Reisen · 2.9.2026

Höchste Berge der Slowakei: 17 Gipfel und welche du ohne Bergführer schaffst

Gerlachovský štít a hřeben Vysokých Tater od Hôzelce

Aktualizováno 23.9.2026

Von Dresden sind es gut 650 Kilometer, von Berlin rund 730, und irgendwo hinter Poprad taucht sie plötzlich über den Feldern auf: eine graue Granitwand, die aus dem flachen Land steigt, als hätte jemand ein Stück Alpen in die Karpaten gestellt. Genau dort stehen die höchsten Berge der Slowakei. Die Hohe Tatra ist kaum 26 Kilometer lang, trotzdem ragen ihre Gipfel über 2.600 Meter auf, zwischen ihnen liegen Karseen, und selbst im Juli bleibt in den Rinnen oft Schnee liegen. Man nennt sie gern das kleinste Hochgebirge der Welt. Für dich als Nachbarn aus Deutschland ist sie vor allem eins: das nächste echte Hochgebirge östlich der Alpen.

Die höchsten Berge der Slowakei auf einen Blick

  • Höchster Berg: Gerlachovský štít (Gerlsdorfer Spitze, meist Gerlachspitze genannt), 2.655 m, zugleich der höchste Gipfel der gesamten Karpaten.
  • Nur mit Bergführer (oder als registrierter Bergsteiger): Gerlach, Lomnitzer Spitze zu Fuß, Ľadový štít, Pyšný štít, Vysoká und fast alle anderen Gipfel über 2.500 m.
  • Auf markierten Wegen: Rysy (2.501 m), Kriváň (2.495 m), Slavkovský štít (2.452 m), Bystrá (2.248 m), Ďumbier (2.046 m), Chopok (2.024 m) und Kráľova hoľa (1.946 m).
  • Die drei Gebirge: Hohe Tatra (alle Spitzen über 2.500 m), Westtatra (Bystrá) und Niedere Tatra (Ďumbier, Chopok, Kráľova hoľa).
  • Beste Zeit: Mitte Juli bis Mitte September, wenn die Kammwege schneefrei sind. Die hochgelegenen Wege der Hohen Tatra sind vom 1. November bis 31. Mai gesperrt.
  • Standorte: Štrbské Pleso, Starý Smokovec und Tatranská Lomnica, rund 650 km Autofahrt von Dresden und gut 700 km von Berlin.

Die 17 höchsten Berge der Slowakei

Zuerst die nüchterne Einordnung. Fast alle wirklich hohen Gipfel stehen in der Hohen Tatra, auf engstem Raum drängen sich dort Dutzende Spitzen und Türme über 2.500 Meter. Erst danach kommen die Westtatra mit der Bystrá, dem höchsten Berg außerhalb der Hohen Tatra, und die Niedere Tatra mit Ďumbier und Chopok. Unsere Liste ist deshalb keine reine Rangfolge nach Metern: Die ersten zehn Plätze sind die bekanntesten Hauptgipfel der Hohen Tatra, dann folgen die Klassiker für Wanderer und die höchsten Punkte der übrigen Gebirge. Bei den Zahlen gilt: Je nach Karte und Messjahr schwanken die Höhen um ein, zwei Meter, bei einzelnen Gipfeln sogar mehr. Wir nennen die Werte der slowakischen Vermessung und schreiben dazu, wo neuere Messungen abweichen. Und das Wichtigste vorweg: Höhe sagt nichts über die Erreichbarkeit. Auf die meisten dieser Gipfel darfst du als normaler Wanderer gar nicht allein.

Gerlachspitze und der Kamm der Hohen Tatra von Hôzelec aus gesehen
Die Gerlachspitze in der Mitte des Tatrakamms, gesehen von Hôzelec. Foto: Radek Drlička, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.5, verkleinert

1. Gerlachovský štít (Gerlachspitze), 2.655 m (Hohe Tatra)

Der höchste Berg der Slowakei und der höchste Gipfel der gesamten Karpaten, die sich immerhin über rund 1.500 Kilometer ziehen. Lange hielten die Leute unten im Tal die Lomnitzer Spitze oder den Kriváň für den höchsten Tatra-Berg. Erst die Messungen des Zipser Försters Ludwig Greiner in den Jahren 1837 und 1838 gaben dem Gerlach den Vorrang. Der deutsche Name Gerlsdorfer Spitze stammt vom Dorf Gerlachov (Gerlsdorf) am Fuß des Massivs. Einen markierten Weg auf den Gipfel gibt es nicht, der Aufstieg ist eine alpine Tour über Granit im I. bis II. Schwierigkeitsgrad, und hinauf kommst du nur mit einem zertifizierten Bergführer oder als registrierter Bergsteiger mit entsprechender Erfahrung.

2. Gerlachovská veža, 2.642 m (Hohe Tatra)

Ein Nebengipfel im Massiv der Gerlachspitze, nur ein kurzes Gratstück vom Hauptgipfel entfernt. Sie gilt als höchster Turm („veža“) der ganzen Tatra und damit als zweithöchste Erhebung der Slowakei und der Karpaten. In die Velická dolina fällt sie mit einer hohen Wand und zwei mächtigen Pfeilern ab. Ein eigenes Ziel ist sie kaum, meist nimmt man sie im Rahmen einer Gerlach-Tour mit, und das heißt: nur mit Bergführer.

Lomnitzer Spitze und Kesmarker Spitze über den Wäldern der Hohen Tatra
Die Lomnitzer Spitze (links, mit dem Observatorium) und die Kesmarker Spitze. Foto: Melinda Kiss, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, verkleinert

3. Lomnický štít (Lomnitzer Spitze), 2.634 m (Hohe Tatra)

Der wohl berühmteste Gipfel der Tatra und der einzige aus der obersten Liga, auf den du ohne Kletterei kommst, nämlich mit der Seilbahn ab Tatranská Lomnica. Oben warten eine Aussichtsterrasse und ein Observatorium, bei klarem Wetter reicht der Blick weit nach Polen hinein. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts galt die Lomnitzer Spitze übrigens als höchster Berg der Tatra. Wer zu Fuß hinauf will, braucht dagegen wieder einen Bergführer, denn auch hier führt kein markierter Weg auf den Gipfel.

4. Ľadový štít (Eistaler Spitze), 2.627 m (Hohe Tatra)

Die dritthöchste Spitze der Tatra und der höchste Punkt ihres Hauptkamms. Lange hielt man den benachbarten Zadný Gerlach für höher, neuere Messungen haben die Reihenfolge umgedreht. Weil der Ľadový štít so zentral steht, bietet er einen der weitesten Rundblicke über das ganze Gebirge. Der Anstieg aus der Umgebung der Zbojnícka chata oder der Téryho chata ist lang, belohnt aber mit großartigen Ausblicken, und er ist nur mit Bergführer erlaubt.

5. Pyšný štít, 2.621 m (Hohe Tatra)

Auf Deutsch heißt er Schwalbenturm. Er ist die mächtigste Erhebung im Grat zwischen den Baranie rohy und der Lomnitzer Spitze und steht direkt über der Téryho chata, eingekeilt zwischen Malá Studená dolina und Medená kotlina. Der Tatra-Pionier Edmund Téry, nach dem die Hütte heißt, erreichte den Gipfel mit dem Bergführer Martin Spitzkopf erst im zweiten Anlauf. Heute zählt der Pyšný štít zu den technisch anspruchsvolleren Zielen und ist nur mit Bergführer zugänglich. In manchen Quellen steht er noch mit 2.623 m.

6. Zadný Gerlach, 2.616 m (Hohe Tatra)

Der nördlichste Teil des Gerlach-Massivs liegt schon im Hauptkamm, sein deutscher Name Samuel-Roth-Spitze erinnert an einen Zipser Geologen und Tourismuspionier. Traurige Bekanntheit erlangte er im Oktober 1944: Unterhalb des Gerlachovské sedlo zerschellte ein Flugzeug vom Typ Lisunow Li-2 mit tschechoslowakischen Fallschirmjägern, die dem Slowakischen Nationalaufstand zu Hilfe kommen sollten. Die Höhenangaben schwanken, eine Laservermessung von 2018 kommt auf rund 2.617 m. Kein markierter Weg, nur mit Bergführer.

7. Kežmarský štít (Kesmarker Spitze), 2.556 m (Hohe Tatra)

Er ist der höchste Punkt im nordöstlichen Arm der Lomnitzer Spitze und beherrscht den Blick von Kežmarok (Kesmark) aus. Seine rund 550 Meter hohe Südwand über der Skalnatá dolina gehört zu den schönsten und gefragtesten Kletterwänden der Tatra. Der Gipfel ist ohne Bergführer tabu, sofern du nicht selbst als Bergsteiger registriert bist.

8. Vysoká (Tatraspitze), 2.547 m (Hohe Tatra)

Ein symmetrischer Doppelgipfel im Hauptkamm über der Dračia dolinka, wegen seiner Eleganz oft „Königin der Hohen Tatra“ genannt und einer der meistfotografierten Tatra-Gipfel überhaupt. Vom Gipfel aus liegen dir Rysy, Gerlach und Kôprovský štít zu Füßen. Die slowakische Vermessung nennt 2.547 m, polnische Quellen nach neueren Messungen sogar rund 2.559 m, womit die Vysoká knapp vor der Kesmarker Spitze läge. Technisch anspruchsvoll und ausschließlich mit Bergführer.

9. Končistá, 2.538 m (Hohe Tatra)

Ein wuchtiger Berg mit mehreren Gipfeln in einem Seitengrat, der vom Popradský Ľadový štít nach Süden abzweigt, seine Hänge fallen in die Batizovská und die Štôlska dolina. Den höchsten Punkt bildet ein bizarrer Felsblock, der wie ein Amboss oder ein Pferdekopf aussieht und nach dem Kurarzt Ladislaus Jármay Jármayho stôl heißt (Jármays Tisch). Neuere Messungen geben 2.537 m an. Für Kletterer gehört die Končistá zu den leichteren Zielen, für dich als Wanderer bleibt es bei: nur mit Bergführer.

10. Baranie rohy (Grünseespitze), 2.526 m (Hohe Tatra)

Der Doppelgipfel erinnert an Widderhörner, daher der slowakische Name, und steht im Hauptkamm zwischen Ľadový štít und Jahňací štít. Die Baranie rohy zählen zu den am leichtesten erreichbaren unmarkierten Gipfeln über 2.500 m, die erste bekannte Besteigung ist schon für das Jahr 1867 belegt. Trotzdem gilt auch hier: Der Normalweg über das Baranie sedlo ist nur mit Bergführer erlaubt.

11. Rysy (Meeraugspitze), 2.501 m (Hohe Tatra)

Endlich ein Gipfel, den du selbst auf einem markierten Weg erreichst: Die Rysy sind der höchste Punkt der Slowakei, auf den ein Wanderweg führt. Der Berg hat drei Gipfel. Der Hauptgipfel mit 2.501 m liegt komplett auf slowakischem Gebiet, in älteren Karten steht er noch mit 2.503 m. Über den etwas niedrigeren Nordwestgipfel verläuft die Grenze, und der ist zugleich der höchste Punkt Polens. Oben stehst du also buchstäblich mit einem Blick in zwei Länder. Eine anstrengende, aber unvergessliche Tagestour, die wir weiter unten genauer beschreiben.

Verschneiter Kriváň in der Hohen Tatra, gesehen von Pribylina
Der gekrümmte Gipfel des Kriváň, des slowakischen Nationalsymbols, von Pribylina aus. Foto: Matissek, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, verkleinert

12. Kriváň, 2.495 m (Hohe Tatra)

Das Nationalsymbol der Slowakei, erkennbar an seinem krummen, nach Nordosten geneigten Gipfel, daher der Name (deutsch früher auch Krummhorn). Du findest ihn auf den slowakischen 1-, 2- und 5-Cent-Münzen, und von 1960 bis 1990 stand er sogar im Staatswappen der Tschechoslowakei. Der Kriváň ist auf markierten Wegen erreichbar und nach den Rysy der zweite große Klassiker für alle, die ohne Bergführer unterwegs sind.

Gipfelbereich des Slavkovský štít in der Hohen Tatra
Der Gipfelbereich des Slavkovský štít, eines der höchsten Tatra-Gipfel mit markiertem Weg. Foto: Michal Klajban, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, verkleinert

13. Slavkovský štít (Schlagendorfer Spitze), 2.452 m (Hohe Tatra)

Unter den großen Tatra-Gipfeln eine Ausnahme, denn hier führt ein blau markierter Weg von Starý Smokovec beziehungsweise vom Hrebienok bis ganz nach oben. Technisch ist der Aufstieg leicht, aber lang: Für den Weg hinauf rechnet man gut fünf Stunden, für den Abstieg knapp vier. Dafür schaust du vom Gipfel direkt auf den Hauptkamm und die Gerlachspitze gegenüber.

14. Bystrá, 2.248 m (Westtatra)

Der höchste Berg der Westtatra und der ganzen Slowakei außerhalb der Hohen Tatra. Die Bystrá erhebt sich am Ende der Bystrá dolina oberhalb von Pribylina und ist auf markierten Wegen erreichbar, auch wenn es ein langer Tag wird. Bei guter Sicht siehst du von hier die Hohe und die Niedere Tatra, die Kleine und die Große Fatra und die Orava-Beskiden.

Gletscherkar unterhalb des Ďumbier in der Niederen Tatra
Das Gletscherkar unter dem Ďumbier, dem höchsten Berg der Niederen Tatra. Foto: Pudelek, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert

15. Ďumbier, 2.046 m (Niedere Tatra)

Der höchste Berg der Niederen Tatra. Er ist auf markierten Wegen erreichbar, am bequemsten über den Kamm vom Chopok, und belohnt mit einem felsigen Gipfel und freiem Rundblick. Die perfekte Wahl, wenn du Hochgebirgsgefühl willst, aber ohne die Menschenmassen der Hohen Tatra.

Gipfel des Chopok mit der Kamenná chata über einem Wolkenmeer
Der Chopok mit der Kamenná chata direkt unter dem Gipfel, hierher bringt dich die Seilbahn von Jasná. Foto: Pudelek, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, verkleinert

16. Chopok, 2.024 m (Niedere Tatra)

Der bekannteste Gipfel der Niederen Tatra und der am leichtesten erreichbare: Seilbahnen bringen dich von Jasná im Norden und von der Südseite bei Srdiečko bis knapp unter den Gipfel. Von hier führt ein aussichtsreicher Kammweg hinüber zum Ďumbier.

Verschneiter Gipfel der Kráľova hoľa mit Sendemast
Der breite Rücken der Kráľova hoľa mit dem Sendemast, der im ganzen Horehronie-Tal zu sehen ist. Foto: Milan Bališin, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, verkleinert

17. Kráľova hoľa, 1.946 m (Niedere Tatra)

Der legendäre, sanft gerundete Gipfel am Ostende der Niederen Tatra ist von slowakischen Sagen und Volksliedern umrankt. Er ist auf markierten Wegen erreichbar, auf dem Gipfel steht seit 1960 ein Fernseh- und Rundfunksender. Aus dem Tal ist das ein ordentlicher Anstieg, aber auf dem markierten Weg gut machbar.

💡 Tipp: Wenn du von der Gerlachspitze oder dem Fußweg auf die Lomnitzer Spitze träumst, plane einen zertifizierten Bergführer (UIAGM/IFMGA) fest ein. Abseits der markierten Wege dürfen sich im Nationalpark TANAP nur Bergsteiger bewegen, die sich vorher online registrieren und einen Ausweis ihres nationalen Bergsteigerverbands dabeihaben, bei leichteren Touren zusätzlich eine bestätigte Grundausbildung. Für die meisten ist der Bergführer daher der realistische Weg. Laut den Preislisten 2026 mehrerer Anbieter kostet eine Gerlach-Tour rund 420 bis 600 € pro Gruppe (meist ein bis drei Personen), andere hohe Gipfel etwa 400 €. Das ist keine Schikane: Das Gelände ist wirklich ernst, und der Führer bringt Seil, Sicherung und Ortskenntnis mit.

Die höchsten Gipfel der übrigen slowakischen Gebirge

Die Slowakei besteht nicht nur aus der Tatra. Jedes Gebirge hat seinen höchsten Punkt, und viele davon sind schöne Tagestouren auf markierten Wegen, ganz ohne Klettern und ohne Bergführer. Hier sind drei Gipfel, die außerhalb von Hoher und Niederer Tatra zu den beliebtesten „Kronen“ gehören und deine Sammlung gut ergänzen.

Babia hora, 1.725 m (Orava-Beskiden)

Der höchste Berg der Orava-Beskiden und einer der höchsten Punkte der gesamten Beskiden. Er liegt direkt auf der Grenze zu Polen, wo er als Babia Góra bekannt ist und oft „Königin der Beskiden“ genannt wird. Die polnischen Karten nennen 1.725 m, die slowakische Vermessung kommt auf knapp 1.723 m. Der Gipfel ist auf markierten Wegen von Oravská Polhora aus erreichbar. Oben ist es kahl und windig, dafür siehst du bei klarem Wetter die ganze Tatra. Mehr zur polnischen Seite findest du in unserem Artikel über die Beskiden in Polen.

Veľký Kriváň, 1.709 m (Kleine Fatra)

Der höchste Gipfel der Kleinen Fatra. Verwechsle ihn nicht mit dem Kriváň in der Tatra, dieser hier steht über dem bekannten Tal Vrátna dolina. Er ist auf dem markierten Kammweg erreichbar, und den Aufstieg kürzt du mit der Kabinenbahn von Vrátna auf das Snilovské sedlo ab. Oben warten grasige Kämme und der Blick bis zur Tatra. Touren rund um den Gipfel sammeln wir im Artikel Kleine Fatra wandern.

Ostredok, 1.596 m (Große Fatra)

Der höchste Punkt der Großen Fatra liegt auf ihrem Hauptkamm oberhalb des Dorfes Liptovské Revúce. Er ist auf dem markierten Kammweg erreichbar, mitten in einer Landschaft aus welligen Bergwiesen und weiten Buchenwäldern. In älteren Karten steht er noch mit 1.592 m. Eine ruhige Alternative für alle, die den Massen in der Tatra entkommen wollen. Die schönsten Routen stehen in unserem Artikel Große Fatra wandern.

💡 Tipp: Die höchsten Gipfel der slowakischen Gebirge zu sammeln, ist bei Slowaken eine beliebte Herausforderung. Der slowakische Wanderverband KST vergibt dafür sogar ein eigenes Abzeichen, „Najvyššie vrcholy slovenských pohorí“: die höchsten auf markierten Wegen erreichbaren Punkte von 51 Gebirgen, gedacht allerdings für seine Mitglieder. Als Ziel für dich selbst taugt die Idee trotzdem. Fang am besten mit den leicht zugänglichen Klassikern an, etwa Babia hora, Veľký Kriváň oder Bystrá.

Höchste Berge der Slowakei für Wanderer: Rysy, Kriváň, Kráľova hoľa

Das ist der wichtigste Teil, und genau den lassen die meisten Listen weg. Aus der obersten Tatra-Liga kommst du allein nur auf eine Handvoll Gipfel, der Rest bleibt Bergsteigern und Bergführern vorbehalten. Für die folgenden reichen gute Kondition, feste Schuhe und Respekt vor dem Wetter:

  • Rysy (2.501 m), der höchste per Wanderweg erreichbare Punkt der Slowakei. Klassisch startest du in Štrbské Pleso und gehst über das Popradské pleso und die Žabie plesá zur Chata pod Rysmi, mit 2.250 m der höchstgelegenen Hütte der Tatra. Die Ketten hängen auf der slowakischen Seite in der Felsstufe unterhalb der Hütte, nicht am Gipfel. Ab Štrbské Pleso sind es gut 1.100 Höhenmeter, insgesamt rechnest du mit acht bis zehn Stunden. Anstrengend, aber durchgehend markiert.
  • Kriváň (2.495 m), das Nationalsymbol. Hinauf geht es von Štrbské Pleso über das Jamské pleso oder von Tri studničky, beides lang und steinig, aber ohne Kletterstellen. Hin und zurück solltest du acht bis neun Stunden einplanen.
  • Slavkovský štít (2.452 m), einer der höchsten Tatra-Gipfel, auf die ein durchgehend markierter Weg führt. Lang und mühsam, aber ohne gesicherte Passagen.
  • Bystrá (2.248 m) in der Westtatra, der höchste Wandergipfel außerhalb der Hohen Tatra. Ein langer Aufstieg durch die Bystrá dolina, markiert und ohne Kletterei.
  • Ďumbier (2.046 m) und Chopok (2.024 m) in der Niederen Tatra, deutlich gemütlicher als die Hohe Tatra, auf den Chopok sogar mit der Seilbahn. Ideal zum Einlaufen, bevor du dich an die großen Gipfel machst. Mehr Touren findest du in unserem Artikel Niedere Tatra Sehenswürdigkeiten.
  • Kráľova hoľa (1.946 m), ein langer, technisch aber einfacher Aufstieg auf markierten Wegen, zum Beispiel von Šumiac über das Predné sedlo, dazu herrliche Fernsicht und echte Kammstimmung.

💡 Tipp: Im Nationalpark TANAP gilt eine saisonale Sperre der hochgelegenen Wanderwege vom 1. November bis 31. Mai. So steht es in der aktuellen Besucherordnung des Nationalparks, und betroffen sind unter anderem die Wege auf die Rysy, den Kriváň, den Slavkovský štít und die Bystrá. Ältere Reiseführer nennen noch den 15. Juni als Ende der Sperre. Plane diese Gipfel also nicht für den Frühling, und rechne auch im Juni noch mit Altschnee in den Rinnen.

Gipfel mit Seilbahn: der schnellste Weg nach oben

Wenn du nicht den ganzen Tag bergauf steigen willst oder kannst, helfen dir in der Hohen und der Niederen Tatra die Seilbahnen. Sie sparen zwei bis drei Stunden Aufstieg und öffnen die Kammblicke auch für Leute, die sonst nie so weit hinaufkämen.

  • Predné Solisko (2.117 m). Der einfachste Zweitausender der Hohen Tatra. Mit dem Sessellift von Štrbské Pleso zur Chata pod Soliskom, von dort auf dem rot markierten Weg in knapp einer Stunde zum Gipfel. Oben blickst du in die Mengusovská dolina und hinüber zu den Rysy.
  • Lomnický štít (2.634 m). Von Tatranská Lomnica fährst du zuerst zum Skalnaté pleso, dort steigst du in die kleine Kabinenbahn bis kurz unter den Gipfel um. Die Plätze sind begrenzt und an Zeitfenster gebunden, oben bleibst du laut Betreiberportal rund 50 Minuten. Tickets buchst du am besten vorab online.
  • Skalnaté pleso (1.751 m). Die Zwischenstation derselben Bahn, mit Bergsee, Sternwarte und mehreren Wanderwegen in die Umgebung.
  • Chopok (2.024 m). Seilbahnen fahren von beiden Seiten hinauf, von Jasná im Norden und von Srdiečko im Süden. Der am leichtesten erreichbare Zweitausender der Niederen Tatra, direkt unter dem Gipfel steht die Kamenná chata.

Worauf du achten solltest: Die Bahnen haben regelmäßige Revisionspausen, meist im Frühjahr und im Herbst, und bei starkem Wind stehen sie still. Die Termine veröffentlichen die Betreiber vorab, ein Blick auf ihre Website am Vortag lohnt sich.

Wann und wie du in der Hohen Tatra wanderst

Die Hohe Tatra ist wunderschön, aber sie kann tückisch sein: Das Wetter kippt innerhalb einer Stunde, und Gewitter kommen im Sommer zuverlässig am Nachmittag. Ein paar Dinge solltest du im Kopf behalten:

  • Beste Zeit: Mitte Juli bis Mitte September, wenn die Kammwege schneefrei und die Wege offen sind. Im Juni liegen in den Rinnen oft noch Schneereste.
  • Früh los, am besten in der Dämmerung: Auf dem Gipfel willst du bis Mittag sein. Gewitter ziehen meist am Nachmittag auf, und auf einem ausgesetzten Grat ist ein Blitz lebensgefährlich.
  • Wetter und Warnungen prüfen: Die Bergrettung HZS (Horská záchranná služba) veröffentlicht Warnungen und im Frühsommer auch die Lawineninfo. Sind Gewitter angesagt, verschiebe die Gipfeltour. Denk außerdem an eine Bergungsversicherung, denn Einsätze der Bergrettung werden in der Slowakei in Rechnung gestellt, mehr dazu im Artikel Klettersteig Slowakei.
  • Ausrüstung: feste knöchelhohe Schuhe, mehrere Schichten, Regenjacke, genug Wasser und Proviant, Stirnlampe. Oben hat es auch im Sommer gern nur 10 °C und kräftigen Wind.
  • Hütten: rechtzeitig reservieren (Chata pod Rysmi, Zbojnícka chata, Téryho chata), in der Saison sind sie voll, und wild zelten ist im TANAP verboten.

Als Basis empfehlen wir einen der Orte direkt unter dem Kamm, Štrbské Pleso, Starý Smokovec oder Tatranská Lomnica. Von dort erreichst du die Einstiege und Seilbahnen schnell und hast abends trotzdem alles, was du brauchst. Mit dem Auto sind es von Dresden rund 650 bis 675 Kilometer, von Berlin gut 725 bis 750 und von München gut 800. Mit der Bahn kommst du über Prag oder Wien nach Poprad-Tatry und von dort mit der Tatra-Elektrobahn in die Orte. Unterkünfte in der Hohen Tatra findest du hier →

💡 Tipp: Du willst dich nicht selbst um Route und Sicherung kümmern? Geführte Touren und Bergführer-Angebote in der Hohen Tatra kannst du vorab über GetYourGuide → buchen, praktisch vor allem für die Rysy und die höheren Gipfel.

Wohin als Nächstes

Häufige Fragen

Was ist der höchste Berg der Slowakei? Der höchste Berg der Slowakei ist der Gerlachovský štít (Gerlsdorfer Spitze, meist Gerlachspitze genannt) in der Hohen Tatra mit 2.655 m. Er ist zugleich der höchste Gipfel der gesamten Karpaten. Einen markierten Wanderweg auf den Gipfel gibt es nicht, als normaler Wanderer kommst du nur mit einem Bergführer hinauf.

Wie viele Berge über 2.500 Meter hat die Slowakei? Das hängt davon ab, ob man jeden Turm und Nebengipfel mitzählt, es sind aber deutlich mehr als zehn, und alle stehen in der Hohen Tatra. Zu den bekanntesten gehören die Gerlachspitze (2.655 m), die Lomnitzer Spitze (2.634 m), der Ľadový štít (2.627 m), der Pyšný štít (2.621 m), die Kesmarker Spitze (2.556 m), die Vysoká (2.547 m) und die Rysy (2.501 m). Außerhalb der Hohen Tatra erreicht kein slowakischer Berg auch nur 2.300 m.

Welche der höchsten Berge der Slowakei schaffe ich ohne Bergführer? Auf markierten Wanderwegen erreichst du in der Hohen Tatra die Rysy (2.501 m), den Kriváň (2.495 m) und den Slavkovský štít (2.452 m), in der Westtatra die Bystrá (2.248 m) und in der Niederen Tatra den Ďumbier (2.046 m), den Chopok (2.024 m) und die Kráľova hoľa (1.946 m). Auf die Lomnitzer Spitze kommst du ohne Bergführer nur mit der Seilbahn.

Welcher ist der höchste Berg der Slowakei außerhalb der Hohen Tatra? Die Bystrá (2.248 m) in der Westtatra. Sie ist der höchste Berg außerhalb der Hohen Tatra und im Gegensatz zu den meisten Tatra-Spitzen auf markierten Wegen erreichbar, auch wenn der Aufstieg durch die Bystrá dolina einen ganzen Tag dauert. In der Niederen Tatra ist der Ďumbier (2.046 m) der höchste Gipfel.

Kann man die Gerlachspitze ohne Bergführer besteigen? Als normaler Wanderer nein. Auf den Gerlach führt kein markierter Weg, und abseits der markierten Wege dürfen sich im Nationalpark TANAP nur registrierte Bergsteiger bewegen: Sie melden sich vorher online an, haben Ausrüstung und Erfahrung und tragen den Ausweis ihres nationalen Bergsteigerverbands bei sich, für leichtere Touren zusätzlich einen Nachweis über eine Grundausbildung. Alle anderen gehen mit einem zertifizierten Bergführer, und das ist in diesem Gelände auch die vernünftigste Wahl.

Welcher ist der höchste Wanderberg der Slowakei? Die Rysy mit 2.501 m (in älteren Karten 2.503 m). Markierte Wege führen von Štrbské Pleso über das Popradské pleso und die Chata pod Rysmi hinauf, außerdem von der polnischen Seite ab Morskie Oko. Auf der slowakischen Route helfen in der Felsstufe unterhalb der Hütte Ketten. Ab Štrbské Pleso sind es gut 1.100 Höhenmeter, also eine lange, anstrengende Tagestour.

Welche sind die höchsten Gipfel der anderen slowakischen Gebirge? Neben Hoher und Niederer Tatra sind vor allem die Bystrá (2.248 m, Westtatra), die Babia hora (1.725 m, Orava-Beskiden) an der Grenze zu Polen, der Veľký Kriváň (1.709 m, Kleine Fatra) und der Ostredok (1.596 m, Große Fatra) beliebt. Alle erreichst du auf markierten Wegen.

Was ist der Unterschied zwischen Hoher und Niederer Tatra? Die Hohe Tatra ist ein felsiges Hochgebirge mit den höchsten Gipfeln der Slowakei über 2.600 m, Karseen und fast alpinem Charakter. Die Niedere Tatra liegt südlich davon, ist niedriger und runder, ihr höchster Gipfel Ďumbier misst 2.046 m, und ihre Kammwege sind für Wanderer deutlich zugänglicher.

Wann ist die beste Reisezeit zum Wandern in der Hohen Tatra? Von Mitte Juli bis Mitte September, wenn die hochgelegenen Wege schneefrei und offen sind. Die hochgelegenen Wege sind laut Besucherordnung des Nationalparks vom 1. November bis 31. Mai gesperrt, im Juni liegt in den Rinnen oft noch Schnee.

Was kostet ein Bergführer für die Gerlachspitze? Nach den Preislisten 2026 mehrerer slowakischer Bergführer liegt eine Gerlach-Tour bei rund 420 bis 600 € pro Gruppe, meist für eine bis drei Personen, je nach Route und Gruppengröße. Andere hohe Gipfel kosten etwa 400 €. Im Preis sind in der Regel der Führer und die Leihausrüstung enthalten, Anreise, Unterkunft und Versicherung nicht.

Ist die Rysy-Besteigung gefährlich? Bei gutem Wetter und ordentlicher Kondition ist es eine anstrengende, aber gut machbare Tour auf markiertem Weg, mit einer Kettenpassage unterhalb der Chata pod Rysmi. Gefährlich wird sie bei Regen, Schnee oder Gewitter, also starte früh am Morgen und behalte die Vorhersage im Blick. Außerhalb der Saison ist der Weg ohnehin gesperrt.

Wie kommt man mit der Seilbahn auf die Lomnitzer Spitze? Von Tatranská Lomnica fährst du zuerst zum Skalnaté pleso und steigst dort in die kleine Kabinenbahn zur Lomnitzer Spitze (2.634 m) um. Sie ist der einzige der höchsten Tatra-Gipfel, auf den du ohne Kletterei kommst. Die Plätze sind begrenzt, buche das Ticket für ein festes Zeitfenster vorab online, oben bleibst du rund 50 Minuten.

Potřebujete pomoct s cestováním?

  • Ubytování 🏨
    Vyberte si to nejlepší ubytování, ať už jste kdekoliv, přes Booking.com.
  • Půjčení auta 🚗
    Auto si snadno najdete přes Booking.com, kde máte často slevu díky ubytování, nebo Rentalcars.com, kde porovnáte nabídky většiny půjčoven.
  • Zážitky 🎟️
    Přes GetYourGuide.com si vyberete z nejrůznějších výletů i zážitků po celém světě, navíc se zrušením zdarma do 24 h předem.
← Zurück zu den Artikeln

Wo du uns sonst noch findest