfel des Heiligen Bergs ist flach und fast kahl, und genau das macht ihn so gut. Du kannst dich einmal im Kreis drehen, ohne irgendwo eine Lücke zwischen Bäumen suchen zu müssen.Im Westen liegt Mikulov wie auf einem Teller: das Schloss auf seinem Felsen, die Kirche St. Wenzel, die Dächer der Altstadt und dahinter die Ebene Richtung Nové-Mlýny-Stauseen. Für diesen Blick kommen die meisten hier hoch.Im Nordwesten zieht sich der Kamm der Pollauer Berge mit dem Tafelberg (Stolová hora) und der Burgruine Děvičky (Maidenburg) über dem mittleren Stausee. Am besten siehst du ihn vom Aussichtspunkt über dem alten Steinbruch, der zum Lehrpfad gehört und von der Kapelle aus in ein paar Minuten zu erreichen ist.Im Süden geht die Landschaft nahtlos nach Österreich über, die Grenze liegt nur wenige Kilometer entfernt. Bei guter Sicht erkennst du die Weinberge des Weinviertels, die genauso aussehen wie die mährischen, nur eben auf der anderen Seite.
Blick vom Gipfel des Heiligen Bergs auf Mikulov und das Schloss zwischen zwei Kapellen
Blick vom Gipfel auf Mikulov und das Schloss. Foto: VitVit, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Naturschutzgebiet und Steppenblüte

Der Heilige Berg ist ein Naturschutzgebiet (přírodní rezervace), kein nationales. Das wird oft verwechselt, weil die Kreuzweganlage oben tatsächlich nationales Kulturdenkmal ist, aber das schützt die Bauten, nicht die Natur. Unter Schutz steht der Berg seit dem 10. Mai 1946, damals als Pflanzenschutzgebiet, seinen heutigen Status hat er seit 1992. Das Gebiet ist rund 36 Hektar groß und gehört zum Landschaftsschutzgebiet Pálava.Geologisch ist der Berg eine Klippe aus Jurakalk: ein harter Block, der stehen geblieben ist, während die Erosion die weicheren Gesteine ringsum abgetragen hat. Daher das steile, fast alpine Profil mitten in einer sonst flachen Landschaft.Botanisch ist der Hügel ein kleines Wunder. Zwischen 1992 und 2002 wurden hier 405 Arten von Gefäßpflanzen gezählt, 28 davon besonders geschützt. Es ist der einzige Ort in Tschechien, an dem das Zierliche Federgras (Stipa eriocaulis) wächst, entdeckt erst 1996, und gleichzeitig der artenreichste Standort des Landes für parasitische Sommerwurzen. Was du auch ohne Bestimmungsbuch erkennst:
  • Die Zwerg-Schwertlilie blüht im April an den Südhängen violett und gelb, und sie ist der schönste Grund, früh im Frühjahr zu kommen.
  • Die Große Kuhschelle und die Kornelkirsche sind noch früher dran, schon Ende März.
  • Das Grauscheidige Federgras mit seinen silbrig behaarten Grannen verwandelt die Hänge im Mai und Juni in einen wogenden Teppich.
  • Der Diptam blüht im Juni und duftet nach Zitrone.
An Tieren leben hier die Gottesanbeterin, die Falter Schwalbenschwanz und Segelfalter, im Mai und Juni fliegt der Hirschkäfer. Zwischen den Steinen sonnt sich die Smaragdeidechse, in den Türmen nisten Dohlen, und in der Wand des aufgelassenen Steinbruchs brütet ein Paar Uhus.
💡 Tipp: Die Steppe verträgt keinen Tritt. Die quer über den Hang ausgetretenen Abkürzungen sehen verlockend aus, aber genau auf ihnen beginnt die Erosion, und genau dort verschwinden die seltenen Arten. Bleib auf dem Weg, der Umweg ist kurz.

Wann du auf den Heiligen Berg gehst und wann das Licht am besten ist

Der Heilige Berg liegt östlich der Altstadt von Mikulov, und das hat für deine Fotos zwei Folgen.Von der Stadt auf den Berg schaust du nach Osten. Morgens steht die Sonne also direkt hinter der Kapelle, und die Silhouette ist schwarz. Am schönsten ist der Berg mit der Kapelle am späten Nachmittag und gegen Abend, wenn die tief stehende Sonne die weißen Mauern und den Westhang anstrahlt. Die besten Plätze für dieses Motiv sind der Schlosspark und der Schlossgarten, die du bei einem Besuch des Schlosses Mikulov ohnehin betrittst.Vom Gipfel auf die Stadt ist es genau umgekehrt. Morgens hast du die Sonne im Rücken, Mikulov und das Schloss sind von vorn beleuchtet, und über der Ebene liegt oft Nebel. Für uns ist das die beste Zeit für den Aufstieg überhaupt: Oben ist niemand, und das Licht ist am klarsten. Nachmittags schaust du gegen die Sonne, und die Stadt verschwimmt.Und nach Jahreszeit:
  • April und Mai sind der Höhepunkt. Die Schwertlilien blühen, die Steppe ist grün, und heiß ist es noch nicht.
  • Juni bis August wird es am Südhang richtig heiß, der Kalk strahlt die Hitze zurück, und Schatten gibt es oben praktisch keinen. Wir gehen im Sommer am liebsten vor neun Uhr morgens oder nach sechs Uhr abends.
  • Der September ist die angenehmste Mischung: warm, aber nicht brütend, in der Stadt ist Weinlese, und am ersten Sonntag im September findet die Marienwallfahrt statt, mit einer Messe direkt auf dem Gipfel und offener Kapelle. Am zweiten Septemberwochenende zieht während des Pálava-Weinlesefests außerdem eine Prozession auf den Berg.
  • Der Winter ist ein Glücksspiel. Schnee hält sich in Südmähren nicht lange, dafür ist der Berg völlig leer, und bei Inversionswetterlage schaust du von oben auf das Nebelmeer.
Die Kapelle St. Sebastian ist nicht jeden Tag offen. Laut Stadt Mikulov kannst du sie samt Glockenturm von Juli bis Mitte September samstags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 10 bis 14 Uhr besichtigen. Außerdem ist sie bei den Wallfahrten geöffnet: am ersten Sonntag nach dem 20. Januar zum Patronatsfest, am Karfreitag zur Kreuzwegandacht, am Samstag vor Pfingsten zum Abendgottesdienst und eben im September. Den Innenraum der Heilig-Grab-Kapelle siehst du jederzeit durch ein restauriertes Barockgitter, hinein darfst du nicht.

Lehrpfad, Aussicht über dem Steinbruch und was sich anschließt

Der Lehrpfad auf den Heiligen Berg hat 11 Tafeln: Vier davon stehen an den Einstiegen (mit Karte), sieben sind Thementafeln. Nacheinander geht es um den Kreuzweg, die Pflanzenwelt, die Sebastianskapelle, das Heilige Grab, die Tierwelt, den Kalkabbau und ein Insektenhotel. Entlang der Strecke stehen 20 Rastplätze mit Bänken, was für 3,5 Kilometer eine Menge ist und mit Kindern sehr gelegen kommt.Die sechste Tafel steht am Aussichtspunkt über dem aufgelassenen Steinbruch. Den Abstecher solltest du auch dann machen, wenn du Lehrpfade sonst links liegen lässt: Von hier schaust du gleichzeitig in den Steinbruch, auf die Ruine Děvičky und auf den Tafelberg.Im Procházka-Waldpark trifft der Weg auf den Lehrpfad „Auf den Spuren der Täufer“, der dich bequem auf einer anderen Route zurück ins Zentrum bringt.

Steinbruch Janičův vrch: Baden am Fuß des Berges

Am Nordfuß des Berges, beim Mariánský mlýn, liegt der geflutete Kalksteinbruch Janičův vrch, auf Deutsch früher Marienberg. Seit 2014 ist er Naturdenkmal, im Sommer ist er ein beliebter Badeplatz, und die Einheimischen nennen ihn halb im Scherz die „Karibik von Mikulov“. Der Zugang ist geregelt, und das solltest du vorher wissen:
  • Saison: 15. Juni bis 15. September, 9 bis 19 Uhr. In dieser Zeit kostet der Zugang Eintritt, und es dürfen höchstens 100 Personen gleichzeitig ans Wasser.
  • Eintritt (Stand September 2026): eine Stunde 80 Kč (rund 3,30 €), drei Stunden 200 Kč (rund 8 €), ganzer Tag 500 Kč (rund 20 €). Kinder bis 15 Jahre 50 Kč, Kinder unter einem Meter frei. Parken einmalig 100 Kč (rund 4 €).
  • Außerhalb der Saison ist der Steinbruch frei und kostenlos zugänglich.
  • Verboten: Hunde, Springen ins Wasser, Zelten, Feuer, Glasflaschen. Eigene Paddleboards und Schlauchboote sind dagegen erlaubt.
Beides lässt sich gut verbinden: vormittags der Berg, nachmittags das Wasser. Rechne nur damit, dass an einem heißen Julinachmittag die 100 Plätze schnell weg sind.

Praktische Infos zum Heiligen Berg

WasWie es ist
EintrittKostenlos, ganzjährig frei zugänglich
Höhe363 m (Schutzgebiet 240 bis 360 m)
Länge des Lehrpfads3,5 km, 142 Höhenmeter
Aufstieg ab Novokopečná20 bis 30 Minuten pro Richtung
UntergrundLehm und Stein, feste Schuhe
FahrradVerboten, nur für Fußgänger
HundAuf den Berg an der Leine ja, in den Steinbruch Janičův vrch nein
Einkehr obenKeine, Wasser mitnehmen
ToilettenOben keine, die nächsten in der Stadt

Anreise mit dem Auto und Parken in Mikulov

Mikulov liegt direkt an der österreichischen Grenze, und für die meisten Deutschen ist das Auto der bequemste Weg. Laut Routenplaner OSRM sind es aus Dresden rund 395 km (gut viereinhalb Stunden), aus München knapp 500 km, aus Leipzig etwa 500 km und aus Berlin rund 590 km, jeweils ohne Pausen. Wer über Österreich kommt, fährt am Grenzübergang Drasenhofen praktisch direkt in die Stadt. Denk an die tschechische Autobahnvignette, wenn deine Route über Autobahnen in Tschechien führt.In Mikulov gilt seit dem 1. Juli 2024 ein Zonensystem. Die Zone A ist nur für Anwohner. In der Zone B dürfen Besucher tagsüber von 7 bis 17 Uhr für 60 Kč pro Stunde parken, danach gehört auch sie den Anwohnern. Für Touristen gedacht sind die Parkplätze der Zonen C1, C2 und C3. In C1 (u. a. Parkplatz Česká und Komenského) ist die erste Stunde kostenlos, wenn du dein Kennzeichen am Automaten oder in der App EasyPark registrierst, danach kostet es 40 Kč pro Stunde (rund 1,60 €) oder 400 Kč pro Tag. C2 (u. a. Na Hradbách) kostet 10 Kč pro Stunde bzw. 100 Kč pro Tag, der große Zentralparkplatz C3 in der Jiráskova nur 5 Kč pro Stunde bzw. 50 Kč pro Tag (rund 2 €), dort geht das allerdings nicht über EasyPark. Die Automaten in den C-Zonen laufen täglich von 7 bis 18 Uhr. Auf den Marktplatz (Náměstí) und den Kirchplatz (Kostelní náměstí) darfst du nur zum Be- und Entladen fahren.Am praktischsten ist es, einmal für den ganzen Tag zu parken und Mikulov zu Fuß zu erkunden. Von den Parkplätzen im Zentrum sind es nur ein paar Minuten bis zum Einstieg in der Novokopečná, und zum Schloss ebenso.

Anreise mit Bahn, Bus und Flugzeug

Mikulov liegt an der Bahnstrecke von Břeclav (Lundenburg) nach Znojmo (Znaim), dazu fahren Busse aus Brünn und Břeclav. Aus Deutschland kommst du mit der Bahn am einfachsten über Wien oder über Prag und Brünn nach Břeclav und steigst dort in den Regionalzug um. Vom Bahnhof in Mikulov gehst du bis ins Zentrum und zum Einstieg in den Kreuzweg etwa zwanzig Minuten leicht bergauf, das solltest du zur Aufstiegszeit dazurechnen. Aktuelle Verbindungen findest du im tschechischen Fahrplanportal IDOS, das es auch auf Deutsch gibt. Wer fliegt, landet am besten in Wien-Schwechat: Vom Flughafen sind es mit dem Auto laut OSRM rund 100 km, gut eine Stunde. Der Flughafen Brünn liegt noch näher, ob es von deinem Abflughafen eine Verbindung gibt, prüfst du am besten direkt vor der Buchung.

Übernachten in Mikulov, wenn du morgens auf den Heiligen Berg willst

Morgenlicht heißt, gegen sieben oder acht Uhr auf dem Gipfel zu stehen, und das schaffst du weder aus Wien noch aus Brünn, ohne in Mikulov zu übernachten. Am besten wohnst du direkt in der Altstadt: Von dort sind es fünf bis zehn Minuten zu Fuß bis zum Einstieg in der Novokopečná, das Auto kann also stehen bleiben.Unterkünfte in Mikulov sind in der Hauptsaison und vor allem zur Weinlese lange im Voraus ausgebucht, plan das ein. Drei konkrete Häuser, von denen aus du morgens gut loskommst. Die Penzion Panorama in der Straße Hliniště liegt in einer ruhigen Wohngegend direkt unter dem Heiligen Berg, hat Parkplätze auf dem Grundstück und einen Garten mit Blick auf Schloss, Geisberg und den Heiligen Berg zugleich, du prüfst das Wetter also schon von der Terrasse aus. Die Pension Kiwi in der Straße U Bažantnice steht in einem stillen Teil der Stadt, ebenfalls mit Blick auf den Berg und mit kostenlosem Parkplatz direkt am Haus. Und wer möglichst nah am Einstieg in der Novokopečná wohnen und möglichst wenig zahlen will, versucht es mit der Penzion Fontána in der Straße Piaristů. Sie hat einen geschlossenen Innenhof mit Parkplätzen und eine Gemeinschaftsküche, Frühstück gibt es nicht, aber wenn du um sieben losgehst, brauchst du das ohnehin nicht.

Was wir heute anders machen würden

Beim ersten Mal sind wir um ein Uhr mittags auf den Heiligen Berg gehetzt, das Handy schon in der Hand, haben das Panorama fotografiert und waren nach vierzig Minuten wieder unten. Abgehakt. Das war ein Fehler, den wir nicht wiederholen würden.Wir würden nicht mittags gehen. Nicht nur wegen des Lichts, sondern vor allem, weil um diese Zeit alle oben sind. Die Stunde nach Sonnenaufgang, wenn der Gipfel leer ist und du nur den Wind in den Kiefern hörst, ist ein ganz anderer Ort als derselbe Berg um drei Uhr nachmittags.Wir würden nicht zur Kapelle hetzen. Das Beste am Heiligen Berg ist nicht der Gipfel, sondern das Stück Steppe darunter, wo du dich auf einen Stein setzen und einfach bleiben kannst. Wer nur nach oben will, läuft daran vorbei und bemerkt es nicht einmal.Wir würden nicht versuchen, noch Schloss und Weinkeller hineinzuquetschen. Mikulov verführt dazu, den Tag im Stundentakt zu verplanen, weil alles so nah beieinander liegt, und die Liste der Sehenswürdigkeiten in Mikulov ist länger, als ein Tag hergibt. Aber diese Stadt ist genau durch das schön, was auf keiner Liste steht: sich in eine Gasse unter dem Geisberg verlaufen, auf dem Marktplatz sitzen und nirgendwo hinmüssen, ein Glas bei einem Winzer trinken, von dem man noch nie gehört hat. Die meisten unserer besten Stunden in Mikulov waren nicht geplant.Und noch etwas. Wir würden nicht ständig fotografieren. Den Heiligen Berg gibt es auf Tausenden Fotos, und deins wird nicht anders aussehen. Das Gefühl aber, wenn du mit dem Rücken zur Kapelle stehst, über die Ebene nach Österreich schaust und das Handy in der Tasche bleibt, bekommst du aus keinem Foto heraus.

Womit du den Heiligen Berg verbinden kannst

Auf- und Abstieg dauern ein bis zwei Stunden, der Rest des Tages bleibt frei. Unter dem Berg lockt der Steinbruch Janičův vrch zum Baden, in der Stadt das Schloss Mikulov und das jüdische Viertel, und wer ein Auto hat, ist in zwanzig Minuten an der Burgruine Sirotčí hrádek (Waisenstein) in den Pollauer Bergen oder in der Kulturlandschaft Lednice-Valtice (Eisgrub-Feldsberg), die zum UNESCO-Welterbe gehört. Nach Brünn sind es gut 50 Kilometer, knapp eine Dreiviertelstunde, dazu haben wir einen eigenen Artikel über ein Wochenende in Brünn. Das meiste davon schaffst du auf eigene Faust. Reservieren solltest du vor allem geführte Weinproben in den Kellern von Mikulov und Führungen mit Guide, die sich im September und an Wochenenden füllen.Was gerade im Angebot ist, siehst du in der Übersicht über Ausflüge und Erlebnisse in Mikulov und Umgebung. Bei uns hat sich bewährt: morgens der Berg, abends der Weinkeller. Dazwischen kannst du in Ruhe den Nachmittag verschlafen, und das ist im Mikulover Sommer gar keine schlechte Idee.

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Häufige Fragen zum Heiligen Berg Mikulov

Wie lange dauert die Wanderung auf den Heiligen Berg in Mikulov? Vom Einstieg in der Straße Novokopečná bis zum Gipfel brauchst du 20 bis 30 Minuten in zügigem Tempo. Wenn du den ganzen Lehrpfad samt Aussichtspunkt über dem Steinbruch gehen willst, plane etwa zwei Stunden ein. Der Lehrpfad ist 3,5 Kilometer lang und hat 142 Höhenmeter.Kostet der Heilige Berg Eintritt? Nein. Der Heilige Berg ist ganzjährig frei und kostenlos zugänglich, oben zahlst du weder Eintritt noch Parkgebühr. Bezahlen musst du nur das Parken unten in der Stadt nach dem Mikulover Zonensystem und in der Sommersaison gegebenenfalls den Eintritt zum Badesteinbruch Janičův vrch.Wo beginnt der Kreuzweg auf den Heiligen Berg? In der Straße Novokopečná, ein paar Gehminuten vom Marktplatz entfernt. Von dort führt er an den Kapellen vorbei nach oben und ist zugleich der wichtigste Einstieg in den Lehrpfad. Die ersten elf Stationen bringen dich bis unter die Sebastianskapelle, zwei weitere führen zur Heilig-Grab-Kapelle, und die vierzehnte Station steht erst hinter ihr.Wie viele Stationen hat der Kreuzweg in Mikulov? Vierzehn. Um 1630 gab es zunächst sieben, wie es damals üblich war, zwischen 1750 und 1776 wurde der Weg auf die heutigen vierzehn ergänzt und am 1. September 1776 geweiht. Er gehört zu den ältesten Kreuzwegen in den böhmischen Ländern, und die ganze Anlage aus vierzehn Kapellen, Sebastianskapelle, Glockenturm und Heilig-Grab-Kapelle ist seit 2018 nationales Kulturdenkmal.Wann ist die Kapelle St. Sebastian auf dem Heiligen Berg geöffnet? Laut Stadt Mikulov von Juli bis Mitte September samstags von 10 bis 16 Uhr und sonntags von 10 bis 14 Uhr, zusammen mit dem Glockenturm. Außerdem ist sie bei den Wallfahrten offen, vor allem am ersten Sonntag im September zur Marienwallfahrt, am Karfreitag und am Samstag vor Pfingsten. Den Rest des Jahres siehst du die Bauten nur von außen.Kann man mit dem Fahrrad oder Kinderwagen auf den Heiligen Berg? Mit dem Fahrrad nicht, der Lehrpfad ist ganzjährig nur für Fußgänger freigegeben, und der Berg ist Naturschutzgebiet. Mit dem Kinderwagen kommst du nur über den unteren Teil des Kreuzwegs, das obere Stück zum Gipfel ist steinig und steil. Der Weg ist teils lehmig, teils steinig, feste Schuhe sind sinnvoll.Wo parke ich in Mikulov für den Heiligen Berg? Auf den gebührenpflichtigen Parkplätzen der Zonen C1, C2 und C3. In C1 ist die erste Stunde kostenlos, wenn du dein Kennzeichen am Automaten oder in der App EasyPark registrierst, danach kostet sie 40 Kč. Am günstigsten ist der Zentralparkplatz C3 in der Jiráskova mit 50 Kč (rund 2 €) pro Tag, dort allerdings ohne EasyPark. Zone A ist Anwohnern vorbehalten, auf den Marktplatz darfst du nur zum Be- und Entladen.Wann ist es auf dem Heiligen Berg am schönsten? Für uns am frühen Morgen, wenn du die Sonne im Rücken hast, Mikulov von vorn beleuchtet ist und oben noch niemand steht. Übers Jahr gesehen lohnen sich vor allem April und Mai wegen der blühenden Schwertlilien und des silbrigen Federgrases und dann der September, wenn es warm, aber nicht mehr heiß ist und am ersten Sonntag des Monats die Marienwallfahrt auf den Gipfel zieht.

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