Australien · 1.9.2026

Höchste Berge Australiens: 12 Gipfel vom Mount Kosciuszko bis zum Mawson Peak

Aktualizováno 23.9.2026

Stell dir vor, du stehst auf dem Dach eines ganzen Kontinents und bist trotzdem 734 Meter tiefer als auf der Zugspitze. Genau das passiert dir auf dem Mount Kosciuszko. Australien ist der flachste bewohnte Kontinent der Erde, und sein höchster Gipfel wäre in den Alpen eine Kuppe unter vielen. Trotzdem steckt in der Frage nach den höchsten Bergen Australiens eine hübsche Falle: Die Antwort hängt davon ab, was du mit „Australien“ meinst. Nur das Festland? Auch die Inseln weit draußen im Ozean, die politisch zu Australien gehören? Oder gleich ganz Ozeanien, so wie es Bergsteiger bei den Seven Summits zählen?

Wir klären das hier ein für alle Mal. Du bekommst eine geprüfte Liste der höchsten Berge Australiens, abgeglichen mit den Höhen der staatlichen Vermessungsbehörde Geoscience Australia: vom Mount Kosciuszko (2.228 m) über die dicht gedrängten Gipfel der Australischen Alpen und die höchsten Berge der einzelnen Bundesstaaten bis zum Vulkan Mawson Peak auf einer vergessenen Insel im Südpolarmeer. Dazu sagen wir dir, wie du selbst auf den Kosciuszko kommst und wann die beste Zeit dafür ist. Kleiner Spoiler: ausgerechnet dann, wenn in Deutschland Winter ist.

Höchste Berge Australiens auf einen Blick

  • Höchster Berg des australischen Festlands: Mount Kosciuszko, 2.228 m (Snowy Mountains, New South Wales).
  • Höchster Berg außerhalb der Antarktis: Mawson Peak, 2.745 m, ein aktiver Vulkan auf der australischen Heard-Insel im Südlichen Indischen Ozean. Nur Gipfel im beanspruchten Australischen Antarktis-Territorium sind noch höher.
  • Höchster Berg Ozeaniens: Puncak Jaya alias Carstensz-Pyramide, 4.884 m (Neuguinea, Indonesien), der „australische“ Gipfel der Seven Summits in der Messner-Liste.
  • Die fünf höchsten Gipfel des Festlands liegen alle in den Australischen Alpen, nur wenige Kilometer voneinander entfernt.
  • Der Kosciuszko ist der leichteste der Seven Summits: ein markierter Weg, ein halber Tag, keine Kletterei.
  • Beste Zeit: der australische Sommer von Dezember bis März.
Steinige Landschaft mit Bach im Kosciuszko-Nationalpark in den Australischen Alpen
Foto: Arif Budimartoyo / Pexels

Australien oder Ozeanien: Was als höchster Berg zählt

Bevor wir zur Rangliste kommen, müssen wir das Spielfeld abstecken. Sonst schwanken die Höhen je nach Quelle um mehr als zweieinhalb Kilometer. Wer nach dem „höchsten Berg Australiens“ fragt, meint in der Praxis eine von drei Sachen:

  • Das australische Festland, also das, was sich fast jeder unter Australien vorstellt. Hier gewinnt der Mount Kosciuszko (2.228 m), und um dieses Festland geht es in unserem Artikel vor allem.
  • Australien mit seinen Außengebieten. Dann rückt der Mawson Peak (2.745 m) auf der Heard-Insel nach vorn, rund 4.100 Kilometer südwestlich von Perth. Politisch australisch, geografisch eher subantarktisch. Ganz oben steht er allerdings nur, wenn du das Australische Antarktis-Territorium ausklammerst: Dort ragen der Mount McClintock (3.490 m) und der Mount Menzies (3.355 m) auf. Diesen Gebietsanspruch erkennen die meisten Staaten aber nicht an.
  • Der Kontinent Australien beziehungsweise Ozeanien. Geologisch gehört auch Neuguinea zur Australischen Platte, und dort steht der Puncak Jaya (4.884 m), der höchste Berg Ozeaniens und der „australische“ Gipfel in der bekanntesten Version der Seven Summits.

Als Faustregel: Fragst du nach dem höchsten Berg des Staates Australien auf dem Festland, lautet die Antwort Kosciuszko. Fragst du nach dem höchsten Berg des Kontinents oder von Ozeanien, ist es der Puncak Jaya. Beides ist richtig, es geht nur um zwei verschiedene Dinge.

💡 Tipp: Wer die Seven Summits sammelt, stößt auf zwei Listen. Die Liste von Reinhold Messner zählt für Australien und Ozeanien den Puncak Jaya, die ältere Liste des Amerikaners Dick Bass den viel zahmeren Mount Kosciuszko. Die meisten Bergsteiger sehen heute die Carstensz-Pyramide als die anspruchsvollere und eigentlich gültige Variante, viele besteigen zur Sicherheit einfach beide.

Höchste Berge Australiens: 12 Gipfel im Überblick

Hier ist die geprüfte Liste. Die ersten acht Gipfel stehen in den Snowy Mountains, dem höchsten Teil der Australischen Alpen in New South Wales. Sie verteilen sich auf den Hauptkamm Main Range und zwei kurze Nachbarkämme, die Ramshead Range und die Etheridge Range, deshalb liegen ihre Höhen so eng beieinander. Die Höhen stammen aus der Liste von Geoscience Australia, wo andere Quellen abweichen, sagen wir es dazu. Einen namenlosen Buckel südwestlich des Abbott Peak (2.159 m) haben wir weggelassen. Danach folgen der Mawson Peak auf der Heard-Insel und die höchsten Berge der Bundesstaaten Victoria, Queensland und Tasmanien. Zum Schluss schauen wir auf den Puncak Jaya als Gipfel Ozeaniens.

1. Mount Kosciuszko, 2.228 m

Der König des Festlands und sein höchster Punkt. Er steht auf der Main Range der Snowy Mountains im Kosciuszko-Nationalpark (New South Wales), nicht weit von der Grenze zu Victoria. Getauft hat ihn 1840 der polnische Forscher Paweł Edmund Strzelecki, und zwar nach dem polnischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko: Die runde Kuppe erinnerte ihn an den Kościuszko-Hügel in Krakau. Das „sz“ steht übrigens erst seit 1997 offiziell im Namen, davor schrieb man Kosciusko. Australier sagen meist „Kosi-Asko“, auf Polnisch klingt es eher wie „Koschtschuschko“. Für Wanderer ist er der dankbarste Zweitausender, den du dir vorstellen kannst: sanfte Grashänge, ein klarer Weg und keine einzige Kletterstelle.

2. Mount Townsend, 2.209 m

Der zweithöchste Berg des Festlands, nur 19 Meter niedriger und knapp vier Kilometer nördlich vom Kosciuszko. Gern wird erzählt, man habe den beiden Bergen irgendwann die Namen vertauscht. Das ist ein Mythos. Strzelecki stand am 12. März 1840 zuerst hier oben, maß nach, sah, dass die Nachbarkuppe etwas höher ist, gab ihr den Namen Kosciusko und stieg allein hinüber. Den Fehler brachte später eine Ausgabe viktorianischer Landkarten, die den Namen Kosciusko auf den Townsend verschob. 1885 stieg der österreichische Alpinist Robert von Lendenfeld mit genau so einer Karte auf den Townsend, hielt ihn für den Kosciuszko und taufte den höheren Nachbarn nach dem Landvermesser Thomas Townsend. Die Behörden von New South Wales ließen den Namen Kosciuszko auf dem richtigen Gipfel und gaben den Namen Townsend dem zweithöchsten Berg. Wahr ist nur, dass der Townsend von Weitem höher und spitzer wirkt als der runde Kosciuszko. Für Wanderer ist er eine schöne, viel ruhigere Alternative direkt neben dem Hauptziel, allerdings ohne markierten Weg zum Gipfel.

3. Mount Twynam, 2.195 m

Der dritthöchste Gipfel Australiens, wieder auf der Main Range, rund acht Kilometer nordöstlich vom Kosciuszko. Geoscience Australia gibt 2.195 m an, manche andere Quellen 2.196 m. Er ist breit und unauffällig und wird trotz Weg in der Nähe erstaunlich selten besucht, im Winter zieht er vor allem Tourengeher an. Unter ihm liegt der Blue Lake, einer von nur vier Karseen auf dem australischen Festland und ein Überbleibsel der Zeit, als es auch hier Gletscher gab. Mit 28 Metern ist er der tiefste von ihnen und steht seit 1996 als Feuchtgebiet unter dem Schutz der Ramsar-Konvention.

4. Rams Head, 2.190 m

Der vierthöchste Berg liegt südlich vom Kosciuszko in der Ramshead Range, also schon auf einem eigenen kleinen Kamm. Er ist eher ein felsiger Blockgipfel als eine Wiesenkuppe. Unter den Zweitausendern der Snowy Mountains gehört er zu den raueren und einsameren: Die Gipfel ringsum sind auffällige Türme aus riesigen Granitblöcken. Der markierte Weg von Thredbo zum Kosciuszko führt an diesen Granitformationen vorbei, zum Gipfel selbst geht es weglos. Gut verbinden lässt er sich mit einer Tour ab dem Pass Dead Horse Gap bei Thredbo. Vom Gipfel schaust du auf die ganze Main Range.

5. Mount Etheridge, 2.180 m

Der fünfthöchste Punkt des Festlands hat offiziell gar keinen Namen. Geoscience Australia führt ihn als „namenlosen Gipfel auf der Etheridge Ridge“, im Alltag heißt er Mount Etheridge. Er liegt auf der Etheridge Range gleich nordöstlich vom Kosciuszko. Witzig daran: Wer von Charlotte Pass auf der alten Summit Road zum Kosciuszko geht, läuft über genau diesen Kamm und rastet an der historischen Seamans Hut, ohne zu ahnen, dass er gerade am fünfthöchsten Berg des Kontinents vorbeispaziert. Damit ist das Quintett der höchsten Gipfel der Australischen Alpen komplett.

6. Rams Head North, 2.177 m

Der sechsthöchste Gipfel des Festlands steht am Nordende der Ramshead Range, nicht weit von seinem Namensvetter Rams Head. Auch er ist ein felsiger, mit Granitblöcken übersäter Gipfel abseits der Wanderwege, hier oben landen vor allem Leute, die die höchsten Punkte der Snowy Mountains gezielt abhaken. Die Aussicht auf den gesamten Hauptkamm gehört trotzdem zu den besten der Gegend.

7. Alice Rawson Peak, 2.160 m

Der siebthöchste Gipfel Australiens steht am Westrand der Main Range in der Nähe des Mount Townsend, dort, wo das Gelände steil Richtung Geehi-Tal abfällt. Offiziell heißt er auch Mount Alice Rawson. Er ist kaum besucht: Einen markierten Weg gibt es nicht, du gehst weglos über alpine Matten und Granitblöcke. Ein Ziel für erfahrene Wanderer mit Karte, Kompass und klarem Wetter.

8. Carruthers Peak, 2.145 m

Bei Geoscience Australia teilt er sich die Höhe von 2.145 m mit dem benachbarten Abbott Peak, in unserer Liste ist er der achte benannte Gipfel. Dafür ist er einer der schönsten Aussichtspunkte der ganzen Main Range. Er liegt zwischen Mount Lee und Mount Twynam direkt auf dem markierten Rundweg Main Range Walk, der Weg führt einfach über ihn drüber. Von oben siehst du in die Gletscherkare unter dem Kamm, unter anderem auf den Blue Lake und den Club Lake. Benannt ist er nach Joseph Carruthers, dem späteren Premier von New South Wales, der als Minister den Bau der Straße zum Kosciuszko vorangetrieben hat.

💡 Tipp: Die höchsten Gipfel der Snowy Mountains liegen alle in einem Umkreis von etwa zwölf Kilometern, du kannst also mehrere zu einem Abenteuer verbinden. Offiziell markiert sind vor allem der Main Range Walk, eine 22 Kilometer lange Runde ab Charlotte Pass über den Kosciuszko und an den Gletscherseen vorbei (7 bis 9 Stunden), und der mehrtägige Snowies Alpine Walk mit 56 Kilometern von Guthega bis Bullocks Flat. Townsend, Rams Head, Rams Head North und Alice Rawson Peak erreichst du dagegen nur weglos. Das ist etwas für Erfahrene mit Karte und Kompass.

Verschneiter Bergbach zwischen Bäumen im Kosciuszko-Nationalpark in Australien
Foto: Suthee Pakcharoen / Pexels

9. Mawson Peak, 2.745 m (Heard-Insel)

Jetzt verlassen wir das Festland. Der Mawson Peak ist der höchste Berg Australiens außerhalb der Antarktis, 517 Meter höher als der Kosciuszko. Er ist der Gipfel des Vulkanmassivs Big Ben, das früher unter anderem Kaiser-Wilhelm-Berg hieß, und steht auf der unbewohnten Heard-Insel im Südlichen Indischen Ozean, rund 4.100 Kilometer südwestlich von Perth und 1.700 Kilometer nördlich der Antarktis. Zusammen mit den Nachbarinseln hat Australien hier seine einzigen aktiven Vulkane: Seit 2008 fließt ungefähr einmal im Jahr Lava die Flanken hinunter. Die Anreise ist extrem aufwendig und teuer, erfolgreiche Besteigungen gab es in der ganzen Geschichte nur drei, 1965, 1983 und im Südsommer 1999/2000. Für normale Reisende ist das ein reiner „Statistik-Gipfel“.

10. Mount Bogong, 1.986 m (Victoria)

Der höchste Berg des Bundesstaats Victoria und das Herz des dortigen Alpine National Park. Unter australischen Wanderern gilt er als echte Herausforderung: Aus dem Tal des Kiewa River steigt er um 1.650 Meter an, ein zusammenhängenderer Anstieg als alles in den Snowy Mountains. Steile Rücken, offene Grate und ein Wetter, das schnell umschlägt. Die Notunterkünfte wie die Bivouac Hut am Staircase Spur stehen nicht zur Deko da. Über den Staircase Spur sind es ab dem Parkplatz Mountain Creek rund 16 Kilometer hin und zurück, rechne mit sechs bis neun Stunden. Ausgangsort ist meist das Städtchen Mount Beauty, rund 350 Straßenkilometer von Melbourne. Im Winter ist der Bogong ein beliebtes Ziel für Skitouren. Sein Name kommt aus der Aborigines-Sprache Dhudhuroa, in der Bugung die braune Bogong-Motte bezeichnet. Die Falter ziehen im Sommer zu Millionen in die Australischen Alpen und übersommern in Felsspalten.

11. Mount Bartle Frere, 1.611 bis 1.622 m (Queensland)

Der höchste Berg des Bundesstaats Queensland versteckt sich im tropischen Regenwald des Wooroonooran National Park, 51 Kilometer südlich von Cairns. Sein Name in der Sprache der Ngajanji lautet Choorechillum. Geoscience Australia nennt für den Südgipfel 1.611 m, in Queensland sind meist 1.622 m zu lesen, nimm es also als Spanne. Mit den Alpen hat das nichts zu tun: feuchte Luft, Lianen, Nebelwald und Blutegel, oben ist es bis zu zehn Grad kühler als an der Küste. Vom Parkplatz an den Josephine Falls sind es 15 Kilometer hin und zurück und rund 1.500 Höhenmeter, dafür brauchst du zehn bis zwölf Stunden, teils mit Kraxelei über Felsen. Als Belohnung schaust du über die Baumkronen bis zur Küste am Korallenmeer, falls sich die Wolken gerade heben. Anders als in den Snowy Mountains ist hier die Trockenzeit von April bis Oktober die bessere Wahl.

12. Mount Ossa, 1.617 m (Tasmanien)

Der höchste Berg der Insel Tasmanien steht mitten im berühmten Cradle Mountain-Lake St Clair National Park. Er liegt direkt am legendären Fernwanderweg Overland Track, viele Mehrtageswanderer nehmen ihn als Abstecher vom Pelion Gap mit, das letzte Stück zum Gipfel ist eine kurze Kraxelei. Dass er und nicht der Cradle Mountain der höchste Berg Tasmaniens ist, stand übrigens erst nach einer Luftvermessung 1954 fest. Dolerit, Heide und die wilde Natur Tasmaniens: Für viele ist das landschaftlich der schönste Gipfel der ganzen Liste. Im Winter musst du hier oben mit Sturm und Frost rechnen.

Und was ist mit dem Puncak Jaya (4.884 m)?

Der Puncak Jaya, besser bekannt als Carstensz-Pyramide, ist mit 4.884 Metern der höchste Berg Ozeaniens und der höchste Inselberg der Erde. In der Messner-Liste der Seven Summits vertritt er den Kontinent Australien. Politisch liegt er in Indonesien, im Hochland von Zentralpapua auf Neuguinea, geologisch aber auf derselben Kontinentalplatte wie Australien. Anders als der Kosciuszko ist er eine technisch anspruchsvolle Klettertour: steiler Kalkfels in großer Höhe, abgelegenes Gelände, eine Genehmigung der Regierung und komplizierte Logistik. Zum Basislager geht es per Hubschrauber oder in mehreren Tagen zu Fuß ab dem Ort Sugapa. Obwohl er der niedrigste der Seven Summits ist, gilt er technisch als der schwierigste.

Mount Kosciuszko: der leichteste der Seven Summits

Unter den höchsten Gipfeln der Kontinente hat der Kosciuszko eine Sonderstellung: Er ist mit Abstand der einfachste. Kein Seil, keine Steigeisen, keine Akklimatisierung. Ein markierter Weg führt hinauf, und auch mit durchschnittlicher Kondition bist du in einem halben Tag oben und wieder unten. Deshalb steht er in der Bass-Liste der Seven Summits, die sich auch Leute vornehmen, die sich an die technische Carstensz-Pyramide nicht herantrauen.

Ausgangspunkt ist der Skiort Thredbo. Von dort bringt dich der Sessellift Kosciuszko Express in 15 Minuten zur Bergstation beim Restaurant Eagles Nest auf 1.937 m, das ganze Jahr über. Damit wird der Aufstieg fast zum Spaziergang. Ab der Bergstation führt ein Gitterrost-Steg aus Metall, der die empfindliche alpine Vegetation schützt, bis zum Sattel Rawson Pass und von dort ein kurzer Weg zum Gipfel. Insgesamt sind das laut Nationalparkverwaltung 13 Kilometer hin und zurück, vier bis fünf Stunden in gemütlichem Tempo. Am Rawson Pass steht übrigens die höchstgelegene öffentliche Toilette Australiens. Rechne mit zwei Kosten: dem Liftticket und der Einfahrt in den Nationalpark. Die kostet laut NSW National Parks 17 australische Dollar pro Auto und Tag, im Winter (Juni bis Anfang Oktober) 29 Dollar.

💡 Tipp: Die zweite klassische Variante startet im Ort Charlotte Pass und folgt der alten Summit Road, auf der bis 1977 noch Autos fast bis zum Gipfel fuhren. Sie ist mit 18,6 Kilometern hin und zurück (6 bis 8 Stunden) länger und kommt ohne Lift aus, führt über den jungen Snowy River und an der Seamans Hut vorbei und passt, wenn du dem Andrang aus Thredbo aus dem Weg gehen willst. Die Gletscherseen wie den Blue Lake siehst du nur auf dem längeren Main Range Walk, der ebenfalls in Charlotte Pass beginnt.

Kann man die höchsten Berge Australiens als Wanderer besteigen?

Auf dem Festland ganz klar ja, und genau das macht Australien zu einem dankbaren „Bergziel“ für ganz normale Reisende. So schwer sind die Gipfel wirklich:

BergHöheSchwierigkeit für Wanderer
Mount Kosciuszko2.228 mLeicht: markierter Weg, halber Tag, mit Lift auch für Familien
Mount Townsend2.209 mMittel: weglos abseits der Hauptroute, längerer Tag
Mount Kosciuszko im Winter2.228 mAnspruchsvoller: Schnee, Nebel, Frost; Winterausrüstung nötig
Mount Bogong1.986 mSchwer: 1.650 m zusammenhängender Anstieg, launisches Wetter
Mount Bartle Frere1.611–1.622 mSchwer: steil, nass, 10 bis 12 Stunden durch den Regenwald
Mount Ossa1.617 mMittel: Abstecher vom Overland Track, kurze Kraxelei
Mawson Peak2.745 mExpedition: abgelegene Insel, aktiver Vulkan, nur für sehr wenige
Puncak Jaya4.884 mBergsteigen: Felsklettern, Höhe, Genehmigung; nichts für Wanderer

Die praktischen Regeln fürs Festland sind schnell erklärt. Die beste Zeit ist der australische Sommer von Dezember bis März, also genau dann, wenn bei uns Winter ist. Dann liegt in den Alpen kein Schnee mehr und die Wege sind frei. Von Juni bis in den Oktober sind die Snowy Mountains verschneit, und der Kosciuszko wird zu einer echten Wintertour, schön, aber nur mit passender Ausrüstung. Auch im Sommer kann das Wetter in den australischen Bergen innerhalb einer Stunde umschlagen, Kleidung im Zwiebelprinzip, eine Regenjacke und genug Wasser gehören also immer in den Rucksack.

💡 Tipp: Den Aufstieg auf den Kosciuszko und andere Touren in der Gegend kannst du bequem als geführte Wanderung buchen. Touren und Ausflüge in den Snowy Mountains ansehen →

Wohin als Nächstes

Du planst die Reise und suchst einen Ausgangspunkt? Die meisten Besucher der Snowy Mountains kommen aus Sydney oder Canberra. Aus Deutschland gibt es keine Nonstop-Flüge nach Australien, rechne mit mindestens einem Umstieg. Von Sydney sind es dann gut 450 Kilometer bis Jindabyne, knapp sechs Stunden mit dem Auto, von Canberra nur rund 175 Kilometer. Flüge und Verbindungen nach Sydney findest du hier →

Und wenn du gern die Dächer der Welt vergleichst, schau dir unsere anderen Ranglisten der höchsten Berge an:

Häufige Fragen

Wie heißt der höchste Berg Australiens? Das hängt davon ab, was du zählst. Der höchste Berg des australischen Festlands ist der Mount Kosciuszko mit 2.228 m. Mit den Außengebieten ist es der Mawson Peak (2.745 m) auf der Heard-Insel, höher sind nur Gipfel im umstrittenen Australischen Antarktis-Territorium. Und der höchste Berg des Kontinents und von ganz Ozeanien ist der Puncak Jaya (4.884 m) auf Neuguinea.

Wie hoch ist der Mount Kosciuszko und wie spricht man ihn aus? Der Mount Kosciuszko ist 2.228 Meter hoch und liegt in den Snowy Mountains, dem höchsten Teil der Australischen Alpen, im Kosciuszko-Nationalpark in New South Wales nahe der Grenze zu Victoria. Australier sprechen ihn meist „Kosi-Asko“ aus, im Polnischen, woher der Name stammt, klingt er wie „Koschtschuschko“.

Welcher ist der zweithöchste Berg Australiens? Der Mount Townsend (2.209 m), knapp vier Kilometer nördlich vom Kosciuszko. Er ist nur 19 Meter niedriger und wirkt von Weitem spitzer und höher. Die Geschichte, dass die beiden Berge einmal ihre Namen getauscht hätten, ist aber ein Mythos: Schuld war ein Fehler auf viktorianischen Karten, den der Kartograf B. T. Dowd 1940 endgültig aufgeklärt hat.

Gehört der Puncak Jaya zu Australien? Politisch nicht, er liegt in Indonesien auf der Insel Neuguinea. Geologisch steht er aber auf der Australischen Platte, deshalb gilt er in der Messner-Liste der Seven Summits als höchster Gipfel des Kontinents Australien beziehungsweise Ozeaniens.

Kann man den Mount Kosciuszko als normaler Wanderer besteigen? Ja, und zwar sehr leicht. Von Thredbo bringt dich der Sessellift Kosciuszko Express auf 1.937 m, von dort gehst du auf einem Metallsteg bis zum Rawson Pass und weiter zum Gipfel. Das sind 13 Kilometer hin und zurück, vier bis fünf Stunden, ganz ohne Bergsteigererfahrung.

Wann ist die beste Zeit für den Mount Kosciuszko? Der australische Sommer von Dezember bis März, also unser Winter. Dann sind die Snowy Mountains schneefrei und die Wege offen. Von Juni bis in den Oktober liegt Schnee, und der Aufstieg wird zur Wintertour mit entsprechender Ausrüstung.

Welche sind die fünf höchsten Berge Australiens? Alle fünf stehen in den Snowy Mountains: Mount Kosciuszko (2.228 m), Mount Townsend (2.209 m), Mount Twynam (2.195 m), Rams Head (2.190 m) und ein offiziell namenloser Gipfel auf der Etheridge Ridge, meist Mount Etheridge genannt (2.180 m).

Kosciuszko oder Carstensz-Pyramide: Welcher zählt bei den Seven Summits? Es gibt zwei Listen. Die Bass-Liste zählt für Australien den leichten Mount Kosciuszko, die Messner-Liste die schwierige Carstensz-Pyramide (Puncak Jaya) als Gipfel Ozeaniens. Die Carstensz-Pyramide ist technisch viel anspruchsvoller, und die meisten Bergsteiger halten sie heute für die maßgebliche Variante.

Gibt es in Australien Berge mit Schnee und Gletscher? Schnee ja, Gletscher auf dem Festland nicht mehr. In den Australischen Alpen liegt von Juni bis in den Oktober Schnee, im Kosciuszko-Nationalpark gibt es sogar Skigebiete wie Thredbo, Perisher und Charlotte Pass. Von den Gletschern der Eiszeit sind nur Karseen wie der Blue Lake unter dem Mount Twynam geblieben. Echte Gletscher hat Australien nur auf der fernen Heard-Insel rund um den Mawson Peak und im beanspruchten Antarktis-Territorium.

Wo übernachtet man am besten für den Mount Kosciuszko? Am praktischsten ist der Skiort Thredbo direkt an der Talstation des Lifts. Eine Alternative ist Jindabyne, rund 35 Kilometer entfernt, mit größerer Auswahl und niedrigeren Preisen. Für längere Touren über die Main Range bietet sich Charlotte Pass an.

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