Aktualizováno 23.9.2026
Schau dir Tschechien einmal auf einer Reliefkarte an: Böhmen sieht aus wie eine Schüssel, deren Rand fast rundherum aus Bergen besteht. Genau an diesem Rand liegen die meisten Gebirge in Tschechien, und ein guter Teil davon teilt sich die Grenze mit Sachsen und Bayern. Das Erzgebirge, der Böhmerwald oder das Lausitzer Gebirge beginnen quasi hinter dem Gartenzaun, das Riesengebirge und das Altvatergebirge liegen weiter im Osten an der polnischen Grenze, und ganz am anderen Ende warten die Beskiden mit Holzhütten und Schafweiden. Viertausender und Gletscher gibt es keine. Dafür kommst du aus Dresden, Chemnitz oder Regensburg in ein, zwei Stunden in Berge, die viele in Deutschland nur vom Namen kennen.
Wir stellen dir hier 15 tschechische Gebirge und Bergregionen vor, von den großen Namen bis zu den stillen Ecken, die kaum ein deutscher Reiseführer erwähnt. Bei jedem sagen wir dir, was es ausmacht, wo du wandern und Ski fahren kannst und für wen es sich eignet. Dazu kommen eigene Abschnitte zum Winter, zu Touren mit Kindern und zu Unterkünften. Nach dem Lesen solltest du wissen, welche Berge in Tschechien zu dir passen, und wie weit du von zu Hause hinfährst.
Gebirge in Tschechien auf einen Blick
- Die höchsten: Nur drei Gebirge kommen über 1.400 m, das Riesengebirge (Schneekoppe 1.603 m), das Altvatergebirge (Altvater 1.491 m) und das Glatzer Schneegebirge (Glatzer Schneeberg 1.423 m).
- Für lange Touren und Kammwege: Riesengebirge, Altvatergebirge, Böhmerwald, Beskiden.
- Für Ruhe ohne Menschenmassen: Adlergebirge, Český les (Oberpfälzer Wald), Gratzener Bergland, Lausitzer Gebirge.
- Am schnellsten aus Deutschland: Erzgebirge, Böhmisches Mittelgebirge und Lausitzer Gebirge aus Sachsen, Böhmerwald und Český les aus Bayern.
- Zum Skifahren: Riesengebirge (Spindlermühle, Pec pod Sněžkou), Altvatergebirge (Praděd–Ovčárna), Beskiden, Erzgebirge (Keilberg).
- Mit Kindern: Seilbahnen, Aussichtstürme und Baumwipfelpfade im Riesengebirge, am Lipno-Stausee (Böhmerwald) und in den Beskiden.
Gebirge in Tschechien: welches passt zu dir und wann fährst du am besten?
Bevor du dich in Gipfelnamen verlierst, lohnt sich eine einfache Frage: Was willst du eigentlich, wie viel Zeit hast du und in welcher Jahreszeit fährst du? Wer lange Touren über der Baumgrenze sucht, landet im Riesengebirge oder im Altvatergebirge, denn nur dort gibt es echte Kämme mit Weitblick nach allen Seiten. Wer Stille und fast leere Wege will, ist im Český les an der bayerischen Grenze oder im Gratzener Bergland an der österreichischen besser aufgehoben. Und wer nur ein langes Wochenende hat, fängt am besten mit dem Gebirge an, das von zu Hause am nächsten liegt.
Aus Deutschland heißt das meist: Sachsen und Bayern haben es am kürzesten. Von Chemnitz nach Boží Dar (Gottesgab) im Erzgebirge sind es rund 70 Straßenkilometer, von Dresden zum Milleschauer im Böhmischen Mittelgebirge rund 80, von Regensburg nach Železná Ruda (Markt Eisenstein) im Böhmerwald rund 130. Aus Dresden nach Pec pod Sněžkou im Riesengebirge fährst du gut 220 Kilometer, aus Berlin rund 360. Das Altvatergebirge und die Beskiden liegen dagegen ganz im Osten, von Dresden sind es knapp 400 Kilometer bis Karlova Studánka (Bad Karlsbrunn) und von Berlin rund 600 bis an den Fuß der Beskiden. Das ist eher etwas für eine ganze Urlaubswoche. Denk daran, dass du auf tschechischen Autobahnen eine digitale Vignette brauchst.
Die Saison hängt davon ab, was du vorhast. Sommer und Frühherbst (Juni bis Oktober) sind die beste Zeit zum Wandern: Das Wetter ist am stabilsten, die Tage sind lang, und im September werden die Wege leerer und die Mücken weniger. Der Winter (Dezember bis März) gehört Abfahrt und Langlauf, schneesicher sind aber nur die höheren Lagen. Im Frühling sind die tieferen Gebiete schön, etwa das Böhmische Mittelgebirge mit seinen blühenden Obstgärten, während oben auf den Kämmen oft noch bis in den Mai Schnee liegt.
💡 Tipp: Das Wetter in den Bergen dreht schnell, pack auch im Sommer eine Windjacke und etwas Warmes ein. Auf der Schneekoppe oder am Altvater ist es oft rund zehn Grad kälter als unten im Tal, und der Wind hört dort oben fast nie auf.
15 Gebirge in Tschechien, die sich wirklich lohnen
Die Reihenfolge geht grob von den höchsten und bekanntesten Bergen in Tschechien zu den kleineren und stilleren. Bei jedem steht zuerst der höchste Gipfel, die Höhen haben wir an die Werte unseres Artikels über die höchsten Berge Tschechiens angeglichen.
1. Riesengebirge (Krkonoše), das höchste Gebirge mit der Schneekoppe
Höchster Gipfel: Schneekoppe (Sněžka), 1.603 m, zugleich der höchste Berg Tschechiens.
Das Riesengebirge ist das größte Kaliber unter den tschechischen Bergen. Es ist das einzige Gebirge des Landes, das über 1.500 Meter hinausgeht, und oben auf dem Kamm wartet echte arktisch-alpine Tundra mit Latschenkiefern, Gletscherkaren und Hochmooren. Der Klassiker ist die Schneekoppe: zu Fuß aus Pec pod Sněžkou oder mit der Seilbahn, wenn du dir die Kraft sparen willst. Mindestens genauso schön ist die Kammwanderung über den Hochwiesenberg (Luční hora) und den Brunnberg (Studniční hora), zur Elbquelle oder zum Pantschefall (Pančavský vodopád), dem höchsten Wasserfall Tschechiens. Die Nordseite des Gebirges liegt in Polen, über sie haben wir einen eigenen Artikel zum polnischen Riesengebirge geschrieben.
Zum Skifahren fährst du vor allem nach Spindlermühle (Špindlerův Mlýn) und Pec pod Sněžkou, die größten und am besten ausgebauten Skigebiete des Landes. Für wen: für alle, die „richtige“ Berge wollen, von Familien bis zu erfahrenen Wanderern und Skifahrern.
💡 Tipp: Geh früh am Morgen auf die Schneekoppe. Ab etwa zehn Uhr kommen die Massen aus der Seilbahn, und dann wird die Schlange am Aussichtspunkt und vor dem Knödel in der Baude endlos. Unterkünfte im Riesengebirge →
2. Altvatergebirge (Hrubý Jeseník), die Nummer zwei mit dem Altvater
Höchster Gipfel: Altvater (Praděd), 1.491 m.
Die Tschechen nennen das Altvatergebirge gern das „mährische Riesengebirge“. Es ist das zweithöchste Gebirge des Landes, und viele finden es wilder und weniger überlaufen als das Original. Über allem steht der Altvater mit seinem markanten Sendeturm und einem Aussichtspunkt, von dem man bei klarer Sicht sehr weit schaut. Unvergesslich ist die Tour durch das Tal der Weißen Oppa (Bílá Opava) mit Wasserfällen, Stegen und Leitern, dazu der Gipfel der Hohen Heide (Vysoká hole) und die Felsmauer des Petersteins (Petrovy kameny).
Ski fährst du direkt am Altvater im Skiareal Praděd–Ovčárna, dem höchstgelegenen Skigebiet Tschechiens, außerdem in Karlov pod Pradědem und in Kouty nad Desnou (Winkelsdorf). Für wen: für Wanderer, die hohe Berge mit spürbar weniger Andrang als im Riesengebirge suchen.
3. Glatzer Schneegebirge (Králický Sněžník), Nummer drei und Quelle der March
Höchster Gipfel: Glatzer Schneeberg (Králický Sněžník), 1.423 m.
Ein kleines, aber hohes Gebirge auf der tschechisch-polnischen Grenze. Sein gleichnamiger Gipfel ist der dritthöchste Tschechiens und außer Riesengebirge und Altvatergebirge das einzige Gebirge über 1.400 Metern. Ein paar Hundert Meter unterhalb des Gipfels entspringt am Hang die March (Morava), der wichtigste Fluss Mährens, der später die Grenze zwischen Österreich und der Slowakei bildet. Auf dem Weg nach oben kommst du an der steinernen Elefantenskulptur vorbei, einem beliebten Orientierungspunkt und Fotomotiv. Auf der polnischen Seite des Kamms steht ein moderner Aussichtsturm mit Blick in beide Länder. Hinauf geht es meist von der Berghütte Návrší oder aus Dolní Morava.
Für wen: für trittfeste Wanderer, die einen hohen Berg ohne Gedränge wollen und dazu eine kleine geografische Besonderheit, die Marchquelle.
💡 Tipp: In Dolní Morava unterhalb des Bergs steht der Stezka v oblacích, ein Aussichtspfad mit einer langen Röhrenrutsche, die vor allem Kinder lieben. Er lässt sich gut mit dem Aufstieg zur Marchquelle verbinden. Unterkünfte in Dolní Morava →
4. Böhmerwald (Šumava), Wälder, Hochmoore und Gletscherseen
Höchster Gipfel: Plöckenstein (Plechý), 1.378 m auf tschechischer Seite.
Auf deutscher Seite heißt dasselbe Waldgebirge Bayerischer Wald, und zusammen bilden sie eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas. Der tschechische Teil ist der größte Nationalpark des Landes. Schroffe Gipfel darfst du nicht erwarten: Der Reiz des Böhmerwalds sind lange bewaldete Rücken, Hochmoore und stille Gletscherseen wie der Schwarze See und der Teufelssee (Černé und Čertovo jezero) oder der Plöckensteiner See unter dem Plöckenstein. Schön sind auch der Baumwipfelpfad mit Aussichtsturm am Lipno-Stausee, die Moldauquelle und eine Wanderung über den Kubani (Boubín) mit seinem Urwald.
Skifahren ist hier eher etwas für Familien, am Lipno-Stausee, in Zadov oder am Spitzberg (Špičák) bei Železná Ruda. Von München bist du in knapp zweieinhalb Stunden in Železná Ruda, von Passau noch schneller am Lipno. Für wen: für alle, die Ruhe, Wald und längere, nicht zu schwere Touren mögen, ideal auch fürs Rad und mit Familie.

5. Beskiden (Beskydy), Hütten, Schafweiden und die Lysá hora
Höchster Gipfel: Lysá hora, 1.324 m (Mährisch-Schlesische Beskiden).
Die tschechischen Beskiden haben etwas, das man schwer beschreiben kann: Zu den bewaldeten Rücken gehören Holzhütten, Schafweiden und die Gastfreundschaft der Walachei, wie die Region hier heißt. Der meistbestiegene Berg ist die Lysá hora, die „Königin der Beskiden“. Gleich danach kommen der Wallfahrtsberg Radhošť, auf dessen Kamm die Statue des slawischen Gottes Radegast steht, und das benachbarte Pustevny mit den verspielten Jugendstil-Bauden Libušín und Maměnka. Einen Abstecher wert ist auch der Baumwipfelpfad Stezka Valaška.
Ski fahren kannst du in Pustevny, in Bílá oder in Mosty u Jablunkova. Für wen: für alle, die Berge mit Atmosphäre, gutem Essen und einer Hütte auf jedem Kamm suchen. Die Beskiden gehen übrigens auf der polnischen Seite weiter, dazu findest du bei uns einen Artikel über die Beskiden in Polen.
💡 Tipp: Nach Pustevny fährt eine Sesselbahn aus Trojanovice hinauf. Das ist praktisch, wenn Kinder dabei sind oder du deine Knie für den Rückweg schonen willst. Unterkünfte in den Beskiden →

6. Adlergebirge (Orlické hory), ein ruhiger Kamm an der polnischen Grenze
Höchster Gipfel: Velká Deštná (Deschneyer Großkoppe), 1.116 m.
Das Adlergebirge ist ein langer, bewaldeter Kamm entlang der polnischen Grenze, der sich seine Ruhe bewahrt hat. Über ihn führt der Kammweg Jiráskova cesta, eine gemütliche Tour mit Aussicht, die auch weniger Trainierte schaffen. Auf dem höchsten Gipfel, der Velká Deštná, steht ein kleiner Aussichtsturm, und bei klarem Wetter siehst du bis zur Schneekoppe. Ausgangspunkt der Kammwanderung ist meist der Sattel Šerlich mit der Masaryk-Baude (Masarykova chata). Im Winter fährst du in kleineren Familienskigebieten in Deštné v Orlických horách (Šerlišský mlýn) und in Říčky. Für wen: für Wanderer, die Berge ohne Gedränge und ohne Schlange am Lift suchen.
7. Erzgebirge (Krušné hory), der lange Rücken mit dem Keilberg
Höchster Gipfel: Keilberg (Klínovec), 1.244 m.
Das Erzgebirge kennst du wahrscheinlich von der sächsischen Seite. Es zieht sich über rund 130 Kilometer an der deutschen Grenze entlang, und seine Bergbaulandschaft steht seit 2019 auf beiden Seiten auf der UNESCO-Welterbeliste. Auf tschechischer Seite ist das Bergstädtchen Boží Dar (Gottesgab) unter dem Keilberg ein guter Ausgangspunkt. Von dort läufst du auf Holzstegen durch das Gottesgaber Moor (Božídarské rašeliniště), der Lehrpfad ist etwa drei Kilometer lang. Die Bergbaugeschichte zeigen die Welterbestätten um Jáchymov (St. Joachimsthal), Abertamy und Horní Blatná, und in Jáchymov kannst du auch ins Radonbad. Der Keilberg ist das größte Skigebiet der Region und bildet mit dem Fichtelberg bei Oberwiesenthal eine gemeinsame grenzüberschreitende Skiregion. Aus Chemnitz sind es bis Boží Dar nur gut eine Stunde, aus Leipzig und Dresden knapp zwei. Für wen: für Abfahrer und Langläufer (die Loipen gehören zu den besten des Landes) und für alle, die aus Sachsen schnell in den Schnee wollen.
8. Isergebirge (Jizerské hory), das Paradies für Langläufer
Höchster Gipfel: Smrk (Tafelfichte), 1.124 m.
Im Isergebirge liegt die berühmteste Langlaufstrecke Tschechiens, die Jizerská magistrála, und hier startet jedes Jahr der Volkslauf Jizerská padesátka über 50 Kilometer. Meist steigst du am Langlaufstadion in Bedřichov (Friedrichswald) ein, das auch im Sommer eine gute Basis ist. Im Sommer locken Hochmoore, die Wasserfälle der Černá Desná und Basaltkuppen wie der Bukovec. Auf den höchsten Gipfel, den Smrk, führt ein Aufstieg zu einem modernen Aussichtsturm aus Stahl mit Blick auf die tschechische und die polnische Seite. In der Nähe liegt auch die Talsperre Souš. Aus Zittau bist du in einer guten halben Stunde in Bedřichov, aus Görlitz in etwa einer Stunde. Für wen: vor allem für Langläufer, aber auch für Wanderer und Familien mit Kinderwagen auf den befestigten Wegen.
9. Jeschken (Ještěd), die Silhouette über Liberec
Höchster Gipfel: Jeschken (Ještěd), 1.012 m (Jeschkenkamm).
Der Jeschken ist vielleicht der fotogenste Berg Tschechiens, obwohl er bei Weitem nicht der höchste ist. Auf dem Gipfel steht der ikonische Hotel- und Sendeturm in Form eines Rotationshyperboloids, entworfen von Karel Hubáček, fertiggestellt 1973 und mit dem renommierten Perret-Preis ausgezeichnet. Der Kamm steigt direkt über Liberec (Reichenberg) auf, und die Aussicht reicht über das Isergebirge und das Riesengebirge bis in die Lausitz. Im Winter fährst du im Skiareal Ještěd. Wichtig: Die Kabinenseilbahn ist seit einem Unfall im Jahr 2021 außer Betrieb, auf eine neue wird noch gewartet. Hinauf kommst du also zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto über die Straße bis kurz unter den Gipfel.
Für wen: für Architekturfans und alle, die eine schnelle Aussicht suchen, von Dresden sind es nur knapp zwei Stunden.
10. Český les (Oberpfälzer Wald), die stillsten Grenzberge
Höchster Gipfel: Čerchov (Schwarzkoppe), 1.042 m.
Auf bayerischer Seite heißt dieses Gebirge Oberpfälzer Wald, auf tschechischer Český les, und dort ist es vielleicht das am wenigsten entdeckte Gebirge des Landes. Jahrzehntelang lag es hinter dem Eisernen Vorhang und war gesperrt. Übrig geblieben ist eine wirklich wilde, leere Natur mit verschwundenen Dörfern, tiefen Wäldern und fast ohne Menschen. Hauptziel ist der höchste Gipfel, der Čerchov (1.042 m) mit dem steinernen Aussichtsturm Kurzova věž (Kurzturm) von 1905, von dem du auf den Böhmerwald und weit nach Bayern schaust. Hinauf geht es meist von Capartice oder aus Klenčí pod Čerchovem im Chodenland. Von Nürnberg bist du in knapp zwei Stunden in Klenčí. Für wen: für Einzelgänger und Liebhaber der Stille, die weder Attraktionen noch Seilbahnen brauchen.
11. Brdy, Wildnis vor den Toren Prags
Höchster Gipfel: Tok, 865 m.
Die Brdy waren jahrzehntelang Truppenübungsplatz, und genau deshalb sind sie heute ein erstaunlich wildes Landschaftsschutzgebiet, und dazu die „Berge“, die am nächsten an Prag liegen. Dich erwarten tiefe Wälder, Heideflächen auf ehemaligen Zielgebieten, Stauseen und Ruhe. Der höchste Gipfel ist der Tok (865 m), zugleich der höchste Punkt Mittelböhmens, mit Heide auf einem früheren Einschlagsgelände. Beliebt sind auch die Padrť-Teiche (Padrťské rybníky), deren Landschaft an die Hochebenen des Böhmerwalds erinnert. Hohe Gipfel oder Skigebiete gibt es nicht, eher gemütliche Waldtouren. Für wen: für alle, die einen Prag-Besuch mit einem Tag Natur verbinden wollen, ohne weit zu fahren.
12. Böhmisches Mittelgebirge (České středohoří), Vulkankegel über der Elbe
Höchster Gipfel: Milleschauer (Milešovka), 837 m.
Das Böhmische Mittelgebirge sieht aus wie kein anderes Gebirge in Tschechien: Dutzende einzelne Vulkankegel stehen verstreut über dem Elbtal. Am bekanntesten ist der Milleschauer, der windigste Ort Tschechiens mit Wetterstation und Aussichtsturm, dazu die romantische Burgruine Hasenburg (Hazmburk) mit ihren zwei Türmen. Im Frühling blühen hier die Obstgärten. Von Dresden bist du in rund einer Stunde am Fuß des Milleschauers, das Gebirge ist damit eines der schnellsten Ziele aus Sachsen. Für wen: für kürzere Touren zu Aussichtspunkten und Türmen, super auch mit dem Rad.
13. Lausitzer Gebirge (Lužické hory), Felsen, Vulkane und Aussichtstürme
Höchster Gipfel: Lausche (Luž), 793 m.
Wer das Zittauer Gebirge kennt, kennt schon den Anfang: Das Lausitzer Gebirge ist seine Fortsetzung auf tschechischer Seite, und die Lausche, der höchste Gipfel beider Seiten, steht genau auf der Grenze. Die Landschaft ist eine malerische Mischung aus Sandsteinfelsen und Vulkankuppen. Sie lockt mit Felsenburgen, Höhlen und Aussichtstürmen, etwa auf dem Kleis (Klíč), von dem du über die ganze Umgebung schaust. Gleich am Rand, genau genommen schon im Böhmischen Mittelgebirge, liegt die berühmte Panská skála bei Kamenický Šenov (Steinschönau), eine Wand aus Basaltsäulen wie Orgelpfeifen, die als Kulisse in tschechischen Märchenfilmen berühmt wurde. Von Zittau sind es dorthin keine 50 Kilometer. Für wen: für fotogene Halbtagestouren, und die Böhmische Schweiz ist auch nicht weit.
14. Gratzener Bergland (Novohradské hory), die vergessene Ecke im Süden
Höchster Gipfel: Kamenec, 1.073 m auf tschechischer Seite.
Das Gratzener Bergland an der Grenze zu Österreich (dort heißt es Freiwald) ist still, bewaldet und touristisch unterschätzt, und genau das ist sein Reiz. Hier findest du urwaldartige Reservate: Der Žofínský prales und der nahe Urwald Hojná Voda gehören zu den ältesten Schutzgebieten Europas, beide stehen seit 1838 unter Schutz. Dazu kommen Hochmoore, der künstliche Wasserfall an der Stropnice im Theresiental und die Wallfahrtskirche in Dobrá Voda (Brünnl). Ausgangspunkt ist meist das Städtchen Nové Hrady (Gratzen) mit dem Landschaftspark Terčino údolí (Theresiental). Von Passau bist du in etwa zweieinhalb Stunden dort. Für wen: für alle, die Ruhe und unberührte Natur fern der Massen suchen.
15. Saarer Berge (Žďárské vrchy), sanftes Hügelland mit Mooren
Höchster Gipfel: Devět skal, 836 m.
Die Saarer Berge sind das Herz der Böhmisch-Mährischen Höhe (Vysočina), eine sanfte, gewellte Landschaft aus Wiesen, Teichen, Mooren und Felsformationen. Hohe Berge sind das nicht, aber für gemütliches Wandern, Langlauf und Radtouren sind sie ideal. Es locken Felsgipfel wie der höchste, Devět skal (836 m), die romantischen Čtyři palice und die Quelle der Schwarzawa (Svratka). Als Basis dient Sněžné direkt unter den Felsen oder das größere Žďár nad Sázavou (Saar) mit der Wallfahrtskirche auf dem Grünen Berg, die zum UNESCO-Welterbe gehört. Für wen: für Familien, Radfahrer und Langläufer, die sanftes Gelände mögen.
Tschechische Berge im Winter (Ski und Langlauf)
Im Winter verwandeln sich die Berge in Tschechien, und jedes Gebirge bietet etwas anderes. Je höher, desto sicherer der Schnee, am längsten hält er sich im Riesengebirge und im Altvatergebirge. Für Sachsen und Bayern ist das Nachbarland eine echte Alternative zur langen Fahrt in die Alpen. Hier der schnelle Überblick:
- Abfahrt: Spindlermühle und Pec pod Sněžkou im Riesengebirge sind die größten und anspruchsvollsten Skigebiete. Der Keilberg im Erzgebirge (mit dem Fichtelberg gleich nebenan) und Praděd–Ovčárna im Altvatergebirge sind gute Alternativen.
- Skifahren mit Familie: Lipno im Böhmerwald, Bílá in den Beskiden oder Říčky im Adlergebirge, mit flacheren Hängen, Kinderparks und kürzeren Schlangen.
- Langlauf: Die besten Loipen findest du auf der Jizerská magistrála im Isergebirge, im Erzgebirge rund um Boží Dar und im Böhmerwald (Kvilda und Modrava). Schön ist Langlauf auch in den Saarer Bergen.
💡 Tipp: Schau vor der Abfahrt immer auf die Webcams und die Schneeberichte der Skigebiete. In den tieferen Lagen, also in den Brdy, im Böhmischen Mittelgebirge und im Lausitzer Gebirge, war der Schnee in den letzten Wintern oft unsicher. Wenn du gezielt Loipen suchst, sind Isergebirge und Erzgebirge die sicherste Wahl.
Berge in Tschechien mit Kindern
Mit kleineren Kindern lohnt sich ein Gebirge, in dem ihr für Aussicht und Erlebnis nicht den ganzen Tag laufen müsst. Bewährte Tipps:
- Seilbahn statt langem Aufstieg: auf die Schneekoppe (Riesengebirge), nach Pustevny (Beskiden) oder auf den Schwarzenberg (Černá hora) bei Janské Lázně (Johannisbad). Dort steht der Baumwipfelpfad Krkonoše mit einer Rutsche mitten durch den Aussichtsturm, und zwar am Ortsrand von Janské Lázně, nicht oben am Berg.
- Baumwipfelpfade und Aussichtstürme: Lipno im Böhmerwald und die Stezka Valaška in den Beskiden, bequem, barrierefrei und für Kinder ein Riesenspaß.
- Kurze Runden mit Belohnung: das Tal der Weißen Oppa im Altvatergebirge (Wasserfälle, Leitern), die Panská skála am Lausitzer Gebirge oder die märchenhaften Felsen in den Saarer Bergen.
Mit dem Kinderwagen kommst du auf den befestigten Wegen im Isergebirge (rund um Bedřichov), in den Brdy oder am Lipno gut voran. Die wichtigste Regel: kürzere Strecke, klares Ziel und etwas Gutes im Rucksack.
💡 Tipp: Du planst einen längeren Aufenthalt in den Bergen und willst auch abseits der Wanderwege etwas erleben? Seilbahnen, Pfade und andere Erlebnisse kannst du vorab über GetYourGuide → buchen und sparst dir die Schlange an der Kasse.

Wo du in den tschechischen Bergen übernachtest
Jedes Gebirge hat seine natürliche Basis, und die Preisunterschiede zwischen ihnen sind groß. Das Riesengebirge ist am teuersten, im Altvatergebirge, in den Beskiden und im Erzgebirge zahlst du für vergleichbare Qualität grob ein Drittel weniger. Der Böhmerwald liegt irgendwo dazwischen. Bezahlt wird in Kronen (Kč), die Euro-Werte unten sind nur grob umgerechnet.
- Am günstigsten: ein Bett in einer Berghütte, einer Touristenherberge oder auf dem Campingplatz, grob 500 bis 900 Kč (etwa 20 bis 36 €) pro Person und Nacht.
- Mittelklasse: ein Doppelzimmer in einer Pension für etwa 1.800 bis 3.000 Kč (etwa 72 bis 120 €) mit Frühstück.
- Wellness und Hotels: in Spindlermühle, am Lipno oder in den Beskiden ab etwa 4.000 Kč (rund 160 €) pro Zimmer aufwärts.
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Altvatergebirge und Erzgebirge, wo es genauso viele Berge, aber deutlich weniger Menschen und niedrigere Preise gibt.
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Wohin als Nächstes
- Höchste Berge Tschechiens: 15 Gipfel von der Schneekoppe bis zum Jeschken
- Tschechien Sehenswürdigkeiten: 35 Orte, die du gesehen haben musst
- Klettersteige in Tschechien
- Das Riesengebirge auf der polnischen Seite
Häufige Fragen zu den Gebirgen in Tschechien
Welche Gebirge gibt es in Tschechien? Zu den wichtigsten Gebirgen in Tschechien gehören das Riesengebirge, das Altvatergebirge, das Glatzer Schneegebirge, der Böhmerwald, die Beskiden, das Adlergebirge, das Erzgebirge, das Isergebirge, der Jeschkenkamm, der Český les (Oberpfälzer Wald), die Brdy, das Böhmische Mittelgebirge, das Lausitzer Gebirge, das Gratzener Bergland und die Saarer Berge. Das höchste ist das Riesengebirge mit der Schneekoppe (1.603 m).
Welche Berge in Tschechien sind die schönsten? Das ist Geschmackssache, am häufigsten werden aber das Riesengebirge (arktisch-alpine Tundra, Schneekoppe), das Altvatergebirge (Altvater, Weiße Oppa) und der Böhmerwald (Seen, Hochmoore) genannt. Wer Ruhe sucht, wird im Gratzener Bergland, im Český les oder im Lausitzer Gebirge mit seinen Felsen und Aussichtstürmen glücklich.
Welches ist das größte und höchste Gebirge in Tschechien? Das höchste ist das Riesengebirge mit der Schneekoppe (1.603 m), die zugleich der höchste Berg Tschechiens ist. Fragst du nach der Fläche, gehört der Böhmerwald zu den größten, er zieht sich als langes Waldgebirge an der Grenze zu Bayern und Österreich entlang. Eine amtliche Rangliste nach Fläche gibt es nicht, weil sich die Gebirge je nach Einteilung unterschiedlich abgrenzen lassen.
Wie viele Gebirge hat Tschechien? Das hängt davon ab, wie fein man die geomorphologischen Einheiten unterteilt. Fachlich zählt man rund 90 davon. Für Wanderer und Urlauber sind es in der Praxis etwa 15 große Gebirge und Bergregionen, und genau die stellen wir in diesem Artikel vor.
Wo sind die Berge in Tschechien am ruhigsten? Für Ruhe und Einsamkeit empfehlen wir den Český les, das Gratzener Bergland, das Adlergebirge oder die Saarer Berge. Dort sparst du dir die Schlangen an den Seilbahnen und die vollen Kämme, die du bei schönem Wetter im Riesengebirge erlebst.
Welche tschechischen Gebirge liegen direkt an der deutschen Grenze? Das Erzgebirge an der Grenze zu Sachsen, der Böhmerwald und der Český les (Oberpfälzer Wald) an der Grenze zu Bayern sowie das Lausitzer Gebirge als Fortsetzung des Zittauer Gebirges. Das Böhmische Mittelgebirge und das Isergebirge liegen nicht direkt an der Grenze, sind aus Dresden, Zittau oder Görlitz aber in ein bis zwei Stunden erreicht und gut als Tagesausflug machbar.
Wo kann man in Tschechien am besten Ski fahren? Die größten und anspruchsvollsten Skigebiete sind Spindlermühle und Pec pod Sněžkou im Riesengebirge. Sehr gut sind auch der Keilberg im Erzgebirge, nahe der deutschen Grenze, und Praděd–Ovčárna im Altvatergebirge. Familien fühlen sich am Lipno im Böhmerwald oder in Bílá in den Beskiden wohl.
Wo gibt es in Tschechien die besten Langlaufloipen? Legendär ist die Jizerská magistrála im Isergebirge. Sehr gute Bedingungen gibt es meist auch im Erzgebirge rund um Boží Dar, in Kvilda und Modrava im Böhmerwald und in den Saarer Bergen.
In welche tschechischen Berge fährt man am besten mit Kindern? Setz auf Seilbahnen und kurze Strecken mit Belohnung: die Schneekoppe und den Baumwipfelpfad in Janské Lázně (Riesengebirge), Pustevny und die Stezka Valaška (Beskiden) oder den Baumwipfelpfad am Lipno (Böhmerwald). Mit dem Kinderwagen eignen sich die befestigten Wege im Isergebirge oder in den Brdy.
Wann ist die beste Reisezeit für die Berge in Tschechien? Zum Wandern ist Juni bis Oktober am besten, dann ist das Wetter am stabilsten, und ab September wird es leerer. Für Ski und Langlauf fährst du von Dezember bis März, sicheren Schnee gibt es aber vor allem in den höheren Lagen des Riesengebirges und des Altvatergebirges.
Gibt es in den tschechischen Bergen Tundra? Ja. Echte arktisch-alpine Tundra mit Latschenkiefern und Gletscherkaren hat sich in Tschechien in den höchsten Lagen des Riesengebirges und in kleinerem Umfang auch im Altvatergebirge erhalten. Sonst findest du so etwas nirgends im Land.
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