Reisen · 1.9.2026

Höchste Berge Polens: 18 Gipfel von den Rysy bis zur Schneekoppe

Aktualizováno 23.9.2026

Wer nach den höchsten Bergen Polens fragt, bekommt fast immer nur einen Namen zu hören: Rysy, auf Deutsch Meeraugspitze. Das stimmt auch, der nordwestliche Gipfel der Rysy ist mit 2.499 Metern der höchste Punkt des Landes, und über ihn verläuft die Grenze zur Slowakei. Spannend wird es aber erst danach. Jeder polnische Gipfel, der höher ist als 1.725 Meter, steht in einem einzigen Gebirge, der Tatra. Erst dann kommen die Berge, die viele Deutsche vom Namen her kennen, ohne zu wissen, dass sie in Polen liegen: die Babia Góra in den Beskiden, die Schneekoppe im Riesengebirge oder der Glatzer Schneeberg.

Dieser Überblick ist bewusst nüchtern und mit Zahlen. Zuerst gehen wir die wichtigsten Gipfel der polnischen Tatra durch, dann den höchsten Berg jedes weiteren Gebirges, also das Gerüst dessen, was die Polen die Krone der polnischen Berge nennen. Zum Schluss klären wir, was die meisten eigentlich wissen wollen: Auf welche dieser Berge kommst du als normaler Wanderer, ohne Seil und Steigeisen? Wenn du konkret einen Urlaub in Zakopane planst, lies auch unseren Artikel Polnische Tatra: 17 schönste Orte und Tipps rund um Zakopane. Hier geht es vor allem um Höhen und Gipfel.

Die höchsten Berge Polens auf einen Blick

  • Höchster Berg Polens: Rysy (Meeraugspitze), 2.499 m, der nordwestliche Gipfel direkt auf der Grenze zur Slowakei.
  • Höchster Gipfel komplett auf polnischem Boden: Kozi Wierch (Gemsenberg), 2.291 m, in der Tatra.
  • Alles über 1.725 m ist Tatra: Erst die Babia Góra (1.725 m) in den Beskiden liegt außerhalb dieses Gebirges.
  • Die höchsten außerhalb der Tatra: Babia Góra, danach die Schneekoppe (Śnieżka) mit 1.603 m und der Glatzer Schneeberg (Śnieżnik) mit 1.423 m.
  • Ohne Kletterausrüstung machbar: Rysy (markiert, aber anspruchsvoll), Babia Góra und Schneekoppe.
  • Basis für die Tatra: Zakopane, gut 620 km Autofahrt von Dresden und knapp 700 km von Berlin.

Die 18 höchsten Berge Polens im Überblick

Eine ehrliche Vorbemerkung: Wer streng jeden Felsturm zählt, findet in der polnischen Tatra Dutzende Erhebungen über 2.000 Meter, viele davon namenlose Zacken auf dem Grenzkamm, die nur Kletterer je betreten. So eine Liste hilft beim Planen niemandem. Wir haben deshalb anders sortiert. Die ersten drei Plätze sind tatsächlich die drei höchsten Gipfel Polens. Danach folgen die Tatra-Berge, die man kennen sollte: die Świnica als eindrucksvollster markierte Gipfel, der Kozi Wierch als höchster rein polnischer Berg sowie Kasprowy Wierch und Giewont als die meistbesuchten. Ab Platz acht nennen wir jeweils den höchsten Berg des nächsten polnischen Gebirges. Zu jedem Gipfel findest du Höhe, Gebirge und wie schwer er zu erreichen ist.

1. Rysy (Meeraugspitze): 2.499 m (Tatra)

Der höchste Punkt Polens. Die Rysy haben drei Gipfel, und die polnisch-slowakische Grenze läuft genau über den nordwestlichen mit 2.499 m. Der eigentliche Hauptgipfel liegt komplett auf slowakischer Seite und wird in den meisten Karten mit 2.503 m angegeben, neuere geodätische Messungen kommen auf rund 2.501 m. Von Polen aus steigst du vom Bergsee Morskie Oko auf, vorbei am Czarny Staw und über die Bula pod Rysami. Im oberen Teil hängen fast 300 Meter Ketten. Die bekannte Hütte Chata pod Rysmi liegt übrigens auf der slowakischen Route, nicht auf der polnischen. Für wen: trittsichere, konditionsstarke Wanderer, nicht im Winter und nicht bei Nässe.

Verschneite Gipfel der Tatra über einem Tal mit Nadelwald
Foto: PicJumbo.com / Pexels

2. Mięguszowiecki Szczyt Wielki: 2.438 m (Tatra)

Auf Deutsch heißt er Große Mengsdorfer Spitze, und er ist der zweithöchste Gipfel Polens. Er ragt direkt über dem Morskie Oko auf, seine Nordwand fällt über tausend Meter ab. Der Gipfel liegt auf dem Grenzkamm, und hinauf führen nur unmarkierte Kletterrouten. Für Wanderer ist er tabu. Neuere Messungen geben ihm übrigens einen Meter mehr, also 2.439 m. Für wen: nur mit Klettererfahrung und Ausrüstung.

3. Niżnie Rysy: 2.430 m (Tatra)

Nicht zu verwechseln mit einem der Rysy-Gipfel: Die Niżnie Rysy, auf Deutsch Dénesspitze, sind ein eigener Berg im Nordgrat der Rysy, auf dem ebenfalls die Grenze verläuft. Nach den Rysy und der Mengsdorfer Spitze ist das der dritthöchste Gipfel Polens. Seine Nordwestwand über dem Czarny Staw fällt über 600 Meter ab und gehört zu den mächtigsten rund um das Morskie Oko. Ein Wanderweg führt nicht hinauf. Für wen: Kletterterrain.

4. Świnica: 2.301 m (Tatra)

Ein markanter Felsgipfel auf dem Hauptkamm über der Hala Gąsienicowa, von den Deutschen früher Seealmspitze genannt. Streng nach Höhe liegt er etwa auf Platz zehn, dazwischen stehen vor allem schwer zugängliche Türme rund um die Mengsdorfer Spitzen. Die Świnica ist aber der höchste Gipfel dieser Liste nach den Rysy, auf den ein markierter Weg führt: markiert, aber ausgesetzt, vom Kasprowy Wierch über den Pass Świnicka Przełęcz, an einigen Stellen mit Ketten gesichert. Für wen: erfahrene, schwindelfreie Wanderer.

5. Kozi Wierch (Gemsenberg): 2.291 m (Tatra)

Den Rekord musst du dir merken: Der Kozi Wierch ist der höchste Berg, der komplett auf polnischem Staatsgebiet liegt. Die Rysy und alle höheren Gipfel stehen auf der Grenze. Hinauf geht es über die Orla Perć, den Adlerpfad, einen der ausgesetztesten markierten Steige der ganzen Tatra. Für wen: nur für Geübte, mit Ketten und Eisenleitern.

6. Kasprowy Wierch: 1.987 m (Tatra)

Der meistbesuchte Gipfel der Tatra, und das hat einen einfachen Grund: Von Kuźnice am Rand von Zakopane fährt eine Seilbahn hinauf, eine Pendelbahn mit großen Kabinen und Umstieg an der Mittelstation Myślenickie Turnie. Oben stehen eine Wetterstation und der Blick über den ganzen Hauptkamm. In Karten findest du meist 1.987 m, neuere Messungen liegen eher bei 1.985 m. Für wen: mit der Seilbahn für jeden, zu Fuß eine mittelschwere Tagestour.

7. Giewont: 1.894 m (Tatra)

Das Wahrzeichen von Zakopane: Seine Silhouette erinnert an einen „schlafenden Ritter“, auf dem Gipfel steht ein rund 15 Meter hohes Eisenkreuz. Je nach Quelle wird er mit 1.894 oder 1.895 m angegeben. Hinauf führt ein markierter Weg, im Gipfelbereich mit Ketten und dort im Einbahnverkehr. Weil der Giewont extrem beliebt ist, bilden sich in der Hochsaison an den Ketten Schlangen. Achtung bei Gewitter: Das Metallkreuz macht den Gipfel bei Blitzschlag gefährlich. Für wen: normale Wanderer mit guter Kondition.

💡 Tipp: Zwischen dem Giewont und der Babia Góra liegen fast 170 Höhenmeter und ein Gebirgswechsel. Jeder polnische Gipfel über 1.725 m steht in der Tatra. Nicht umsonst gilt sie als das einzige echte Hochgebirge Polens.

8. Babia Góra: 1.725 m (Beskiden / Saybuscher Beskiden)

Die Königin der Beskiden und der höchste Berg Polens außerhalb der Tatra. Der Hauptgipfel heißt Diablak, und über den Westteil des Massivs läuft die Grenze zur Slowakei. In Karten stehen meist 1.725 m, Laser- und geodätische Messungen der letzten Jahre kommen auf knapp 1.724 m. Es gibt mehrere markierte Wege: Am bekanntesten ist die Perć Akademików mit Ketten, es gibt aber auch deutlich bequemere Aufstiege, etwa vom Pass Krowiarki. Die Babia Góra ist berüchtigt für schnelle Wetterwechsel, nimm also auch im Sommer eine warme Jacke mit. Für wen: normale Wanderer, eine der dankbarsten „großen“ Touren in Polen. Mehr zur Region findest du in unserem Artikel Beskiden Polen: 12 Ausflugsziele von der Babia Góra bis Szczyrk.

Bewaldete Bergrücken der polnischen Beskiden, dahinter weitere Ketten
Die polnischen Beskiden, das Gebirge der Babia Góra

9. Schneekoppe (Śnieżka): 1.603 m (Riesengebirge / Karkonosze)

Der höchste Berg des Riesengebirges und der ganzen Sudeten, und der Gipfel, den Polen mit Tschechien teilt. Aus Dresden sind es bis Karpacz, dem früheren Krummhübel, rund 200 km, aus Berlin gut 300 km. Damit ist die Schneekoppe der mit Abstand am schnellsten erreichbare dieser Berge. Auf polnischer Seite führen mehrere markierte Wege hinauf, und oben ist entsprechend viel los. Auf dem Gipfel stehen die Laurentiuskapelle, die tschechische Baude mit Poststelle und die markanten Scheiben des Observatoriums. Für wen: normale Wanderer, die einfachsten Aufstiege starten in Karpacz oder in Łomniczka. Mehr Tipps gibt es in unserem Artikel Riesengebirge Polen: 15 Tipps zwischen Krummhübel und Schreiberhau.

10. Glatzer Schneeberg (Śnieżnik): 1.423 m (Glatzer Schneegebirge)

Ein Gipfel auf der polnisch-tschechischen Grenze und der höchste Punkt des gleichnamigen Gebirges. Die Krone der polnischen Berge führt ihn mit 1.423 m, andere Quellen nennen 1.425 oder 1.426 m, weil auf beiden Seiten der Grenze unterschiedlich gemessen wurde. Von polnischer Seite startest du meist in Międzygórze, dem früheren Wölfelsgrund. Für wen: normale Wanderer, deutlich ruhiger als das Riesengebirge.

11. Tarnica: 1.346 m (Bieszczady)

Der höchste Berg der Bieszczady im wilden Südosten Polens, eine Gegend, die eher nach Karpaten als nach Urlaubsort aussieht. Die Grasrücken dort heißen Połoniny und bieten einige der schönsten Ausblicke des Landes. Von Deutschland aus ist das die weiteste Anreise dieser Liste, rechne mit einem ganzen Tag im Auto. Für wen: normale Wanderer, beliebt für den Aufstieg zum Sonnenaufgang.

12. Turbacz: 1.310 m (Gorce)

Der höchste Gipfel der Gorce, eines bewaldeten Gebirges zwischen Tatra und Beskiden. Unterhalb des Gipfels steht eine der größten PTTK-Hütten der Beskiden mit über hundert Betten, und dort treffen sich fünf Wanderwege. Das ist der zentrale Knotenpunkt der ganzen Gorce. Von den Wiesen und von der Hütte aus siehst du bei gutem Wetter über das Podhale bis zum Kamm der Tatra. Für wen: gemütliche Wanderer, ideal auch mit Kindern.

13. Radziejowa: 1.266 m (Sandezer Beskiden / Beskid Sądecki)

Der höchste Berg der Sandezer Beskiden im Süden Kleinpolens. In Quellen tauchen zwei Zahlen auf: Ältere Listen nennen 1.262 m, aktuelle Messungen und die Tafeln im Gelände 1.266 m (genau 1.266,5 m). Der Gipfel selbst ist bewaldet, deshalb steht dort ein Aussichtsturm. Der hölzerne Vorgänger wurde 2010 vermutlich vom Blitz beschädigt und später wegen morscher Balken gesperrt, der heutige Turm ist seit 2020 offen. Von oben siehst du die Tatra, die Pieninen, die Babia Góra und den Beskid Wyspowy. Für wen: gemütliche Wanderer.

14. Skrzyczne: 1.257 m (Schlesische Beskiden / Beskid Śląski)

Der höchste Berg der Schlesischen Beskiden und der Hausberg des Skiorts Szczyrk. Aus dem Tal fährt ein zweiteiliger Sessellift bis auf den Gipfel, du kommst also auch ohne große Anstrengung hinauf. Oben stehen eine PTTK-Hütte und ein weithin sichtbarer Sendemast, und bei klarer Sicht blickst du über das Saybuscher Becken mit dem Żywiecer See bis zur fernen Tatra. Für wen: normale Wanderer, hinauf auch mit dem Lift.

15. Mogielica: 1.171 m (Inselbeskiden / Beskid Wyspowy)

Der höchste Gipfel des Beskid Wyspowy, eines Gebirges aus einzeln stehenden „Insel“-Bergen südlich von Krakau. Auf dem bewaldeten Gipfel steht ein hölzerner Aussichtsturm mit Rundumblick auf die Tatra, die Gorce und die umliegenden Beskidenkämme. Für wen: gemütliche Wanderer, ein beliebtes Ziel für Familienausflüge.

16. Hohe Eule (Wielka Sowa): 1.015 m (Eulengebirge / Góry Sowie)

Der höchste Punkt des Eulengebirges in Niederschlesien. Auf dem Gipfel steht ein 25 Meter hoher Aussichtsturm aus dem Jahr 1906, gebaut aus Stein und Stahlbeton und ursprünglich als Bismarckturm eingeweiht. Nach einer Sanierung ist er seit Juli 2023 wieder offen. Von der Plattform überblickst du einen großen Teil der Sudeten. Der Gipfel ist über markierte Wege leicht erreichbar und eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region. Für wen: gemütliche Wanderer, auch gut mit Kindern.

17. Große Heuscheuer (Szczeliniec Wielki): 919 m (Heuscheuergebirge / Góry Stołowe)

Der höchste und berühmteste Gipfel des Heuscheuergebirges direkt an der tschechischen Grenze. Von Karłów, dem früheren Karlsberg, führt eine 1814 in den Fels gehauene Steintreppe auf das Plateau. Reiseführer nennen 665 bis 682 Stufen, je nachdem, wo unten gezählt wird. Oben wartet ein Felslabyrinth mit Aussichtsterrassen und bizarren Sandsteinformationen. Es ist eine der meistbesuchten Attraktionen der polnischen Sudeten, aus Dresden rund 300 km entfernt. Für wen: normale Wanderer, rechne mit vielen Stufen und in der Hochsaison mit Wartezeiten.

18. Zobten (Ślęża): 718 m (Zobtengebirge / Masyw Ślęży)

Ein einzeln stehender Kegel südlich von Breslau, der direkt aus der Ebene aufsteigt und deshalb viel höher wirkt, als er ist. Seit Urzeiten gilt er als heiliger Berg: Bis heute findest du dort rätselhafte Steinskulpturen aus der Zeit alter Kulte, auf dem Gipfel steht eine kleine Kirche, und der Blick reicht weit ins Land. Für wen: gemütliche Wanderer, ein beliebter Ausflug der Breslauer zu jeder Jahreszeit.

💡 Tipp: Die Hohe Eule, die Große Heuscheuer und der Glatzer Schneeberg liegen nah beieinander in Niederschlesien und im Glatzer Land, aus Dresden je gut drei Autostunden entfernt. Mit dem Glatzer Kessel als Basis kannst du alle drei an einem langen Wochenende sammeln.

Felsige Grate der Hohen Tatra mit einem Bergsee im Tal
Foto: Bogdan Siudy / Pexels

Der höchste Berg jedes polnischen Gebirges

Die Polen haben dafür ein schönes Konzept: die Krone der polnischen Berge (Korona Gór Polski), eine Sammlung von 28 Gipfeln, von denen jeder für ein Gebirge steht. Gedacht war sie als Liste der jeweils höchsten Berge, aufgenommen wurden aber nur Gipfel, auf die bei der Festlegung 1997 ein markierter Weg führte. Wir haben die bekanntesten und wichtigsten Gebirge herausgesucht, damit du siehst, wie unterschiedlich die Berge Polens sind, vom Hochgebirge bis zu sanften Waldrücken.

GebirgeHöchster GipfelHöhe
TatraRysy (Meeraugspitze)2.499 m
Beskiden (Saybuscher Beskiden)Babia Góra1.725 m
Riesengebirge (Karkonosze)Schneekoppe (Śnieżka)1.603 m
Glatzer Schneegebirge (Masyw Śnieżnika)Glatzer Schneeberg (Śnieżnik)1.423 m
BieszczadyTarnica1.346 m
GorceTurbacz1.310 m
Sandezer Beskiden (Beskid Sądecki)Radziejowa1.266 m
Schlesische Beskiden (Beskid Śląski)Skrzyczne1.257 m
Inselbeskiden (Beskid Wyspowy)Mogielica1.171 m
Isergebirge (Góry Izerskie)Hinterberg (Wysoka Kopa)1.126 m
Pieninen (Pieniny)Wysoka (Wysokie Skałki)1.050 m
Eulengebirge (Góry Sowie)Hohe Eule (Wielka Sowa)1.015 m
Heuscheuergebirge (Góry Stołowe)Große Heuscheuer (Szczeliniec Wielki)919 m
Zobtengebirge (Masyw Ślęży)Zobten (Ślęża)718 m
Heiligkreuzgebirge (Góry Świętokrzyskie)Łysica614 m

Insgesamt hat die Krone der polnischen Berge 28 Gipfel, die Tabelle zeigt die wichtigsten. Wenn du ein langfristiges Ziel suchst: Die ganze Krone zu sammeln ist in Polen eine beliebte Herausforderung, an der viele über Jahre dranbleiben. Für Leute aus Sachsen ist der Einstieg besonders bequem, denn gleich mehrere Kronen-Gipfel, darunter der Hinterberg im Isergebirge und die Schneekoppe, liegen nur wenige Autostunden von Dresden entfernt.

Höchste Berge Polens für Wanderer: Rysy, Babia Góra, Schneekoppe

Das ist die häufigste Frage, und hier lohnt es sich, genau zu unterscheiden. Die meisten der höchsten Tatra-Gipfel Polens sind nur für Kletterer erreichbar (Mengsdorfer Spitze, Niżnie Rysy) oder für geübte Wanderer auf ausgesetzten Kettenwegen (Kozi Wierch, Świnica). Die drei bekanntesten Gipfel schafft aber auch ein normaler Wanderer, mit Respekt und bei gutem Wetter.

GipfelHöheSchwierigkeit für Wanderer
Schneekoppe1.603 mLeicht bis mittel: markierte Wege, auch für Familien geeignet.
Babia Góra1.725 mMittel: bequemer Weg möglich, der Kettensteig ist eine Zusatzoption.
Giewont1.894 mMittel bis schwer: Ketten am Gipfel, Warteschlangen, Vorsicht bei Gewitter.
Rysy2.499 mSchwer: lange Tagestour, Ketten, nur bei Trockenheit und ohne Schnee.

Die Schneekoppe ist am einfachsten: Wenn du eine Tageswanderung bergauf schaffst, kommst du hinauf. Die Babia Góra ist eine Stufe schwieriger, liegt aber noch gut im Rahmen eines normalen Wanderers. Die Rysy sind das Äußerste, was du in Polen ohne Kletterausrüstung besteigen kannst. Vom Morskie Oko bis zum Gipfel sind es rund 1.100 Höhenmeter, und allein ab dem See bist du hin und zurück gut sieben bis neun Stunden unterwegs, mit Ketten im oberen Teil. Dazu kommen vom Parkplatz Palenica Białczańska pro Richtung rund 9 km auf der Asphaltstraße zum See.

💡 Tipp: Starte zur Rysy-Besteigung von polnischer Seite früh am Morgen und behalte die Gewittervorhersage im Blick. In der zweiten Tageshälfte ziehen in der Tatra oft Gewitter auf, und auf einem ausgesetzten Grat mit Ketten ist das gefährlich. Wegen Schneefeldern ist der Weg in der Regel erst etwa ab Ende Juni bis Oktober gut begehbar. Der slowakische Weg auf der Südseite ist sowieso nur vom 1. Juni bis 31. Oktober geöffnet.

Wenn du für die Gipfel mehrere Tage einplanst, ist Zakopane die beste Basis: Von hier fährt die Seilbahn auf den Kasprowy Wierch, hier beginnen die Wege auf den Giewont, und hier fahren die Busse zum Morskie Oko ab. Unterkünfte in Zakopane findest du hier →

Und falls du eine Tour oder einen Ausflug in die Tatra lieber mit Guide buchen willst, lohnt sich ein Blick auf geführte Touren und Erlebnisse rund um Zakopane →.

Wohin als Nächstes

Häufige Fragen zu den höchsten Bergen Polens

Welcher ist der höchste Berg Polens? Der höchste Berg Polens sind die Rysy (Meeraugspitze) in der Tatra, genauer ihr nordwestlicher Gipfel mit 2.499 m, über den die polnisch-slowakische Grenze läuft. Der höchste der drei Rysy-Gipfel (in Karten 2.503 m, nach neueren Messungen rund 2.501 m) liegt komplett auf slowakischer Seite.

Welcher Gipfel liegt als höchster komplett in Polen? Der Kozi Wierch (Gemsenberg) in der Tatra mit 2.291 m. Alle höheren polnischen Gipfel, also Rysy, Mengsdorfer Spitze, Niżnie Rysy und Świnica, stehen auf der Staatsgrenze.

Wie viele der höchsten Berge Polens liegen in der Tatra? Alle, die höher als 1.725 m sind. Rysy, Mięguszowiecki Szczyt Wielki, Niżnie Rysy, Świnica, Kozi Wierch, Kasprowy Wierch, Giewont und Dutzende weitere Tatra-Gipfel überragen alles, was es im Rest des Landes gibt. Erst die Babia Góra (1.725 m) in den Beskiden liegt außerhalb der Tatra.

Welcher ist der höchste Berg Polens außerhalb der Tatra? Die Babia Góra in den Saybuscher Beskiden mit 1.725 m. Danach folgen die Schneekoppe (Śnieżka, 1.603 m) im Riesengebirge und der Glatzer Schneeberg (Śnieżnik, 1.423 m).

Wie schwer ist die Rysy-Besteigung ohne Kletterausrüstung? Machbar, aber anspruchsvoll. Von polnischer Seite führt ab dem Morskie Oko ein markierter Wanderweg hinauf, im oberen Teil mit fast 300 Metern Ketten gesichert. Rechne ab dem See mit sieben bis neun Stunden hin und zurück, plus dem Weg vom Parkplatz. Sicher ist die Tour nur bei Trockenheit und ohne Schnee, in der Regel etwa von Ende Juni bis Oktober. Im Winter brauchst du Steigeisen, Eispickel und Erfahrung.

Liegt die Schneekoppe in Polen oder in Tschechien? In beiden Ländern. Die Schneekoppe (Śnieżka) ist 1.603 m hoch, und über ihren Gipfel läuft die polnisch-tschechische Grenze. Sie ist der höchste Berg des Riesengebirges und der ganzen Sudeten. Von der polnischen Seite startest du meist in Karpacz, rund 200 km von Dresden.

Was ist die Krone der polnischen Berge? Die Korona Gór Polski ist eine Sammlung von 28 Gipfeln, von denen jeder für ein polnisches Gebirge steht, von den Rysy (Tatra, 2.499 m) bis zur Łysica (Heiligkreuzgebirge, 614 m). Alle zu besteigen ist eine beliebte Langzeit-Herausforderung für Wanderer.

Welchen Tatra-Gipfel schaffen auch Anfänger? Den Kasprowy Wierch (1.987 m). Von Kuźnice bei Zakopane fährt eine Seilbahn hinauf, so kommt jeder nach oben. Auch zu Fuß gehört er zu den leichteren hohen Tatra-Touren.

Wo übernachtet man am besten für Touren auf die polnischen Gipfel? Für die Tatra ist Zakopane die beste Basis: Von hier starten die Wege auf den Giewont, die Seilbahn auf den Kasprowy Wierch und die Busse zum Morskie Oko unter den Rysy. Für das Riesengebirge passt Karpacz, für die Bieszczady die Gegend um Ustrzyki Górne.

Wann ist die beste Zeit für die höchsten Berge Polens? Für die schweren Tatra-Touren (Rysy, Świnica, Kozi Wierch) Ende Juni bis Oktober, wenn der Grat schneefrei ist. Schneekoppe, Babia Góra und Tarnica gehen von Frühling bis Herbst. Im Winter werden daraus anspruchsvolle Touren, für die du passende Ausrüstung brauchst.

Welche hohen Berge Polens liegen am nächsten an Deutschland? Die Sudeten an der Grenze zu Sachsen. Den Hinterberg (Wysoka Kopa, 1.126 m) im Isergebirge und die Schneekoppe (1.603 m) im Riesengebirge erreichst du von Dresden in etwa drei Autostunden, Karpacz liegt nur rund 85 km von Görlitz. Etwas weiter im Glatzer Land warten der Glatzer Schneeberg (1.423 m), die Hohe Eule (1.015 m) und die Große Heuscheuer (919 m).

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