Tschechien · 9.9.2026

Mikulov Tschechien: 12 Orte in Nikolsburg und die beste Reisezeit

Kam na jižní moravě, Mikulov a okolí

Aktualizováno 23.9.2026

Von Wien sind es knapp 90 Kilometer, von der österreichischen Grenze bei Drasenhofen nur ein paar Minuten, und trotzdem kennen viele Deutsche Mikulov in Tschechien höchstens vom Durchfahren auf dem Weg nach Brünn. Das ist schade. Die Stadt, auf Deutsch Nikolsburg und bis 1945 überwiegend deutschsprachig, ist eine der wenigen in Mähren, in denen du viel sehen kannst, ohne zu hetzen: Das Schloss thront auf einem Felsen direkt über dem Stadtplatz, ein paar Gehminuten weiter steht der Turm auf dem Geisberg (Kozí hrádek), gegenüber der Heilige Berg mit seiner weißen Kapelle, und hinter den letzten Häusern fangen die Weinberge an. Fast alles liegt in Laufweite. Die eigentliche Frage ist also nicht, wie du hinkommst, sondern wie viel du an einem Tag unterbringen willst. Wir lassen das Auto inzwischen einfach stehen und gehen zu Fuß, weil die Wege kurz sind und jeder Hügel mit einer Aussicht belohnt.

Mikulov Tschechien auf einen Blick

  • Was du nicht übersehen kannst: das Schloss über dem Stadtplatz, drinnen das Regionalmuseum und ein Riesenweinfass von 1643.
  • Aussichten: Kozí hrádek (nah und kurz) und der Heilige Berg, tschechisch Svatý kopeček (363 m, etwa eine halbe Stunde bergauf).
  • Jüdisches Nikolsburg: Friedhof mit über 4.400 Grabsteinen samt Rabbinerhügel, dazu die Obere Synagoge von 1550.
  • Natur vor der Stadt: die Turold-Höhle mit Geopark und der geflutete Steinbruch Janičův vrch.
  • Wie viel Zeit: Für die Grundrunde reicht ein halber Tag, für ein entspanntes Mikulov nimm dir einen ganzen, mit den Pollauer Bergen ein Wochenende.
  • Wann: Am schönsten finden wir Mai, Juni und September. Das Pálava-Weinlesefest ist 2027 für den 10. bis 12. September angekündigt, und dann ist Mikulov eine andere Stadt.

Mikulov Tschechien: wann sich die Reise lohnt

Bevor du ein Datum festlegst, solltest du eines wissen: Fast alles, wofür man in Mikulov Eintritt zahlt, hat nur in der Saison geöffnet. Das Schloss 2026 vom 2. April bis zum 29. November, und zwar nur dienstags bis sonntags, im April, Oktober und November sogar nur Freitag bis Sonntag. Die Dietrichsteiner-Gruft öffnet von April bis November, der jüdische Friedhof von Mai bis Oktober und die Turold-Höhle von April bis zum 15. November. Zwischen Dezember und März ist die Stadt wunderschön, aber leer, und die meisten Türen bleiben zu.

Unsere Lieblingsmonate sind Mai, Juni und September. Das Schloss hat dann außerhalb der Sommerferien die längsten Öffnungszeiten, die Weinberge sind grün, und in den Lokalen am Stadtplatz findest du noch ohne Reservierung einen Tisch. Juli und August sind am lebendigsten, aber die Nachmittagshitze auf den kahlen Kalkhügeln kann richtig unangenehm werden. Auf den Heiligen Berg und zum Kozí hrádek gehen wir im Sommer deshalb lieber früh morgens oder gegen Abend.

Ein Kapitel für sich ist das Pálava-Weinlesefest (Pálavské vinobraní), traditionell am zweiten Septemberwochenende. 2026 lief es vom 11. bis 13. September, für 2027 kündigen die Veranstalter den 10. bis 12. September an. Es ist ein großes, lautes und sehr gut besuchtes Fest mit einem Umzug des königlichen Gefolges und sechs Musikbühnen in der ganzen Stadt. Das Zentrum wird dafür abgesperrt, man kommt nur mit Festkarte hinein, und das Schloss hat eingeschränkt oder gar nicht geöffnet. Wenn du Ruhe und Denkmäler suchst, lass dieses Wochenende aus. Wenn du wegen der Stimmung kommst, buch dein Zimmer sehr früh.

💡 Tipp: Im April, Oktober und November hat das Schloss nur Freitag bis Sonntag offen, die Gruft im April und Mai sowie von September bis November sogar nur am Wochenende und an Feiertagen. Montags ist das Schloss das ganze Jahr zu. Wer in der Nebensaison unter der Woche kommt, steht also vor verschlossenen Türen und hat die Stadt, die Hügel und die Weinkeller für sich. Das ist keine schlechte Variante, man sollte es nur vorher wissen. Unterkünfte in Mikulov →

Mikulov und Umgebung in Südmähren, Tschechien
Mikulov und Umgebung in Südmähren

Wie viel Zeit du für Nikolsburg brauchst

Durch die Altstadt von Mikulov bist du in einer halben Stunde durch, aber die Zahl täuscht. Die Zeit fressen hier nicht die Wege, sondern die Führungen: Die Rundgänge im Schloss dauern 30 bis 70 Minuten, Gruft und Höhle jeweils noch einmal gut eine Stunde, und dazwischen wartest du auf den nächsten Termin. Im Schloss startet eine Führung außerdem erst ab fünf Personen, sonst geht es mit der nächsten Gruppe los. Deshalb raten wir, dir vorher zwei, höchstens drei Dinge mit Eintritt auszusuchen und den Rest zu Fuß zu erkunden.

Deine ZeitWas du entspannt schaffst
Halber TagStadtplatz, ein Rundgang im Schloss, Aufstieg auf den Kirchturm. Kaffee am Platz und Weiterfahrt.
Ganzer TagDasselbe plus Kozí hrádek, jüdischer Friedhof und Synagoge, am Abend der Heilige Berg zum Sonnenuntergang.
WochenendeDazu die Turold-Höhle, der Steinbruch Janičův vrch oder die Portz Insel und am zweiten Tag der Kamm der Pollauer Berge mit der Burgruine Děvičky.
RegenAusstellungen im Schloss, Gruft, Synagoge, Höhle (unter Tage hat es 7 bis 9 °C, nimm eine Schicht mehr mit).

Anreise nach Mikulov aus Wien, München und Brünn und wo du parkst

Mit dem Auto sind es vom Wiener Stephansplatz knapp 90 Kilometer, laut Routenplaner gut eine Stunde über die Nordautobahn und den Grenzübergang Drasenhofen. Gib ins Navi Mikulov mit der Postleitzahl 692 01 ein, denn es gibt ein zweites Mikulov im Erzgebirge (Niklasberg), und das ist ein Skigebiet. Aus München rechnest du mit knapp 500 Kilometern und gut fünf Stunden, aus Dresden mit rund 400 und aus Berlin mit knapp 600 Kilometern. Für die österreichischen Autobahnen brauchst du eine Vignette. Wer fliegt, landet am besten in Wien-Schwechat, vom Flughafen sind es rund 100 Kilometer. Mit dem Bus fährt FlixBus direkt von Wien nach Mikulov, die schnellste Verbindung braucht gut eine Stunde, meist gibt es aber nur wenige Fahrten am Tag. Aus Brünn (50 Kilometer) kommst du mit der Regionallinie 105 des Verkehrsverbunds IDS JMK vom Busbahnhof Zvonařka über Pohořelice und Dolní Dunajovice direkt in die Stadt. Mit dem Zug steigst du in Břeclav (Lundenburg) um, dorthin fahren auch Züge aus Wien. Der Bahnhof Mikulov na Moravě liegt gut einen Kilometer vom Zentrum entfernt, zu Fuß etwa eine Viertelstunde. Wenn du nur die Stadt sehen willst, brauchst du wirklich kein Auto.

Parken kostet in Mikulov Geld und ist in der Saison das Nervigste am ganzen Ausflug. Die Stadt teilt es in Zonen nach der Entfernung zum Zentrum ein, und es gilt eine einfache Regel: Je näher am Stadtplatz, desto teurer. Bezahlt wird am Automaten oder mit der App EasyPark, die du vielleicht schon aus Deutschland kennst. Die Preise laut städtischem Parkraumbetreiber TEDOS, Stand September 2026 (Euro gerundet, bei rund 25 Kč pro Euro):

ZoneWoPreis
Bblaue Stellplätze im Zentrum, Mo–Fr 7:00–17:0060 Kč/h, ca. 2,40 € (außerhalb dieser Zeit nur für Anwohner)
C1Parkplätze Česká und Komenského, Teil der Straße Svobodyerste Stunde gratis nach Eingabe des Kennzeichens, dann 40 Kč/h, Tag 400 Kč (ca. 16 €)
C2Na Hradbách, Republikánské obrany (am Freibad)10 Kč/h, Tag 100 Kč (ca. 4 €)
C3Zentralparkplatz Jiráskova5 Kč/h, Tag 50 Kč (ca. 2 €)

💡 Tipp: Wir fahren direkt auf die Jiráskova. Fünfzig Kronen für den ganzen Tag, also rund zwei Euro, und zum Stadtplatz sind es ein paar Minuten zu Fuß, was in Mikulov ohnehin die einzig vernünftige Art ist, sich zu bewegen. Auf der Jiráskova funktioniert EasyPark nicht. Du ziehst ein Ticket am Automaten und hast nach dem Bezahlen zwanzig Minuten Zeit, um auszufahren.

12 Orte in Mikulov, Tschechien: von der Altstadt bis in die Weinberge

Wir haben sie ungefähr so sortiert, wie man sie ablaufen kann: vom Stadtplatz hinauf zum Schloss, dann auf die Hügel über der Stadt und zum Schluss hinaus in die Weinberge. Bei jedem Ort steht, was sich lohnt und was es kostet. Die Kassen nehmen Kronen, beim Schloss auch Karte, aber nur in Kč.

1. Schloss Mikulov

Ohne das Schloss sähe Mikulov nicht so aus, wie es aussieht. Es sitzt auf einem Felsrücken über der Stadt und hat fast tausend Jahre hinter sich: erst Grenzburg, dann Renaissance-Festung gegen die Türken, schließlich barocke Residenz der Fürsten von Dietrichstein. Dazu zwei Brände, von denen der letzte 1945 den größten Teil der Einrichtung vernichtet hat. Für deutsche Besucher interessant: Hier auf Schloss Nikolsburg wurde am 26. Juli 1866 der Vorfrieden zwischen Preußen und Österreich verhandelt. Heute gehört das Schloss zum Regionalmuseum Mikulov, und besichtigt wird es auf Rundgängen mit Führung. Der große Rundgang Von der Gotik bis zum Empire und die Dietrichsteiner Galerie dauert 70 Minuten und kostet 180 Kč (ca. 7 €), die kürzeren Touren von 30 Minuten (Schlossbibliothek, Keller mit dem Riesenfass, Sammlungen der Dietrichsteiner) je 120 Kč (ca. 5 €).

Das Beste daran: das Renaissance-Weinfass von 1643 im Schlosskeller. Es fasst 101.400 Liter, und eingelagert wurde darin der Wein, den die Untertanen als Abgabe liefern mussten.

Das Schloss verdient mehr Platz, als wir ihm hier geben können, deshalb bekommt es einen eigenen Artikel: Schloss Mikulov: Führungen, Riesenfass, Schlossgarten und Eintritt.

Schloss Mikulov in Tschechien

2. Stadtplatz, Sgraffitohaus und Dreifaltigkeitssäule

Der Stadtplatz von Mikulov ist lang gezogen, leicht abschüssig und von Renaissance- und Barockhäusern gesäumt. In der Mitte stehen die barocke Dreifaltigkeitssäule von 1723 bis 1724 und ein Brunnen mit der Göttin Pomona, im unteren Teil ragen die beiden Türme der Annakirche mit der Dietrichsteiner-Gruft auf. Was uns aber jedes Mal wieder stehen bleiben lässt, ist das Haus Zu den Rittern (U Rytířů): eine ganze Fassade voller Renaissance-Sgraffiti, die man lesen kann wie einen Comic. Du musst nur den Kopf heben, doch die meisten laufen mit dem Blick aufs Handy daran vorbei.

Wann hin: morgens gegen acht. Dann ist der Platz leer, das Licht kommt vom Heiligen Berg her, und die Cafés haben schon offen.

Schloss Mikulov über den Dächern der Altstadt

3. Kirchturm von St. Wenzel und Beinhaus

Der weiße Turm mit der Uhr, ein Stück oberhalb des Stadtplatzes, gehört zu den wenigen Orten in Mikulov, die an 365 Tagen im Jahr von 9 bis 19 Uhr geöffnet haben. Hinauf geht es über 135 Stufen an Glocken von 1642 vorbei, oben hast du einen Rundblick über die Stadt, das Schloss und die Pollauer Berge. Eintritt 50 Kč für Erwachsene, 30 Kč für Kinder und Senioren, 120 Kč für Familien. Der Betreiber nennt auch Europreise (2 €, 1,50 € und 5 €), und zahlen kannst du per QR-Code.

Zum Kirchenareal gehört außerdem ein Beinhaus mit Gebeinen vom Ende des 18. Jahrhunderts, darunter eine etwa drei Meter hohe Wand aus den Knochen von mehr als zweitausend Menschen. Es wird allerdings nur nach vorheriger Absprache geöffnet, du kannst also nicht einfach vorbeischauen.

Für uns das beste Verhältnis: fünfzig Kronen und zehn Minuten für den schönsten Blick aufs Schloss aus der Nähe. Müssten wir jemandem mit nur einer Stunde in Mikulov einen einzigen Ort mit Eintritt empfehlen, wäre es dieser Turm.

4. Dietrichsteiner-Gruft

Die zweitürmige Annakirche im unteren Teil des Platzes war ursprünglich die Loretokirche von Nikolsburg: Kardinal Franz von Dietrichstein ließ hier ab 1623 eine Nachbildung der Casa Santa aus dem italienischen Loreto errichten, geweiht wurde die Kirche 1656. Beim verheerenden Stadtbrand von 1784 brannte sie fast vollständig aus, und erst 1845 bis 1852 ließ Franz Joseph von Dietrichstein die Ruine zur Familiengruft umbauen. In den früheren Seitenkapellen stehen heute die Särge der Familienmitglieder, die zwischen 1617 und 1852 gestorben sind, in der Mitte liegt ein offener Hof mit dem Denkmal des Fürsten.

Die Gruft war anderthalb Jahre geschlossen und hat am 3. April 2026 wieder geöffnet. Hinein kommst du nur mit Führung. Die tschechische Seite der Stadt nennt 120 Kč regulär, 70 Kč ermäßigt und 310 Kč für Familien (die deutsche Seite doppelt so viel, frag im Zweifel im Infozentrum nach). Geöffnet ist im April und Mai an Wochenenden und Feiertagen 10–16 Uhr, im Juni Dienstag bis Sonntag 10–17 Uhr, im Juli und August täglich 10–17 Uhr und von September bis November wieder an Wochenenden und Feiertagen 10–16 Uhr. Von Dezember bis März ist zu.

5. Kozí hrádek (Geisberg) und die neuen Wege darunter

Der Kozí hrádek ist ein spätgotischer Artillerieturm aus dem 15. Jahrhundert auf dem Felsen über der Stadt, gebaut als vorgeschobene Befestigung der Burg Nikolsburg. Der Aufstieg aus dem Zentrum ist kurz und steil, oben hast du einen Rundblick über ganz Mikulov. Geöffnet ist ganz einfach dann, wenn auf dem Turm die Fahne weht, was du schon von unten siehst. Eintritt 30 Kč, ermäßigt 20 Kč, Familien 80 Kč, Kinder unter sechs Jahren und Menschen mit Schwerbehindertenausweis (ZTP) frei.

Rund um den Turm hat sich 2026 einiges getan: Es gibt neu angelegte Wege, eine Aussichtsplattform, Bänke, frische Bepflanzung und Toiletten, dazu eine sparsame Abendbeleuchtung. Falls du vor ein paar Jahren hier warst und einen verschlossenen Turm und kaputte Pfade in Erinnerung hast, erwartet dich jetzt ein anderer Ort. Die Plattform ist übrigens auch zugänglich, wenn der Turm gerade zu hat.

Turm des Kozí hrádek und Schloss Mikulov über den Baumkronen
Links der Kozí hrádek, rechts das Schloss Mikulov. Foto: Doronenko, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

6. Heiliger Berg (Svatý kopeček)

Ein Kalkrücken über der Stadt, oben die weiße Wallfahrtskapelle St. Sebastian, ein Glockenturm und die Heilig-Grab-Kapelle. Der Berg ist 363 Meter hoch, hinauf führt ein Kreuzweg mit Kapellen, und vom Stadtrand brauchst du etwa eine halbe Stunde. Schon 1946 wurde er wegen seiner seltenen Pflanzen unter Schutz gestellt, seit 1992 ist er Naturschutzgebiet. Auf den Südhängen wächst Felsensteppe mit Zwergschwertlilie und Federgras, und es ist einer der wenigen Orte, von denen du ganz Mikulov, die Pollauer Berge und ein gutes Stück Österreich auf einmal siehst.

Für uns das Schönste in Mikulov überhaupt, und zwar eine Stunde vor Sonnenuntergang, wenn sich der Kalk orange färbt. Der Weg ist steinig und im oberen Teil ohne Schatten, im Sommer also Wasser und feste Schuhe, keine Flipflops. Den Aufstieg, die einzelnen Stationen des Kreuzwegs und die Frage, wie du auf einem anderen Weg wieder herunterkommst, beschreiben wir in einem eigenen Artikel über den Heiligen Berg in Mikulov.

Heiliger Berg über Mikulov mit der Kapelle St. Sebastian im Abendlicht
Der Heilige Berg mit der Kapelle St. Sebastian, gesehen vom Kozí hrádek. Foto: Txllxt TxllxT, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

7. Jüdischer Friedhof und Rabbinerhügel

Einer der bedeutendsten jüdischen Friedhöfe Mitteleuropas, angelegt ungefähr Mitte des 15. Jahrhunderts, als sich die jüdische Gemeinde in Nikolsburg bildete. Er erstreckt sich über 19.180 m² am Hang unter dem Geisberg, und es stehen über 4.400 Grabsteine darauf. Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1851 war Nikolsburg Sitz des mährischen Landesrabbiners, und auf dem Teil, der Rabbinerhügel heißt, liegen einige von ihnen begraben, unter anderen Mordechai Benet und Samuel Schmelke Horowitz.

Am Eingang steht die Zeremonienhalle von 1898, entworfen von Max Fleischer. Im Areal findest du ein halbrundes Denkmal für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs und eine Gedenkstätte für 21 jüdische Häftlinge aus Ungarn, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in Mikulov ermordet wurden. Eintritt 40 Kč für Erwachsene, 25 Kč für Kinder, Studierende und Senioren. Laut dem Verein, der den Friedhof betreut, ist im Mai Freitag bis Sonntag 10–16 Uhr geöffnet, im Juni Dienstag bis Sonntag 10–17 Uhr, von Juli bis September täglich 10–18 Uhr und im Oktober am Wochenende 10–16 Uhr.

8. Obere Synagoge und Mikwe

Von den vielen Synagogen, die Nikolsburg einmal hatte, ist nur eine erhalten. Die Obere Synagoge stammt von 1550 und steht leicht schräg zur Straße, weil sie aus liturgischen Gründen anders ausgerichtet sein musste als die Häuserzeile. Nach dem großen Brand der Judenstadt 1719 wurde sie bis 1723 barock umgebaut: Den Innenraum überspannen vier Kuppeln, die auf einem Pfeiler aus vier Säulen in der Mitte ruhen. Nach Angaben des Regionalmuseums ist sie damit die einzige Synagoge des sogenannten polnischen Typs in Tschechien. Heute ist darin eine Ausstellung zur jüdischen Geschichte und Gelehrsamkeit in Mähren untergebracht.

Eintritt 50 Kč, ermäßigt 25 Kč, Familien 120 Kč, Kinder unter sechs Jahren frei. Die Öffnungszeiten folgen dem Schloss, mit Mittagspause: im April, Oktober und November Freitag bis Sonntag 9–12 und 13–16 Uhr, im Mai, Juni und September Dienstag bis Sonntag 9–12 und 13–17 Uhr, im Juli und August Dienstag bis Sonntag 9–12 und 13–18 Uhr. Ein paar Schritte entfernt, in der Brněnská an der Alten Pforte, liegt die Mikwe, das rituelle Tauchbad, das ganzjährig frei zugänglich ist.

9. Turold-Höhle und Geopark

Am nördlichen Stadtrand, zwanzig Minuten zu Fuß vom Zentrum. Die Turold-Höhle (Jeskyně Na Turoldu) bildet zusammen mit der benachbarten Fuchshöhle (Liščí díra) ein über drei Kilometer langes Gangsystem, laut Höhlenverwaltung das größte in Kalken aus dem Erdmittelalter in ganz Tschechien. Klassische Tropfsteinhallen darfst du nicht erwarten. Stattdessen gibt es Korrosionsformen, die an Korallenriffe erinnern, und den Seedom mit einem grünen See. Die Besichtigungsstrecke ist rund 280 Meter lang und nur mit Führung zu begehen.

Eintritt laut Preisliste der tschechischen Höhlenverwaltung für 2026: 220 Kč regulär (ca. 9 €), 180 Kč ermäßigt, 110 Kč für Kinder von 3 bis 15 Jahren, Familien 620 bis 720 Kč. Geöffnet ist von April bis zum 15. November, im Juli und August gibt es zusätzlich Nachtführungen zwischen 19 und 21 Uhr. Im Winter bleibt die Höhle zu, dann überwintert hier die vom Aussterben bedrohte Kleine Hufeisennase. Oben im Naturschutzgebiet schließen ein Lehrpfad und ein Geopark mit 17 Gesteinsarten aus ganz Tschechien an. Geparkt wird an der Straße Richtung Milovice, von dort sind es etwa vier Minuten zu Fuß zur Kasse.

💡 Tipp: In der Höhle hat es das ganze Jahr über 7 bis 9 °C. Klingt nach einem Detail, aber nach zwei Stunden auf den aufgeheizten Kalkhügeln ist der Unterschied brutal, und ein Pulli ist keine übertriebene Vorsicht.

10. Steinbruch Janičův vrch

Ein gefluteter Kalksteinbruch am östlichen Stadtrand, heute Naturdenkmal. Das Wasser ist glasklar, und bei den Einheimischen heißt er nur die Karibik von Mikulov. Der Zugang zum Wasser ist vom 15. Juni bis 15. September kostenpflichtig und auf hundert Personen gleichzeitig begrenzt, geöffnet 9 bis 19 Uhr. Eine Stunde kostet 80 Kč, drei Stunden 200 Kč, der ganze Tag 500 Kč (ca. 20 €), Kinder bis 15 Jahre 50 Kč, Parken einmalig 100 Kč. Außerhalb dieser Zeit ist das Gelände frei zugänglich, baden kannst du dort aber nicht immer.

Es gelten strenge Regeln: keine Hunde, kein Springen ins Wasser, kein Zelten und keine Glasflaschen. Eigene Stand-up-Paddle-Boards und Schlauchboote sind dagegen erlaubt. Vom Steinbruch kannst du zu Fuß weiter auf den Heiligen Berg gehen, beides liegt nebeneinander und ergibt zusammen einen richtig schönen Nachmittag.

11. Weinberge, Weinkeller und das Weinbaugebiet Mikulov

Mikulov hat einem ganzen Weinbaugebiet den Namen gegeben, und Wein ist hier keine Kulisse für Touristen, sondern das, wovon die Stadt lebt. Der Kalkboden der Pollauer Berge liegt vor allem weißen Sorten: Welschriesling, Grüner Veltliner und der Sorte Pálava. Wer den Grünen Veltliner aus dem Weinviertel kennt, das gleich hinter der Grenze beginnt, findet hier also Vertrautes. Die Weinberge beginnen buchstäblich hinter den letzten Häusern, du brauchst also kein Auto: Geh einfach in irgendeine Richtung bergauf aus der Stadt hinaus.

Eine Weinprobe im Keller solltest du vorher ausmachen, vor allem am Wochenende und im September. Und weil man nach einer Verkostung nirgendwo mehr hinfährt, kümmere dich um das Zimmer, bevor du dich um den Keller kümmerst.

Unterkünfte in Mikulov und zwischen den Weinbergen →

Rebzeilen in den Weinbergen über Mikulov
Weinberge über Mikulov. Foto: Txllxt TxllxT, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

12. Portz Insel und die barocke Ziegelbrücke

Südöstlich des Zentrums, gut drei Kilometer Luftlinie entfernt, stehen auf einer Anhöhe, die vom Teich Nový umgeben ist, die Reste eines Lustschlösschens der Dietrichsteiner, das später zum Jagdschloss umgebaut wurde. Mit dem Ufer verbindet die Insel eine barocke Ziegelbrücke, die heute zu den meistfotografierten Motiven rund um Mikulov gehört. Hin führt ein Lehrpfad, und mit dem Rad geht es auch.

Warum wir hierher kommen: Es ist der einzige Ort rund um Mikulov, an dem wir mehrmals fast allein waren. Die Landschaft zwischen Mikulov und dem österreichischen Falkenstein war jahrhundertelang eine Einheit, und auf der Portz Insel spürt man das bis heute.

Mikulov bei Regen: was trotzdem geht

Mikulov ist eine Stadt der Hügel und Aussichten, Regen tut hier also mehr weh als anderswo. Zum Glück liegt das meiste, wofür du Eintritt zahlst, unter einem Dach: Die Rundgänge im Schloss füllen zwei Stunden, die Dietrichsteiner-Gruft eine, die Obere Synagoge eine halbe, und die Turold-Höhle ist bei Regen eigentlich ideal, weil das Wetter unter der Erde egal ist. Dazu ein Weinkeller, ein Café am Stadtplatz und ein Nachmittag im Wellnesshotel in den Pollauer Bergen. Mit Kindern ist ein Regentag eine eigene Disziplin, darüber schreiben wir separat unter Mikulov mit Kindern. Wovon wir bei Regen wirklich abraten, ist der Heilige Berg: Der obere Teil ist steinig und nach einem Schauer rutschig.

Führungen, Weinproben und Touren ab Mikulov

Die meisten der zwölf Orte oben schaffst du allein und ohne Reservierung. Für manches brauchst du aber vorher ein Ticket: geführte Weinproben in den Kellern von Mikulov, Führungen durch das jüdische Viertel und Touren, die von Mikulov aus weiterfahren, in die Pollauer Berge zur Ruine Sirotčí hrádek, in die Kulturlandschaft Lednice-Valtice (Eisgrub-Feldsberg) oder an die Stauseen von Nové Mlýny. Am Wochenende und den ganzen September über sind sie oft ausgebucht, das entscheidest du also nicht morgens beim Frühstück.

Das aktuelle Angebot findest du in der Übersicht über Touren und Erlebnisse in Mikulov und Umgebung. Am besten bewährt hat sich bei uns die Kombination, die hier so gut wie jeder empfiehlt, und zwar zu Recht: vormittags die Hügel, nachmittags der Keller. Umgekehrt funktioniert es nicht.

Mikulov und Umgebung: Ausflüge bis 15 Kilometer

Die Stadt selbst läufst du zu Fuß ab, aber sobald du über Nacht bleibst, willst du raus. Die Pollauer Berge (Pálava) beginnen gleich hinter den letzten Weinbergen, und die meisten Ziele sind mit dem Auto in einer Viertelstunde erreicht, lassen sich also auch an einem Nachmittag zusammenstellen. Die Tabelle dient vor allem der Orientierung: wie weit es von Mikulov ist und ob du es zwischen Mittag- und Abendessen schaffst oder einen ganzen Tag einplanen musst.

WohinAb MikulovWarum hin
Stolová hora, Klentniceca. 4 kmFlacher Kalkgipfel (459 m) mit Felsensteppe und Blick auf die Ruine Sirotčí hrádek. Der Aufstieg vom Dorf ist kurz und leicht.
Sirotčí hrádek, Klentniceca. 4,5 kmDie fotogenste Ruine der Pollauer Berge, verteilt auf zwei Felsen. Frei zugänglich, am schönsten in der Dämmerung.
Děvín, Pavlovca. 7 kmHöchster Gipfel der Pollauer Berge (551 m) und der Kammweg, den wir am liebsten gehen. Rechne mit einem halben Tag.
Děvičky (Dívčí hrady, Maidenburg), Pavlovca. 8 kmBurgruine über den Stauseen von Nové Mlýny. Genau die Silhouette, die du von allen Fotos aus Südmähren kennst.
Archeopark Pavlovca. 8,5 kmMuseum der Mammutjäger, in den Hang über dem Stausee von Věstonice gebaut. Eine gute Reserve, wenn es regnet.
Dům přírody Pálavy, Dolní Věstoniceca. 9 kmBesucherzentrum des Landschaftsschutzgebiets mit einer Ausstellung über die Natur hier. Sinnvoll als erster Halt vor dem Kamm.
Schloss Valtice (Feldsberg)ca. 13 kmBarocke Residenz der Liechtensteiner und Eingangstor zur Kulturlandschaft Lednice-Valtice.
Aqualand Moravia, Pasohlávkyca. 12 kmThermal-Erlebnisbad. Die Rettung bei Regen und in der größten Augusthitze.
Schloss Lednice (Eisgrub)ca. 14 kmDas meistbesuchte Schloss der Kulturlandschaft, ein Park mit Minarett und Bootsfahrten auf der Thaya.

Die Entfernungen sind Straßenkilometer ab dem Zentrum von Mikulov und gerundet. Die einzelnen Ziele beschreiben wir ausführlich in einem eigenen Überblick über Ausflugsziele in Südmähren, hier wiederholen wir sie deshalb bewusst nicht. Wenn du lieber direkt unter dem Kamm wohnen willst als in der Stadt, schau dir unsere Tipps zu Unterkünften in den Pollauer Bergen an, und für einen Tag, an dem es durchregnet, gibt es eigene Tipps zu Wellness in den Pollauer Bergen.

Essen und übernachten in Mikulov

Mikulov ist klein, und so liegen Restaurants und Unterkünfte fast alle in Laufweite vom Stadtplatz. Zwei Dinge haben wir nach mehreren Besuchen aber gelernt: In der Saison reservierst du einen Tisch, auch fürs Mittagessen unter der Woche, und zum Weinlesefest sind die Zimmer Monate im Voraus ausgebucht. Wer für zwei Tage kommt, erspart sich eine Menge Nerven, wenn er direkt im Zentrum wohnt und das Auto die ganze Zeit stehen lässt.

Konkrete Lokale und Häuser stellen wir in eigenen Artikeln über Restaurants in Mikulov, Unterkünfte in Mikulov und Pensionen in Mikulov vor, damit dieser hier nicht unbrauchbar dick wird. Hier nur das praktische Minimum: Such im Umkreis von zehn Gehminuten um den Stadtplatz und frag bei den Weinkellern, ob sie auch Zimmer haben.

Drei Häuser, auf die diese Beschreibung passt und die wir selbst kennen. Die Pension Fontána in der Piaristů-Straße ist die günstigste Pension, die wir in der Stadt überprüft haben, mit geschlossenem Innenhof zum Parken und einer Gemeinschaftsküche, Frühstück gibt es aber keins. Die Pension Baltazar steht im früheren jüdischen Viertel in der Husova und löst das lästigste Problem von Mikulov: Zu jedem Zimmer gehört ein eigener Stellplatz, dazu Frühstück im Garten und ein Fahrradhäuschen. Und das Boutique Hotel Templ ist eine Kategorie höher, nur ein paar Schritte vom Stadtplatz, falls du Service und jeden Tag zur gleichen Zeit Frühstück willst.

Achte eher aufs Parken als auf den Preis. In der Zone A darfst du als Gast nicht parken, und die Zone B ist nur werktags von 7 bis 17 Uhr gegen Gebühr für Besucher offen, abends und am Wochenende gehört sie den Anwohnern. Frag also, ob die Unterkunft einen eigenen Hof hat. Ohne ihn landest du auf einem der kostenpflichtigen Parkplätze C1 bis C3 und läufst ein paar Minuten mit dem Koffer.

Unterkunft in Mikulov finden →

Was wir heute anders machen würden

Beim ersten Mal wollten wir Mikulov abhaken. Schloss, Gruft, Turm, Höhle, Berg, und am Abend waren wir so erledigt, dass wir uns ins Auto gesetzt haben und heimgefahren sind. Schade eigentlich, denn das Beste an Mikulov ist keine dieser Kassen. Das Beste ist der Moment, in dem du vom Stadtplatz in eine Seitengasse abbiegst und plötzlich zwischen Häusern stehst, über die nie jemand geschrieben hat, unter einem Hang voller Reben, und weit und breit niemand.

Würden wir es noch einmal planen, dann mit einer Sache mit Eintritt am Vormittag, einer am Nachmittag und einem offenen Rest des Tages. Wir würden uns in eine Weinstube setzen, die wir nicht kennen, und eine Sorte bestellen, die wir nicht aussprechen können. Mikulov ist dafür ideal, weil fast jeder Keller hier sein eigenes Ding macht und die meisten der besten auf keiner Liste stehen, auch nicht auf dieser.

Und du musst nicht alles sehen. Wenn du dir nur den Stadtplatz, den Turm und den Heiligen Berg in der Dämmerung aussuchst und den Rest fürs nächste Mal lässt, fährst du ausgeruht wieder weg, was man von einer abgehakten Liste nicht behaupten kann. Die schönste Stunde, die wir hier verbracht haben, war die, in der wir auf einer Mauer über der Stadt saßen, nichts fotografiert und nur zugeschaut haben, wie es über den Pollauer Bergen dunkel wird.

Wohin als Nächstes

  • Schloss Mikulov: Rundgänge, Riesenfass, Schlossgarten und Eintritt.
  • Heiliger Berg in Mikulov: Aufstieg, Kreuzweg und Blick auf die Pollauer Berge.
  • Mikulov mit Kindern: zehn Tipps nach Alter und was du machst, wenn es regnet.
  • Ausflugsziele in Südmähren: von den Pollauer Bergen über die Kulturlandschaft Lednice-Valtice bis in den Mährischen Karst.
  • Ein Wochenende in Brünn: die nächste große Stadt, gut 50 Kilometer nördlich.
  • Tschechien Sehenswürdigkeiten: wohin als Nächstes, wenn dich Südmähren gepackt hat.

Häufige Fragen zu Mikulov in Tschechien

Was schaffe ich in Mikulov an einem halben Tag? Geh über den Stadtplatz mit der Dreifaltigkeitssäule und dem Sgraffitohaus, steig auf den Kirchturm von St. Wenzel (135 Stufen, 50 Kč oder 2 €, täglich 9–19 Uhr) und nimm einen Rundgang im Schloss mit. Danach bleibt noch Zeit für einen Kaffee, und du hast das Wesentliche im Zentrum gesehen.

Was kostet der Eintritt ins Schloss Mikulov? Der große Rundgang Von der Gotik bis zum Empire und die Dietrichsteiner Galerie dauert 70 Minuten und kostet 180 Kč regulär (ca. 7 €), 90 Kč ermäßigt und 400 Kč für Familien. Die kürzeren Rundgänge von 30 Minuten, auch der Keller mit dem Riesenfass, kosten 120, 60 oder 300 Kč. Stand September 2026 laut Preisliste des Schlosses, bezahlt wird bar oder mit Karte in Kronen.

Wie lange dauert der Aufstieg auf den Heiligen Berg in Mikulov? Vom Stadtrand etwa eine halbe Stunde zügiges Gehen über den Kreuzweg. Der Heilige Berg (Svatý kopeček) ist 363 Meter hoch, der obere Teil ist steinig und ohne Schatten, im Sommer brauchst du also Wasser und ordentliche Schuhe. Am schönsten ist es eine Stunde vor Sonnenuntergang.

Wo parkt man in Mikulov am günstigsten? Auf dem Zentralparkplatz Jiráskova (Zone C3) für 5 Kč pro Stunde und 50 Kč am Tag, also rund zwei Euro. Günstig sind auch die Parkplätze Na Hradbách und am Freibad (Zone C2) mit 10 Kč pro Stunde und 100 Kč am Tag. Am teuersten sind die blauen Stellplätze im Zentrum mit 60 Kč pro Stunde, werktags zwischen 7 und 17 Uhr.

Wann ist das Weinfest in Mikulov? Das Pálava-Weinlesefest findet traditionell am zweiten Septemberwochenende statt. 2026 lief es vom 11. bis 13. September, für 2027 ist es für den 10. bis 12. September angekündigt. Auf dem Programm stehen sechs Musikbühnen, der Umzug des königlichen Gefolges von Wenzel IV. und Verkostungen von Weinen aus dem Gebiet Mikulov. Das Zentrum ist dann abgesperrt und das Schloss nur eingeschränkt geöffnet.

Was kann man in Mikulov bei Regen machen? Die Ausstellungen im Schloss, die Dietrichsteiner-Gruft, die Obere Synagoge und vor allem die Turold-Höhle, wo das Wetter keine Rolle spielt. Dazu eine Weinprobe im Keller oder ein Nachmittag im Wellnessbereich. Den Heiligen Berg lässt du bei Regen besser aus, der steinige obere Teil wird rutschig.

Lohnt sich Mikulov im Winter? Die Stadt ja, die Sehenswürdigkeiten eher nicht. Das Schloss hat nur von April bis Ende November offen, die Dietrichsteiner-Gruft schließt von Dezember bis März, der jüdische Friedhof ist von Mai bis Oktober geöffnet und die Turold-Höhle macht am 15. November zu. Das ganze Jahr über offen ist der Kirchturm von St. Wenzel.

Wie kommt man von Wien nach Mikulov? Mit dem Auto sind es vom Wiener Zentrum knapp 90 Kilometer über Drasenhofen, laut Routenplaner gut eine Stunde. FlixBus fährt direkt von Wien nach Mikulov, mit dem Zug steigst du in Břeclav um. Aus Brünn fährt die Buslinie 105 vom Busbahnhof Zvonařka direkt nach Mikulov. In der Stadt bist du dann zu Fuß unterwegs, alle wichtigen Orte außer dem Steinbruch und der Portz Insel liegen höchstens zwanzig Minuten vom Stadtplatz entfernt.

Wie viele Tage sollte man für Mikulov einplanen? Für die Stadt allein reicht ein ganzer Tag. Wenn du die Pollauer Berge mit Děvičky und Sirotčí hrádek, die Kulturlandschaft Lednice-Valtice oder die Stauseen von Nové Mlýny dazunehmen willst, plane ein Wochenende ein und nimm Mikulov als Standort, von dem aus alles nah ist.

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